News Spahn: Pflegeberufe sind Ausbildungsberufe

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Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hält nichts von einem "Akademisierungswahn" bei Pflegeberufen. Diese müssten als Ausbildungsberufe erhalten bleiben, sagte er am Freitag bei einer Podiumsdiskussion auf dem Katholikentag in Münster.

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Problem hierbei ist ganz einfach, dass er es nicht einmal begründet. Dieses "Haupt-und Realschüler müssen auch den Pflegeberuf ergreifen dürfen" finde ich immer etwas... ich sag mal "dünn". Denn es passt einfach nichts mit nichts zusammen.

Auf der einen Seite wird immer hervorgehoben, wie komplex und anspruchsvoll die Arbeit sei. Aber bitte jeder soll da mitmachen dürfen. Ich glaube durchaus, dass Hauptschüler überragende Pflegekräfte sein können. Ich glaube aber auch, dass diese überragende Neurochirurgen, Rechtsanwälte oder zukünftige Nobelpreisträger sein können. Aber auch hierfür gibt es nun einmal formale Anforderungen. Ok, beim Nobelpreis für Literatur vielleicht nicht. Aber ich denke, dass es gerade heutzutage das kleinste Hindernis darstellt, dass wenn man einen Beruf wirklich ergreifen möchte, ein Abitur drauf zupacken. Außerdem können Hauptschüler eh max. eine Helferausbildung machen um mit etwas Berufserfahrung das Examen machen zu können, auch wenn immer diese absolut absurde Ausnahme

Außerdem geht seine Aussage komplett an allem vorbei. Niemand spricht ernsthaft davon die Pflege vollständig zu "Akademisieren". Aber den dualen Weg zu fördern, kann man wohl nicht als "Wahn" bezeichnen.

Das ist nun einmal, dass schon einmal angesprochene Problem. Es wurde Jahrzehnte lang ignoriert und der Pflegeberuf soweit abgewertet (1 Euro Jobber), bis nun auf einmal alles auf einmal gemacht werden muss (Akademisierung, Besetzung, Gehalt etc.) aber man nun auch Verständnis haben soll, dass dies nicht von heute auf morgen geht. :kloppen:
 
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Oh Gott, der Spahn... ich wusste schon, warum ich so ein komisches Gefühl hatte, als der den Job bekam.
Warum hat er sich eigentlich einen Top Pflegeexperten mit ins Boot geholt, wenn er den dann bei Sachen, von denen er selbst offenkundig null Ahnung hat, nicht um Rat fragt??
 
Naja, es ist schon nicht dumm/falsch was er sagt. Wir reden von Personalmangel und es gibt zu wenig Leute und man hat eine "Diskussion" über höhere Zulassungsanforderungen. Ich finde es lediglich interessant und inhaltlich komplette contraire über das Thema "Pflege" gesprochen wird. Auf der einen Seite hat man das, auf der anderen Seite das und dann kommt noch z.B. sowas: http://www.arbeitgeberverband-pfleg...SEMITTEILUNG-Gesundheitsminister-19032018.pdf
 
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Doch, ich finde es schon dumm und falsch, was Spahn da sagt.
Niemand hat gesagt, dass es nur noch akademisierte Pflegekräfte geben solle. Der Wissenschaftsrat empfahl m. W. ca. 10 bis 20%.
D. h. der Löwenanteil aller PK wäre auch weiterhin „nur“ ausgebildet.
Also was will er??
 
Doch, ich finde es schon dumm und falsch, was Spahn da sagt.
Niemand hat gesagt, dass es nur noch akademisierte Pflegekräfte geben solle. Der Wissenschaftsrat empfahl m. W. ca. 10 bis 20%.
D. h. der Löwenanteil aller PK wäre auch weiterhin „nur“ ausgebildet.
Also was will er??

Dem vermeintlich existierenden "Akademisierungswahn" einhalt gebieten. Man darf nicht vergessen, dass die Pflegeberufereform ein "Medizinstudium light" ist. :mrgreen:

Wir müssen auch unterscheiden über das Bild was wir als mehr oder weniger "Insider" haben und dem, was Tante Erna suggeriert wird. Erna sieht nur: "Zu wenig Pflegekräfte, zu wenige wollen den Beruf machen und nun wird darüber gesprochen (hat Erna mal irgendwo mitbekommen) dass diese Studieren sollen (eigentlich nur können) und damit Abitur brauchen. Das passt ja hinten und vorne nicht!"
Und dann noch gepaart mit der angesprochenen Außenwahrnehmung des Berufes:" Hintern abwischen, Füttern, Waschen, hin und wieder Verband und ganz viel zuhören und Liebe" kann das schon verwirren. Nachher will die Reinigungskraft auch noch "Reinigung" studieren :razz1:
 
Ich denke mal, über kurz und lang lassen die Entwicklungen sich nicht aufhalten. Da können sie noch so lange reden und uns auf "ruhige Hand und gutes Herz" - Niveau runterwünschen, es wird so nicht bleiben. Auf lange Sicht muss man sich an internationalen Standarts messen lassen.
 
und von diesen internationalen standards sind wir aktuell noch meilenweit entfernt..
 
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Ja, natürlich, aber sie stemmen sich auch nur gegen eine Flut. Das ist Wunschdenken: Haltet sie klein, still und billig. Hämmert ihnen ein, dass sie zu Dienen haben, und dafür genügt der Gotteslohn...

Spahn sprach ja auf dem Katholikentag. Seit wann sind die im 21. Jahrhundert angekommen?
 
Na ja... also als so rückschrittlich würde ich die nicht generell abstempeln. Der katholische Berufsverband für Pflegeberufe hat z. B. durchaus fortschrittliche Ansichten:
Katholischer Pflegeverband: Aktuelles
 
Vor allem eins ist mir sauer aufgestoßen, an Spahns Äußerungen:

"Als Fortbildung könne das Absolvieren eines Pflegestudiengangs, wie es ihn bereits an vielen Hochschulen gibt, sinnvoll sein, ergänzte Spahn."

NEIN!!! Darum geht es eben NICHT. :angryfire:
Sondern daß, bitteschön, wie auch im Gesetzesentwurf fürs neue Pflegeberufegesetz vorgesehen, Pflege auch grundsätzlich primärqualifizierend studiert werden kann - wie es internationaler Standard ist (siehe Flora und die Französin). Siehe dazu auch https://www.bibliomed-pflege.de/zei...r-brauchen-die-hochschulische-erstausbildung/
 
Selbstverständlich können Mittelschulabgänger einen Pflegeberuf erlernen.
Nur halt nicht direkt nach dem Regelschulabschluss eine 3-jährige Ausbildung zur Pflegefachkraft.
Ich kenne etliche die nach der Mittelschule eine 2-jährige Ausbildung (meist Kinderpflege) gemacht haben und danach die 3-jährige GuKP.
Mit 2 Jahren Berufserfahrung kannst dann berufsbezogen studieren.
Über den zweiten Bildungsweg kannst z.B. das Abi nachholen - dann steht wieder alles offen. Fachabi - sei auch erwähnt.
Das alles und noch viel mehr weiß Spahn und trotzdem kommt so ein Mist.
Einen wie auch immer gearteten Wahn - es gibt ihn nicht.
 
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Eigentlich logisch, dass sich Hr. Spahn gegen die "studied nurse" ausspricht.
Hätten die Pflegekräfte in Deutschland eine Ausbildung auf internationalem Niveau würden sie vermutlich reihenweise ins Ausland abwandern, und der Fachkräftemangel verschärft sich noch weiter.
 
Na ja... also als so rückschrittlich würde ich die nicht generell abstempeln. Der katholische Berufsverband für Pflegeberufe hat z. B. durchaus fortschrittliche Ansichten:
Katholischer Pflegeverband: Aktuelles
Schön und gut, aber von höherer Qualifizierung=Studium und besserer Bezahlung les ich da auch nix.

Eigentlich logisch, dass sich Hr. Spahn gegen die "studied nurse" ausspricht.
Hätten die Pflegekräfte in Deutschland eine Ausbildung auf internationalem Niveau würden sie vermutlich reihenweise ins Ausland abwandern, und der Fachkräftemangel verschärft sich noch weiter.
Und die aus dem Ausland kommen gar nicht erst. Träumt weiter! Meine französischen Kollegen rümpfen die Nase, wenn sie hören, dass sie hier mit ihrer dreijährigen Ausbildung die Arbeit machen, die in Frankreich Pflegehelfer verrichten.

Heute waren hier drei Kolleginnen von der Pflege freigestellt (=zusätzlich zum behandelnden Pflegepersonal). Eine war beschäftigt mit ihrem Fachgebiet "venöse Zugänge (Dialysefisteln und -Katheter), eine andere mit ihrem Gebiet "Schmerz" und die dritte machte Patientenschulungen.
 
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