News Sozialministerin: "Raus aus dem Mauerblümchen-Dasein"

Na ist ja toll, das Problem ist doch nicht die Leute in die Ausbildung zu locken, sondern hinterher zu Halten. Genausowenig wie die Bezahlung.

Das Problem sind und bleiben die Arbeitsbedingungen.

Aber das haben unsere Politiker immer noch nicht erkannt.

Erinnert mich an die Kampagne in den 90igern
1095 Tage Abenteuer - von der Bundesregierung initiiert.

Mit riesigem Aufwand und Geld gesponsert - gebracht hats nix.
Das man daraus nichts Lernt?
 
Das Problem sind und bleiben die Arbeitsbedingungen.

Ganz genau das. Die Bezahlung geht (zumindest in der Krankenpflege) meist gut klar. Natürlich geht immer mehr und die Altenpflege stellt leider einen hohen Gap dar. Aber wenn ich nach ca. 2 Monaten im Dienst als examinierter Gesundheits-und Krankenpfleger, der exakt 2 Tage Einarbeitung hatte und danach vollständig für 15 Patienten darunter 5 Monitor Betten und einen Patienten, welcher langsam im Sterben liegt und dabei in einem Iso Zimmer befindet und daher der Situation gar nicht gerecht werden kann (was ja schon ohne Iso schwierig ist) alleine verantwortlich sein musste, sich Gedanken über einen "Pflexit" macht, sollte das zu denken geben.

Und bitte nicht falsch verstehen. Ich bin garantiert kein Sensibelchen. Jetzt komme ich damit gut zurecht aber auch nur, weil ich mir selbst Strategien angeeignet habe. Aber ich würde mich nicht wundern, wenn die ersten nach einem Monat das Handtuch werfen. Ach ja, ich arbeite momentan nur 50%, da sich mein Studium im letzten Semester von einem Teilzeitstudium in ein Vollzeitstudium geändert hat.
Mir geht es auch gar nicht um die Aufgaben im allgemeinen. Aber die Rolle als examinierte Kraft und die gesamte Verantwortung nach 2 Tagen alleine Tragen zu müssen, war doch eine größere Bürde wie ich dachte. Und ich denke das geht jedem so. Egal wie gut er nun in der Ausbildung war. Ob Examen mit 1* bestanden hat oder gerade so durchgekommen ist. Ich denke, dass dies gerne Unterschätzt wird und gerne so abgetan wird mit "stell dich mal nicht so an."

Ich gebe auch offen zu, dass ich in meiner ersten Woche fast vor jedem Dienst gekotzt hätte, da es zu allem Übel auch noch eine, von den Kollegen bezeichnete, "Horrorwoche" war. Mir geht es auch gar nicht um den Stress, die hohe Belastung, damit kann ich Umgehen. Aber mir wurde jetzt im letzten Monat als "vollwertige" Pflegekraft klar, dass egal wie schlau ich bin, egal wie gut ich mich organisiere, egal wie schnell ich laufe, egal wie ich über mich selbst hinauswachse, egal wie gut ich das "Handwerk" der Pflege verstehe und egal wie viel Stress ich mir mache, ich weiß im schon vor Schichtbeginn, dass ich eine "optimale Pflege" nicht schaffen kann. Nur die bestmögliche. Oder anders gesagt. Ich weiß, dass ich meinen Beruf nicht gerecht werden kann und meine Arbeit nicht schaffen werde. Am Dienstag war z.B. ein ruhigerer Tag, genauso zwischen den Feiertagen. Da ist es mir dieser Gap besonders aufgefallen. Aber auf der Station soll die Besetzung noch weiter runter gefahren werden.

Aber das ist nur mal ein Bericht, wie es ja heutzutage laufen kann. Es gibt ja auch tausend positive Beispiele. Aber wenn man sich das mal durch den Kopf geht, braucht man sich nicht Wundern, warum manche den Job nach 3-4 Jahren hinschmeißen.

Und das letzte was ich mit diesem Post haben will ist Mitleid. Dafür bin ich nicht der Typ. Und ja, ich fordere im Rahmen dieses Forums viel und habe auch mal eine nicht so zurückhaltende Meinung :D . Aber ich denke, dass wenn so eine Nachricht kommt, über irgendwelchen Imagekampagnen, passt ein Erfahrungsbericht sehr gut um die Hauptgründe zu erodieren. Und diese liegen (zumindest im Krankenhaus) nicht bei der Bezahlung.
 
@romsen:
weiß jetzt nicht was ich von deinem Bericht halten soll.
Du willst keine Mitleid - Bewunderung, oder warum schreibst du deine persönlichen Erfahrung im Detail, die zum threadthema eigentlich keinen Bezug haben.

Die Essenz daraus, nachdem ich deinen Beitrag gelesen habe ist für mich:
Solange es Menschen gibt die da und bei ähnlichem Mitmachen wird sich auch nix ändern.
Ich Meine, man sollte sich keine Strategien aneignen wie man da mitmachen kann und das möglichst unbeschadet überlebt,
sondern Strategien die mir rechtzeitig signalisieren
nein so nicht, mit mir nicht, da mach ich nicht mit!!!!!!!!
 
@renje
In der Tat, hast du da Recht. Vielleicht war auch etwas Frust mit im Spiel. Habe die angewohnheit, wenn ich ins schreiben komme, mehr zu schreiben als eigentlich gedacht. Entschuldigung, wenn es zu persönlich war. Wollte auch nur das von dir angesprochene Hauptproblem. Den Arbeitsbedingungen. Und mit dem Thema nichts zu tun?

Da wiederspreche ich wehement. Eine Imagekampagne für die Pflege wird auch nichts bringen, wenn die von mir persönlich geschilderten Zustände noch herrschen. Ich Hinterfrage nicht vollständig die Sinnhaftigkeit, aber es kommt mir vor als würde man etwas Herr Rüddel folgen und einfach "positiv drüber reden".

Meine Strategie sieht so aus, dass ich bis zum Ende meiner Thesis, ich meinen Arbeitgeber wechseln werde. Also ich lasse auch meinen Worten Taten folgen. Arbeitgeber ist schon ausgesucht und Stelle + Fachbereich steht fest.

Also sry, für wen haltet ihr mich? Ich bin doch nicht wahnsinnig und halte das länger aus als nötig :schraube: :boxen:


Edit: Habe mein Post nochmals gelesen in Zusammenhang mit dem hier. Ja, es kann sein, dass ich momentan wohl etwas in einer "sinnkrise" (finde kein anderes Wort dafür) stecke. Wie gesagt, werde natürlich nicht einfach aufgeben und das nicht hinnehmen. Ich verbuche dieses emotionalen Post mal als "was raus muss, muss raus". Kann auch gelöscht werden. :smoking:
 
@renje
In der Tat, hast du da Recht. Vielleicht war auch etwas Frust mit im Spiel. Habe die angewohnheit, wenn ich ins schreiben komme, mehr zu schreiben als eigentlich gedacht. Entschuldigung, wenn es zu persönlich war. Wollte auch nur das von dir angesprochene Hauptproblem. Den Arbeitsbedingungen. Und mit dem Thema nichts zu tun?

Da wiederspreche ich wehement. Eine Imagekampagne für die Pflege wird auch nichts bringen, wenn die von mir persönlich geschilderten Zustände noch herrschen. Ich Hinterfrage nicht vollständig die Sinnhaftigkeit, aber es kommt mir vor als würde man etwas Herr Rüddel folgen und einfach "positiv drüber reden".

Meine Strategie sieht so aus, dass ich bis zum Ende meiner Thesis, ich meinen Arbeitgeber wechseln werde. Also ich lasse auch meinen Worten Taten folgen. Arbeitgeber ist schon ausgesucht und Stelle + Fachbereich steht fest.

Also sry, für wen haltet ihr mich? Ich bin doch nicht wahnsinnig und halte das länger aus als nötig :schraube:

Willkommen in der realen Arbeitswelt! So wie die Arbeitsbedingungen jetzt sind und sicherlich auch in Zukunft weiter bleiben und sich eher positiv dem Arbeitgeber als dem Arbeitnehmer entwickelt wird sich nichts ändern. Ein Hoch auf die Fluktuation! Und die Arbeitgeber wundern sich weiterhin warum kein Mitarbeiter bleiben will, wenn auch sie nicht bereit sind am modernen Leben teilzunehmen und immer nur das Geld und die Kosten sehen. Immer nur Druck/Macht nach unten-das sind altmodische Methoden die man machen kann wenn genügend Bewerber Schlange stehen. Das ist Gott sei Dank heutzutage ja in den meisten Gebieten fast nicht mehr der Fall. Bisher haben auch wir es noch immer nicht geschafft mal ordentlich auf den Tisch zu hauen. Vielleicht schafft es aber der neu angeworbene Nachwuchs?
 
um eine Imagekampagne für die Pflege
Ja, das hattest Du ja bereits weiter oben geschrieben... jetzt bin ich aber auch nicht schlauer. Was hat es denn mit 1095 Tagen auf sich?
@Romsen2014
Also ich fand Deinen Erfahrungsbericht nicht verkehrt. Laß Dich bloß nicht unterkriegen! Drücke Dir die Daumen für den Bachelor. :up:
 
Willkommen in der realen Arbeitswelt!

Joa, die kannt ich schon. Man muss aber dazu sagen, dass auf meiner Station diese sich dramatisch verschlimmert haben. Habe auf der Station sogar mein Examen gemacht, daher kann ich das sehr gut beurteilen. Das hat selbst mit der normalen Arbeitswelt nicht mehr viel zu tun. Tja, neue Bereichsleitung, neue Regeln. Habe mich nun mit Kollegen zusammengeschlossen und mit der Stationsleitung eine Stationssitzung vereinbart, bei der auch die neue BL dabei sein soll, damit sie einiges Begründen kann, was da passiert. Aus meiner Sicht, hat man sich dem Primat der Geschäftsleitung hingegeben ohne sich von den Zuständen auf Station zu erkundigen. Dies haben wir auch so geschrieben. Ich denke, dass die Zunahme von 5 Monitor Betten, bei gleicher Stellenbesetzung wie vorher mit keinem Monitor Bett, schon an Patientengefährdung grenzt.

Es gibt noch einen Unterschied zu normaler, harter "Pflege Arbeitswelt" und fahrlässigem Handeln, seitens der Leitungsebene, auf dem Rücken des Personals.

@Martin H.

Danke! Ich doch nicht :D
 
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Joa, die kannt ich schon. Man muss aber dazu sagen, dass auf meiner Station diese sich dramatisch verschlimmert haben. Habe auf der Station sogar mein Examen gemacht, daher kann ich das sehr gut beurteilen. Das hat selbst mit der normalen Arbeitswelt nicht mehr viel zu tun. Tja, neue Bereichsleitung, neue Regeln. Habe mich nun mit Kollegen zusammengeschlossen und mit der Stationsleitung eine Stationssitzung vereinbart, bei der auch die neue BL dabei sein soll, damit sie einiges Begründen kann, was da passiert. Aus meiner Sicht, hat man sich dem Primat der Geschäftsleitung hingegeben ohne sich von den Zuständen auf Station zu erkundigen. Dies haben wir auch so geschrieben. Ich denke, dass die Zunahme von 5 Monitor Betten, bei gleicher Stellenbesetzung wie vorher mit keinem Monitor Bett, schon an Patientengefährdung grenzt.

Es gibt noch einen Unterschied zu normaler, harter "Pflege Arbeitswelt" und fahrlässigem Handeln, seitens der Leitungsebene, auf dem Rücken des Personals.

@Martin H.

Danke! Ich doch nicht :D

Ich möchte zwar nicht pauschalisieren aber doch......viele Betriebe haben relativ wenig Interesse in Kommunikation mit ihren Mitarbeitern zu gehen. Ist doch viel einfach wenn diese einfach nur den Druck statt Informatonen ab zu bekommen dann kann sich auch keiner Beschweren und Gegendruck machen. Und in der jetztigen Zeit ist es natürlich Wichtig Gegendruck aufzubauen, doch wer hat diese Energie momentan noch? Ja in dem Fall sind wir leider selbst dran Schuld..... Ich glaube sehr vielen ist es ganricht mehr bewusst das man oft nur mehr gefährliche Pflege betreibt, weils einfach schon so selbstverständlich ist.
 
Die Antwort scheint dich nicht zufrieden zu Stellen.
Ich weiß nicht was du Wissen willst oder was unklar ist?
Kampagne läuft doch immer nach dem gleichen Schema ab.
Ich hätte halt gern mehr drüber gewußt, hörte sich jetzt so an, als ob Du dazu was Näheres sagen könntest.
Ich hab davon noch nicht gehört, und googeln brachte mich jetzt auch nicht wirklich weiter... :-?
Daß 1095 Tage 3 Jahre sind, ist schon klar! :wink:
 
War halt ne große Kampagne zur Azubigewinnung Angang der 90igern unter diesem Namen.
Plakate, Aufsteller, "dolle" Sprüche wie man sie kennt, von einer Werbefirma erstellt, DIN A1 Plakate die man auf ausziehbare Alugestelle spannen konnte und dann gabs diverse Werbegaben,
Schreibblöcke, Kugelschreiber, Luftballons, Broschüren, Flyer etc. und die Dinger wurden dann aufgestellt auf allen möglichen Messen, bei Vorträgen, Arbeitsamt, bei Schülerinfos in Schulen, Arbeitsämtern, Azubimessen etc.
Hat sich dann nach ca. 2-3Jahren erledigt, da man damals auch merkte, dass der Erfolg eher mäßig war und mit der Wiedervereinigung und dem Jugoslawienkrieg auf einmal wieder genügend Schüler da waren.

Bewerber gibts ja nach wie vor genug, aber zu wenige, die nach der Ausb. länger im Job bleiben wollen.
 
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