News Routine-Kontrollgänge sind in der Nacht zu vermeiden

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Nächtliche Kontrollgänge in Bewohnerzimmern sind nur gerechtfertigt, wenn sie fachlich erforderlich oder vom Bewohner gewünscht sind. Darauf verweist Rechtsanwalt Prof. Ronald Richter: "Bloße Routine-Kontrollgänge sind zu vermeiden. Sie führen zu unnötiger Arbeitsbelastung und möglicherweise zu einer Störung des Schlafs der Bewohner."

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Martin H.

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:xDa geht mir doch der Hut hoch...

„Darauf verweist Rechtsanwalt Prof. Ronald Richter: "Bloße Routine-Kontrollgänge sind zu vermeiden. Sie führen zu unnötiger Arbeitsbelastung und möglicherweise zu einer Störung des Schlafs der Bewohner."

Ich lasse mir doch von einem völlig Pflegefremden nicht meine Arbeit erklären?! :schraube:
 

Leander

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"Neuer Skandal! Angehöriger eines Rechtsanwaltes ist verstorben!
Zuständige Pflegekraft unterliess notwendigen Routine -Kontrollgang!"

Im nächsten Artikel lesen Sie, in welchen Gesundheitseinrichtungen Sie Ihr Recht auf nächtliche Ruhe einklagen können und in welchen Krankenhäusern es sich finanziell am meisten lohnt.
 
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matras

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Es geht um "Bewohnerzimmer" und "Routinekontrollen" also Pflegeheimen, - nicht um notwendige Vitalzeichenkontrollen in Krankenhäusern....
 

Jillian

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Auch in Pflegeheimen kann es Bewohnern nachts akut schlecht gehen. Ein Sturz, Erbrechen, plötzlicher Durchfall, Schmerzen, das komplette Verschwinden des Bewohners... wie will man sowas mitbekommen, wenn man keine Kontrollgänge macht?
Hernach ist das Geschrei wieder groß, wenn was passiert ist, aber keiner hat's gesehen. Wahrscheinlich bietet dann der o.g. Rechtsanwalt kompetente Vertretung der Rechte von Bewohner oder Angehörigen an, um Schadensersatzforderungen und Schmerzensgeld einzufordern? Sachen gibts...
 
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Leander

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Erinnert mich fast an die Verkaufsmasche eines gewissen Herrn aus Potsdam, mit seinem ausgeprägten Interesse an der kostenfreien Beratung für Verfügungen, für nur eine kaum der Rede werten Bearbeitungsgebühr.
 

Martin H.

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Es geht um "Bewohnerzimmer" und "Routinekontrollen" also Pflegeheimen, - nicht um notwendige Vitalzeichenkontrollen in Krankenhäusern....
Ja, Du hast schon recht insofern, daß es nicht um Kliniken geht.
Aber auch von den Kollegen im Pflegeheim erwarte ich, daß sie regelmäßig bei den Bewohnern nach dem Rechten sehen. Die müssen ja nicht zwingend Festbeleuchtung dabei anmachen, es reicht ja, leise mit der Taschenlampe ins Zimmer zu spitzen, ob derjenige noch lebt etc. Und handelt es sich um einen Pflegefall (was wohl meist so ist), dann müssen sie diesen ohnehin regelmäßig versorgen (lagern, ggf. sauber machen etc.).
Wünscht ein Bewohner partout keine Routinekontrollen, so kann man dies ja im Vorfeld mit ihm besprechen und ihn auf etwaige Probleme hinweisen (haben wir in seltenen Einzelfällen auch gemacht).
Mich ärgert nur, daß dieser Jurist offensichtlich keine Ahnung hat, aber uns unsere Arbeit erklären will.
 

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Ich arbeite nicht im Altenheim sondern im Krankenhaus. Zu 95% habe ich überhaupt keine Zeit regelmäßige Durchgänge durch alle Zimmer zu machen. Aber ich bin durchaus in der Lage dies leise zu tun. Bei uns quietscht auch keine Tür.
Heisst es nicht auch: eine regelmäßige Störung des Schlafes ist/gilt, zumindest in verrufenen Staaten - wohl als eine Art Folter.

Ich halte sehr viel von einer Art Mittelweg. Man kennt doch seine Pappenheimer bei denen leise geschaut werden kann.
Wieviel % fallen denn aus der Inkowechselquote raus? Denn diese muss ja schon wegen der möglichen Hautschäden erfolgen.
Dies könnte man ja als examinierter Altenpfleger dem namentlich bekanntem Rechtsanwalt mitteilen und um eine neue Stellungnahme zum Thema bitten.
 
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alesig

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"Wird also in der Pflegeplanung festgestellt, dass eine Kontrolle der Vitalfunktionen einer Bewohnerin notwendig ist, dann wird diese Tätigkeit auch in der Nacht und entsprechend dem geplanten Rhythmus – beispielsweise zweistündig – durchgeführt", erläutert Richter. Eine Routinekontrolle ist für mich keine Kontrolle der Vitalzeichen im engeren Sinn. Routine bedeutet,schnell mal schaun ob Patient/Bewohner, im Bett liegt und noch atmet. Vitalzeichenkontrolle bedeutet für mir Blutdruck-Puls-Oxymessung, das ist schon mal keine Routine ,wenn man es regelmäßig machen muß. Sondern dem Patienten/Bewohner geht es dann schlecht. Ich arbeite in einer Klinik, wenn bei mir ein Patient keinen nächtlichen Kontrollgang wünscht, muss er dies dem Arzt mitteilen, der fixiert dann schriftlich in der Akte,daß ich nur noch X mal oder gar nicht ,Nachts in das Zimmer gehen darf. 99% der Patienten/Bewohner ,bekommen es doch gar nicht mit, wenn die Nachtwache einfach nur ins Zimmer schaut.
 
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ludmilla

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99% bekommen Kontrollgänge nicht mit...., woher weißt man das? Selbst in den letzten Monaten als Patient in der Klinik gewesen, habe ich durchaus mitbekommen, dass die Tür aufging, jemand das kleine Licht vorne im Zimmer angemacht hat. Ich bezweifle dass die PFK mitbekommen hat, dass sie mich geweckt hat, bzw. am Einschlafen gehindert hat. Das hat sie durchaus getan.
Und wenn sie es schon tut, dann hätte sie die in meinen Augen erforderliche VZ-Kontrolle durchführen müssen!
Ich war nur zur postoperativen Überwachung da, wegen einem erhöhten Narkoserisiko. Ansonsten wäre die OP auch ambulant möglich gewesen.
Mein Fazit: wenn man Patienten nachts schon kontrolliert, dann mit Sinn und der entsprechenden Indikation und nicht nur aus Routine!
 

Martin H.

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Also zum einen HABEN die Kontrollgänge einen Sinn, nämlich zu schauen ob die Patienten (Bewohner) noch leben; zum anderen sind m. W. regelmäßige Kontrollgänge sogar Vorschrift.

Und ob nun die VZ-Kontrolle bei Dir erforderlich war, nun ja...
Da wird es sicher hausinterne Standards oder aber Arztangaben geben, die möglicherweise von dem abweichen, was Du persönlich für erforderlich hältst.
 

ludmilla

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Einen Routine-Kontrollgang ist in meinen Augen dennoch überdenkenswert. Warum muss man bei einem alten Menschen nachts kontrollieren ob er noch lebt, wenn es außer dem Alter keinen Hinweis gibt, dass er gefährdet ist? Was für einen Sinn macht diese Vorschrift? Und ganz unabhängig davon wer das infrage stellt, ob er fachfremd ist oder nicht?
Ich halte es durchaus für sinnvoll, sich auch von fachfremden Menschen hinterfragen zu lassen. Sie haben eine andere Sicht auf die Dinge und die sollte man zumindest überdenken.
Wenn eine regelmäßige Kontrolle Sinn macht, kann man das PFK nachvollziehbar erklären! Wenn man Kontrollen nur aus Routine macht oder weil es vielleicht eine (sinnfreie) Vorschrift ist, ist überdenkenswert ob man in Kauf nimmt, dass die Menschen aufgrund dessen nicht gut schlafen.

Und zu meiner Person während meinem Klinikaufenthalt. Wenn ich jemand stationär aufnehme weil ich ein Risiko sehe nach der Narkose und deshalb den Eingriff nicht ambulant mache, ist meines Erachtens eine VZ Kontrolle notwendig, sonst kann ich ja auch zuhause schlafen ohne Kontrolle. Ich denke nicht, dass ich da überzogene Vorstellungen habe. Die Anästhesistin hat mir übrigens den stationären Aufenthalt genau damit begründet, dass man meine VZ überwachen müsse! Alle 2 Stunden die Tür aufzumachen, das Licht an ohne wirklich ans Bett zu treten, dann kann ich es auch lassen.
 

Jillian

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Warum muss man bei einem alten Menschen nachts kontrollieren ob er noch lebt, wenn es außer dem Alter keinen Hinweis gibt, dass er gefährdet ist? Was für einen Sinn macht diese Vorschrift? Und ganz unabhängig davon wer das infrage stellt, ob er fachfremd ist oder nicht?
Aus rein rechtlicher Sicht verstehe ich es als Pflicht, im Fall des Falles eine CPR einzuleiten, sofern kein anderer Konsens vom Patienten, seinen Angehörigen oder Betreuern vereinbart wurde. Ein Pflegeheim dürfte sich hierin nicht vom Krankenhaus unterscheiden, dass die zuständige Pflegekraft sich vor Gericht verantworten müsste, wenn sie wegen unterlassener Kontrollgänge einen Kreislaufstillstand nicht bemerkt und so eine Rea ausgeblieben ist.
Eine Kollegin hat so etwas nahezu 1 zu 1 erlebt, ein Kontrollgang fiel warum auch immer aus, und beim nächsten fand sie einen Patienten tot hinter (!) dem Bett. Die Kripo war sehr neugierig, weil der festgestellte Todeszeitpunkt ziemlich genau in die Zeit der geplanten Sichtkontrolle fiel.

Gibt es denn belastbare Studien, dass nächtliche Sichtkontrollen die Bewohner eines Heimes im Schlaf beeinträchtigen? Nach meinen Erfahrungen sind gerade die älteren Semester tendenziell hörbeeinträchtigt und bekommen mein Reinschleichen fast nie mit. Sie schlafen i.d.R. (nach eigenen Aussagen) nicht besser oder schlechter als andere Altersgruppen.
 
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ludmilla

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Gegenfrage...., werden die Bewohner denn genau dazu befragt? Ob sie reanimiert werden wollen, ob sie wollen das nachts alle 2 Stunden jemand in ihr Zimmer kommt? Oder geht man davon aus, dass das so gemacht werden muss und der Bewohner da keine Wahl hat? Zumindest die, die man fragen kann, sollte man fragen. Bei Dementen sollte man die Angehörigen und Betreuer befragen.
Warum fällt es so schwer, diese Routine-Kontrollen zu hinterfragen?
Ich weiß nicht sicher, ob es rechtlich verpflichtend ist alle 2 Stunden zu kontrollieren, ob die Bewohner noch leben. Wenn das so ist muss das machen oder die Bewohner befragen ob sie das wollen!
Aber man gleichzeitig in die Diskussion darüber gehen, ob diese Regel bei allen Bewohnern Sinn macht.

Ehrlich gesagt mache ich mir hier bei so manchen Aussagen echt Gedanken darüber, wie wenig Privatsphäre man im Alter in einem Pflegeheim hat und wie ich selbst im Falle des Falles damit umgehen würde. Auch wenn man auf Pflege und Hilfe angewiesen ist, sollte man das Recht auf die größtmögliche Privatsphäre ermöglichen....
Es geht hier nicht um akut erkrankte Menschen, da hat man natürlich eine Indikation zur regelmäßigen Kontrolle!
 

Jillian

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Gegenfrage...., werden die Bewohner denn genau dazu befragt? Ob sie reanimiert werden wollen, ob sie wollen das nachts alle 2 Stunden jemand in ihr Zimmer kommt? Oder geht man davon aus, dass das so gemacht werden muss und der Bewohner da keine Wahl hat? Zumindest die, die man fragen kann, sollte man fragen. Bei Dementen sollte man die Angehörigen und Betreuer befragen.
Das kann ich dir nicht beantworten, finde aber die Fragen berechtigt. Ich weiß nicht wie die Praxis dazu in den Heimen ausschaut. Das können uns wohl eher diejenigen beantworten die dort arbeiten. Mich würde es tatsächlich sehr interessieren, wie diese Fragen im konkreten Fall beantwortet und gelebt werden.
 

-Claudia-

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Ich weiß nicht sicher, ob es rechtlich verpflichtend ist alle 2 Stunden zu kontrollieren, ob die Bewohner noch leben.
Ist es nicht. Die zwei Stunden stammen von den früher empfohlenen Lagerungsintervallen zur Dekubitusprophylaxe ab. Dieses Zeitintervall war (habe ich im Zusammenhang mit den Expertenstandards mal gelesen) zufällig die Zeit, die Florence Nightingale und ihre Hilfskräfte benötigten, um im Feldlazarett alle Verwundeten von links nach rechts zu drehen; der Wert wurde unreflektiert übernommen und nie wissenschaftlich überprüft.

Ob zwei Stunden, eine Stunde oder alle fünf Minuten Kontrollen erfolgen - Du kannst unerwünschte Ereignisse nicht dadurch verhindern. Du stellst sie bloß schneller fest.
 
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Martin H.

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Einen Routine-Kontrollgang ist in meinen Augen dennoch überdenkenswert. Warum muss man bei einem alten Menschen nachts kontrollieren ob er noch lebt, wenn es außer dem Alter keinen Hinweis gibt, dass er gefährdet ist? Was für einen Sinn macht diese Vorschrift? (...) Wenn man Kontrollen nur aus Routine macht oder weil es vielleicht eine (sinnfreie) Vorschrift ist, ist überdenkenswert ob man in Kauf nimmt, dass die Menschen aufgrund dessen nicht gut schlafen.
Fakt ist jedenfalls, daß regelmäßige Rundgänge vorgeschrieben bzw. auf jeden Fall empfohlen sind:

"Folgt man den Feststellungen einiger Gerichtsentscheidungen, so scheint es sich im Pflegebereich etabliert zu haben, routinemäßig zwischen zwei bis vier Kontrollgänge pro Nacht durchzuführen (siehe zum Beispiel [archivlink jahr=”2006″ heft=”01″ seite=”31″]LG Mönchengladbach RDG 2006, S. 31[/archivlink]; OLG Schleswig NJW-RR 2004, S. 237). Demgegenüber muss in Situationen, bei denen die zu versorgenden Patienten/Bewohner mit einem über das normale Maß hinausgehenden Gefahrenpotenzial konfrontiert sind (z.B. Zustand nach Operation, erhöhtes Suizidrisiko), von einem deutlich kürzeren Kontrollintervall ausgegangen werden (siehe auch OLG Hamm VersR 1983, S. 43; OLG München NJW-RR 2006, S. 33).
Abschließend ist festzuhalten, dass es auch bedeutsam ist, ob und in welchem Umfang der Arbeitgeber organisatorische Vorgaben für routinemäßige Kontrollen gemacht hat, beispielsweise in Form von Dienstanweisungen."


Quelle: Rechtliche Vorgaben für Rundgänge im Nachtdienst | Rechtsdepesche

@-Claudia-
Natürlich gibt es kein Gesetz, welches 2-stündige Intervalle vorschreibt.
Aber wenn man sich einmal oben zitierte Gerichtsentscheidungen betrachtet (zwei bis vier Kontrollgänge pro Nacht), dann kann man sich ja ausrechnen, alle wieviel Stunden man einen Rundgang machen muß. :ccol1:
Natürlich sind dies auch alles nur "in etwa"-Angaben; es wird in meinem Link ja extra auf Dienstanweisungen des AG hingewiesen. Ich meine, daß mein damaliger AG auch sowas vorgegeben hatte.
Im übrigen sind natürlich auch immer Vorgaben des jeweiligen Arztes bei einem Pat. maßgeblich, aus meiner Orthopädiezeit weiß ich noch, daß anfangs (direkt nach OP) sehr engmaschige und später immer weitere Kontrollen vorgegeben waren. Wobei hier nicht nur VZ, sondern auch andere Parameter entscheidend waren:
Z. B. Sensibilität, Motorik oder auch Kontrolle des Verbandes auf Durchblutung u. ä.
Dies war natürlich auch nachts verpflichtend.

Und zu meiner Person während meinem Klinikaufenthalt. Wenn ich jemand stationär aufnehme weil ich ein Risiko sehe nach der Narkose und deshalb den Eingriff nicht ambulant mache, ist meines Erachtens eine VZ Kontrolle notwendig, sonst kann ich ja auch zuhause schlafen ohne Kontrolle. Ich denke nicht, dass ich da überzogene Vorstellungen habe. Die Anästhesistin hat mir übrigens den stationären Aufenthalt genau damit begründet, dass man meine VZ überwachen müsse! Alle 2 Stunden die Tür aufzumachen, das Licht an ohne wirklich ans Bett zu treten, dann kann ich es auch lassen.
Wenn die Anästhesistin engmaschige VZ-Kontrollen vorgegeben hatte, der Nachtdienst sich aber nicht daran gehalten hatte, sondern nur hereingeschaut hat ohne VZ-Kontrolle, dann hat er/sie ganz klar gegen die ärztliche Vorgabe verstoßen.
Im übrigen muß kein Mensch "Festbeleuchtung" anmachen, um seine Kontrolle des Pat.-zimmers durchzuführen; selbst bei mir damals in den 90ern gab es schon Taschenlampen, mit denen ich damals auch durchaus auf den Verband und die Redondrainagen geleuchtet habe... :roll:
 

ludmilla

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Auch wenn es lt. den zitierten gerichtlichen Entscheidungen Sinn zu machen scheint in gewissen Abständen nach den Bewohnern zu sehen, ist m. E. doch erlaubt darüber nachzudenken ob das bei allen Bewohnern Sinn macht! Wenn man Standards nicht hinterfragt, kann man auch nichts ändern. Natürlich gibt es medizinische Gründe nachts regelmäßig die entsprechenden Parameter zu erfassen, das stellt doch niemand in Frage! Und dann muss das auch gemacht werden, auch keine Frage. Aber doch nicht völlig sinnfrei...., und nur weil es ne Dienstanweisung gibt. Dann muss man diese hinterfragen!

Beispiel: Es ist zwar aus der Neonatologie, zeigt aber doch dass man Patienten auch was gutes tut indem man sie einfach in Ruhe schlafen lässt. Zu meinen Anfangszeiten als Kinderkrankenschwester hat man die Frühchen alle 3 Stunden komplett versorgt. Das war Standard! In den 90 zigern fing man langsam an darüber nachzudenken, ob dieser Stress nicht eher schadet. Man reduzierte Lärm, Stress und Störungen. Die Studienergebnisse bestätigten eindrucksvoll dass die neurologische Entwicklung besser wurde. Und die Kinder zeigten keinen Schaden durch die niedrigere Anzahl der Versorgungsrunden.

Was ich damit sagen will, es geht hier nicht darum ob irgendwelche Standards,die mehr oder weniger sinnvoll sind perse eingehalten werden müssen. Begründet darf man von Standards immer abweichen! Es geht darum die pflegerische Vorgehensweise an den Bedürfnissen der Bewohner zu orientieren. Und wenn jemand sich im Schlaf gestört fühlt, weil jemand die Tür öffnet und hineinleuchtet..., darf oder muss man das nicht hinterfragen?
Man verhindert keinen Tod wenn man alle 2 Stunden in ein Zimmer schaut, man findet nur die toten Bewohner etwas früher!
Aber man stört ohne ständigen Kontrollen den einen oder anderen weniger im Schlaf, was die Lebensqualität erhöht!
 

Martin H.

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Auch wenn es lt. den zitierten gerichtlichen Entscheidungen Sinn zu machen scheint in gewissen Abständen nach den Bewohnern zu sehen, ist m. E. doch erlaubt darüber nachzudenken ob das bei allen Bewohnern Sinn macht! Wenn man Standards nicht hinterfragt, kann man auch nichts ändern. (...) Aber doch nicht völlig sinnfrei...., und nur weil es ne Dienstanweisung gibt. Dann muss man diese hinterfragen!
Man kann selbstverständlich beim AG nachfragen, ob eine Dienstanweisung noch sinnvoll ist und ob man Routinerundgänge weglassen könne; aber wenn der sagt "Nö", dann war´s das für Dich, und Du hast gefälligst die Dienstanweisung zu befolgen. Punkt.
Was ich damit sagen will, es geht hier nicht darum ob irgendwelche Standards,die mehr oder weniger sinnvoll sind perse eingehalten werden müssen. Begründet darf man von Standards immer abweichen!
:roll:Gähn...
Es wurde bereits weiter oben von @alesig und mir erwähnt, daß auf Wunsch des Patienten/Bewohners auch selbstverständlich davon abgewichen werden darf - nur ist dies im Vorfeld abzuklären und vor allem schriftlich zu fixieren, damit es hinterher keine Klagen gibt.
Ich weiß eigentlich nicht, was es hier noch zu diskutieren gibt...

Für mich ist diese sinnfreie Diskussion mit Dir damit beendet.
 

ludmilla

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Sorry Martin wenn meine Beiträge dich langweilen, aber ich würde dich trotzdem bitten nicht so aggressiv zu sein. Du hast in Beitrag 11 geschrieben dass die Rundgänge einen Sinn machen. Differenziert hast du es dabei nicht!

Du musst dich an dieser Diskussion nicht beteiligen (weil du sie sinnfrei findest) ich aber hätte den letzten Beitrag nicht geschrieben, wenn ich den Eindruck gehabt hätte dass wir alle derselben Meinung wären!
Solange man die Rundgänge damit begründet, dass man sie ja so leise und ohne Störung durchführt und nicht in Frage stellen lässt, ob das nicht vielleicht doch der Fall ist, werde ich was dazu sagen! Klar kann man gegen Dienstanweisungen erst mal nicht verstoßen, aber man kann versuchen im Sinne der Bewohner was zu verändern!
 

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