News Rettet die Pflege - geht auf die Straße in München am 30.11.2011

Hallo amezaliwa,
warum glaubst Du denn, daß die Kammer nicht kommt? ich bin mir da noch nicht so sicher, obwohl mich das im Gegensatz zu Dir eher freuen würde. Immerhin hat es doch 18 - oder 19 000 Unterschriften gegeben.
Für mich wäre es am allerwichtigsten, daß sich die Pflege endlich einmal nicht gegenseitig zerfleischt, sondern sich in einem konstruktiven Sinne mal Gedanken macht, welche Alternativen zu einer Kammer es gäbe. Es muß nämlich kein Relikt wie eine Kammer sein. Schau Dir doch mal die Pilotenvereinigung Cockpit an. Die tun sehr viel für ihre eigenen Leute und sind dementsprechend gut angesehen. Bei uns herrscht leider dieserAlleinvertretungsanspruch durch die Kammerbefürworter vor... Und ein jeder muß unter allen Umständen hineingezwungen werden! Der Witz (oder das Traurige) ist ja dann, daß sie die wesentlichen Problem unserer Berufgsruppe gar nicht lösen könnte!
 
Immerhin hat es doch 18 - oder 19 000 Unterschriften gegeben.
Es gab schon Unterschriftensammlungen von Petitionen mit 100.000+ Unterschriften (gut zu einem anderen Thema/Schwerpunkt) und wurden nie angehört, wieso sollte es auf einmal anders laufen?
 
@squaw

Du missverstehst meine Meinung komplett:gruebel: Zweifel sind jedoch da...
...ich stand als einzige auf dieser Liste (was sagt das wohl aus, na?)
die ein halbes Jahr aushing,
niemand weiteres konnte durch Gespräch überzeugt werden - niemand...

...wenn Dir ein Vertreter des Bayr. Ministerium versichert, dass es keine Mehrheiten gibt, weil...
CSU - zwar jetzt dafür, hat aber keine absolute Mehrheit mehr
SPD - dagegen
FDP - dagegen
Grüne - k.A.
als die CSU noch die Mehrheit hatte wollt man das nicht
.....zu welchem Schluss würdst denn kommen

Vertreter in den Gremien: Ärzte, Vertreter von Ärzteverbänden, Krankenkassen, Vertreter von Krankenhäusern - so isses im Bund

Hätt man 1 Vertreter/ Pflegekammer - ich glaub schon, dass man anders agieren, hantieren, fordern/auftreten könnte
was ein Vertreter der Ärzteschaft sagt - findet ja auch umgehend Gehör
WIR haben NICHT 1 Sprachrohr (dagegen 21 Berufsverbände)
aber ja immerhin den D.Pflegerat,
den Präsidenten, Hr. Westerfellhaus, durft ich diese Woche auch erleben, ein toller Mensch,
der sehr gut erklären und auftreten kann,
hatte von ihm leider noch nie zuvor was gehört - hab aber vieles nachgeholt, noch am gleichen Tag:verwirrt:)

....aber, ich wiederhol mich grad teilweise.

Die Vereinigung Cockpit wurde 1968 von einer Gruppe Piloten um Hans Dieter Gades als Berufsverband gegründet.
Bis zum Jahr 2000 existierte eine Tarifgemeinschaft mit der Deutschen Angestellten Gewerkschaft (DAG)...
Nachdem die DAG in der Gewerkschaft ver.di aufging wurde die Vereinigung Cockpit tarifpolitisch selbständig
und ist seit Beginn des Jahres 2000 auch in gewerkschaftlicher Funktion tätig....
Sie vertritt die Interessen von heute rund 8200 Cockpitbesatzungsmitgliedern aus allen deutschen Airlines.....
Kohle? Hier wird pro Person wesentlich mehr Geld verdient,
wenigstens 60.000€/Jahr, auch bei 110.000€/Jahr ist noch nicht Schluss, lt. Seite der Lufthansa
wenn dort gestreikt wird, dann wird's richtig teuer.
Geht der Flieger nicht hoch - hat das Folgekonsequenzen, rischdisch teuer.
Wird Pat. x in der Klinik 1x nicht gewaschen - wo ist da die Konsequenz?
In Klinik x kannst, wennst streikst, nicht die Patienten rauswerfen, da muss ein Basisversorgung gesichert sein
- das machen dann die Kollegen die nicht gewerkschaftlich organisiert sind
und davon gibt's ja noch mehr als genug,
sprich eine deutliche Mehrheit
 
Ich ehre Deinen Kampf, und das meine ich ernst. Wir sind allerdings LEIDER, wie man auch an diesem Forum sehen kann, ein zersplitterter und zerstrittender bunter Haufen. Daran ändert auch der Pflegerat nichts.
Unser Image ist das Hauptproblem. Dann kommt hinzu, daß es "die Pflege" gar nicht gibt. Die Politik kocht sowieso ihr eigenes Süppchen. Das Ganze hat so unendlich viele Aspekte... WIR HABEN ES NICHT VERSTANDEN; KLARZUMACHEN; WAS WIR FÜR DIE MENSCHEN TUN und vor allem, uns wirkungsvoll und so, daß es viele mittragen können, zu organisieren! und das tun wir auch jetzt noch nicht.
 
Die Funktionäre des DBfK haben die Hoffnung noch nicht augegeben, sich über eine Pflegekammer und Zwangsbeiträge der Pflegekräfte lukrative Posten zu schaffen.
Und unter dem Deckmantel, für bessere Rahmenbedingungen und bessere Bezahlung einzutreten, eine Demo für die Pflegekammer zu kaschieren, die genau dafür nicht geeignet ist, ist auch aller Ehren wert.
Leider organisiert verdi gegen diesen Quatsch keine Gegendemo, sonst wäre ich dabei.
 
Nach Polizeiangaben waren es 1000 Demonstranten!!

Die Euphorie für Pflegekammern scheint dann doch überschaubar zu sein.
 
Sehe ich auch so, thorstein.
ich glaube sogar, daß von Euphorie diesbezüglich überhaupt keine Rede sein kann..
Die Kammer könnte ja weder die Rahmenbedingungen noch die Bezahlung beeinflussen. Aber sie würde uns BEAUFSICHTIGEN! Und das muß eine Schwester ja begeistern!

Nach meiner Meinung ist die Frage nicht "Kammer ja oder nein", sondern "Zusammenschluß der Berufsangehörigen"-ja oder nein und wenn ja, wie????
 
Eine Kammer wäre eine Möglichkeit des Zusammenschlusses. Rechtlich geregelt, weltweit erprobt.... mir fällt keine andere Variante ein, die diese Vorteile mitbringt.
 
die kammer ist nicht die einzige möglichkeit und auf keinen fall die beste! nur für diejenigen, die sich dort festgesetzt hätten...
 
Von den Kritikern der Pflegekammer habe ich aber noch keinen besseren Vorschlag gehört. Ver.di behauptet, sie seien die Alternative - aber eine Gewerkschaft hat ganz andere Aufgaben als eine Kammer - was den Gewerkschaften auch durchaus bewusst ist.
 
Willst du damit sagen, daß die besten aller Vereinigungen Kammern sind? dann frag mal die Verkammerten... Da gibt es noch andere Organsiationsformen.
Wir sagen immer so vehement, wogegen wir eigentlich sind. Aber wofür sind wir eigentlich? Was wollen wir konkret? Wir kämpfe immer gegen die anderen Berufsgruppen im GW, aber können wir uns nicht mal mit einer oder mehreren verbünden? Müssen Pflegeexperten in den Medien Sozialpädagogen sein wie Herr Fussek??
Wir haben doch wohl in unseren eigenen Reihen Fachkompetenz, Ideen und Charisma- oder nicht?
Wenn ich immer diese Kraft sehe, mit der vehement gegeneinander gekämpft, wird, auch z.T. in diesem Forum- gebündelt in einer konstruktiven Art und Weise- da wäre doch einiges sicher möglich!
Anfangen würde ich erst einmal mit einer Ideensammlung. Was wollen wir eigentlich? Und wie kommen wir dahin? Und muß wirklich jeder Einzelne da mittraben? Das gibt es außer in den Kammerberufen sonst doch auch nicht...
Denkbar wäre für mich eine Vereinigung der Pflegenden durchaus. Da könnten ja vielleicht sogar einige Mitglieder des Pflegerates gleich übertreten. Oder der Pflegerat müßte sich so verändern, daß er von der Basis getragen wird, das habe ich bisher leider nicht gesehen. Die kochten bisher ihr ganz eigenes Süppchen ohne Rücksicht auf Verluste.
 
Die Unfähigeit der Pflege, sich zu organisieren ist wohl sattsam bekannt. Einzige bekannte Alternative ist die Verkammerung mit Zwangsmitgliedschaft. So weit, so schlecht.

Mich stört das (berufs-)politische Desinteresse bei den lieben KollegInnen auch gewaltig, aber mein Leidensdruck ist wohl einfach noch nicht gross genug, dass ich mich nach der Zwangskeule sehne.

Viele Dinge liesen und lassen sich auch gut oder besser ohne Pflegekammer regeln.

Eine Fortbildungsverpflichtung über eine Berufsordnung wie in Hamburg. Halte ich bei entsprechenden Rahmenbedingungen durchaus für sinnvoll. Braucht man keine Kammer dafür.

Definiton des Berufsbildes: würde ich lieber der Pflegewissenschaft überlassen. In einem offenen Diskurs, nicht per order mufti durch Funktionäre.(Entschuldigung: mein Vorurteil)

Die Bundesärztekammer hat jetzt den Ärzten die Suizidbegleitung untersagt. Ein mir bekannter Arzt hat darauf so reagiert: Die können mich am A... lecken. Es wird geschätzt, dass etwa ein Drittel der Ärzte eine Suizidbegleitung nicht grundsätzlich ablehnt. Dazu kann man nun stehen, wie an will. Zeigt aber meiner Ansicht nach ein Problem von Kammern auf.
 
Das berufliche Desinteresse von einigen wirst Du nicht ändern können. Es ist illusorisch, alle ins Boot holen zu wollen. Es sei denn, man zwingt sie...
Die, die sich engagieren wollen und es auch schon tun, die müssen sich zusammenfinden und sich auf gemeinsame Ziele und Wege dahin einigen! Damit wäre schon sehr viel erreicht. Und das geht nun mal nicht, wie thorstein schon sagt, mit der Zwangskeule!!!!
Und das darf sich aus meiner Sicht nicht nur auf Berufsaufsicht und Patientenschutz beschränken, sondern müßte viel mehr die Interessen der Berufsangehörigen berücksichtigen!
Und- genau- eine Berufsordnung, die fast alles Wesentliche regelt, wäre auch ohne eine Kammer und jetzt schon machbar.
 
Da gibt es noch andere Organsiationsformen.
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Beispiele bitte. Quellenangaben. Berichte aus den Staaten, in denen Pflegende ohne Verkammerung einen politischen Stellenwert und ein Mitspracherecht haben.

Es wird keine Organisationsform geben, die allen Betroffenen nur Vorteile und keine Nachteile beschert. Dennoch gibt es sicherlich Varianten, bei denen die Vorteile überwiegen. Und wenn ich mir die Länder mit einer "Zwangs"-Verkammerung ansehe, dann bin ich dafür. In einem davon durfte ich selbst schon arbeiten.

Von den Gegnern der Kammer vermisse ich einfach konkrete Vorschläge zur Verbesserung.
Wir sagen immer so vehement, wogegen wir eigentlich sind. Aber wofür sind wir eigentlich? Was wollen wir konkret?
Eben diese Fragen stelle ich mir auch. Aber ich will die Kammer. Was willst Du?
 
Wie Du ja schon aus unzähligen Beiträgen weißt, will ich die Kammer vehement nicht. Ich bin für eine einheitliche Berufsordnung und eine FREIWILLIGE Vereinigung, welcher Art auch immer. Ich will niemanden, der mich zwangsweise noch zusätzlich (zu den sowieso schon vorhandenen Gremien!) reglementiert und beaufsichtigt!
Ich müßte doch mit dem Klammerbeutel gepudert sein, mir sowas selber an den Hals zu wünschen...

Um mal wieder auf den Titel diese Threads zurückzukommen: haben die 18- 19000 (?) Teilnehmer der Demonstration "die Pflege" jetzt gerettet?
 
Ich würde mich auch deutlich FÜR eine Pflegekammer aussprechen.
Wie sonst sollen Pflegende mehr Autonomie erlangen, soll die Qualität des Berufes und der Ausbildung gesteigert und gesichert werden? Wie sonst kann die Pflege professionalisiert werden?

In meinen Augen ist eine Pflegekammer notwendig, um den Interessen unseres Berufszweiges endlich Gewicht zu geben.
 
Nur soviel zum Thema Profession:
Professionalisierung :
Als Profession wird dabei ein akademischer Beruf mit hohem Prestige betrachtet, der vor allem wegen der Herausforderung, die in der Aufgabe liegt, ausgeübt wird. Weitere Merkmale einer Profession sind: ein hoher Grad an beruflicher Organisation (Standesorganisation), persönliche und sachliche Gestaltungs- und Entscheidungsfreiheit in der Tätigkeit sowie eine eigene Berufsethik.
Auch sehr interessant, dieselbe Quelle:
Machttheoretischer Ansatz

In diesem Ansatz wurde den Professionen von der Gesellschaft die Erlaubnis erteilt, in bestimmte Bereiche der Privatsphäre ihrer Mitglieder einzugreifen. Da die Gesellschaft auf die Leistungen der Professionen (Heilen, Recht sprechen,…) angewiesen ist, werden den entsprechenden Berufsgruppen besondere Privilegien zugesprochen. Neben den klientenorientierten Fähigkeiten spielt bei den Professionen der Erhalt der ihnen gewährten Privilegien eine wichtige Rolle. Hierzu üben sie auch eine Kontrolle über ihren jeweiligen Markt aus.[5]

Fazit: wir hier in Deutschland sind weit von einer Profession entfernt!
 
Fazit: wir hier in D sind weit von einer Profession entfernt!
Das mag schon sein, aber nicht zu einer Professionalisierung.
Wenn Zitate, dann bitte das gesamte Zitat und nicht nur Teile.
Aber du hast wenigstens den link reingestellt, das kann man sich dann die ganze Definition durchlesen.

Um mal wieder auf den Titel diese Threads zurückzukommen: haben die 18- 19000 (?) Teilnehmer der Demonstration "die Pflege" jetzt gerettet?
na ja, kein Kommentar.

... und eine FREIWILLIGE Vereinigung, welcher Art auch immer.
Ja ich auch, nur es funktioniert halt nicht.
Das Leben ist so verdammt Konkret!

@claudia
Eben diese Fragen stelle ich mir auch. Aber ich will die Kammer. Was willst Du?

Genau wir können uns Tagelang austauschen was man nicht will und was dies oder jenes für Nachteile hat.
Das bringt und keinen Schritt weiter.
 
Jeder hat sein bestes gegeben in der Argumentation Pro und Kontra.
Ich denke, die Fronten sind geklärt. Und beiden Lager dürfen im Moment hoffen, dass ihre Überzeugung Gehör bei den Politikern findet.

Elisabeth