Ich finde, da müssen wir ein bisschen aufpassen. Im Moment wird allgemein ziemlich gegen Ausländer gehetzt und selbst große Medien üben sich gut darin. Überall werden "böse Geschichten" über Asylbewerber veröffentlicht, teils mit krassen Videos. Gemeinden und Behörden melden Überforderungen, in Medien wird über Gewalt durch Ausländer berichtet. In sozialen Netzwerken wird schnell mal emotional geantwortet, besonders angebliche Vergewaltigungsgeschichten durch Asylbewerber sind nur ein Beispiel. Ich verurteile persönlich jeglichen Rassismus, Ausländerfeindlichkeit geht gar nicht - und ohne die Kollegin in Schutz nehmen zu wollen: aber die Hintergründe und Zusammenhänge sind uns nicht bekannt. Natürlich ist der Inhalt der Aussage harter Tobak und zeigt Dummheit und Ängste auf, aber soziale Netzwerke verleiten schnell mal im Schutz der angeblichen Anonymität zu undurchdachten Äußerungen. Am Ende ist sie eine unaufgeklärte, emotional getriebene Mitläuferin; da wäre ein klärendes Gespräch (und vielleicht mal den Besuch eines Asylbewerberheimes) hilfreicher, als die Kündigung. Denn das bestätigt sie maximal in ihren Ängsten. Wenn jede private "dumme Aussage" sofort arbeitsrechtliche Konsequenzen nach sich zieht, haben wir bald ein Problem mit der freien Meinungsäußerung.
Ben