Pflegeschaum

spasti_29

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22.03.2017
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Hallo,

ich bin neu und habe mal ne doofe Frage:

Bin körperbehindert und benutze seit 1 Jahr Pflegeschaum zur Intimreinigung nach dem "großen Geschäft" Ich finds angenehm, viel besser als mit Feuchttüchern, weil der Schaum den Stuhl, der mir oft am Hintern klebt und den ich sonst schwer wegbekäme, gut löst.

Trotzdem glaub ich, dass ich irgendwas falsch mache, zB. bei der Einwirkzeit. Meist lasse ich etwa 1 Minute einwirken-auf der Flasche steht aber ""kurz" Wie lange lasst ihr dem Schaum Zeit?

Auch wie viel ich nehmen soll, frage ich mich. Wie macht ihr das?

Und nehmt ihr ihn auch direkt nach dem Toilettengang oder nur beim Windelwechsel?

Über ernstgemeinte Antworten freu ich mich.

Euer Spasti :-D
 
Hallo spasti_29,

ich habe gerade mal recherchiert und folgendes gefunden.

Reinigungsschäume enthalten häufig Tenside, die die Haut angreifen können (Tenside setzen die Oberflächenspannung der Haut herab und damit wird eine Entfettung der Oberhaut bewirkt (Bienstein 1997: S. 136)
In dem Expertenstandard Dekubitusprophylaxe wird beschrieben, dass Produkte mit Tensiden vermieden werden sollen.
Wenn dieses Produkt zum Einsatz kommt, dann muss mit klarem Wasser nachgewaschen werden.

Auf der Arbeit (Beatmungs - WG) benutzen wir Einmal - Waschlappen (nur mit warmen Wasser angefeuchtet und einmal kurz ausgewrungen, reinigen, danach wird die Haut trocken getupft) für die Intimpflege.

Feucht - Pflegetücher, Öl - Pflegetücher, Pflegeschäume, flüssig Seifen, usw. haben fettlösliche Stoffe, darum sind oft rückfettende Stoffe zugesetzt.

Es grüßt Dich

pepita - sheep
 
Hey, danke für die Antwort- Also ich vertrag den Pflegeschaum ganz gut, Klar sind Tenside drin, sonst wär ja die Waschwirkung nicht da...
Also ich nehme ihn weiter-und vielelicht gibts ja hier noch jemanden, der was dazu sagen kann :-)
 
Um Deine Haut zu schonen und zu schützen, (Auf Jahre hinaus gesehen. Die nächsten 50 - 70 Jahre) versuche nach der Reinigung mit dem Pflegeschaum, mit Einmal - Waschlappen und Wasser die Haut ganz kurz abzuwaschen und danach trocken zu tupfen.

(Ok, ist natürlich ein Mehraufwand, das sehe ich auch so, es kommt vielleicht Deiner Haut zu gute)
 
hmm....okay....ich werds mal ausprobieren. Oder ich schäume normal ein, und wischs mitm nassen Einmal-Waschlappen weg. Aber wie gesagt, ich habe bisher gute Erfahrungen gemacht :-)
 
Ich sag es mal so. Meine "alte Haut" (grins...), fast 50 Jahre alt, verhält sich anderes, als früher.
Hinzu kommt, das ich Neurodermitis habe, manche Duschgels (Tenside) und verschiedene Härtegrade des Wasser, trocknen sehr meine Haut aus (die Haut fühlt sich an wie Schmirgelpapier, schuppt sich und spannt sich).

Also heißt es für mich, waschen und die Haut nach Bedarf / Zustand eincremen. Ein über Angebot an Creme, bringt auch nichts, es verstopft, dann höchstens die Poren und kann unter Umständen Hautirritationen (Allergien auslösen).

[Auch ohne Creme, werde ich "alt und faltig", hahaha]
 
Ich erinnere mich, dass wir diese Unterhaltung (!) vor ein paar Monaten schon einmal geführt haben.
Hast Du auch schon einmal Rasierschaum in Erwägung gezogen?
Immerhin ist das Gewebe beim Stuhlgang doch auch mechanischen Belastungen ausgesetzt,
die - bei hartem Stuhl - einer Rasur durchaus nahe kommen.
So ein Drogeriemarkt hat ein großes Sortiment. Probiere herum und finde für Dich selber eine geeignete "Aftersolution".
 
Also in meinem Krankenhaus gibt es den Pflegeschaum auch. Es gibt wohl große Unterschiede zwischen den Pflegeschaumen? (Pflegeschaums?). Erstmal sind nur wenige Pflegeschaumspays ohne Tenside. Als nächstes gibt es Pflegeschaumsprays die rückfettend sind und welche die es nicht sind.

Bei unserem Pflegeschaum lassen wir den maximal 10sec einwirken bevor wir ihn mit dem Stuhlgangresten mit Hilfe von einmal Waschlappen oder Moltex-Unterlagen entfernen.
 
Hey,
Ich denke für den Eigengebrauch ist es völlig in Ordnung eine Waschlotion mit Tensiden zu benutzen, sofern man es eben gut verträgt.
Grundsätzlich gibt es keine vorgeschriebene mindest- oder maximaldauer bei der Einwirkzeit.
Je länger der Schaum auf der Haut ist, desto flüssiger wird er eben, das liegt aber in der Natur des Schaumes.

Prinzipiell den Schaum auftragen und mit weichem Toilettenpapier reinigen.
Es gibt auch extra "Seifenaufschäumer" mit denen man auch das Reinigungsmittel seinder Wahl aufschäumen kann.
Da kann man auch mit den Intimreinigungsmitteln der gängigen Drogeriemärkte rumprobieren.
Spart auch Geld.

Im Krankenhaus:
Hier haben Reinigungsschäume nichts verloren!
Die Regenerationsdauer des physiologischen Hautschutzes wird dadurch nur unnötig verlängert.
Hier hat man es meist mit einem anderen Klientel zu tun, häufig ältere und meist auch mehrfach vorerkrankte Patienten die in aller Regel immobil sind.
Wer hinterher dann noch fleissig (vorzugsweise natürlich Zinkpaste) Salben draufschmiert hat so ziemlich alles richtig gemacht was man falsch machen kann.
Und um dem ganzen noch die Krone aufzusetzen: Ich erlebe es immernoch dass dann in die IKS noch eine Flockenwindel eingelegt wird. Damit ist dann der Untergang der Haut vollends besiegelt und eine Tirade an weiteren Salben und Cremes traktiert die Haut dann noch weiter.

Häufig erlebe ich den Einsatz von Reinigungsschäumen eher bei lehmigen Stuhlgängen.
Oft sitzt da dann das Problem an anderer Stelle und sollte mit den therapeutischen Akteuren besprochen werden.
 
Also in meinem Krankenhaus gibt es den Pflegeschaum auch. Es gibt wohl große Unterschiede zwischen den Pflegeschaumen? (Pflegeschaums?).
Zwischen den Pflegeschäumen. :wink1:
Im Krankenhaus:
Hier haben Reinigungsschäume nichts verloren!
Sehe ich nicht so, vorausgesetzt, der Schaum wird hinterher gründlich mit klarem Wasser abgespült (wie weiter oben schon geschrieben) und der Schaum wird nicht "automatisch" benützt, sondern im Bedarfsfall.
Was jetzt Zinksalben und doppeltes Inkontinenzmaterial damit zu tun haben, entzieht sich meinem Verständnis, sollte doch jede Pflegekraft wissen, daß dies No-Gos sind. Hatte aber auch schon erlebt, daß die (pflegenden) Angehörigen einer behinderten Tochter zweiteres seit Jahrzehnten so praktizierten und regelrecht aggressiv und ausfällig gegenüber meiner damaligen SL wurden, als diese aufs fachlich korrekte Arbeiten hinwies.
 
Ich wollte den Inkontinenzpflegekreislauf einfach schließen, deswegen noch die Salben und das Inkontinenzmaterial ;)
Gründe genug hat schon pepita-sheep genannt.
Dazuhin enthalten diese Produkte eine noch eine ganze Menge scheinbarer "Hautpflegemittel" und vorallem auch noch Parfüme.
Am Anfang meiner Karriere fand ich diesen Pflegeschaum auch wunderbar, bis ich eines besseren belehrt wurde.
Tatsächlich klappt es ohne auch sehr gut und wenn man es braucht kann man eine Waschlotion für den Intimbereich hinzuziehen. Da muss man genauso mit klarem Wasser nachwischen und sie sind deutlich Hautverträglicher als Pflegeschäume.
Ich habe schon viele Hautschädigungen erlebt, die auf ebensolche Produkte zurückzuführen waren.
Hat man den Einsatz dieser Mittel dann gelassen, hat sich die Haut wieder regeneriert.
Es ist nicht nur eine mechanische Reizung, die Hautschädigungen auslöst sondern auch die chemische.

Aus meiner Erfahrung heraus kann ich sagen dass diese Pflegeschäume meist auch nur verwendet werden weil sie so schön bequem für die Pflege sind, sie sind handlich und riechen dazu meist noch so toll.

Wenn Patienten damit schon zuhause gearbeitet haben und sie, wie für Spasti_29, angenehm und gut verträglich finden,
sehe ich keinen Grund warum man bei solchen Patienten nicht weiterhin damit arbeiten soll aber ansonsten gibt es für mich keinen rechtfertigbaren Grund warum man sie benötigt und nicht auf andere deutlich verträglichere Hilfsmittel zurückgreifen soll. Ausnahmen bestätigen wie immer auch hier die Regel.

Was jetzt Zinksalben und doppeltes Inkontinenzmaterial damit zu tun haben, entzieht sich meinem Verständnis, sollte doch jede Pflegekraft wissen, daß dies No-Gos sind.

Wenns nur so wäre...

Schönen Mittag,
Tobi^
 
Hallo zusammen,

sorry für die verspätete Antwort, ich hatte ein Paar Dinge zu tun...

@ Elfriede: Ja, die Unterhaltung hatten wir, ich erinnere mich auch. Beim "Rumprobieren" habe ich aber gemerkt, dass ein paar "Profi-Erfahrungen" mehr hilfreich wären. Z.B hab ich zum Einwirken unterschiedliches gehört; von 10 Sekunden bis 2 Minuten...

Also wenn ich im Krankenhaus gepflegt werden müsste würde ich auch fragen, ob es Pflegeschaum gibt. Ich persönlich würde mich damit frischer fühlen :-) Da würde ich auch beobachten,, wie mans dort anwendet.

Übrigens hatte ich neulich Durchfall-alles versch**** Mit dem Schaum hatte ich mich in 10 Minuten sauber...

Gibts noch weitere Erfahrungen?

Grüße, spasti