Das fordern diverse Politiker, seit mindestens dreißig Jahren. Reihum.
Ja, das ist allgemein bekannt.
Nur hätte zumindest ich gemutmaßt, daß sich inzwischen auch unter Politikern rumgesprochen hätte, daß die Devise "Pflegen kann jeder!" nicht nur eine bodenlose Frechheit, sondern auch sachlich kompletter Schwachsinn ist.
Wenn ein Norbert Blüm so einen Bullshit vor ein paar Jahrzehnten rausgehauen hat, kann man ihm ja noch mildernd zugute halten, daß man das damals vielleicht alles noch nicht so allgemein wußte. Da war ja - verglichen zu heute - noch "heile Welt" im Gesundheitssystem.
Wenn aber ein Hr. Laumann im Jahr 2020 (!!) immer noch solchen Bullshit raushaut, dann zeigt er damit nur überdeutlich seine komplette Inkompetenz.
Gegen einen Ausbau der einjährigen Ausbildung hätte ich ganz und gar nichts, und dies widerspräche in meinen Augen auch nicht den Bestrebungen zur Akademisierung - wir benötigen einen Qualifikationsmix, nur Akademiker zu beschäftigen wäre utopisch.
Nur Akademiker verlangt ja auch niemand.
Ein Qualifikationsmix wird wohl über kurz oder lang auf uns zukommen, dies entspräche auch internationalem Standard.
Auch begrüße ich, dass die Umschulung seit diesem Jahr über die gesamte Ausbildungsdauer finanziert wird, und wäre auch sehr für die Finanzierung von Projekten, die ungelernten Pflegehelfern nach einigen Jahren Berufserfahrung ermöglicht, während ihrer Ausbildung weiterhin ihr Pflegehelfergehalt zu beziehen - nicht jeder AG kann sich dies leisten.
Ja, das ist in der Tat ein Schritt in die richtige Richtung.
Tatsächlich nehmen wir zwar noch nicht jeden, der in die Pflege will, aber dennoch werden seit Jahren Schüler akzeptiert, die es früher noch nicht einmal ins Vorstellungsgespräch geschafft hätten. Die Zahl der Bewerber ist zu stark zurückgegangen, um noch wählerisch zu sein.
Nun ja.
Die Ergebnisse kann man inzwischen im täglichen Berufsalltag sehen, wenn man Kollegen erlebt, die teilweise weder vernünftig deutsch lesen oder schreiben können (mir geht´s hier nicht um ein oder zwei Rechtschreibfehler, sondern um komplette Sätze, die keinen Sinn ergeben - die Pflegeberichte dieser Leute sind z. T. unverständlich, oder sie begreifen einfache Arztanordnungen oder Aussagen von Pat. nicht), die einfachste Grundrechenarten nicht begreifen (man sehe sich nur mal an, wie die Leute beim Dreisatz, Prozentrechnung u. ä. "höherer Mathematik"

ins schwimmen geraten), mal ganz zu schweigen von weitgehend fehlender Allgemeinbildung oder irgendeinem Interesse an irgendwas außerhalb des eigenen, kleinen Tellers...
Aber ich weiß, damit haben alle Berufe inzwischen zu kämpfen.
Nur stirbt beim Schreiner oder Metzger nicht gleich jemand, weil der Betreffende zu dämlich war, einfachste Zusammenhänge zu begreifen.
