News Pflegekammer in NRW nur für Pflegefachpersonen - DBfK klärt Missverständnisse zur Mitgliedschaft in Heilberufskammern auf.

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Mit der Pflegekammer in Nordrhein-Westfalen entsteht die größte Heilberufskammer im gesamten Bundesgebiet. Sie ist die souveräne Standesvertretung von Pflegefachpersonen nach erfolgreich abgeschlossener Ausbildung und der Erlaubnis zum Führen der Berufsbezeichnung. Inzwischen erheben Die Linke und Verdi Forderungen, Hilfs- und Assistenzpersonen als Pflichtmitglieder in die Kammer aufzunehmen.

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Eine Pflichtmitgliedschaft von Pflegehilfs- und Pflegeassistenzpersonen in der Pflegekammer Nordrhein-Westfalen ist schon aus rechtlichen Gründen nicht möglich.“

Eben, denn sie gehören ja keinem Heilberuf an.

Ungeachtet dessen setzt sich der DBfK dafür ein, den Berufsstand der Pflegefachpersonen nicht auszuhöhlen und ihren Mangel auf untaugliche Weise zu sanktionieren. Wer hätte in Zeiten des Ärztemangels je die Öffnung von Ärztekammern für Medizinische Fachangestellte gefordert?“

:daumen:
Sehr guter Vergleich!
 
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Wer auch immer da Mitglied werden muss…., es regt sich deutlicher Widerstand in NRW gegen die Kammer und meine Hoffnung ist, dass der Widerstand noch viel größer wird! Und dass es so endet wie in Niedersachsen und Schleswig Holstein, mit einer Vollbefragung und einer deutlichen Niederlage der Kammerbefürworter!

„Eine Pflichtmitgliedschaft von Pflegehilfs- und Pflegeassistenzpersonen in der Pflegekammer Nordrhein-Westfalen ist schon aus rechtlichen Gründen nicht möglich. Ungeachtet dessen setzt sich der DBfK dafür ein, den Berufsstand der Pflegefachpersonen nicht auszuhöhlen und ihren Mangel auf untaugliche Weise zu sanktionieren. Wer hätte in Zeiten des Ärztemangels je die Öffnung von Ärztekammern für Medizinische Fachangestellte gefordert?“

Das ist ein ziemlich idiotischer Vergleich! Arzt und med. Fachangestellte haben so gut wie keine Gemeinsamkeit in ihrer Tätigkeit. Pflegefachkräfte und Pflegehilfskräfte schon!
 
Das ist ein ziemlich idiotischer Vergleich! Arzt und med. Fachangestellte haben so gut wie keine Gemeinsamkeit in ihrer Tätigkeit. Pflegefachkräfte und Pflegehilfskräfte schon!
Natürlich ist der Vergleich etwas provokativ.
Aber er zeigt die grundsätzliche Problematik der Disskussion:

In jeder Diskussion wird die Pflegekammer von der Gegenern als "unnötig" dargestellt. Also muss man sie mit anderen Kammern vergleichen, um einen Nutzen (oder auch keinen) sehen zu können.
Stellt sich also die Frage, warum die:
- Ärztinnen und Ärzte,
- Zahnärztinnen und Zahnärzte,
- Psychologischen Psychotherapeutinnen und Psychologischen Psychotherapeuten,
- Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeutinnen und Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten,
- Apothekerinnen und Apotheker,
- Tierärztinnen und Tierärzte


nicht mit der gleichen Beharrlichkeit die Kammern als "unnötig" bekämpfen.
Denn auch diese Berufsgruppen sind nach den identischen Grundlagen verkammert.
Trotzdem stellt deren Kammern keiner in Frage. Im Gegenteil.

Die in den Pflegekammer vorkommenden Berufsgruppen sind an die anderen verkammerten Berufe angepasst. Eine Einbeziehung der Helfergruppen sind nirgendwo vorgesehen.
Somit passt der Vergleich, den Martin H. zitiert hat. Denn die MfA ist der "Helferberuf" der Ärzte. Nur die Bezeichnung "Arzthelferin" wird nicht mehr genutzt.

P.S.

@ Ludmilla
Ich weiß, dass du gegen die Pflegekammer bist und dass es warscheinlich kein Argument gibt, deine Meinung zu Ändern.
Trotzdem würde ich es gut finden, wenn du bestehende rechtliche Tatsachen akzeptierst und das Hinterfragen in alle Richtungen zulässt, auch wenn sie gegen deine Einstellung stehen.
 
Das hat doch nichts mit Hinterfragen in alle Richtungen zutun und heißt auch nicht, dass ich rechtliche Tatsachen nicht akzeptiere.
Wie du das aus meinem Beitrag herausliest, verstehe ich nicht.

Und trotzdem halte ich den Vergleich für nicht gut!

Mir ist bewusst, dass es rechtlich gewollt ist eine Pflegekammer zu gründen und dass man sich damit auf den vermeintlichen Willen der Pflegekräfte beruft. Dass die repräsentativen Umfragen durch Vollbefragungen gänzlich andere Ergebnisse zeigen können ist anhand Schleswig Holstein und Niedersachsen zu sehen. Und dass dort die Kammern wieder aufgrund dessen rückabgewickelt werden auch!
Und täte man das in NRW, eine Vollbefragung durchführen, dann könnte man das Verschwenden von viel Geld ggfs verhindern.
Dafür setze ich mich ein!

Ich will mich dafür auch nicht an anderen Berufsgruppen orientieren, zumal ich ganz sicher weiß, dass es auch zahlreiche Ärzte gibt die ihre Ärztekammer nicht positiv sehen und dass sie dafür zahlen müssen! Und sie bekämpfen sie deshalb nicht so beharrlich, weil sie wenig Aussicht auf Erfolg haben, da es ihre Kammern schon ne halbe Ewigkeit gibt!
 
Nur mal so, obwohl es eigentlich keine Rolle spielt - aber in Niedersachsen fand keineswegs eine „Vollbefragung“ statt:

Die Befragung der Mitglieder der Pflegekammer Niedersachsen ist abgeschlossen. Rund 19 Prozent der Mitglieder haben sich beteiligt. Davon haben 70,6 Prozent für die Abschaffung der Pflegekammer gestimmt. Das sind rund 13,7 Prozent aller Mitglieder.“


Allerdings ist eine Vollbefragung auch nicht nötig, um valide Aussagen zu erhalten, wenn gewisse Voraussetzungen bei der Auswahl der Stichprobe berücksichtigt werden.

Insofern gibt es an den bisher durchgeführten Befragungen zu Pflegekammern in den Ländern (die fast alle PRO Kammer ausfielen) im Regelfall nichts auszusetzen.

Kürzlich verwies an anderer Stelle hier im Forum jemand (Jillian?) auf „Statistik für Dummies“, das wäre in der Tat für Einzelne im Forum dringend anzuraten, um wenigstens einfachste Grundlagen der Statistik endlich zu erfassen. :mrgreen:
 
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Das hat doch nichts mit Hinterfragen in alle Richtungen zutun und heißt auch nicht, dass ich rechtliche Tatsachen nicht akzeptiere.
Wie du das aus meinem Beitrag herausliest, verstehe ich nicht.

Und trotzdem halte ich den Vergleich für nicht gut!

Mir ist bewusst, dass es rechtlich gewollt ist eine Pflegekammer zu gründen und dass man sich damit auf den vermeintlichen Willen der Pflegekräfte beruft. Dass die repräsentativen Umfragen durch Vollbefragungen gänzlich andere Ergebnisse zeigen können ist anhand Schleswig Holstein und Niedersachsen zu sehen. Und dass dort die Kammern wieder aufgrund dessen rückabgewickelt werden auch!
Und täte man das in NRW, eine Vollbefragung durchführen, dann könnte man das Verschwenden von viel Geld ggfs verhindern.
Dafür setze ich mich ein!

Ich will mich dafür auch nicht an anderen Berufsgruppen orientieren, zumal ich ganz sicher weiß, dass es auch zahlreiche Ärzte gibt die ihre Ärztekammer nicht positiv sehen und dass sie dafür zahlen müssen! Und sie bekämpfen sie deshalb nicht so beharrlich, weil sie wenig Aussicht auf Erfolg haben, da es ihre Kammern schon ne halbe Ewigkeit gibt!
Sorry, habe mich etwas unklar ausgedrückt.

Keine der Umfragen waren (nach meiner Erkenntnis) bisher Vollbefragungen. So etwas ist auch kaum durchführbar, da man ohne eine Kammer überhaupt keine Übersicht über die tatsächliche Zahl der Pflegekräfte hat. Eine Erfassung existiert von staatlicher Seite bisher nicht. Davon ab ist eine Vollbefragung nur theoretisch möglich.
Was mich aber vor allem stört: Eine Gewerkschaft nutzt "Falschaussagen", (siehe Artikel oben, Thema: "Assistensberufe") als Argument gegen die Pflegekammer.
Für mich (persönlich) gehen immer die Alarmglocken an, wenn jemand als Argument gegen etwas überwiegend Falschaussagen und "Halbwahrheiten" nutzt. Eine sachliche Argumentation ist das nicht.

Damit beziehe ich mich ausdrücklich nicht auf deine Aussagen. Ich würde mir nur Wünschen, dass die Gründe der Gruppen, die sich gegen die Kammer aussprechen, mehr hinterfragt werden.

Grundsätzlich kann man für etwas oder gegen etwas sein. Dies ist glücklicherweise bei uns möglich.
Oft weiß man erst nach vielen Jahren, was besser war (oder gewesen wäre)

LG Einer
 
Nur mal so, obwohl es eigentlich keine Rolle spielt - aber in Niedersachsen fand keineswegs eine „Vollbefragung“ statt:

Die Befragung der Mitglieder der Pflegekammer Niedersachsen ist abgeschlossen. Rund 19 Prozent der Mitglieder haben sich beteiligt. Davon haben 70,6 Prozent für die Abschaffung der Pflegekammer gestimmt. Das sind rund 13,7 Prozent aller Mitglieder.“


Allerdings ist eine Vollbefragung auch nicht nötig, um valide Aussagen zu erhalten, wenn gewisse Voraussetzungen bei der Auswahl der Stichprobe berücksichtigt werden.

Insofern gibt es an den bisher durchgeführten Befragungen zu Pflegekammern in den Ländern (die fast alle PRO Kammer ausfielen) im Regelfall nichts auszusetzen.

Kürzlich verwies an anderer Stelle hier im Forum jemand (Jillian?) auf „Statistik für Dummies“, das wäre in der Tat für Einzelne im Forum dringend anzuraten, um wenigstens einfachste Grundlagen der Statistik endlich zu erfassen. :mrgreen:
Jedes Kammermitglied in Niedersachsen hatte die Möglichkeit abzustimmen und nicht wie bei der repräsentativen Umfrage nur einige Auserwählte! Wo waren denn die 70% der Befürworter als es darum ging für den Fortbestand der Kammer zu stimmen. Zumindest die müssen doch informiert gewesen sein, wie wichtig das war!
Und wenn am Sonntag nur 30% zur Bundestagswahl gehen, dann gelten doch die Mehrheitsverhältnisse der tatsächlichen Wahl und nicht die Werte einer repräsentativen Befragung kurz davor!

Ich habe keine Ahnung von Statistik (da hast du recht) behaupte das auch nicht und kann deshalb gar nicht beurteilen wie die Auswahl der 1500 Leute war, die ursprünglich befragt wurden. Und wenn man die Namen und Tätigkeiten dieser Leute nicht kennt, ist die Beurteilung nicht möglich.

Mir fallen nur 2 völlig gegensätzliche Ergebnisse vor die Füße und da ich im realen Leben, außer den paar Befürwortern hier im Forum, noch keinem Befürworter begegnet bin, Kammergegnern aber schon, glaube ich der Vollbefragung!

Aber darum geht es letztlich gar nicht! Es geht darum, dass man sich nicht gehört fühlt, übergangen wird. Und allein deshalb ist die Vollbefragung (bzw. Allen die Möglichkeit zu geben ihre Meinung kundzutun) extrem wichtig!
 
Ich habe keine Ahnung von Statistik (da hast du recht) behaupte das auch nicht und kann deshalb gar nicht beurteilen wie die Auswahl der 1500 Leute war, die ursprünglich befragt wurden. Und wenn man die Namen und Tätigkeiten dieser Leute nicht kennt, ist die Beurteilung nicht möglich.
Da Martin mich korrekt erwähnte in seinem Hinweis (ja das war ich): Namen und Tätigkeiten sind für eine statistische Ergebung völlig irrelevant, da nahezu alle Studien, die weltweit fachübergreifend durchgeführt, werden, anonym und größtenteils randomisiert stattfinden. Solange eine Stichprobe repräsentativ ausgewählt wird (und das ist wichtiger Bestandteil des Studiendesigns, welches im Artikel zur Studie erläutert und diskutiert wird), tun unwichtige Randinformationen wie o.g. nichts zur Sache, und sind auch Vollbefragungen weder vonnöten, noch sinnhaft, weil unwirtschaftlich und überflüssig.
 
Danke @einer und @Jillian ! :daumen:
Damit wäre m. M. n. zu den Kammerbefragungen in Nds. und S-H alles gesagt.
Im Eingangsbeitrag ging‘s ja um die Kammer in NRW, eine völlig andere Geschichte (und hoffentlich ohne dumme Geschichten wie in Nds. - da hatte ja @Romsen2014 damals einiges dazu geschrieben; schade um die vertane Chance für die Pflege, aber eben eine völlig andere Geschichte)!
 
Da Martin mich korrekt erwähnte in seinem Hinweis (ja das war ich): Namen und Tätigkeiten sind für eine statistische Ergebung völlig irrelevant, da nahezu alle Studien, die weltweit fachübergreifend durchgeführt, werden, anonym und größtenteils randomisiert stattfinden. Solange eine Stichprobe repräsentativ ausgewählt wird (und das ist wichtiger Bestandteil des Studiendesigns, welches im Artikel zur Studie erläutert und diskutiert wird), tun unwichtige Randinformationen wie o.g. nichts zur Sache, und sind auch Vollbefragungen weder vonnöten, noch sinnhaft, weil unwirtschaftlich und überflüssig.

Wenn die Stichprobe repräsentativ ausgewählt wird, dann müsste sie doch das Stimmungsbild der ganzen Berufsgruppe abbilden?
Was ich mit Namen und Position meinte ist die Frage, wie wählt man diese Leute aus, wenn sich ja noch niemand registriert hat. Ist das nachprüfbar?
Mir ist einfach die Diskrepanz zwischen den Ergebnissen zu deutlich. Wie erklärt man sich das?
Jilian, ich meine die Frage ernst, kannst du was dazu sagen?

In der Vollbefragung wird natürlich nicht jeder antworten, aber jeder hat die Möglichkeit dazu. So ist das mit einer freien Wahl. Und dann gilt die Mehrheit der Wähler!

Und im Kern ist es in NRW nichts anderes! Die Pflegekräfte wachen in NRW gerade auf, wo das Schreiben mit der Aufforderung zur Registrierung vom Errichtungsausschuss kommt.
Es geht weder um die Fehler von Politik oder der Kammer, wir sind ja noch am Anfang. Es geht im Kern darum, dass viele Pflegekräfte eine Kammer mit ihren Aufgaben nicht als ihre Interessenvertretung sehen. Das war in Schleswig Holstein und Niedersachsen so und wird meiner Meinung nach auch in NRW so sein! Die Fehler von Politik und Kammer in Norddeutschland waren nur das Tüpfelchen auf dem I.
Ich gehe im Moment davon aus, dass die Kammergründung in NRW noch nicht in trockenen Tüchern ist.
 
Wenn die Stichprobe repräsentativ ausgewählt wird, dann müsste sie doch das Stimmungsbild der ganzen Berufsgruppe abbilden?
Sollte sie, ja. Warum zweifelst Du das an?

Derzeit gibt es repräsentative Umfragen, aus denen hervorgeht, welche Partei am Sonntag wieviel Prozent der Stimmen bekommen. Das ist noch nicht die tatsächliche Bundestagswahl, aber in den letzten Legislaturperioden waren die Voraussagen nicht soweit ab von Schuss, eben weil die Stichproben gut ausgewählt wurden.
 
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Sollte sie, ja. Warum zweifelst Du das an?

Derzeit gibt es repräsentative Umfragen, aus denen hervorgeht, welche Partei am Sonntag wieviel Prozent der Stimmen bekommen. Das ist noch nicht die tatsächliche Bundestagswahl, aber in den letzten Legislaturperioden waren die Voraussagen nicht soweit ab von Schuss, eben weil die Stichproben gut ausgewählt wurden.
Mmh, aber im Fall der Pflegekammern in SH und Niedersachsen gab es nicht annähernd ähnliche Ergebnisse der Stichproben und der Vollbefragung. Da scheint die Stichproben Auswahl nicht gut oder repräsentativ gewesen zu sein. Ich zweifel das wegen der stark voneinander abweichenden Ergebnisse an. Oder die erste Umfrage war von der Fragestellung nicht klar genug? Das wäre meine Vermutung…..
 
Sollte sie, ja. Warum zweifelst Du das an?

Derzeit gibt es repräsentative Umfragen, aus denen hervorgeht, welche Partei am Sonntag wieviel Prozent der Stimmen bekommen. Das ist noch nicht die tatsächliche Bundestagswahl, aber in den letzten Legislaturperioden waren die Voraussagen nicht soweit ab von Schuss, eben weil die Stichproben gut ausgewählt wurden.
Da der Vergleich zwischen Befragungen zu Kammern und politischen Wahlen gezogen wurde:

Die CDU hatte bei der letzten BT-Wahl 32%.
Jetzt liegt sie in Umfragen bei 22%.
Die Grünen hingegen würden sich annähernd verdoppeln.

Aber bestimmt ist da was gefälscht oder schlechte Auswahl der Stichproben, anders lässt sich die Diskrepanz nicht erklären... :rolleyes:
 
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Es geht im Kern darum, dass viele Pflegekräfte eine Kammer mit ihren Aufgaben nicht als ihre Interessenvertretung sehen.
Da sprichst du große Worte gelassen aus.
Die Ursachen dafür sind aber vielfältig. Leider wird das "kostet Geld" Argument ohne Hinterfragen und Hintergrundwissen als häufigstes Gegenargument genannt und von den Lobbygruppen, die Nachteile durch eine Pflegekammer haben könnten, ausführlich genutzt.

Beispiele dafür sind :
Gewerkschaften, da sie als Gesprächspartner nur noch für Gehälter und Arbeitszeiten zuständig sind. Diskussionen über Personaluntergrenzen müssen (bei einer Bundespflegekammer) auch mit dieser geführt werden, da eine Kammer die Tätigkeiten, die eine examinierte Pflegekraft in welcher Zeit tun darf, festlegen kann. Alles was gesetzlich nicht festgelegt ist kann eine Kammer empfehlen. Sollte es dann zu einem Zwischenfall kommen ist diese Empfehlung rechtsverbindlich.(Siehe Beispiele der Ärztekammer)
Arbeitgeberverbände, da sie keinen Einfluß mehr auf die Inhalte von Aus-und Weiterbildungen mehr haben. Außerdem kann eine Kammer Tätigkeiten als "nicht delegierbar" festlegen. Somit muss ein AG die Stellen eventuell mit Fachkräften besetzen, die er zur Zeit mit Hilfskräften belegt.
Krankenkassen, weil sie bei Entgeldverhandlungen einen weiteren Partner am Tisch sitzen haben. Zur Zeit sprechen Gewerkschaften und Arbeitgeber "für" die Pflege. Somit ist bei Verhandlungen ums Geld der "Sparfaktor" immer leicht festzulegen.

Allen Gruppen fällt auch ein zweiter wichtiger Faktor weg: MACHT !!! Denn die Pflegekammer ist rechtlich der einzige Ansprechpartner für Regierungen, wenn es um pflegerische Fragen geht. Da es zur Zeit keine Interessensvertretung gibt, werden unsere Interessen von den oben genannten Gruppen "mit vertreten".

Natürlich dauert es, bis die Grundstrukturen stehen und die Pflegekammern sich um "die Highlights" wie beispielsweise "nicht delegierbare Tätigkeiten", und die damit verbundenen Elemente (wie dadurch entstehende Peronaluntergrenzen) kümmern können. Denn rechtlich müssen sie zuerst "ihre Hausaufgaben" machen und z.B. rechtlich verbindliche Aus -und Weiterbildungsverordnungen schaffen. Dazu sind sie rechtlich verpflichtet.

Natürlich können wir auf das alles verzichten. Aber dann darf sich aus unseren Reihen niemand mehr beschweren:
- wenn die Tätigkeiten von Ärzten und Arbeitgebern festgelegt werden.
- wenn Prüfungen von Fachfremden (z.B. Ärzten) festgelegt werden
- wenn Weiterbildungen nur noch dann angeboten und gemacht werden, wenn der AG was davon hat ( ich weiß, hört sich seltsam an. Aber ich kenne noch Zeiten, wo AG dich ausgelacht haben, wenn du eine Weiterbildung machen wolltet. Ging nur in der Freizeit. Es gab ja genug alternative Pflegekräfte, die "auf so einen Blödsinn" verzichtet haben)
- Wenn Pflegekräfte nach 20 Jahren weiter so arbeiten, wie sie es irgenwann einmal gelernt haben. Weil Weiterbildung "nervt"
- wenn wir auch langfristig von Ärzten und Verwaltungen nur "die Reste" bekommen. Denn sie haben mit uns die perfekte Gruppe derjenigen, die in keiner wichtigen Verhandlung mit am Tisch sitzen.

Und JA, bisher hat sich auch in Rheinland-Pfalz noch wenig getan, was man auf den ersten Blick sieht. Dazu sind solche (politischen) Gebilde zu schwer zu durchschauen. Solche Dinge brauchen Zeit.

Ich wünsche mir, dass es genug Pflegende gibt, die etwas weiter sehen. Denn für mich wird es in meinen übrigen etwa 15 Arbeitsjahren wenig greifbare Veränderungen durch eine Kammer geben können. Trotzdem bezahle ich heute schon freiwillig meinen Beitrag. Ich kann natürlich falsch liegen. Aber es nicht einmal mit einer eigenen Kammer zu versuchen würde bedeuten: langfristig weiterhin von anderen sagen lassen, was wir tun und wer wir sind und DEN MUND HALTEN.

Nachdenklich
Einer
 
@einer
Super Beitrag! :daumen:

Gerade im Bereich Fort- und Weiterbildung ist es ja so, daß die überwiegend von Pflegefremden „geregelt“ wird - heißt z. B. im Klinikbereich von der DKG, die dann vorgibt, wer warum und mit welchen Voraussetzungen in diese oder jene WB reinkommt und was die Inhalte der WB sind. Da interessiert im Zweifelsfall halt Pflege oder Erkenntnisse der Pflegewissenschaft nicht, sondern nur die Erfordernisse der Klinik - sprich, zumeist der Ärzte.

Nun könnte man bei vielen der Aufgaben der Pflegekammern auch sagen: Das ist doch Aufgabe des Staates, der könnte das doch vorgeben.
Ja stimmt; und es gibt auch Länder, wo das deutlich besser funktioniert als bei uns und die ohne Pflegekammern auskommen (Österreich und Schweiz).
Aber man hat ja in den letzten Jahrzehnten gesehen, wie toll die Regelung bei uns funktioniert:
Gar nicht.
 
@einer
Super Beitrag! :daumen:

Gerade im Bereich Fort- und Weiterbildung ist es ja so, daß die überwiegend von Pflegefremden „geregelt“ wird - heißt z. B. im Klinikbereich von der DKG, die dann vorgibt, wer warum und mit welchen Voraussetzungen in diese oder jene WB reinkommt und was die Inhalte der WB sind. Da interessiert im Zweifelsfall halt Pflege oder Erkenntnisse der Pflegewissenschaft nicht, sondern nur die Erfordernisse der Klinik - sprich, zumeist der Ärzte.

Nun könnte man bei vielen der Aufgaben der Pflegekammern auch sagen: Das ist doch Aufgabe des Staates, der könnte das doch vorgeben.
Ja stimmt; und es gibt auch Länder, wo das deutlich besser funktioniert als bei uns und die ohne Pflegekammern auskommen (Österreich und Schweiz).
Aber man hat ja in den letzten Jahrzehnten gesehen, wie toll die Regelung bei uns funktioniert:
Gar nicht.
Genau, die Aufgaben der Pflegekammer sind Aufgaben des Staates und da ist die alleinige Finanzierung durch die Berufsgruppe für mich und viele andere nicht nachvollziehbar. Bitte jetzt nicht wieder das Unabhängigkeitsargument, das kenne ich. Wenn der Staat, das Land, ihre Aufgaben an die Pflegenden deligiert, dann muss er sich aus den Entscheidungen auch raushalten.
Zur Fort- und Weiterbildung! Ich bin dafür dass sich Pflegekräfte sich regelmäßig fortbilden. Aber bitte mit der verbindlichen Regelung, wer dafür zeitlich und finanziell die Ressourcen freimacht. Wenn das die Pflegekräfte neben dem Beitrag auch noch leisten sollen, dann wird es sicher noch mehr Widerstand geben.

Da der Vergleich zwischen Befragungen zu Kammern und politischen Wahlen gezogen wurde:

Die CDU hatte bei der letzten BT-Wahl 32%.
Jetzt liegt sie in Umfragen bei 22%.
Die Grünen hingegen würden sich annähernd verdoppeln.

Aber bestimmt ist da was gefälscht oder schlechte Auswahl der Stichproben, anders lässt sich die Diskrepanz nicht erklären... :rolleyes:
Ich habe nicht gesagt, dass die repräsentative Umfrage gefälscht ist und es wäre nett wenn durch deine suggestiven Beiträge nicht den Eindruck erweckt würde, als wenn es so wäre!
Sollte sie, ja. Warum zweifelst Du das an?

Derzeit gibt es repräsentative Umfragen, aus denen hervorgeht, welche Partei am Sonntag wieviel Prozent der Stimmen bekommen. Das ist noch nicht die tatsächliche Bundestagswahl, aber in den letzten Legislaturperioden waren die Voraussagen nicht soweit ab von Schuss, eben weil die Stichproben gut ausgewählt wurden.
@Claudia wenn du Martins Beitrag gut findest, wo die heutigen Umfragen mit der Wahl von vor 4 Jahren verglichen werden und du selbst aber schreibst, dass Umfragewerte nicht weit von der tatsächlichen Wahl abweichen, dann würde mich wirklich ernsthaft interessieren warum es bei der Pflegekammer solche Abweichungen gibt?
Diese Frage hat noch keiner von euch beantwortet….
 
Doch, habe ich, und Claudia hat mich auch verstanden! :-)
Kleiner Tip:
Die Befragung, ob die Pflegekammer Nds. gegründet werden sollte oder nicht war 2012/13:


Die unrühmliche(n) Umfrage(n) (gab ja m. W. drei Anläufe :rolleyes: ), ob sie abgeschafft werden soll, war 2020.


;) ;);)
 
Wenn die Stichprobe repräsentativ ausgewählt wird, dann müsste sie doch das Stimmungsbild der ganzen Berufsgruppe abbilden?
Was ich mit Namen und Position meinte ist die Frage, wie wählt man diese Leute aus, wenn sich ja noch niemand registriert hat. Ist das nachprüfbar?
Mir ist einfach die Diskrepanz zwischen den Ergebnissen zu deutlich. Wie erklärt man sich das?
Jilian, ich meine die Frage ernst, kannst du was dazu sagen?
Die Auswahl einer heterogenen Stichprobe und deren Rekrutierung ist tatsächlich oftmals der Fallstrick, an dem vorgeblich repräsentative Umfragen kranken. Das ist gar nicht mal so leicht, so auszuwählen, dass nicht von vornherein ein Bias entsteht. Seriöse Meinungsforscher und Institute berücksichtigen diese Schwierigkeit. Ich nehme z.B. regelmäßig an den Umfragen von forsa teil und fliege häufig aus der Umfrage, weil für meine Fallgruppe schon genügend Beantworter gefunden wurden.
Wie sich die Stichprobe bei der o.g. Befragung zur Kammer zusammensetzte, wie sie ausgewählt und rekrutiert wurde, darüber kann ich nichts sagen. Solche Fragen sollten diejenigen beantworten können, die die Umfrage durchgeführt haben.
 
Gut zwischen den Befragungen liegen 7-8 Jahre. Aber die Kammerbefürworter wussten doch um die Wichtigkeit der „Vollbefragung“! Und wenn man dann nicht dafür abstimmt legt das für mich nahe, dass es doch nicht als so wichtig erachtet wurde oder die Leute ihre Meinung geändert haben! Beides ist ihr gutes Recht!
Oder sie wussten bei der repräsentativen Umfrage nicht worum es geht?