News Pflegegesetzgebung: Referentenentwurf steht, Selbstverwaltung ringt mit Personaluntergrenzen

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Der Referentenentwurf für das Pflegepersonal-Stärkungsgesetz steht. Auf Kranken- und Pflegekassen kommen erhebliche Mehrkosten zu. Aktuell setzt der Selbstverwaltung ein Gesetz der Vorgängerregierung zu. Stichwort: Personaluntergrenzen.

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"Erstmals sollen in Deutschland auf empirischer Datengrundlage Pflegepersonaluntergrenzen festgelegt werden, wenn auch möglicherweise am Anfang nicht für alle sechs geplanten Bereiche", erläutert Wulf-Dietrich Leber, Abteilungsleiter Krankenhäuser im GKV-Spitzenverband laut Mitteilung des Verbandes."
Das darf doch jetzt alles nicht wahr sein...!!! :x Jetzt versuchen die sich auch noch aus den sog. "pflegesensitiven Bereichen" rauszumogeln!

"Pflege ist eine empirische Wüste", beklagte Leber bei der Pressekonferenz. Daher werde die Frist, die Untergrenzen zum 30. Juni festzusetzen, gerissen. Zum 1. Januar 2019 sollen die Untergrenzen eigentlich in Kraft treten. Das Bundesgesundheitsministeriums wolle eine Ersatzvornahme allerdings vermeiden, so Leber weiter. Es werde dann möglicherweise ein "stark moderiertes Ergebnis" geben."
Wie bitte was?? :roll: Dem ist mitnichten so, es gibt - international - mehr als genug Studien diesbezüglich! Aber naja, um keine blöde Ausrede verlegen, um mal wieder bereits beschlossene Vorgaben irgendwie unterlaufen zu können.
Mein Gott, wann macht die Regierung diesem Trauerspiel endlich ein Ende??
 
Zuletzt bearbeitet:
International ist nicht Deutschland. Daran hinkt auch die Ausbildung und Anerkennung akademisch ausgebildeten Pflegekräften. Es gibt nur Empirische Forschungen aus dem angloamerikanschen Raum. Ob dies nun daran liegt, dass Deutschland in der hinsicht hinterherhinkt wird da nicht thematisiert.

Pflege ist keine Empirie Wüste. Aber Pflege in Deutschland ist eine, aus politischer Sicht, Kompetenz Wüste. Sensible Themen werden in Eilverfahren beschlossen, eigentlich schon beschlossene Reformen zu lasten der Pflege (zum schlechten) verändert. Wirkliche Experten werden nicht wahr-oder ernstgenommen.

Man möge fast meinen, dass man systematisch versucht diesen Beruf so zu diskreditieren, dass eine Qualifikationssenkung unausweichlich scheint. Man möge fast meinen, dass bewusst versucht wird diesen Beruf so unattraktiv zu machen, dass ihn keiner mehr erlernen will und das die teuren Kräfte, die jetzt noch dort sind, ihn zso schnell wie möglich verlassen um sagen zu können:"Wir haben keine andere Wahl als das Qualifikationsniveau so weit zu senken, dass es ausreicht 2 Sätze sprechen zu können, ein gutes Herz und eine ruhige Hand hat."
 
International ist nicht Deutschland. Daran hinkt auch die Ausbildung und Anerkennung akademisch ausgebildeten Pflegekräften. Es gibt nur Empirische Forschungen aus dem angloamerikanschen Raum.
Also "international" hätte ich jetzt in Anlehnung an die Dudendefinition als "mehrere Staaten betreffend, überstaatlich, weltweit" betrachtet; und da wäre Deutschland doch mit eingeschlossen, oder?

Und empirische Forschung gibt´s auch durchaus anderswo, z. B.:
"Zur Messung des Pflegebedarfs wird in Belgien seit 1988 ein landesweit
einheitlich vorgegebenes Nursing Minimum Data Set eingesetzt.
Damit ist Belgien der einzige, im Rahmen der vorliegenden Studie vorgestellte
Staat, der ein bestimmtes Verfahren zur Messung des Pflegeund
Personalbedarfs für alle Krankenhäuser als verbindlich anzuwenden
vorgibt."

Quelle: https://www.boeckler.de/pdf/p_fofoe_WP_027_2017.pdf S. 93

Oder nochmal das Beispiel Belgien:
http://www.gqmg.de/Dokumente/Jahrestagung_2017/Folien/20_W6P1_MH.pdf S. 3

Weitere europäische Länder:
" Wie das Ärzteblatt berichtet, hat das internationale Forscherteam die Daten von mehr als 420.000 Patienten ab einem Alter von 50 Jahren untersucht, die sich in neun europäischen Ländern schweren chirurgischen Eingriffen unterzogen haben. Die Arbeitsbelastung der Krankenschwestern wurde mit der sogenannten Patient/nurse-Ratio abgebildet: dem Zahlenverhältnis, um wieviele Patienten sich eine Fachkraft gleichzeitig kümmern muss."
Quelle: Gefährdet Stellenabbau in Krankenhäusern das Patientenwohl? - Aktuelles - Versicherungsbote.de

Siehe auch https://www.mig.tu-berlin.de/fileadmin/a38331600/2015.lectures/Hamburg_2015.01.21.rb_RN4Cast-web.pdf

Auch aus Deutschland gibt es, wenn bisher auch wenig, Forschung diesbezüglich:
https://www.bibliomed-pflege.de/zei.../29527-personalschluessel-und-infektionsrate/

https://www.dip.de/fileadmin/data/pdf/projekte/Isfort_Denn_sie_wissen__was_sie_tun.pdf


Ansonsten stimme ich Deinen Aussagen im Wesentlichen zu.
 
Hr. Spahns Pläne klingen zu schön um war zu sein was macht er wenn bei der nächsten Tarifverhandlung die P-Tabelle um 30% angehoben wird weil auch die Arbeitgeber nichts dagegen haben weil ja alles von den Kassen refinanziert wird?
Other peoples money ist immer schnell ausgegeben.
Und die Altenpflege bekommt außer den 13.000 und halbherzige Bemühungen Tarifverträge allgemeinverbindlich zu erklären gar nichts in Richtung Lohnerhöhung dann wir der Saugeffekt durch die Generalistik wohl noch größer.

Vielleicht spekuliert er auch darauf das die CSU die Regierung stürzt und er seine Versprechen nie einhalten muss^^