News Personaluntergrenzen: Harte Attacken gegen die DKG

Zitat:
"Neue Untergrenzen
  • Herzchirurgie Tag: Je Fachkraft 7 Patienten; Nacht: 15 Patienten
  • Neurologie Tag: 1:10; Nacht: 20 Stroke Unit Tag: 1:3; Nacht: 5
  • Neurol. Frührehabilitation Tag: 1:5; Nacht: 12"
Tja... obwohl ich z. Z. auf Hr. Spahn aus nachvollziehbaren Gründen gar nicht gut zu sprechen bin, auf jeden Fall ein Schritt in die richtige Richtung! :up: Warum werden nicht einfach für ALLE Bereiche, in denen Pflegekräfte tätig sind, Untergrenzen eingeführt? Das wäre folgerichtig und längst überfällig!
Und ich würde nicht nach "Tag 1" oder "Tag XY" unterscheiden, in der normalen Akutneurologie z. B. ist das Quatsch.

"Einen Rauswurf der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG) aus allen Gremien der Gemeinsamen Selbstverwaltung schließt der CDU-Gesundheitspolitiker Alexander Krauß nicht mehr aus.
Er reagierte damit auf den wiederholten Ausstieg der DKG aus den Verhandlungen über Pflegepersonaluntergrenzen (PpUG) in den Krankenhäusern."


Nachvollziehbar.
 
Das ist - letztendlich auch vom BMG initiiert - bereits in Arbeit:
Link: Eckpunkte für die Entwicklung eines Instrumentes zur verbindlichen Bemessung des notwendigen Pflegepersonalbedarfs und der Pflegepersonalausstattung

Bis 31.12.2019 sollen die Beteiligten (DKG, DPR, Verdi) einen Vorschlag für eine allgemeingültige (deutschlandweite) Personalbemessung vorlegen, zunächst nur für die Normalpflegebereiche. Dazu wird derzeit die bekannte PPR aktualisiert und angepasst, um künftig für diese Bereiche als Personalbemessungsinstrument wissenschaftlich begleitet und validiert zu werden. In der Folge soll das, laut Eckpunktepapier, auch für die Intensivbereiche und Funktionsbereiche verbindlich entwickelt werden.

Dieser Prozeß wird sicherlich viel Zeit brauchen. Schon der kurze Zeitraum bis zum Jahresende ist ambitioniert, danach muss das Ganze vom BMG in Gesetzesform gegossen und durchs Parlament geschleust werden. Dann folgt die wissenschaftliche Begleitung zur Evaluation der Maßnahme, dabei wird das Instrument kontinuierlich weiterentwickelt und angepasst.
Realistische Zeiträume, bis das alles greift, sind kaum zu schätzen. Es vergehen wohl mehrere Jahre...
Aber am Ende sollte dann für alle Bereiche im Krankenhaus ein Personalbemessungsinstrument existieren, das verbindlich die Personalzahlen vorgibt, und zwar nicht als Untergrenze, sondern als am tatsächlichen Bedarf ausgerichtetes Instrument, also genau das, was wir uns alle wünschen würden...

Schöne Zukunftsaussicht, Fallstricke nicht ausgeschlossen...

Gruß spflegerle
 
Wenn ich dagegen so etwas lese: Niedersachsen: Konzertiere Aktion Pflege gestartet
Da sitzen mal wieder nur Arbeitgebervertreter am Tisch ( "AOK, AWO, vdek, BKK Landesverband Mitte, DRK, Diakonie, Paritätischer Wohlfahrtsverband, Caritas, Jüdischer Wohlfahrtsverband und der Verband der privaten Anbieter (bpa) sowie die kommunalen Spitzenverbände." ) und wollen über die Pflege entscheiden. Was für ein Irrsinn...

Da hoffe ich doch eher auf die obige Aktion mit dem Personalbemessungsinstrument. Und wer das (durchaus berechtigt) auch kritisch sieht: über Verdi kann sich jeder aktiv an diesem Prozeß beteiligen. Dazu braucht es natürlich etwas eigenes Engagement...

Gruß spflegerle
 
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