OP-Koordinatorin/Koordinator

Registriert
17.11.2012
Beiträge
6
Beruf
OP-Schwester mit FW
Akt. Einsatzbereich
Zentral-OP
Funktion
Praxisanleiterin, MPG-Beauftragte
Hallo zusammen,
seit einiger Zeit haben wir eine OP-Koordinatorin, die laut OP-Statut allen MA gegenüber fachlich weisungsbefugt ist - nun soll Sie es auch disziplinarisch werden...
Da Sie gelegentlich sehr "uncharmant" sein kann, machen wir uns deswegen schon ein paar Sorgen.
Was meint Ihr? Sind diese begründet ?
Grüße von der Küste
Horatia
 
Kristallkugel verlegt und Orakel im Urlaub......was sollen wir hierzu ohne die Gegebenheiten genau zu wissen sagen???
 
Hallo Horatia Hornblower
Also ist die Koordinatorin faktisch Eure Vorgesetzte, sprich die OP-Leitung?
Was ist denn mit
weisungsbefugt gemeint?
Mögliche Folgen, wenn Ihr Euch nicht an die fachliche Weisung haltet, oder auch in anderen Bereichen ( z.B. dauerndes zu spät kommen)?


Ist sie selbst OP Schwester, oder handelt es sich um eine Ärztin? Ist reine Neugierde meinerseits...allerdings mit einem Hintergedanken, denn die Ks an sich ist ja nicht den Ärzten nachgestellt. Disziplinarische Rügen werden doch üblicherweise, wenn nötig, von der Leitung bzw. der PDL „ausgeteilt“.
VG lusche
 
Hallo lusche,
die Konstellation ist schon seltsam - die OPK ist als Stabsstelle direkt der Geschäftsführung unterstellt, also der OP-Leitung und der Anaesthesieleitung weisungsbefugt (den Ärzten auch organisatorisch) - und soll jetzt anstattt der PDL und der Personalleiterin auch "diziplinarisch" weisungsbefugt werden, also
auch Urlaubsplan genehmigen, abmahnen und entlassen können...ist soviel Machtfülle nicht beägstigend - schießt dass bei dem Berufsbild "OP-Koordination" nicht weit übers Ziel hinaus ???
Horatia
 
Hallo matras, entschuldige, dass ich nicht gleich die vollständige Gesamtsituation geschildert habe - sie ist allerdings auch verwirrend genug...bitte schau sie dir doch in der Antwort auf "lusche" s Statement an...danke dir.
Bin gespannt auf deine Meinung.
Horatia
 
Hallo Horatia,
vermutlich werdet Ihr gegen die Entscheidung der Koordinatorin so viel Macht zu geben nichts machen können.
Sie war scheinbar zur rechten Zeit am rechten Ort und kennt die richtigen Leute bei den Entscheidungsträgern.

In einem OP, in dem ich mal tätig war, gab es auch so eine Koordinatorin, die ihre Einflussbereiche stetig ausgebaut hat und so ihre Daseinsberechtigung untermauerte. Sie war zusammen mit einem Chefarzt für (doch die ganzen) 3 Sääle zuständig...mir hat sich eigentlich nie erschlossen, wie man 8 Std lang zu zweit 3 Sääle koordinieren kann. Irgendwann bemerkte scheinbar auch sie selbst, dass Aufgabe und Arbeitszeit ein Missverhältnis aufweisen, zumal sie im Saal nie anzutreffen war und so begann die Dame systematisch ihre Kompetenzen zu erweitern.

Im Organigramm war es wie bei Euch.
Mir war es auch zu viel Macht in einer Hand, aber so lange keine nachweisbaren Fehlentscheidungen getroffen werden, bleibt sie da, wo sie ist. (meine Erfahrung mit einer von oben protegierten, nicht transparent arbeitenden Koordinatorin).
VG lusche
 
Bei uns war vor 2 Jahren auch ein Koordinator neben der OP-Leitung tätig. Diese beiden sollten sich gegenseitig vertreten, was gründlich in die Hose ging, weil der eine vom Aufgabengebiet der anderen keine Ahnung hatte.

Unser Koordinator hat nie eine Bindung zum Team gefunden, weil er als Neuling mit Aufgaben, die nicht klar geregelt waren, zu uns kam und einen eingespielten Tagesablauf ad hock ändern wollte. Da waren Konflikte an der Tagesordnung und wenn es Probleme gab, war er nicht auffindbar. Er war uns weisungsbefugt, hatte aber keine Ahnung von nix, da er im Laufe seiner Berufsjahre nie im OP-Saal, sondern immer nur auf Leitungsebene tätig war. Der Berufslebenslauf war sehr beeindruckend, aber was im echten Leben dabei raus kam, war weit von der Realität entfernt. Dieser Koordinator war 1,5 Jahre bei uns und musste dann gehen. Es hat einfach nicht gepasst.

Inzwischen ist die OP-Koordination in Händen des OP-Managements und der Anästhesiechefärzte. Es gibt keine OP-Leitung mehr, sondern ein OP-Management, welches aber auch gleichzeitig dem OP vorsteht, diesen leitet und u.a. den Tagesablauf plant und koordiniert. Unser OP ist nicht mehr der PDL, sondern direkt der Direktion unterstellt, und für die disziplinarischen Maßnahmen ist immer noch der Personalchef zuständig. Allerdings handelt er nur auf Anraten des OP-Managements.

Leider gibt es immer wieder Menschen, die solche Positionen ausnutzen und ihre Macht ausspielen. Meistens bei Mitarbeitern, die nie mit dem Team zusammengearbeitet haben und die Strukturen nicht kennen. Da bleiben Konflikte nicht aus. Darum darf man keine Angriffsfläche bieten, sondern sollte auf dem fachlichen Bereich sachlich bleiben.
Wenn Positionen ausgenutzt werden, besteht doch immer noch die Möglichkeit sich beim BR Hilfe zu holen. Auch ein OP-Koordinator darf sich über Gesetze und Rechte hinwegsetzen!

LG opjutti
 
Der OP-Koordinator(in) hat doch eine definierte Aufgabe. Deswegen auch strategisch in der Stabsführung der Geschäftsführung unterstellt. Das einzelne Koordinatoren vielleicht suboptimal sozialisiert und nicht ausreichend qualifiziert sind ist primär nicht relevant... diese Personen findet man ja auch in seinen eigenen Reihen wieder, oder nicht?!
Traurig ist doch schlicht die Situation: aus welchen Gründen OP-Koordinatoren in den letzten Jahren implementiert wurden sind!!!
 
Erzähl doch mal!
 
nun ja...

es gab ja auch eine Zeit "ohne Handys", s.h... VOR und OHNE den Koordinatoren ging es ja auch ! Was hat sich also geändert ???
- mangelnde Kommunikation unterschiedlicher Fachabteilungen untereinander ?
- einzelne Akteure überfordert? (PDL, CA, LtgPersonen...)
- mehr OPs bzw. höhere Arbeitsbelastung bei gleichbleibender Personalstärke?
- Verschiebung der Moral bzw. Werte
Ich denke (neutral): OP Koordinatoren sind aus einer Kommunikativer-Diskrepanz entstanden. Sie sollen optimieren, das Personal effizienter Einsetzen (Ärzte + PP), OP Abläufe strukturieren... etc.
Was mich persönlich ärgert ist die Tatsache: das diese Stellen generiert und hochvergütet werden... und auf der anderenseite die Wertschätzung(monetär) gegenüber des Personals fehlt.
 
Mal ne blöde Frage... weil ich im Thema Organigramm aktuell nicht drin bin..
Stabstelle und disziplinarisch untergeordnete Mitarbeiter... ist das kein Widerspruch?