o.B.?

Sanne87

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02.03.2009
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Nürnberg
Beruf
Gesundheits- und Krankenpflegerin
Akt. Einsatzbereich
Onkologie
Unter Vollkräften beliebt, laut Schule verboten ;) Der Ausdruck "o.B."
( = ohne Befund).
Hab mich beim Pflegebericht schreiben schon ein paar mal dabei ertappt, dass ich ihn auch verwende. Zum Beispiel, wenn man Verbände kontrolliert hat, dokumentiert man schnell mal "Verband o.B.", soweit alles in Ordnung ist. Habt ihr vielleicht ein paar Ideen, wie man das elegant umgehen kann ?? merci
 
Je nachdem, was o.B. ist (was für mich die Abkürzung für "ohne Besonderheiten" war), hat die deutsche Sprache da recht viele Möglichkeiten:

Vitalzeichen sind "im Normbereich"
Einstichstellen sind "reizlos" oder "unauffällig"
Haut oder Schleimhaut ist "intakt"
Trinkmengen sind "ausreichend"...
 
Ich schreib immer o.k. :mrgreen:
 
Ich benutze oft oB und finde das auch gut so ^^

Von einem Verbot hab ich nie was gehört :)
 
Zum Beispiel, wenn man Verbände kontrolliert hat, dokumentiert man schnell mal "Verband o.B.", soweit alles in Ordnung ist.
Mal ganz davon abgesehen, dass die Aussage, dass der Verband ohne Befund ist nichts aussagt will man doch sicher schreiben wie die Wunde aussieht?
Wie wäre es mit Naht und Umgebung ohne Entzündungszeichen oder primäre Wundheilung?
Ich frage mich immer was das Ziel der Maßnahme ist, die ich durchführe und dokumentiere dementsprechend.
Beispiel: Eine Hautinspektion mache ich um zu sehen ob die Haut intakt ist.
Trink-/Essmenge beobachte ich um zu sehen ob es ausreichend ist, alternativ notiere ich was jeweils getrungen/gegessen wurde.
 
Ich verwende auch oft o.B., wieso nicht?
Meistens schreibe ich o.B. bei Vitalzeichen, Verband, usw. Bei Wunden schreibe ich: unverändert zum letzten VW oder eben was besser, schlechter geworden ist.
Aber wieso soll man nicht o.B. schreiben? Kommt doch wieder auf das gleiche raus.

Grúß,
Lin
 
Alles was man feststellt ist Beobachtung, deshalb ist oB falsch.

Anders bei opB. Ohne pathologischen Befund ^^
 
Steht auch so im Psychrembel:

o.B. = ohne (pathologischen) Befund

Es bedeutet ja, dass eine Untersuchung oder Prüfung einer Sache ohne (pathologischen) Befund war.

Gruß,
Lin
 
Vielleicht zur Erklärung warum man die Abkürzungen nicht verwenden soll: Auch wir haben von der Schule untersagt bekommen Abkürzungen zu benutzen. Schlicht und einfach, weil durch Unsicherheiten und/oder Nicht- bzw. Halbwissen Verwechslungen auftreten könnten. Wir dürfen auch nicht: der Pat. schreiben, sondern sollen den Nachnamen voll ausschreiben. Also nicht: Pat. gibt Schmerzen an, sondern Frau xxx-yyy gibt Schmerzen an. Reine Gewohnheitssache.
 
Ich finde es immer wieder schön an welchem Kleinkram sich Pflege(ausbildung) hochziehen kann.

Vielleicht sollte man dem Azubi vermitteln, dass es nicht um die Schreibleistung geht: viele Worte = guter Pflegebericht.

Wenn nichts ist, dann ist nichts zu dokumentieren. o.B. ist eine unnötige Dokumentation, weil: nichtssagend und zeitraubend (wenn ich dafür 10 Akten aufschlagen und o.B. schreiben muss).

Abschließend: es gibt kein Verbot das Wort o.B. zu schreiben. Haut ohne irgendwelche Anzeichen von patholog. Veränderungen ist nun mal o.B. - ohne Befund. Den Kasus kann ich ev. in der Anamnese haben... aber nicht im Pflegebericht in dem ich ja "berichte" wie die Pflegemaßnahmen wirken. *g*
 
Täusch dich da nicht Elisabeth.

Wir haben sogar eine Anweisung von oben, jeden Tag die Schmerzen bei Mobi, den Hautzustand, den Zustandes des Verbandes, usw. zu dokumentieren. Auch wenn nichts ist. Über den Sinn/Unsinn brauchen wir nicht diskutieren :-?. Bevor ich dann elendlang die Seiten mit: Verband ist trocken, keine Rötung, keine Schwellung sichtbar, was weiß ich dokumentiere, schreibe ich o.B.

Gruß,
Lin
 
Tja, manche Kollegen an den grünen Tischen fehlt ebend so ein bischen Verständnis für die Realität am Bett. Kann man nicht ändern... es sei denn man überlegt sich was, um sie mit ihren eigenen Waffen zu schlagen. *g*

Elisabeth
 
Hausinterne Verbote kann es sehr wohl geben.

Bei uns im Haus existiert eine Liste der "erlaubten" Abkürzungen. Da die aber aus den Vorschlägen der Pflegekräfte erstellt wurden, bin ich mir ziemlich sicher, dass "o.B." dazu gehört.

Ich benutze es inzwischen so gut wie nicht mehr, weil ich den Ausdruck für sehr wenig aussagekräftig halte. "VZ o. B." im Pflegebericht ist überflüssig. Wenn ich Vitalzeichen kontrolliere, schreibe ich die in die Kurve. Ob die Werte dann o. B. sind oder nicht, kann ja wohl jeder selbst herausfinden.
 
Also ich bin der Meinung,daß Vitalzeichen,Schmerzen,VWs und sonstige Tätigkeiten ja nun schon ausreichend auf den dafür vorgesehenen Blättern dokumentiert werden und in den Pflegebericht eigentlich nur besondere Vorkommnisse gehören. Wie ich den Pflegebericht schreibe,laß ich mir nicht vorschreiben,wäre ja noch schöner !
 
Also, mir wurde es in der Krankenpflegeschule damals verboten o.B. (ohne Befund) zu verwenden! Wir sollten immer den Ist- Zustand beschreiben... Haut ist intakt, keine Rötung zu sehen,... ich schreibe aber auch schon mal ok! Ok- Schreiben war auch immer erlaubt!
 
"Ok" sagt leider halt auch nicht mehr aus als "o.B.". Ich kenne o.B. allerdings auch unter den zwei Bedeutungen "ohne Befund" oder eben auch "ohne Besondherheiten".
Hautzustand, Bewusstsein und solche Dinge beschreibe ich eigtl immer, nur bei Sachen wie "Urin ist o.B." oder sowas in der Art soll sich mal nieman aufregen ;)
Wir machen in vielen Bereichen nur Haken in die Kurve, und da steht sogar o.B. als Vordruck zum Ankreuzen ;)
 
Wie wäre es mit: Keine Veränderungen im Wundzustand/Keine Veränderungen zum Vortag.

Ich habe das Problem oft im Pflegebericht bei Patienten, denen es wirklich gut geht und bei denen nichts ist. Ich komme mir dann immer blöd vor, jeden Tag zu schreiben: Keine Besonderheiten, keine Auffälligkeiten oder alles okay, aber was will man machen :lamer:
 
Hallo

Wir machen in vielen Bereichen nur Haken in die Kurve, und da steht sogar o.B. als Vordruck zum Ankreuzen ;)

Unser PDMS gibt o. B. auch als Beschreibung vor. Je nach Wunde, Zugang oder Ableitungssystem gibts natürlich unterschiedliche zusätzliche Formulierungen, um etwas genauer zu werden. Freitext ist in den meisten Fällen auch möglich.
Ich bemüh mich, dass ich in meiner Schicht wenigstens einmal eine ausführlichere Beschreibung dokumentiere. o. B. wäre dann was für die 2./3./etc Kontrolle.
 
Gibt es denn eine plausible Begründung dafür, warum o.B. nicht verwendet werden darf, solange der Gebrauch dieser Abkürzung sinnvoll wäre und nicht unter pseudowissenschaftlichen Aspekten benutzt wird? Ich kenne z.B. "VW ist durchgeblutet", was schlicht Unsinn ist, aber o.B. ist eine gebräuchliche Abkürzung.
 
Ich hab o.B. seit meiner Ausbildung nicht mehr im Stationsalltag gesehen. In der Forensik wird es nicht genutzt. Warum, oder warum nicht weiß ich allerdings nicht. Und von einem verbot weiß ich auch nichts. Allerdings erscheint es mir sinnvoll o.B. zu schreiben, weil die Zeit ist sowieso zu knapp, warum dann nicht mit solchen Abkürzungen dieselbige einsparen?