News Neues Internetportal für „Ich pflege, weil..."

Da fällt mir doch aber jetzt auch das andere Extrem ein: wie kann es denn sein, daß ein Pflegedienst dazu verdonnert wird, einem Menschen mit Familie die Haare waschen zu müssen? Ist so etwas mittlerweile Sache der Gesellschaft oder kann nicht mal ein Angehöriger dabei helfen?
 
Was denn nun? Monopolstellung oder Delegierung ungeliebter Tätigkeiten an Angehörige? Da wird eine Dienstleistung bezahlt. Ubd wenn die Vereinbarung "Haare waschen" lautet, dann ist das so. Ist ein Teil der Grundpflege.

Elisabeth
 
Manchmal muß man keinen Link bemühen, sondern der gute alte normale Menschenverstand tut es auch...
 
Soetwas gab es bisher noch nicht! Zumindestens bekam ich diesbezüglich noch nichts mit. Hierbei geht es mehr darum, den Pflegeberuf zu stärken. Motzen, jammern und nörgeln kann jeder - über den Tellerrand blicken eben nicht. Das kann und darf jeder halten wie er will. Ich finde die Kampagne garnicht so übel.
 
Die Kampagne wurde ursprünglich mal gestartet unter dem Aspekt junge Leute zu gewinnen in die Pflege zu gehen. Davon ist man mittlerweile weg. Man hat wohl eingesehen, dass es da auch ganz viele namenlose Pflegende im Lande gibt die auch eine Lobby brauchen.

Elisabeth
 
Ich glaube eher, dass die eingesehen haben, dass man Pflege nicht mit "Wortwolken" aus Pappe abspeisen kann, ohne dass der Schuss nach hinten los geht, weil sich die professionell Pflegenden nur verschaukelt fühlen.
:angry:

Und ich glaube, dass sie gemerkt haben, dass diese Werbekampagne für Daniel Bahr auf Staatskosten weniger Widerstand heraufbeschwört, wenn man auf eitlen Sonnenschein für alle macht.
:lamer:
 
Ich denke eher, man hat erkannt, dass man das Pflegeproblem nicht allein mit professionellen Pflegekräften lösen kann. Warum man für die Erkenntnis aber so lange braucht, verstehe ich ehrlich gesagt nicht.

Elisabeth
 
@Elisabeth Dinse: Das glaube ich nicht. Dass wissen die mit 100%iger Sicherheit schon ganz lange. Deshalb haben sie ja Angst, dass die Pflege zu selbstbewusst wird und ihren von ihrer Zahl her potentiellen Einfluss nutzt. Es ist besser, Pflege in der Ecke von Laien - Motto: das kann jeder - anzusiedeln. Je professioneller die Pflege, desto teurer, und das bei dem wachsenden Pflegebedarf. Es ist schon richtig, dass das Problem nicht exklusiv durch professionelle Pflegekräfte gelöst werden kann. Aber billiger wird's mit Pflege für ein Lächeln. Glaub mir, die große Masse unseres Berufsstandes verhält sich wie eine Schafherde. Die wollen uns verschaukeln!
 
Ich glaube, du überschätzt die Notwendigkeit der professionellen Pflege etwas. Nicht jede Pflegetätigkeit- vor allem im Bereich der Unterstützung bei den ATLS- setzt eine Ausbildung voraus.

Schon immer gab und gibt es Angehörige die pflegen- Laienpflege eben. Und der Bedarf wird hier steigen. Dem entgegen steht die geforderte Flexibiltät bei der Arbeistsuche. Familienstrukturen fallen auseinander die früher eine häusliche Pflege erst möglich gemacht haben. Es braucht also neue Wege bei der Versorgung... und die Einsicht in der Bevölkerung für lau ihre Angehörigen in der Häuslichkeit zu versorgen.

Elisabeth
 
@Elisabeth Dinse: Ich sag doch, dass das Problem nicht exklusiv durch professionelle Pflegende gelöst werden kann. Ich glaube aber auch, dass professionelle Pflege mit der zunehmenden Multimorbidität und der gesamtgesellschaftlichen Bedeutung immer wichtiger wird. Es gibt die Pflege, die jeder kann, aber es gibt auch die Pflege, die professionelle Kompetenz erfordert. Und die gesellschaftliche Dimension und die auf dieser Ebene notwendige Organisation werden keine Laien abdecken können.

Einen Schnupfen kann ich auch selbst auskurieren, aber für eine Lungenentzündung brauche ich medizinische Behandlung. So muss man das in der Pflege auch sehen. Und in den Bereichen, die über Laienkompetenz hinausgehende Qualifikation erfordern, muss auch die Qualität geregelt und gesichert werden.
 
Hallo wieder eine neue Aktion, die ich aber als gut empfinde... bitte möglichst viele mitmachen. Es muss endlich was positives passieren, so kann es doch nicht weiter gehen. Schlechte Arbeitsbedingungen, Überstunden ohne Ende, viel zu wenig Geld, Dokumentation ohne Ende usw., usw. Sonst macht bald keiner mehr diesen Job. Bitte hier alle mitmachen:

Ich will Pflege ? Kampagne für die Zukunft der Pflege.

Es haben schon über 4444 mitgemacht, seid ihr bitte auch alle mit dabei. Bitte ich muss noch 30 Jahre in diesem eigentlichen schönen Job arbeiten... aber nicht unter diesen Bedingungen.
 
Zum Thema "Ich pflege weil...", da kommen auch nur die positiven Stellungsnahmen zum Druck, alles andere wird ausgesiebt. Wenn man an die Politik schreibt bekommt man erstens keine Antwort, die wissen doch genau, was in der Pflege abgeht, aber niemand traut sich ran, weil es Unsummen an Geld kostet. Und seht uns alle an, wir schaffen es nicht uns alle mal zusammenzutun, egal von welcher Plattform oder von welcher Gewerkschaft und richtig Stunk zu machen. Schade eigentlich, bin noch bei Pflegeleidenschaft dabei, aber leider auch dort nichts zu erreichen. Da scheiterts an Entfernungen, Schichtdiensten und Geld. Schaut euch mal "Ich will Pflege" im Internet an, da kann man sich eintragen, haben jetzt schon über 4500 Stimmen. Setzen sich für bessere Arbeitsbedingungen, Gehälter, Ausbildung, usw. ein. Vielleicht helfen endlich viele Aktionen uns Pflegekräfte aufzurütteln.
 
... aber niemand traut sich ran, weil es Unsummen an Geld kostet.
Auf wieviel Lohn sollen alle, auch du, zukünftig verzichten, damit alle Bedürfnisse abgedeckt werden können. Aus dem Topf der Pflege wollen und sollen auch pflegende Angehörige bedient werden.

Elisabeth
 
Wieso kann man keinen anderen Topf aufmachen? Für Rüstung, Verkehr sind auch genug Mittel vorhanden. Jeder soll genug Geld bekommen, die Pflegestufen, die pflegenden Angehörigen, die Krankenhäuser und natürlich wir... oder denkst du wir verdienen genug? Ich will und werde auf keinen Lohn verzichten, denke nicht, dass ich zuviel verdiene.
 
Auf wieviel Lohn sollen alle, auch du, zukünftig verzichten, damit alle Bedürfnisse abgedeckt werden können. Aus dem Topf der Pflege wollen und sollen auch pflegende Angehörige bedient werden.

Elisabeth

Warum schaffen andere europäische Länder es wesentlich mehr Geld für Pflege auszugeben als Deutschland? Bzw. besser gesagt: warum haben andere Länder mehr Geld für die Pflege zur Verfügung als Deutschland?
 
Hatten wir das nicht schon mal? Äpfel mit Birnen vergleichen?

Elisabeth
 
Hatten wir das nicht schon mal? Äpfel mit Birnen vergleichen?

Elisabeth

Du hast Recht- wir hinken in der Pflege anderen sowieso 10-20 Jahre hinterher...
Da ist der gegenwärtige Topf für uns ja eher noch zu groß. :roll:
 
Und wie sollen wir zu den Birnen gehören? Wenn wir klein gehalten werden? Erstes schaffen wir uns nicht zu organisieren, zweitens finden wir uns viel zu schnell mit irgendetwas ab. Wie wäre es mit einer Pflegemaut... Bezahlung eines Heimes pro zurückgelegten Schritt einer Pflegekraft... sagen wir mal pro Schritt 10 Euro. LkW-Maut gibt's schon, PkW-Maut kommt vielleicht noch, usw.