Nachtdiensttauglichkeit

Ck0804

Junior-Mitglied
Registriert
14.12.2015
Beiträge
46
Beruf
Fachkrankenpfleger Weaning Station, Dozent
Akt. Einsatzbereich
Weaningstation
Funktion
Fachkrankenpfleger, Praxisanleiter
ich arbeite seit 15 Jahren auf Intensiv. Seit 6 Jahren bei meinem jetzigen Arbeitgeber auf einer großen Intensivstation in einem KH der maximal Versorgung. Vor etwa 3 Jahren war ich Psychosomatisch erkrankt und bin für 3 Monate ausgefallen. Gründe dafür waren teilweise auch Berufliche. Ich konnte durch Psychotherapie und Medikamente die Erkrankung gut in den Griff bekommen. Ich habe meine Stelle auf 80 % reduziert und konnte erreichen das ich nur noch 2 Nächte im Monat ableisten musste. Seitdem war ich keinen Tag mehr krank. Im letzten halben Jahr nahmen meine Beschwerden jedoch nochmals zu. Und zwar immer in den Nachtdiensten. Ich musste mich dann teilweise auch deswegen krank melden. Meine Neurologin hat mir dann ein Attest geschrieben das mich vom ND befreien soll und an unsere Betriebsärztin weiter geleitet. Die BÄ hat dann schriftlich die Nachtdienstbefreiung abgelehnt. In einem persönlichen Gespräch hat sie mir sehr unfreundlich klar gemacht das ich für eine Freistellung nicht krank genug bin. Sie hat mir sogar empfohlen Schlaftabletten zu nehmen und nochmal eine Therapie zu machen. Wenn das nichts hilft soll ich kündigen und wo hin gehen wo ich keinen ND machen muss. Kann mir jemand einen Rat geben wie ich hier weiter vorgehen kann um aus dem ND raus zu kommen? Weiter ND zu machen und mich jedesmal mit meinen Beschwerden zu quälen ist für mich keine Option.
 
Hi,
da gibt es verschiedene Möglichkeiten:
1) Du wirst gebraucht und geschätzt, dann rede mit Deiner Leitung (Weiß die von Deiner Krankheit? WIssen die Kollegen davon?). Ich habe doch nichts davon wenn eine Mitarbeiterin (dazu noch mit Attest) in den ND eingeteilt wird und dann regelmäßig ausfällt.... sie muß Dich nicht in den ND einteilen! Ich habe MA mit ähnlichem Attest, andere machen gerne mehr Nächte! Besonders wenn dadurch "Krankmeldungen" nachvollziehbar vermieden werden.
2) Den Betriebsarzt mal vergessen (kann die überhaupt eine Befreiung "ablehnen" wenn diese von einem Neurologen kommt?) Kündigen? Ich glaube beim BA ist noch nichts vom "Pflegemangel" angekommen.... eigentlich frech so was zu raten. Eigentlich sollte der BA die Mitarbeiter"Interessen" also Probleme die durch und während der Arbeit entstehen vertreten...
3) Mal beim Betriebsrat vorbei schauen und informieren!
 
Hallo
ja ich war jetzt auch beim Betriebsrat der rät auch zu einem Gespräch mit PDL und STL. Das werd ich jetzt angehen. Vor allem habe ich eine Kollegin die gern die 2 Nächte im Monat machen würde. Bei uns ist das alles etwas schwierig weil es nicht gewollt ist das einige Kollegen viele Nächte machen, warum auch immer. Leitung und Kollegen wissen von meiner Erkrankung, ich geh da sehr offen damit um. Ich bin nicht der einzige der Psych. erkrankt ist. Etwa 10 Kollegen haben auch damit zu tun. 3 Kollegen sind deswegen seit einem halben Jahr krank.
 
Hi, aber dann scheinst Du das ja absolut richtig zu machen! Nimms unter die Füße und Respekt dass Du es so offen angehst! Andererseits hat man dann auch das Verständnis der Kollegen und Vorgesetzten und Team bleibt nicht nur ein Wort....
 
Ja das stimmt. Ich finde es halt immer nur schade das es erst mal immer ein großes Problem ist bzw. eines daraus gemacht wird. Danke für die Tips
 
Tja ...... klappern gehört manchmal zu "Geschäft"..... wäre ja zu leicht wenn wir uns nicht selbst Probleme (wir Leitungen) machen würden ;-)
DU machst das schon!
 
Ja das Urteil kenne ich. Meine BÄ meinte halt ich sei nicht krank genug. Aber es geht ja auch um Prophylaxe und Vorsorge.
 
hallo ck0804!
ist der Betriebsarzt dein Arbeitgeber? SL bekommt,in der Regel, das Attest.Die wiederum gibt Attestinhalt an PDL weiter zur Kenntnisnahme. Den Dienstplan macht doch die SL,jene kennt deine "Problematik"und traut dir zu deine Arbeitskraft richtig einzuschätzen. In wie weit die Anzahl fehlender Nachtdienstköpfe im Dienstplan relevant sind hatSL im Blick.
Mein Attest wurde von der SL angenommen,bin auch nicht die einzige die momentan kein ND macht.
Also, Glück auf!
HG Irse
 
Aus eigener Erfahrung in so einer Situation: Nimm zu dem Gespräch mit SL /PDL ein Mitglied des BRs mit.

Was stand auf dem Attest genau? Wie hat deine Neurologin deine ND-Untauglichkeit begründet? Ist aufgeführt gewesen, dass du bereits alles ausgeschöpft hast- angefangen von Medis bis zur Therapie?

Elisabeth
 
Aus eigener Erfahrung in so einer Situation: Nimm zu dem Gespräch mit SL /PDL ein Mitglied des BRs mit.

Was stand auf dem Attest genau? Wie hat deine Neurologin deine ND-Untauglichkeit begründet? Ist aufgeführt gewesen, dass du bereits alles ausgeschöpft hast- angefangen von Medis bis zur Therapie?

Elisabeth
Ja das Attest ist eigentlich sehr gut geschrieben. Da steht wie lange ich das schon habe das ich Medikamente genommen habe und alles getan habe um wieder Arbeitstauglich zu werden etc. Es ist auch begründet das ein Wegfall des ND die Arbeitsfähigkeit erhalten soll. Ich werde jetzt heute nochmal mit der STL reden.
 
hallo ck0804!
ist der Betriebsarzt dein Arbeitgeber? SL bekommt,in der Regel, das Attest.Die wiederum gibt Attestinhalt an PDL weiter zur Kenntnisnahme. Den Dienstplan macht doch die SL,jene kennt deine "Problematik"und traut dir zu deine Arbeitskraft richtig einzuschätzen. In wie weit die Anzahl fehlender Nachtdienstköpfe im Dienstplan relevant sind hatSL im Blick.
Mein Attest wurde von der SL angenommen,bin auch nicht die einzige die momentan kein ND macht.
Also, Glück auf!
HG Irse
Das Attest wurde sofort zur BÄ geschickt. Ich hab die STL davon vorher informiert. Er meinte dann aber das müsse auf jeden Fall über die BÄ laufen. Ich werd zu den nächsten Gesprächen auf jeden Fall jemanden vom Betriebsrat mitnehmen.
 
Eben drum solltest Gespräche mit Vorgesetzten immer schön im Beisein von Zeugen führen. I-wie kommt mir das Vorgehen der BÄ sehr bekannt vor. Meine hat sich ehedem dann übrigens geoutet, von wem sie gebrieft wurde. Ich wollte es nicht wahrhaben und bin böse überrascht worden.

Elisabeth
 
Ich habe heute ein längeres Gespräch mit der STL gehabt. Er hat grundsätzlich kein Problem damit mich aus dem Nachtdienst raus zu planen, will aber die PDL nicht übergehen. Jetzt gibt es demnächst ein Gespräch mit ihr. Wir werden sehen.
 
Habe ich einen Denkfehler oder geht der Grund der "Freistellung" weder die PDL noch die SL was an?

Das ist doch eine Art eingeschränkte AU oder nicht? Wie kann es also sein, das das auf allen Ebenen durchdiskutiert wird?
 
Hallo Bachstelze,

Grundsätzlich hast du Recht: der Grund der "Freistellung" geht den AG nicht unbedingt etwas an. Aber da Ck0804 bisher offen mit der Situation umgegangen ist, besteht für sie kein Grund, jetzt ein Geheimnis daraus zu machen. Des weiteren ist natürlich zu bedenken, dass die PDL wirklich mit ins Boot muss. Das oben angeführte Urteil ist nach meiner Erinnerung leider nur teilweise im Artikel wiedergegeben. Wenn der Anteil der MA, die eine Nacht-Freistellung vom Arzt bescheinigt bekommen so hoch wird, dass der Betrieb nicht mehr aufrecht zu halten ist, könnte der AG durchaus das Arbeitsverhältnis regulär beenden. Da es aber hier schon Kollegen gibt, welche die frei werdenden Nachtdienste übernehmen möchten, kann dieses Problem ja nicht im Raum stehen.

@Ck0804 : Ich wünsche dir, dass deine PDL deine Offenheit und deinen Einsatz zu würdigen weiß, und du bald ohne Nachtarbeit weiter arbeiten kannst.

LG Einer

P.S. Persönliche Anmerkung: Der Betriebsarzt ist wohl ein Witz:angryfire:. Das Urteil eines Fachkollegen einfach zu ignorieren ist wohl eine ziemliche Kompetenzüberschreitung. :besserwisser:.
Da muss man ja zu jeder BA-Untersuchung ein Mitglied des Betriebsrates mitnehmen :anmachen:.
 
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Um das ganze nun abzuschließen hab ich folgendes erreicht. Mein STL hat mit unserer PDL Gesprochen. Sie hat zugestimmt das mich der STL aus dem ND raus planen kann. Evtl würde er mich für eine Nacht mal planen wenn es Dienstplanmäßig nicht anders geht. Schriftlich bekomme ich das natürlich nicht. Auf das Verhalten der Betriebsärztin angesprochen meinte die PDL sie hätte das schon öfter gehört kann da aber nix machen. Soweit der Stand der Dinge.
 
tze...tze....tze...Des is nix halbes und nix ganzes. eventuell mal eine Nacht planen wenn es im Dienstplan nicht anders geht - planen kann er nach einem Gespräch mit dir - wenn du dir wieder Nachtdienst zutraust.
Und einen Bertriebsartzt kann man auch wechseln, wenn gehäuft unstimmigkeiten auftreten (Geschäftsführungsstab)
HG Irse
 
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Das man einen Betriebsarzt wechseln kann wäre mir neu. Der ist ja an meinem KH fest angestellt wo sollte ich denn sonst hin gehen? Ja das ist nix halbes und nix ganzes. Aber ich denke es geht eher darum das die PDL Angst hat es kommt nun jeder mit einem Attest und will kein ND mehr machen da bei uns allgemein die Psych. Belastung sehr hoch ist und sehr viele Kollegen deswegen in Behandlung sind, waren oder deswegen Gekündigt haben. Allerdings wird das Problem weder von Leitung noch BÄ angegangen sondern unter den "Teppich gekehrt"
 
Ich glaube Irse meinte die Geschäftsführung o.ä könnte einen neuen Betriebsarzt einstellen...Oder?!