News Nachtdienst: Was für welches Modell spricht

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Was die pflegerische Arbeit in der Nacht angeht, gibt es in der Altenpflege in Deutschland zwei Lager. Die eine Seite plädiert für das Modell einer Dauernachtwache, die andere für die Variante eines rollierenden Systems. Die Fachzeitschrift Altenpflege hat mit Verfechtern beider Positionen gesprochen.

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Zitat:
"Claudia Kiesewetter, Pflegedienstleitung im Haus St. Josef der Münchenstift GmbH in München-Sendling, sieht die Sache komplett anders. In den diversen Häusern ihres Trägers werde das rollierende Modell deutlich bevorzugt. "Im Rahmen der Bezugspflege empfinde ich es als wichtig, dass die Mitarbeiter die Bewohner #rund um die Uhr" kennen", sagt die PDL"
Ja, das dachte ich mir schon, daß das rollierende System hauptsächlich von Leitungen bevorzugt wird - weil es von den MA maximale Flexibilität einfordert. :-)
Als ich noch in der Klinik gearbeitet habe, lernte ich auch einige Dauernachtwachen kennen. Die schwörten damals alle auf ihre Dauernachtwachentätigkeit und wollten um nichts in der Welt im Dreischichtsystem arbeiten. Allerdings war das damals schon ein Auslaufmodell, gewünscht war eindeutig, daß jeder alle Schichten arbeitet. Was die MA wollten, interessierte nicht.
Naja, bei meinem jetzigen AG nimmt man darauf Rücksicht, und so brauche ich GAR KEINE Nachtdienste mehr zu machen! :up:
 
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Meine Schwester ist kürzlich in die Dauernachtwache gegangen, raus aus ihrer Leitungsposition, die sie
jahrelang inne hatte.
Sie hat dem AG die Pistole auf die Brust gesetzt und hätte sonst gekündigt.
Was ich total interessant fand, passt zwar nicht direkt hier zum Thema, die haben
aktuell verschiedene Nachtdienstmodelle ausprobiert und sind beim 7/7 Rhythmus hängen
geblieben.
Für mich wäre ein rollierendes Modell gar nichts.
Gut finde ich auch ein an die MA angepasstes Modell.
Ist leider nicht immer einfach umzusetzen.
 
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@Martin: jetzt wollte ich dir, ohne den Artikel gelesen zu haben, in vorauseilendem Loben schon zustimmen, aber du hast da einen entscheidenden Teil nicht mit zitiert:
....In Stein gemeißelt sei allerdings auch bei ihnen nichts, sagt Claudia Kiesewetter: "Wenn Kolleginnen oder Kollegen den Wunsch äußern, überwiegend im Nachtdienst oder als Dauernachtwache eingesetzt zu werden, versuchen wir dies im Interesse der Life-Work-Balance und Mitarbeiter-Zufriedenheit zu ermöglichen."
Damit wird die Haltung dieser Pflegedienstleitung schon wieder zeitgemäßer und realistischer.
Genau so sehe ich das nämlich für die Zukunft auch: um künftig mehr Personal halten/rekrutieren zu können, bleibt den Leitungen gar nichts anderes übrig, als mehr auf die Bedürfnisse der vorhandenen und künftigen Mitarbeitenden einzugehen.
Sei es, um eine Kinderbetreuung gewährleisten zu können, oder Hobbys und anderen Aktivitäten zu frönen, oder einfach der eigenen inneren Uhr mehr zu entsprechen, muß es immer mehr Möglichkeiten geben, mit individuellen Arbeitszeitmodellen eine Balance zw. laufendem Betrieb und Mitarbeiterwünschen zu finden.

Ich persönlich habe früher schon einmal in einem Haus mit Dauernachtwachen gearbeitet (allerdings selbst eben nur im Tagdienst). Dann lange Jahre in einem chaotischen 3-Schichtsystem, seit ein paar Jahren nun in rollierendem 3-Schicht-System. Die Nächte sind gerade jetzt in höherem Alter immer belastender, so dass ich mir für die nahe Zukunft von meinem Arbeitgeber gerne wünschen würde, dass ich irgendwann aus dem Nachtdienst ganz heraus kann. Noch ist die Leitungsebene nicht so weit, diesem Wunsch zu entsprechen, aber bevor ich irgendwann an meine Belastungsgrenze komme, werde ich der Leitung die sprichwörtliche Pistole auf die Brust setzen und eine Entscheidung verlangen. Dann wird sich herausstellen, ob >20 Jahre Intensiverfahrung so einfach losgelassen werden sollen, oder ob sie mich vielleicht doch lieber im Team behalten wollen, aber auf mich im Nachtdienst verzichten können. Mal sehen....

Gruß spflegerle
 
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@Martin: jetzt wollte ich dir, ohne den Artikel gelesen zu haben, in vorauseilendem Loben schon zustimmen
So ist´s recht. :mrgreen:
aber du hast da einen entscheidenden Teil nicht mit zitiert
Stimmt.
Ja, so gesehen relativiert sich´s natürlich wieder, wenn es den MA tatsächlich ermöglicht wird, auch solche Wünsche zu ermöglichen. :wink1:
Ich kann nur aus meiner Erfahrung von damals berichten, daß es eben nicht so war. Also es wurde einfach vorgegeben, daß es keine Dauernachtwachen mehr geben soll, und das war´s. Die bereits vorhandenen Dauernachtwachen konnte man natürlich nicht so einfach ins 3-Schichtsystem versetzen, aber ich habe mitbekommen, wie sie z. T. schikaniert wurden.
Ansonsten kann ich Dir und Antje nur zustimmen, wer sich derart unflexibel gegenüber MA verhält, der braucht sich nicht zu wundern, wenn ihm die Leute dann reihenweise davonlaufen.
 
Also es wurde einfach vorgegeben, daß es keine Dauernachtwachen mehr geben soll, und das war´s. Die bereits vorhandenen Dauernachtwachen konnte man natürlich nicht so einfach ins 3-Schichtsystem versetzen.

Ich war eine betroffene Dauernachtwache mit 7/7 Schicht. Wir Dauernachtwachen haben uns auch versucht zu wehren - wir hatten nur keine entsprechenden bindende Verträge. Wir alle waren irgendwann in die Nacht gestiegen, dies wurde auch durch Vertragsänderung bestätigt - aber eben nicht als nur Nachtdienst.
Im nachhinein fand/finde ich es sogar gut ab und an Tagschicht zu arbeiten. Das Verständnis für die Tageskollegen stieg bei uns allen an. Wir hatten schlicht einige Neuerungen im Tagesdienst nicht mitbekommen, waren dann auch wieder im Gesamtteam besser eingebunden.
Allerdings wurde es von Anfang an auch erlaubt zu tauschen, es war Pflicht an 5 Tagen im Monat Tagdienst (FD + SD) zu absolvieren.
Seit ca 4 Jahren darf man Schichten ausschließen :cheerlead::flowerpower: :rocken:
 
Hm. Also ich bin ganz zufrieden mit meinem aktuellen System (Große Klinik, Großes Team):

- 3-Schichten
- kein fester Schichtrythmus (Ergebnis einer Mitarbeiterbefragung), also Nacht auf Spät Wechsel und Früh auf Nacht möglich.
- Mitarbeiter können sich Wünschen:
-- Nacht-Spät Wechsel, etc.
-- Nächte am Stück (5/m) oder in kleinen Portionen (meist 3 und 2/m)
-- 6-7 Nächte
-- wenig od. viel Früh- oder Spätdienste
- Dienstplan trifft meistens die Wünsche der KollegInnen

- Und am Wichtigsten, Diensttäusche müssen zwar durch d. Leitung abgesegnet werden, werden aber fast nie abgelehnt.

Das Alles lässt sehr viel an Gestaltungsspielraum zu und ist weder ein rollendes System und Dauernachtwachen gibts auch keine.
 
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