@Martin: jetzt wollte ich dir, ohne den Artikel gelesen zu haben, in vorauseilendem Loben schon zustimmen, aber du hast da einen entscheidenden Teil nicht mit zitiert:
....In Stein gemeißelt sei allerdings auch bei ihnen nichts, sagt Claudia Kiesewetter: "Wenn Kolleginnen oder Kollegen den Wunsch äußern, überwiegend im Nachtdienst oder als Dauernachtwache eingesetzt zu werden, versuchen wir dies im Interesse der Life-Work-Balance und Mitarbeiter-Zufriedenheit zu ermöglichen."
Damit wird die Haltung dieser Pflegedienstleitung schon wieder zeitgemäßer und realistischer.
Genau so sehe ich das nämlich für die Zukunft auch: um künftig mehr Personal halten/rekrutieren zu können, bleibt den Leitungen gar nichts anderes übrig, als mehr auf die Bedürfnisse der vorhandenen und künftigen Mitarbeitenden einzugehen.
Sei es, um eine Kinderbetreuung gewährleisten zu können, oder Hobbys und anderen Aktivitäten zu frönen, oder einfach der eigenen inneren Uhr mehr zu entsprechen, muß es immer mehr Möglichkeiten geben, mit individuellen Arbeitszeitmodellen eine Balance zw. laufendem Betrieb und Mitarbeiterwünschen zu finden.
Ich persönlich habe früher schon einmal in einem Haus mit Dauernachtwachen gearbeitet (allerdings selbst eben nur im Tagdienst). Dann lange Jahre in einem chaotischen 3-Schichtsystem, seit ein paar Jahren nun in rollierendem 3-Schicht-System. Die Nächte sind gerade jetzt in höherem Alter immer belastender, so dass ich mir für die nahe Zukunft von meinem Arbeitgeber gerne wünschen würde, dass ich irgendwann aus dem Nachtdienst ganz heraus kann. Noch ist die Leitungsebene nicht so weit, diesem Wunsch zu entsprechen, aber bevor ich irgendwann an meine Belastungsgrenze komme, werde ich der Leitung die sprichwörtliche Pistole auf die Brust setzen und eine Entscheidung verlangen. Dann wird sich herausstellen, ob >20 Jahre Intensiverfahrung so einfach losgelassen werden sollen, oder ob sie mich vielleicht doch lieber im Team behalten wollen, aber auf mich im Nachtdienst verzichten können. Mal sehen....
Gruß spflegerle