News Mecklenburg-Vorpommern: Schulgeld wird abgeschafft

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Mecklenburg-Vorpommern wird dem Beispiel anderer Bundesländer folgen und in der Pflegeausbildung das Schulgeld abschaffen. Noch bevor ab 2020 dazu eine bundesweit einheitliche Regelung in Kraft trete, übernehme das Land für das Schuljahr 2019/20 die Kosten, sagte Landesgesundheitsminister Harry Glawe (CDU) im Landtag in Schwerin.

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Es ist unfassbar für mich. Jeder Student bekommt seine Ausbildung staatlich gefördert und Altenpflege, Erzieher, Physiotherapeuten und MTAs müssen sie immer noch selber finanzieren und noch Geld mitbringen.
Und da wundern sie sich immer noch, weil Leute fehlen?
Und feiern das als großen Wurf?
 
Studiengebühren gibt es nicht. Was ich auch gut und richtig finde. Der Lebensunterhalt und die Kosten für Lehrmaterial kommt ja bei allen noch dazu.
Also kostet der reine Besuch einer Universität erst einmal nichts. Der Besuch einer Altenpflegeschule, einer MTA-Schule und die Ausbildung zum Physiotherapeuten ist nicht kostenlos. Da bringt man Geld mit. der Lebensunterhalt kommt natürlich dazu, wie bei Studenten auch.
 
Das stimmt so allgemein aber nicht ganz:
Private Hochschulen kosten sogar ganz erheblich.
Und die in dem Link erwähnten Schulen gehören auch privaten Trägern, so hab ich’s verstanden.
 
Private Hochschulen sind aber bislang nicht die Regel, sondern eher was für Leute, die berufsbegleitend studieren und somit auf dem 2. Bildungsweg sich weiterbilden wollen.
Ein Jurastudium, ein Medizinstudium usw. sind an normalen Universitäten angesiedelt und werden aus Steuergeldern finanziert.

Also bekommt ein angehender Jurist seine Ausbildung finanziert, wenn auch nicht vergütet. Eine angehende Altenpflegerin, je nach Bundesland, jedoch nicht.
Eine MTA meines Wissens nach in keinem Bundesland, das ist immer Privatvergnügen.
 
Studiengebühren gibt es nicht. Was ich auch gut und richtig finde. Der Lebensunterhalt und die Kosten für Lehrmaterial kommt ja bei allen noch dazu.
Studiengebühren gibt es schon, zwar erst ab Überschreiten der Regelstudienzeit um eine bestimmte Anzahl Semester, aber ganz frei ist der deutsche Student davon nicht. Was die angebliche Kostenfreiheit eines Studiums angeht, kann ich als ehemalige Studentin behaupten, dass Studieren durchaus etwas kostet, und zwar genug, dass der normale Höchstsatz Bafög dafür u.U. nicht ausreicht, um die monatlichen Kosten zu decken. Allein in meiner Studentenzeit hat sich der Semesterbeitrag mehr als verdoppelt gehabt, während das Bafög um satte 10,- angehoben wurde. Ich hatte öfters Probleme, wenn ich vom Bafög meine Miete, Neben- und Lebenshaltungskosten und zusätzlich noch knapp 200,- Semesterbeitrag entrichten musste. Das war zwar nur alle 6 Monate der Fall, hat aber ausgereicht, mich für weitere 6 Monate in die roten Zahlen zu befördern.

Allerdings gehörte ich zu jenen Studenten, die wirklich und allein vom Bafög lebten und keine wohlverdienenden Eltern und Verwandten hatten, die mir irgendetwas finanzierten oder spendierten, wie Einrichtung, Auto, etc. Damit war ich eher eine Ausnahme. Ich nehme an, dass das bei den o.g. Ausbildungsberufen nicht viel anders ist.

Generell ist eine Abschaffung von Schulgeld ein weiterer Weg hin zur Schere zwischen Arm und Reich und trägt sicher seinen Teil dazu bei, dass der sozioökonomische Status einen entscheidenen Faktor liefert, welche Art Beruf man ergreifen kann. Der Mangel an Fachkräften wird somit garantiert nicht angegangen.
 
Ich habe nirgendwo bestritten, das ein Studium Geld kostet.

Eine angehende Altenpflegerin bekommt aber gar nichts und muss Schulgeld zahlen. Ebenso eine MTA oder Physiotherapeutin. Da gibt es weder ein Ticket für den Nahverkehr, noch einen Studentenausweis, der Vergünstigungen bringt.
Im Semesterbeitrag ist z.B.kostenloser Nahverkehr enthalten. Ein Monatsticket kostet mehr als 100 Euro im Monat. Jedenfalls wenn man einen großen Radius braucht.

Was ich sagen will ist, das angehende Gutverdiener sehr viel mehr Unterstützung bekommen. Wenn man dann noch dazu rechnet, dass in Deutschland Bildung nach wie vor sehr vom sozialen Status der Eltern abhängt und Kinder armer Leute selten studieren können, wird es noch ungerechter.
Jemand aus reichem Elternhaus bekommt Aus-Bildung quasi auf dem Silbertablett und eine angehende Altenpflegerin mit mittlerem bis schlechtem Schulabschluss muss für eine Ausbildung bezahlen und kommt mit dem mickrigen Gehalt danach niemals auf einen grünen Zweig.
Finde den Fehler.
 
Private Hochschulen sind aber bislang nicht die Regel, sondern eher was für Leute, die berufsbegleitend studieren und somit auf dem 2. Bildungsweg sich weiterbilden wollen.
Ein Jurastudium, ein Medizinstudium usw. sind an normalen Universitäten angesiedelt und werden aus Steuergeldern finanziert.
Nein, nicht zwingend. Sowohl Jura als auch Medizin können an privaten Hochschulen studiert werden:
Rechtswissenschaften: 29 Studiengänge im Vergleich
Department für Humanmedizin (Witten-Herdecke ist eine private Uni).
Eine angehende Altenpflegerin bekommt aber gar nichts und muss Schulgeld zahlen. Ebenso eine MTA oder Physiotherapeutin.
Stimmt so nicht ganz. In den allermeisten Bundesländern müssen die Altenpflegeschüler kein Schulgeld mehr zahlen, das war ja der Inhalt des Artikels oben, daß Meck-Pom hier hinterherhängt:
"Angehende Altenpfleger müssen in fünf Bundesländern immer noch Schulgeld für ihre Ausbildung zahlen."
Quelle: https://www.tempbus.de/arbeitsmarkt-aktuell/schulgeld-fuer-die-ausbildung-gehoert-abgeschafft (der Artikel ist von Mai diesen Jahres).
D. h., in 11 Bundesländern wird kein Schulgeld verlangt. Und Schulgeld verlangen auch nur die privaten Ausbildungsträger der Altenpflege.
Nicht falsch verstehen, auch für mich ist es ein Unding, daß in solchen Mangelberufen nach wie vor Schulgeld verlangt wird (auch Physiotherapie ist m. W. ein Mangelberuf).
 
Ich habe mich ja auch auf den Artikel bezogen, ich hatte vergessen, dass man hier immer alles genau spezifizieren muss.

Aber abgesehen davon ist es auch in den anderen Bundesländern erst seit relativ kurzer Zeit so, dass die Ausbildung vergütet wird.

Was ich aber sagen wollte, anscheinend kommt das ja nicht rüber, dass es ein Unding ist, wie unterschiedlich Ausbildung finanziert wird.

Und natürlich kann man Jura und Medizin an privaten Hochschulen studieren. Das machen aber Leute mit Geld oder Leute, die keinen regulären Studienplatz an einer kostenfreien Hochschule bekommen haben. Es zahlt doch niemand freiwillig horrende Studiengebühren, wenn er nicht muss.

Fakt ist, ein Studiengang wird besser unterstützt als so manche Ausbildung.

Und damit mich niemand wieder falsch versteht. Ich bin sehr dafür, dass Hochschulausbildung für jeden möglich ist und nicht nur für die Kinder reicher Eltern. Was selbst so noch schwierig genug ist, wenn man auf Bafög angewiesen ist oder nicht einmal das bekommt, weil die Eltern knapp über dem Satz liegen.