Studiengebühren gibt es nicht. Was ich auch gut und richtig finde. Der Lebensunterhalt und die Kosten für Lehrmaterial kommt ja bei allen noch dazu.
Studiengebühren gibt es schon, zwar erst ab Überschreiten der Regelstudienzeit um eine bestimmte Anzahl Semester, aber ganz frei ist der deutsche Student davon nicht. Was die angebliche Kostenfreiheit eines Studiums angeht, kann ich als ehemalige Studentin behaupten, dass Studieren durchaus etwas kostet, und zwar genug, dass der normale Höchstsatz Bafög dafür u.U. nicht ausreicht, um die monatlichen Kosten zu decken. Allein in meiner Studentenzeit hat sich der Semesterbeitrag mehr als verdoppelt gehabt, während das Bafög um satte 10,- angehoben wurde. Ich hatte öfters Probleme, wenn ich vom Bafög meine Miete, Neben- und Lebenshaltungskosten und zusätzlich noch knapp 200,- Semesterbeitrag entrichten musste. Das war zwar nur alle 6 Monate der Fall, hat aber ausgereicht, mich für weitere 6 Monate in die roten Zahlen zu befördern.
Allerdings gehörte ich zu jenen Studenten, die wirklich und allein vom Bafög lebten und keine wohlverdienenden Eltern und Verwandten hatten, die mir irgendetwas finanzierten oder spendierten, wie Einrichtung, Auto, etc. Damit war ich eher eine Ausnahme. Ich nehme an, dass das bei den o.g. Ausbildungsberufen nicht viel anders ist.
Generell ist eine Abschaffung von Schulgeld ein weiterer Weg hin zur Schere zwischen Arm und Reich und trägt sicher seinen Teil dazu bei, dass der sozioökonomische Status einen entscheidenen Faktor liefert, welche Art Beruf man ergreifen kann. Der Mangel an Fachkräften wird somit garantiert nicht angegangen.