News "Jubelmeldungen verschleiern die Probleme im Beruf"

Martin H.

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Zitat Pia Zimmermann:

"Es sei zu befürchten, dass insbesondere in der Altenpflege die Zahl der Berufseinsteiger zurückgehen werde, wenn der Abschluss in der nun generalistischen Pflegeausbildung, die gerade erst begonnen hat, den Weg in alle Bereiche der Pflege öffnet. Denn dort würden Fachkräfte noch immer mehrere Hundert Euro pro Monat weniger als im Krankenhaus verdienen. Außerdem verließen Altenpflegekräfte den Beruf durchschnittlich nach 8,4 Jahren, Krankenpflegekräfte nach 13,7 Jahren."

Der Gedankengang ist durchaus nachvollziehbar; aber nicht die generalistische Ausbildung ist schuld daran, sondern diejenigen, die diese Zustände in der Altenpflege über Jahre und Jahrzehnte so zugelassen haben.
 

sea

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Ich denke auch, dass es so kommen wird. Wenn alle Wege offen stehen wäre man ja schön blöd, ein sehr viel geringeres Gehalt und Arbeitsbedingungen freiwillig zu akzeptieren. Dann wird das Geheule wieder groß sein- aber ob dann mal was ernsthaft geändert wird? Ich bezweifle es. Eher wird dann die Generalistik verantwortlich gemacht. Ich seh's auf jeden Fall auch kommen, dass die Pflegeheime bald buchstäblich ausbluten, weil niemand mehr nachkommt.
 

matras

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Es hat sich seit über 40 Jahren nicht das geringste substanziell geändert!!!
 
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aquarius2

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Wenn mehr Leute den Beruf erlernen wollen heißt das erst Mal gar nichts! Ich denke nur an das Jahr 2005, da wurden massiv Stellen abgebaut. In unserer Schule haben sie da den einen Kurs 2006 ausfallen lassen!
Außerdem brechen so einige ab und andere begehen wegen fehlenden Schulwissen die Probezeit gar nicht erst! Was es bringt, wenn Leute den Beruf lernen danach gleich studieren und danach weg vom Krankenbett sind ist auch eine gute Frage!
Dazu die, die Krankenpflege lernen und gleich danach Medizin studieren...
 

Martin H.

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Ich seh's auf jeden Fall auch kommen, dass die Pflegeheime bald buchstäblich ausbluten, weil niemand mehr nachkommt.
Oder die Verantwortlichen sehen das endlich als Ansporn, die Verhältnisse im Bereich der Altenpflege zu verbessern, damit nicht alle in die Kliniken strömen! :wink:
Das ist für mich auch ein Grund, warum ich in der Generalistik eine große Chance sehe.
 

aquarius2

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Eine Kollegin von mir arbeitet in einem Seniorenstift und wird als Krankenschwester bezahlt, hier tun das alle Einrichtungen. Man wird nach seiner Ausbildung eingestuft und bezahlt!
 

renje

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Oder die Verantwortlichen sehen das endlich als Ansporn, die Verhältnisse im Bereich der Altenpflege zu verbessern, damit nicht alle in die Kliniken strömen!
Ja da gebe ich dir völlig Recht, damit bei den vielen privaten AH der Anbieterkonzerne die Kohle weiter fließt und ihre Aktionäre bedienen können. Frage ist nur wird dann die Rendite weniger oder die Preise (noch) höher?

Bedaure nur, dass die Veränderungen wieder mal von aussen kommen und nicht aus DER PFLEGE selbst.
 

Martin H.

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Ja da gebe ich dir völlig Recht, damit bei den vielen privaten AH der Anbieterkonzerne die Kohle weiter fließt und ihre Aktionäre bedienen können. Frage ist nur wird dann die Rendite weniger oder die Preise (noch) höher?
Gute Frage.
An der Stelle müsste aber dann eine grundsätzliche Umgestaltung des Gesundheitssystems, insbesondere dessen Finanzierung, stattfinden.
Und das wäre dann Sache von Politik bzw. Pflegekammern (wenn es dann noch welche gibt).
Bedaure nur, dass die Veränderungen wieder mal von aussen kommen und nicht aus DER PFLEGE selbst.
Was meinst Du damit, die Generalistik?
Das ist eine Urforderung des Deutschen Bildungsrates für Pflegeberufe (in dem mehrere Pflegeverbände vertreten sind):


auf S. 7 („Generalistische Ausrichtung der Erstausbildung“).

Die Broschüre stammt von 2009 (irgendwo hab ich noch ältere Jahreszahlen, aus den 90ern gelesen, lege dafür aber nicht meine Hand ins Feuer).
 
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arshi

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Was es bringt, wenn Leute den Beruf lernen danach gleich studieren und danach weg vom Krankenbett sind ist auch eine gute Frage!
Leider haben es die Einrichtungen immer noch nicht geschafft Konzepte und Einsatzbereiche für Akademiker*innen in der direkten Patientenversorgung zu schaffen. Beziehungsweise ist die "Durchseuchung" immer noch nicht hoch genug und akademisch ausgebildete Pflegekräfte finden sich vornehmlich in Schulen, Führungs- und Forschungsbereichen wieder.
 

Martin H.

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Leider haben es die Einrichtungen immer noch nicht geschafft Konzepte und Einsatzbereiche für Akademiker*innen in der direkten Patientenversorgung zu schaffen.
So pauschal will ich das nicht sagen... hier im Forum z. B. sind ja einige Gegenbeispiele.
Beziehungsweise ist die "Durchseuchung" immer noch nicht hoch genug und akademisch ausgebildete Pflegekräfte finden sich vornehmlich in Schulen, Führungs- und Forschungsbereichen wieder.
Das stimmt allerdings, da muss sich dringend was ändern:!:
 

arshi

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So pauschal will ich das nicht sagen... hier im Forum z. B. sind ja einige Gegenbeispiele.
Da gebe ich dir Recht. Es gibt viele tolle Umsetzungen bspw. Uni Freiburg etc. - in der Breite stelle ich aber dennoch die These auf dass das Heim oder das Kreiskrankenhaus meist (noch) nichts mit Akademiker*innen in der direkten Versorgung anfangen können. Geschweige von Funktionsbereichen wie OP (aus denen ich stamme).
 
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