Danke für euren so zahlreichen Antworten. Eure Antworten sind ja sehr sehr unterschiedlich. Mitbekommen habe ich scho hin und wieder etwas von katastrophalen Zuständen auf dem Pflegesektor. Aber es war mir bislang ziemlich unverständlich wie es überhaupt dazu kommen konnte. Sollte die Politik nicht normalerweise bei solchen Trends Aktionen setzen um so etwas entgegen zu wirken?
Diese Probleme sind auch nicht "über Nacht" entstanden sondern begannen mit einem massiven Stellenabbau vor über 20 Jahren ...während die Artztstellen aufgestockt worden sind, hat man klammheimlich 70 TSD Pflegestellen eingespart. Durch aussetzen der PPR Mitte der 90er wurde der Bedarf nicht mehr erfasst und Einführung der DRGs war Pflege eben nur noch "Kostenfaktor" aber nicht erlösrelevant!
Stellen wurden nicht nachbesetzt, Teams überalterten , die Bedingungen wurden härter und schreckten immer mehr Jugendliche ab, immer mehr Fachkräfte gingen ins Ausland (bevorzugt Schweiz, Norwegen und Österreich).
Mittlerweile gehen Bewerberzahlen deutlich zurück, Abbrecherquoten in und Aussteigerquoten nach der Ausbildung nehmen zu, man findet keine Fachkräfte mehr um Stellen zu besetzen, Heime schliessen, ambulante Dienste müssen Verträge kündigen, Krankenhausbetten werden gesperrt und Notfälle werden abgewiesen....
Mit der konzertierten Aktion Pflege möchte man nun gegensteuern ...Schätzungen zur Folge haben wir im Jahr 2030 etwa 300 TSD unbesetzte Stellen im Pflegebereich.
Es wandern zur Zeit immer mehr Fachkräfte in zeitarbeitsfirmen ab- die Bezahlung ist teilweise überdurchschnittlich (eine ehemalige Schülerin bringt es durch flexiblen Einsatz im Radius von 150 km auf NETTO 4000,- !) .
So wie es aussieht ist es den Politikern offensichtlich egal was mit dem Pflegesektor geschieht sonst würde man wohl kaum immer öfter lesen dass sich mehr und mehr Leute an Pflegekräfte aus dem Ausland wenden.
Sprechen Sie von den über Agenturen vermittelten Personen, bevorzugt aus Polen, die 3 Monate in Haushalten leben und dort grundpflegerische und hauswirtschaftliche Leistungen gegen Entgelt, Kost und Logis anbieten?
Bitte beachten Sie, dass wir ein Forum für FACHkräfte sind.
Also GuKP, AP, GuKKP die in Institutionen angestellt sind und dort als AN tätig sind und auch idR tariflich entlohnt werden und zu üblichen Konditionen arbeiten
Unter Beachtung arbeitsrechtlicher Aspekte zum Tariflohn TvÖD (zuzuüglich 23 % AG Zulage) privat Pflegekräfte im Dreischichtsystem zu beschäftigen (jede deckt nur eine Schicht ab!)dürfte für einen Privathaushalt kaum möglich sein
Ich arbeite hauptsächlich bei einer privaten Pflegeagentur und nur von Zeit zu Zeit im lokalen Krankenhaus als Kinderkrankenschwester.
Allerdings habe ich nicht nur davon gelesen sondern es auch schon von vielen Bekannten gehört dass sich die Leute z.B. an Agenturen wenden wenn sie auf die Schnelle eine Pflegekraft benötigen.
Auch hier frage ich mich wieder, ob wir vom selben sprechen ....ich glaube kaum, dass die vermittelten Personen, die 24 Stunden im Privathaushalt leben und "allzeit bereit" sind wirklich Fachkräfte sind...