News Intensivpflege an der Belastungsgrenze

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Der eklatante Mangel an Fachpflegepersonen könnte kurzfristig zu besorgniserregenden Engpässen auf den Intensivstationen führen. Die Erhöhung der Arbeitszeit und ein Aussetzen der Personaluntergrenzen sei keine Lösung des Problems, kritisiert der Deutsche Berufsverband für Pflegeberufe (DBfK).

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Ich verstehe überhaupt nicht, dass unter diesen Voraussetzungen, die Politik dann auch noch ganz großzügig anbietet aus anderen Ländern Intensivpatienten zu übernehmen :gruebel:

Die betroffenen Pflegekräfte wurden sicher nicht gefragt ob sie bereit sind auch noch diese zusätzliche Belastung mitzutragen :nurse:
 
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Na ja, noch haben wir zumindest regional Kapazitäten, in benachbarten Regionen im Ausland vielleicht nicht. Es gibt noch sowas wie ethische Grundsätze. Nach unserer Verfassung darf die Herkunft eines Menschen nicht zur Benachteiligung führen.

Ich denke, wir werden eher wieder damit beginnen, elektive Behandlungen zu verschieben. Eine Triage nach Dringlichkeit. Find ich auch besser.
 
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„Man muss keine Mathematikerin sein, um zu wissen, dass die Intensivkapazitäten bei den aktuellen Trends bald erschöpft sind, denn die Zahlen werden zunächst steigen, bevor der Lockdown hoffentlich wirkt“, sagt Professorin Christel Bienstein, Präsidentin des DBfK. „Der Personalmangel besteht nicht erst seit der Pandemie. Wenn die Intensivstationen nun an ihre Belastungsgrenzen stoßen, kann die Lösung nicht lauten, dass infizierte Pflegefachpersonen eingesetzt oder die Arbeitszeiten noch weiter ausgedehnt werden. Hier werden jahrzehntelange Versäumnisse auf dem Rücken der beruflich Pflegenden ausgetragen.“


Da muss ich Prof. Bienstein - so wie fast immer - zustimmen.
 
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Ich verstehe überhaupt nicht, dass unter diesen Voraussetzungen, die Politik dann auch noch ganz großzügig anbietet aus anderen Ländern Intensivpatienten zu übernehmen :gruebel:
Weil unsere Kollegen durchaus bereit sind, die Mitmenschen ihres Wohnortes zu Versorgen.
Nur, weil das Krankenhaus in Deutschland steht bedeutet das nicht, dass nur Deutsche dort arbeiten und auch nicht, dass alle, die dort arbeiten, in Deutschland wohnen.
Als jemand, der nur 4km von der Grenze entfernt wohnt bin ich froh, dass die Grenzregionen sich unterstützen. Wenn uns die "Großstadt-Politiker" lassen, sogar noch ein bisschen mehr als von dort angeboten.

In solchen Krisen wie zur Zeit ist es schlimm genug, dass die 70 Jahre Arbeit, die gemacht wurde um die verschiedenen Länder näher zusammen zu bringen, in Frage gestellt wird.
Grenzenlos reisen will jeder, aber wenn es Probleme gibt sollen die Grenzen wieder geschlossen werden.

Einfach nur traurig :cry1::cry1::cry1:
Einer
 
Es gibt noch sowas wie ethische Grundsätze. Nach unserer Verfassung darf die Herkunft eines Menschen nicht zur Benachteiligung führen.
Hoppala, ich meine jetzt begibst du dich auf sehr, sehr dünnes Eis.
Zugegeben - ein wenig polemisch und provokativ Formuliert:
Wenn ich deiner Argumentation folge stelle ich mir die Frage:
Gilt die Benachteiligung nur für Coviderkrankte und dann nur aus Nachbarländern, oder auch für Andere?
Müssten wir dann nicht auch Pat. übernehmen z.B. aus Russland, Brasilien, USA usw.?
@einer - auch aus diesen Ländern arbeiten MA in unseren KH.

Dass dies unser Gesundheitssystem nicht durchhält, zumal wenn es selbst in der Krise steckt, liegt auf der Hand und sich Chefärzte öffentlich über Triagierung Gedanken machen.

Um nicht falsch Verstanden zu werden, natürlich bin ich für Hilfe. Wenn wir den Vorhersagen der Virolgen glauben für die nächsten Wochen, den Hilferufen der Klinikleiter und der Fachverbände wie DBFK, dann befinden sich unser Gesundheitssystem bereits jetzt selbst in der Krise und schlittern noch weiter in diese in den nächsten Wochen.

Auch wenn das Wünschenswert wäre und ist, müssen wir doch auch den Fokus auf das Machbare unseres Gesundheitssystems legen.
 
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Natürlich müssen wir schauen, was machbar ist. Aber so lange es machbar ist, auch Patienten aus anderen Regionen aufzunehmen, sollten wir dies tun und nicht diejenigen kategorisch ablehnen, die auf der falschen Seite der Grenze leben.

Ich lebe und arbeite in einer Region, die es zumindest im Frühjahr nicht so schwer erwischte und die jetzt zwar auch schon über 100 Infizierte pro 100.000 Einwohner hat, aber eben auch nicht viel mehr. Ich denke, jeder sollte im Rahmen seiner Möglichkeiten seinen Beitrag leisten. Und wenn es bei uns noch Kapazitäten gibt, dann sollten diese Patienten zugute kommen, die sie benötigen - unabhängig von deren Wohnort.

Es gibt zig Projekte, in denen die Einrichtungen in den Grenzregionen im Notfall grenzübergreifend zusammenarbeiten. Wenn das bei hohen Patientenzahlen z.B. durch eine Massenkarambolage funktioniert, warum sollte dann bei hohen Zahlen durch eine Infektionserkrankung jedes Land wieder sein eigenes Süppchen kochen? Ergibt für mich keinen Sinn.

Sind die Kapazitäten ausgereizt, kann man niemanden mehr aufnehmen (oder muss sich halt überlegen, ob man sie ausweiten kann), aber von vornherein Patienten aus dem benachbarten Ausland abzulehnen halte ich für falsch.
 
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Hallo Claudia,
mein Herz stimmt dir zu, mein Verstand sagt Vorsicht!

Bei uns gibt es genug Betten, aber bereits jetzt kein Personal mehr. Mehrere Kliniken im Umkreis haben die selben Probleme.
Bereits vor Covid waren Betten gesperrt. Jetzt haben wir zusätzlich Personalausfall durch Risiko- und Hochrisikomitarbeiter die versetzt werden mussten, MA in Quarantäne und auch infizierte MA, Krankmeldungen und die langsam anrollende Erkältungswelle.
Mag mir nicht Vorstellen was los ist, wenn die Vorhersagen in den nächsten 4 Wochen Wirklichkeit werden sollten.
 
Bei uns gibt es genug Betten, aber bereits jetzt kein Personal mehr. Mehrere Kliniken im Umkreis haben die selben Probleme.
Das würde ich jetzt ebenfalls unter "nicht vorhandene Kapazitäten" einordnen. Man kann nach Lösungen suchen; hier werden z.B. Pflegende mit Intensiverfahrung, die aber derzeit woanders arbeiten, wieder auf die Intensivbereiche zurück versetzt (das dürfte auch arbeitsrechtlich kein Problem sein). Aber damit wirst Du die Lücken wahrscheinlich nicht voll bekommen.

Wenn ich niemanden mehr versorgen kann, kann ich natürlich auch keine Patienten aus anderen Gegenden mehr aufnehmen. Aber da gibt es eben wirklich deutliche regionale Unterschiede. Kategorisch alle Patienten aus dem Ausland abzulehnen wäre da der falsche Weg.
 
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