News Infizierte in Pflegeheimen könnten nicht mitgezählt werden

Aber das ist nun mal täglich der Fall...PEG ja oder nein? Lebenserhaltende Maßnahmen ja oder nein?
Entschuldige bitte, aber lebenserhaltende Maßnahmen ja oder nein unter normalen Bedingungen sind doch hier nicht das Thema.

Es geht darum, ob sich aus wirtschaftlichen Gründen bei unseren Senioren gegen eine aufwändige Therapie entschieden wird.

Ich zumindest habe zu coronafreien Zeiten in der (sicher im Einzelfall sinnvollen) Diskussion über lebensverlängernde Massnahmen noch nie erlebt, dass eine Entscheidung, von wem auch immer, über den Kopf des Menschen/Bevollmächtigten hinweg getroffen wird. Und das ist gut so!

Meiner Meinung nach sind wir bzw. die Forschung in Bezug auf Corona noch lange nicht so weit, diesbezüglich eine verlässliche Aussage getroffen (oder verbindliche Leitlinie geschaffen) werden könnte, wessen Leben verlängert werden sollte/könnte/müsste und wessen nicht.
 
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Umgekehrt wird ein Schuh draus - aus wirtschaftlichem Interesse wird jeder beatmet. In einer chinesischen Studie ist rausgekommen, dass über 90 % trotz dieser Beatmung sterben.

 
Was soll ich denn umgekehrt sehen?
Im Moment springst du bzgl. der Gründe für "Therapieoptimierung", je nach Antwort, von Friseuren zu Palliativkonzepten zu "gierigen" Krankenhäusern ...

Es ist unstrittig (und ich habe nie etwas anderes gesagt), dass viele Patienten trotz Beatmung sterben und natürlich (ich wiederhole mich) ist eine adäquate Diskussion über lebensverlängernde Maßnahmen generell sinnvoll. Vermutlich ist sogar die jetzige Situation ein guter Anreiz diese Diskussion aufzufrischen...

Der Punkt ist aber und daran ändert dein link immer noch nichts (weil keine gegenteilige Aussage), dass Menschen nicht einfach der freien Wirtschaft (die übrigens du initial in die Diskussion gebracht hast #7) „geopfert“ werden dürfen. Es muss der freie Wille der Patienten sein.

„Profitgierige“ in Krankenhäusern sind ja nun wirklich ein alter Hut …. aber damit wir „draussen“ in wirtschaftlicher Bequemlichkeit leben können, gibt der „wir helfen ihr schneller auf die andere Seite“ Diskussion einen ganz neuen Geschmack. Palliatives Deckmäntelchen ... dagegen würde ich mich als Palliativmedizinerin verwehren.
 
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Auch ich sehe einen großen Unterschied darin, ob ich mich bei einem bestimmten Patienten aufgrund seine Zustands (und mit seinem Einverständnis) dazu entscheide, keine belastende Maximaltherapie mehr zu beginnen (oder auch selbige abzubrechen) oder ob ich Patienten ab einem bestimmten Alter oder dem Wohnort Altenheim von vornherein von dieser Therapiemöglichkeit ausschließe. Dann haben Diagnose und Zustand nämlich ganz schnell keinen Stellenwert mehr. Dann lassen wir nicht nur die Corona-Patienten unbehandelt versterben, sondern auch die mit Infarkt, Apoplex, Niereninsuffizienz - rentiert sich nicht, ist alt, stirbt eh bald.

Das ist die Entscheidung über "lebensunwertes Leben". Das hatten wir in diesem Land schon einmal, und unsere Berufsgruppe hat sich damals nicht gerade mit Ruhm bekleckert.

Ich habe Jahre im Palliativbereich gearbeitet. Ich kann sehr gut mit dem Therapieverzicht am Lebensende umgehen und hab ihn bei vielen Patienten auch mitgetragen. Aber diese Entscheidungen wurden nicht aus Mangel an Kapazitäten getroffen - und schon gar nicht aufgrund dessen, dass die Behandlung von Schwerkranken nicht rentabel war.
 
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