Gewichtsbestimmung

Dieses Thema im Forum "Fachliches zu Pflegetätigkeiten" wurde erstellt von Deichrutscher, 02.10.2006.

  1. Deichrutscher

    Deichrutscher Newbie

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    Guten Morgen zusammen!

    Ich habe ein kleines Problem, sicher könnt ihr mir helfen. In unserem Pflegedienst wird seit neuestem bei allen Pat der BMI bestimmt. An sich ja keine schlechte Sache, aber wie bestimme ich den BMI wenn der Pat bettlägerig ist und nicht auf eine Wage steigen kann? Gibt es eine Möglichkeit das Gewicht zu bestimmen anhand von Formeln, Messen oder ähnliches? Wie ich den BMI korrigieren muss wenn ein Bein o.ä. fehlt habe ich schon im I-net gefunden.
    Bin für jede Hilfe dankbar!

    Gruße René
     
  2. Nordlicht

    Nordlicht Poweruser

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    Moin René,

    bei uns bekommen die Pflegepat. auch eine BMI-Einstufung - aber nur, wenn es machbar ist.
    Ebenso erhebe ich keinen BMI bei Pat. mit Amputationen. Wo es geht, gerne, aber nicht auf Biegen und Brechen, damit eine Checkliste abgehakt werden kann.
    Wir haben uns dafür entschieden, dass es durchaus Abweichungen vom Standard geben kann.

    Der BMI ist ein Parameter von Vielen und in diesen Fällen dokumentieren wir: "BMI nicht, weil..." und "Hausarzt kontrolliert Laborbefunde".
     
  3. Elisabeth Dinse

    Elisabeth Dinse Poweruser

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    Wozu braucht es den BMI? Ist es ein pflegerelevanter Wert? Ergibt sich aus dem Wert eine Maßnahme?

    Ein Arzt läßt (sollte) auch nicht alle möglichen Werte bestimmen, sondern nur die welche er zur Therapie benötigt.

    Elisabeth
     
  4. antonietta

    antonietta Newbie

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    Hi,ich versteht das auch nicht was das für Relevanz hat....

    Voraussetzungen für BMI : Grösse + Gewicht.

    Trotzdem ist dieser Wert oft Schwachsinn.
    Stell Dir ein Bodybilder vor mit 180cm und Gewicht über 100Kg = Hoher BMI .......ist er jetzt deswegen adipös???? Bestimmt nicht:schraube:
     
  5. Gego

    Gego Poweruser

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    Ein zu großer oder zu kleiner BMI (Adipositas/Kachexie) gilt als sog. pflegeaufwandsrelevante Zusatzdiagnose in den DRG's. Es geht also mal wieder um's liebe Geld!
     
  6. Elisabeth Dinse

    Elisabeth Dinse Poweruser

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    Na denn: massive Aszites oder Ödeme- falsch hoher BMI. Aber die Zahl bringts Geld. *lol*

    So einfach dürfte das kaum funktionieren. Nebendiagnosen dürfen keine primäre Beziehung zur Erkrankung haben. Beispiel: Harnwegsinfekt- als Nebendiagnose in der Nephrologie/ Urologie keine Anrechnung im Sinne einer Erlöserhöhung. Anders in der Neurologie- da bringt der Harnwegsinfekt ev. den gewünschten Erfolg- wenn die Ursache neurologisch begründbar ist: DK wegen neurologisch bedingten Harnverhalt.
    Bleiben wir bei dem Beispiel mit der Aszites und dem hohen BMI- keine Erlöserhöhung. Ähnlich wird es sich bei der Kachexie bei Krebserkrankungen verhalten.

    Ich denke, es wird nur wenige Erkrankungen geben, wo man die BMI Abweichungen kostenrelevant einsetzen kann.

    Elisabeth
     
  7. Nordlicht

    Nordlicht Poweruser

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    Bei niedrigem BMI kann Zusatznahrung vom Arzt rezeptiert und von den KK gezahlt werden, da muß ich natürlich auch einen BMI und am Besten auch einen Vergleichswert ermittelt haben.

    Mal ehrlich: bei der Aufnahme ist Größe und Gewicht doch selbstverständlich, daraus den BMI ermitteln ist auch keine Herausforderung. Regt sich jemand auf, RR und P zu messen? So, einmal die Daten erhoben und gut.


    Sicherlich ergibt sich aus dem Wert nicht gleich eine Maßnahme, wie Elisabeth in ihrem ersten Posting fragte, doof ist es nur, wenn sich im Laufe der Zeit der Zustand des Pat. verändert und man nicht mehr nachvollziehen kann, wie es am Anfang mal war.

    Obwohl es eben Kandidaten gibt, bei denen schwerlich ermittelt werden kann und wo abweichend dokumentiert wird.
     
  8. Wolle

    Wolle Newbie

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    Hi, anhand eines Kniehöhenmesser's kann man die Körpergröße feststellen, das Gewicht über die Messung der Hautfalte ( in der amb.Pflege eher unpraktikabel) . BMI = Körpergröße in Meter ( z.B. 1.80x1.80 = 3,24), anschl. Körpergewicht durch errechnetes Ergebnis ( z.B. 78 kg: 3,24 = BMI 24,07)!

    BMI ist -wie bereits erwähnt - nur eine Größe zur Beurteilung des Ernährungszustandes, viel wichtiger ist jedoch das Ernährungsverhalten in den letzten 6-8 Wochen. Ist hier ein Gewichtsverlust registriert worden, sollte in jedem Fall reagiert werden.
    Wie so häufig ist die Dokumentation für die Kontrollorgane - wie MDK - das a+o. Man sollte immer darauf achten, sich rechtlich nach allen Seiten hin abzusichern und das geht eben nur über die Dokumentation!!
    Liebe Grüße, Wolle
     

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