@Martin H. : Lieber Kollege, da ich es immer schön finde, mit- statt übereinander zu reden habe ich mich schnell hier angemeldet und gebe gerne einen kurzen Überblick über unsere Aktivitäten (dies bezieht sich nur auf das Jahr 2021):
- Wir haben rund 50 Veranstaltungen durchgeführt, pandemiebedingt fast ausschließlich online; Schwerpunktthemen waren die generalistische Ausbildung, Infos und viele viele Fragen zur Praxisanleitung, dann zur pflegerischen Weiterbildung und - ganz wichtig - den Vorbehaltsaufgaben nach §4 PflBG. Insgesamt haben daran mehrere 1000 Personen teilgenommen. Kleine Anekdote am Rande: gerade gestern war eine Kollegin aus NRW in einer unserer online-Veranstaltungen - weil es bei ihr nichts dergleichen gibt!
- Wir haben auf Einladung der jeweiligen Veranstalter bei rund 25 Veranstaltungen Impulsreferate bzw. Vorträge gehalten, sowohl online wie auch in Präsenz. Auch hier Schwerpunkt Praxisanleitung, Vorbehaltsaufgaben und generelle Berufspolitik. Wieviele Personen wir hierüber erreicht haben kann ich nicht genau quantifizieren, es dürften ebenfalls einige hundert sein.
- Wir haben unsere vom dip und der AGP erstellte Monitoring-Studie zum Pflegepersonalbedarf in Bayern in 8 Regionalkonferenzen vorgestellt. Das hat rund 400 Personen erreicht, v.a. und gerade auch aus der Politik. Die Studie und eine PM dazu finden Sie
hier.
- Wir bieten eine laufende berufsrechtliche Beratung an, hatten eine Corona-Hotline geschalten und gezielte Informationsveranstaltungen zum Thema Corona-Impfung im Angebot. Auch diese Angebote werden intensiv von den Kolleg*innen angenommen, in diesem Jahr rund 500.
- Wir führen ein übergreifendes Projekt zur Entwicklung eines Wiedereinsteigs-Programms durch. Damit setzen wir - als einziger Akteur bundesweit bisher - einen Beschluß der KAP aus dem Jahr 2019 um. Aktuell zieht nun auch die Arbeitnehmerkammer Bremen nach. ALLE anderen Akteure (DPR, verdi, DBfK, DKG, bpa usw.) haben sich weggeduckt und NICHTS gemacht.
- Wir haben die bundesweite Fachdiskussion über Wahrnehmung und Auslegung der Vorbehaltsaufgaben angestoßen und beteiligen uns maßgeblich an dieser Arbeit. Hierzu verweise ich auf eine Publikation von Herrn Prof. Dr. Klie und mir in PflegeRecht, Ausgaben 07 & 08/2021, sowie auf den Beitrag von Prof. Dr. Weidner in Die Schwester/ Der Pfleger in Ausgabe 12/2021. Prof. Weidner vermittelt hier Inhalte, die im von uns initiierten Think Tank erarbeitet wurden.
- Wir haben uns in einer Vielzahl von Gremien in Bayern aktiv eingebracht und berufspolitische Arbeit gemacht - die leider immer nur schwer transparent zu machen ist. Dazu gehören auch der laufende Kontakt mit Politikern und unzählige politische Gespräche.
- Wir bringen uns in Bayern aber auch im Bund in Gesetzgebungsverfahren ein. Beispiel: wir haben (neben anderen) beim BMG massiv gegen die QFR-RL des GBA protestiert, konkret gegen den faktischen Berufsauschluß künftiger Absolventen der Generalistik aus der Neonatologie. Resultat ist, dass Hr. Spahn sein Veto-Recht gezogen hat und die Richtlinie derzeit immer noch rechtlich geprüft wird.
- Zu sehr vielen Themen haben wir uns mit Pressemitteilungen geäußert, die Sie ebenfalls
hier einsehen können. Wenn Sie da mal reinschauen, werden Sie feststellen, dass wir uns gerade jüngst (bzgl. Tarifabschluß der LÄNDER) auch sehr kritisch der bayerischen Staatsregierung gegenüber geäußert haben. Es ist halt inakzeptabel, dass einerseits laute politische Stimmen mehr Geld für die Pflege fordern - aber wenn sie dann als Arbeitgeber am Tarifverhandlungstisch sitzen davon nichts zu merken ist.
- Wir haben ein umfangreiches Informationsangebot über sub-Homepages aufgebaut. Schauen SIe einfach mal rein:
www.vdpb-bayern.de;
www.vdpb-praxisanleitung.de;
www.vdpb-weiterbildung.de; Hier finden Sie z.B. überall umfangreiche FAQ´s, mit denen wir Fragestellungen und Probleme der Praxis aufgreifen und beantworten.
- In den sozialen Medien hat unsere Öffentlichkeitsarbeit sehr viele (ich hab nicht gezählt wieviele) Posts platziert, die auf unsere Arbeit, Angebote und Positionen hingewiesen haben.
- Zu guter letzt: Sie können auch zum nachlesen gerne unseren aktuellen Rechenschaftsbericht anschauen:
hier entlang!
Soweit mal einige Fakten; die Aufzählung ist allerdings leider nicht vollständig - ich wollte es ja kurz machen.
Sie haben aber in einem Punkt mit Ihrer Kritik recht (und das ist uns durchaus bewusst): wir stellen noch zu wenig dar, was wir alles machen. Klappern gehört bekanntlich zum Handwerk, und da können und müssen wir noch besser werden. Aber auch da sind wir dran.
Ansonsten habe ich den Eindruck, dass es nicht viele Organe der beruflichen Selbstverwaltung der Pflege in Deutschland gibt, die eine ähnliche Bilanz vorweisen können. "Zahnlose Papiertiger" sind für mich was anderes...
Wenn Fragen sind, gerne jederzeit melden. Meine Kontaktdaten stehen ebenfalls auf unserer Homepage.
Alles Gute und herzlichen Gruß
B. Krautz