News Fortschritt!? Pflege und Gesundheit im Koalitionsvertrag

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Der Deutsche Berufsverband für Pflegeberufe (DBfK) sieht viele seiner Forderungen im gestern vorgestellten Koalitionsvertrag aufgenommen. Nun kommt es dem Verband zufolge auf die entschlossene und fundierte Umsetzung an, damit die Pflege als Beruf wieder attraktiv wird und die Gesundheitsversorgung in Deutschland zukunftsfähig werden kann.

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Leider nur Blabla... Die Pflege gehört schon lange akademisiert.... Alles andere ist sinnlos.....
 
Leider nur Blabla...
Sicher, man könnte immer noch mehr machen. Aber findest Du nicht, daß vieles zumindest in die richtige Richtung geht?
Die Pflege gehört schon lange akademisiert....
Grundsätzlich stimme ich Dir da zu.
Aber was genau verstehst Du darunter?
Alles andere ist sinnlos.....
Naja, da sehe ich schon noch einige Maßnahmen mehr, die der Profession Pflege - unabhängig von der Akademisierung - helfen würden und sie weiterbringen könnten. :wink1:
 
Ich sehe da durchaus einiges positives drin. Aber nun kommt es, wie erwähnt auf die Umsetzung an:

Heilkundliche Tätigkeiten --> Wäre schon mal was, aber versucht man schon länger. Die KBV hangelt sich da von Modellklausel zu Modellklausel. Da ist aber Druck auf dem Kessel, da die medizinische Versorgung gerade in ländlichen Gebieten zunehmend gefährdet ist. Es bleibt spannend.

Allgemein zum Thema akademisierung: Die FDP sagte ja schon im Vorfeld, mal will Karrierewege von der Hilfkraft bis zur Professur schaffen. Ausbildungsvergütung auch für Studenten auf jedenfall zu begrüßen.

Stärkere Stimme des DPR im G-BA zu begrüßen --> Was das heißt, bleibt abzuwarten

Befragung der Pflegekräfte ob eine Selbstverwaltung gewünscht ist (habe ich das Richtig verstanden?): Bin immer noch dafür, dass man die Kammern einfach einführt und fertig. Ohne bimbamborium. Im Endeffekt hat man mit der "stärkeren Stimme" des DPR die Kammergegner befriedigt. Von mir aus sollen die einfach nen "Pflegering" als KdöR machen und fertig. Man kann zu denen ja sagen, was man will. Aber die machen wirklich inhaltliche Arbeit. Wahrscheinlich auch deswegen, weil sich in der Pflege niemand für die Interessiert.
 
Aber die "Vereinigung der Pflegenden Bayern" (VdPB) ist bereits eine Körperschaft des öffentlichen Rechts.
Dennoch bleibt bei ihr das Problem bestehen, daß die Berufsangehörigen der Pflege in Bayern NICHT Pflichtmitglieder sein müssen und sie auch keine Beiträge erhebt (erheben darf). Sie wird vom Freistaat Bayern nach Kassenlage bezahlt und ist damit in keinster Weise unabhängig. Auf deutsch gesagt, ein zahnloser Papiertiger.
Und genau das ist die Crux und unterscheidet sie ja auch grundsätzlich von echten Kammern.


Abgesehen davon, ohne den Kollegen in der VdPB auf die Füße treten zu wollen:
Was für eine gute inhaltliche Arbeit machen sie denn?
Mir sind sie bislang nur bekannt durch die Registrierung der Praxisanleiter in Bayern sowie den Freiwilligenpool. Diese Aufgaben wurden ihr wohl vom Freistaat zugewiesen.
 
@Martin H. : Lieber Kollege, da ich es immer schön finde, mit- statt übereinander zu reden habe ich mich schnell hier angemeldet und gebe gerne einen kurzen Überblick über unsere Aktivitäten (dies bezieht sich nur auf das Jahr 2021):
- Wir haben rund 50 Veranstaltungen durchgeführt, pandemiebedingt fast ausschließlich online; Schwerpunktthemen waren die generalistische Ausbildung, Infos und viele viele Fragen zur Praxisanleitung, dann zur pflegerischen Weiterbildung und - ganz wichtig - den Vorbehaltsaufgaben nach §4 PflBG. Insgesamt haben daran mehrere 1000 Personen teilgenommen. Kleine Anekdote am Rande: gerade gestern war eine Kollegin aus NRW in einer unserer online-Veranstaltungen - weil es bei ihr nichts dergleichen gibt!
- Wir haben auf Einladung der jeweiligen Veranstalter bei rund 25 Veranstaltungen Impulsreferate bzw. Vorträge gehalten, sowohl online wie auch in Präsenz. Auch hier Schwerpunkt Praxisanleitung, Vorbehaltsaufgaben und generelle Berufspolitik. Wieviele Personen wir hierüber erreicht haben kann ich nicht genau quantifizieren, es dürften ebenfalls einige hundert sein.
- Wir haben unsere vom dip und der AGP erstellte Monitoring-Studie zum Pflegepersonalbedarf in Bayern in 8 Regionalkonferenzen vorgestellt. Das hat rund 400 Personen erreicht, v.a. und gerade auch aus der Politik. Die Studie und eine PM dazu finden Sie hier.
- Wir bieten eine laufende berufsrechtliche Beratung an, hatten eine Corona-Hotline geschalten und gezielte Informationsveranstaltungen zum Thema Corona-Impfung im Angebot. Auch diese Angebote werden intensiv von den Kolleg*innen angenommen, in diesem Jahr rund 500.
- Wir führen ein übergreifendes Projekt zur Entwicklung eines Wiedereinsteigs-Programms durch. Damit setzen wir - als einziger Akteur bundesweit bisher - einen Beschluß der KAP aus dem Jahr 2019 um. Aktuell zieht nun auch die Arbeitnehmerkammer Bremen nach. ALLE anderen Akteure (DPR, verdi, DBfK, DKG, bpa usw.) haben sich weggeduckt und NICHTS gemacht.
- Wir haben die bundesweite Fachdiskussion über Wahrnehmung und Auslegung der Vorbehaltsaufgaben angestoßen und beteiligen uns maßgeblich an dieser Arbeit. Hierzu verweise ich auf eine Publikation von Herrn Prof. Dr. Klie und mir in PflegeRecht, Ausgaben 07 & 08/2021, sowie auf den Beitrag von Prof. Dr. Weidner in Die Schwester/ Der Pfleger in Ausgabe 12/2021. Prof. Weidner vermittelt hier Inhalte, die im von uns initiierten Think Tank erarbeitet wurden.
- Wir haben uns in einer Vielzahl von Gremien in Bayern aktiv eingebracht und berufspolitische Arbeit gemacht - die leider immer nur schwer transparent zu machen ist. Dazu gehören auch der laufende Kontakt mit Politikern und unzählige politische Gespräche.
- Wir bringen uns in Bayern aber auch im Bund in Gesetzgebungsverfahren ein. Beispiel: wir haben (neben anderen) beim BMG massiv gegen die QFR-RL des GBA protestiert, konkret gegen den faktischen Berufsauschluß künftiger Absolventen der Generalistik aus der Neonatologie. Resultat ist, dass Hr. Spahn sein Veto-Recht gezogen hat und die Richtlinie derzeit immer noch rechtlich geprüft wird.
- Zu sehr vielen Themen haben wir uns mit Pressemitteilungen geäußert, die Sie ebenfalls hier einsehen können. Wenn Sie da mal reinschauen, werden Sie feststellen, dass wir uns gerade jüngst (bzgl. Tarifabschluß der LÄNDER) auch sehr kritisch der bayerischen Staatsregierung gegenüber geäußert haben. Es ist halt inakzeptabel, dass einerseits laute politische Stimmen mehr Geld für die Pflege fordern - aber wenn sie dann als Arbeitgeber am Tarifverhandlungstisch sitzen davon nichts zu merken ist.
- Wir haben ein umfangreiches Informationsangebot über sub-Homepages aufgebaut. Schauen SIe einfach mal rein: www.vdpb-bayern.de; www.vdpb-praxisanleitung.de; www.vdpb-weiterbildung.de; Hier finden Sie z.B. überall umfangreiche FAQ´s, mit denen wir Fragestellungen und Probleme der Praxis aufgreifen und beantworten.
- In den sozialen Medien hat unsere Öffentlichkeitsarbeit sehr viele (ich hab nicht gezählt wieviele) Posts platziert, die auf unsere Arbeit, Angebote und Positionen hingewiesen haben.
- Zu guter letzt: Sie können auch zum nachlesen gerne unseren aktuellen Rechenschaftsbericht anschauen: hier entlang!

Soweit mal einige Fakten; die Aufzählung ist allerdings leider nicht vollständig - ich wollte es ja kurz machen.

Sie haben aber in einem Punkt mit Ihrer Kritik recht (und das ist uns durchaus bewusst): wir stellen noch zu wenig dar, was wir alles machen. Klappern gehört bekanntlich zum Handwerk, und da können und müssen wir noch besser werden. Aber auch da sind wir dran.

Ansonsten habe ich den Eindruck, dass es nicht viele Organe der beruflichen Selbstverwaltung der Pflege in Deutschland gibt, die eine ähnliche Bilanz vorweisen können. "Zahnlose Papiertiger" sind für mich was anderes... ;)

Wenn Fragen sind, gerne jederzeit melden. Meine Kontaktdaten stehen ebenfalls auf unserer Homepage.

Alles Gute und herzlichen Gruß
B. Krautz
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo @B. Krautz , jetzt war ich etwas überrascht, denn eigentlich ging meine Frage an @Romsen2014 , da er ja schrieb, Sie würden so gute inhaltliche Arbeit machen... aber umso besser, wenn Sie sich hier selbst zu Wort melden, da erfährt man die Dinge aus erster Hand. :wink1:
Nur kurz ein paar Punkte herausgegriffen:

- Wir haben rund 50 Veranstaltungen durchgeführt, pandemiebedingt fast ausschließlich online; Schwerpunktthemen waren die generalistische Ausbildung, Infos und viele viele Fragen zur Praxisanleitung, dann zur pflegerischen Weiterbildung und - ganz wichtig - den Vorbehaltsaufgaben nach §4 PflBG. Insgesamt haben daran mehrere 1000 Personen teilgenommen. Kleine Anekdote am Rande: gerade gestern war eine Kollegin aus NRW in einer unserer online-Veranstaltungen - weil es bei ihr nichts dergleichen gibt!
Sie waren gewiss sehr fleißig (jedenfalls liest es sich so). Und daß insbesondere die Praxisanleitung offenbar eines Ihrer Haupttätigkeitsfelder ist, habe ich auch mitgekriegt (z. B. läuft m. W. die Registrierung der Praxisanleiter über Sie, wenn ich nicht irre).
Zu der Kollegin aus NRW:
Kein Wunder, daß es bei ihr "nichts dergleichen gibt": Die Pflegekammer NRW hat m. W. gerade einmal mit dem Errichtungsausschuß gestartet, die Registrierung zur Wahl läuft noch bis 21. 12., kein Wunder, daß die bisher noch nichts inhaltlich machen konnten! ;)
- Wir bieten eine laufende berufsrechtliche Beratung an, hatten eine Corona-Hotline geschalten und gezielte Informationsveranstaltungen zum Thema Corona-Impfung im Angebot. Auch diese Angebote werden intensiv von den Kolleg*innen angenommen, in diesem Jahr rund 500.
Sehr gut, berufsrechtliche Beratung bieten aber sowohl DBfK als auch Verdi ebenfalls an. Zum Thema Corona hat der DBfK einiges an Infos geboten, an einer Fortbildung mit Prof. Protzer (online) habe ich selbst teilgenommen.
- Wir führen ein übergreifendes Projekt zur Entwicklung eines Wiedereinsteigs-Programms durch. Damit setzen wir - als einziger Akteur bundesweit bisher - einen Beschluß der KAP aus dem Jahr 2019 um.
Was ist die "KAP"?
- Wir haben die bundesweite Fachdiskussion über Wahrnehmung und Auslegung der Vorbehaltsaufgaben angestoßen und beteiligen uns maßgeblich an dieser Arbeit. Hierzu verweise ich auf eine Publikation von Herrn Prof. Dr. Klie und mir in PflegeRecht, Ausgaben 07 & 08/2021, sowie auf den Beitrag von Prof. Dr. Weidner in Die Schwester/ Der Pfleger in Ausgabe 12/2021. Prof. Weidner vermittelt hier Inhalte, die im von uns initiierten Think Tank erarbeitet wurden.
Danke für den Hinweis, den Artikel von Prof. Weidner werde ich mir zu Gemüte führen.
Aber die bundesweite Diskussion über Vorbehaltsaufgaben wurde auch sehr stark von DBfK und Pflegekammern forciert.
- Wir bringen uns in Bayern aber auch im Bund in Gesetzgebungsverfahren ein. Beispiel: wir haben (neben anderen) beim BMG massiv gegen die QFR-RL des GBA protestiert, konkret gegen den faktischen Berufsauschluß künftiger Absolventen der Generalistik aus der Neonatologie.
Sehr gut.
Allerdings haben (wie Sie ja selbst schreiben) hier auch andere Akteure heftig protestiert. Z. B. der DPR als Dachverband der Berufsverbände:
Wenn Sie da mal reinschauen, werden Sie feststellen, dass wir uns gerade jüngst (bzgl. Tarifabschluß der LÄNDER) auch sehr kritisch der bayerischen Staatsregierung gegenüber geäußert haben.
Grundsätzlich halte ich das für sehr gut.
Aber, und das ist mein großer Kritikpunkt:
Sie sind als VdPB eben nicht unabhängig, sondern hängen in jeder Hinsicht an der bayerischen Staatsregierung; insbesondere fehlt Ihnen die finanzielle Unabhängigkeit ggü. dem bayerischen Freistaat.
D. h., Sie können sich zwar jederzeit kritisch äußern - im Zweifelsfall dreht Ihnen aber der Freistaat den Geldhahn zu, wenn´s zu kritisch werden sollte.
Das ist bei echten Kammern eben nicht der Fall!
Sie haben aber in einem Punkt mit Ihrer Kritik recht (und das ist uns durchaus bewusst): wir stellen noch zu wenig dar, was wir alles machen. Klappern gehört bekanntlich zum Handwerk, und da können und müssen wir noch besser werden. Aber auch da sind wir dran.
Das mag auch eine Rolle spielen, aber das mache ich Ihnen nicht zum Vorwurf:
Denn was die Öffentlichkeitsarbeit betrifft, schaffen es auch DBfK und etliche andere Berufsverbände sowie die Pflegekammern nicht wirklich, eine gute Öffentlichkeitsarbeit zu machen, um zu zeigen, was sie alles machen bzw. schon erreicht haben.
Ich glaube, in dem Punkt müsste Pflege generell einfach noch viel lauter werden.
Ansonsten habe ich den Eindruck, dass es nicht viele Organe der beruflichen Selbstverwaltung der Pflege in Deutschland gibt, die eine ähnliche Bilanz vorweisen können.
Naja... ums mal ganz salopp zu formulieren, es gibt auch nicht viele Organe der beruflichen Selbstverwaltung in der Pflege in Deutschland; also kein großes Kunststück:
Es gab in D drei Landespflegekammern, von denen es die in RLP ähnlich lange gibt wie Sie, und die haben auch einiges erreicht. Von den beiden anderen weiß ich leider recht wenig, die Kammer in S-H hat wohl in der kurzen Zeit ihres Bestehens einiges erreicht, wird aber nun genau wie die in Nds. abgewickelt.
"Zahnlose Papiertiger" sind für mich was anderes... ;)
Da haben Sie mich denke ich mißverstanden:
Mit "zahnloser Papiertiger" werfe ich Ihnen keine Untätigkeit o. ä. vor; sondern, wie ich weiter oben schon schrieb:
Sie sind dem Freistaat Bayern auf Gedeih und Verderb finanziell ausgeliefert und besitzen im Gegensatz zu echten Kammern keine Selbständigkeit.

"Das Staatsministerium für Gesundheit und Pflege (StMGP) hat hinsichtlich der Aufgaben der VdPB lediglich die Rechtsaufsicht, sofern nicht die übertragenen staatlichen Aufgaben oder die Verwendung der Haushaltsmittel betroffen sind."

https://www.bayern.landtag.de/www/E...en/Basisdrucksachen/0000004500/0000004526.pdf S. 87
Also eigentlich hat das STMGP alles Wesentliche in der Hand... :wink:
Alles Gute und herzlichen Gruß
B. Krautz
Danke, Ihnen ebenfalls! :-)
Eins noch:
Wenn Sie wollen, können wir uns auch gern duzen, ist hier im Forum so üblich.
 
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