News Engpassfaktor Pflege: Notruf von der Intensivstation

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Bei Patienten, die einer intensivmedizinischen Versorgung bedürfen, fallen offenbar immer wieder Operationen aus – weil auf Intensivstationen die Pflegekräfte fehlen. Das beklagen Notfallmediziner.

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Nein, tatsächlich?
Die Personalpolitik wird sich erst dann ändern, wenn die Kliniken in die Not kommen, Angehörigen Verstorbener erklären zu müssen, warum das Reanimationsteam nicht zu besetzen war.
 
"Durch die Qualifikation einer klinisch-pflegerischen Expertise auf Bachelor- oder auch Master-Niveau könne sich die Pflege zu einer eigenständigen Profession entwickeln. "

Was sind wir denn bis jetzt? Da sieht man mal wieder, wo die uns einordnen.:angryfire:
 
"Durch die Qualifikation einer klinisch-pflegerischen Expertise auf Bachelor- oder auch Master-Niveau könne sich die Pflege zu einer eigenständigen Profession entwickeln. "

Was sind wir denn bis jetzt? Da sieht man mal wieder, wo die uns einordnen.:angryfire:
Da ordnen wir uns selbst auch ein. Wir sind (in Deutschland zumindest) noch keine Profession. Keine Selbstverwaltung, keine eigene Regelung der Berufszulassung oder der Aus- und Weiterbildung etc etc und eben auch kein akademischer Beruf.
 
Da ordnen wir uns selbst auch ein. Wir sind (in Deutschland zumindest) noch keine Profession. Keine Selbstverwaltung, keine eigene Regelung der Berufszulassung oder der Aus- und Weiterbildung etc etc und eben auch kein akademischer Beruf.
Das wird durchaus auch unterschiedlich gesehen; siehe z. B.
Zitat:
Akademisierung und Professionalisierung – sind die Begriffe für Sie austauschbar?
Ein primäres Selbstverständnis als akademischer Beruf schwächt die Berufspolitik. Professionalisierung im soziologischen Sinn – und ich folge da dem angelsächsischen Ansatz – heißt nicht, der Beruf ist professionalisiert, weil er an einer Universität gelehrt wird. Ein Beruf professionalisiert sich über seine Funktion. Wissenschaft und Wissenschaftlichkeit dienen dem Zweck, dass die Pflege besser wird und nicht irgendwelchen Status- oder Karrierezwecken.“


Wenn man nach den üblichen Merkmalen einer Profession geht, dann treffen (noch) nicht alle auf uns zu. Einige sprechen daher auch von „Semi-Profession“.
Aber pauschal zu sagen, Pflege ist keine Profession, ist auch nicht richtig.
 
"Attributemodell
  1. Wissenschaftlich fundiertes Sonderwissen, spezielle Fachterminologie,
  2. langandauernde, theoretisch fundierte Ausbildungsgänge auf akademischem Niveau (staatl. Lizenz),
  3. berufsständische Normen (code of ethics), Eigeninteressen gesetzlich beschränkt (non-profit),
  4. exklusives Handlungskompetenzmonopol,
  5. Tätigkeitsbereich besteht aus gemeinnützigen Funktionen, Aufgaben von grundlegender Bedeutung,
  6. Autonomie bei der Berufsausübung (Fach- und Sachautorität),
  7. Selbstkontrolle durch Berufsverbände, Interessenvertretung."
(Zitat aus de Wikipedia, Thomas Kurtz)

Ich sehe uns von da nicht mehr sehr weit entfernt. Was wir machen, kann kein Anderer tun, und wir sind auf dem Weg der Akademisierung. In Frankreich gibt es eine Pflegekammer ("l'Ordre des Infirmiers"), der mir grade im Nacken sitzt, dass ich endlich mal meinen Kram einreiche (sonst entziehen sie mir die Befugnis zur Berufsausübung).
Zum Teufel mit diesem "Gutes Herz, ruhige Hand"-Quatsch.
 
"Attributemodell
  • Wissenschaftlich fundiertes Sonderwissen, spezielle Fachterminologie, check
  • langandauernde, theoretisch fundierte Ausbildungsgänge auf akademischem Niveau (staatl. Lizenz), bisher nur Modellversuche
  • berufsständische Normen (code of ethics), da haben wir nur den vom ICN, und den kennt kaum jemand von uns
  • Eigeninteressen gesetzlich beschränkt (non-profit), (dieses Merkmal ist neu für mich. Ärzte, Anwälte sind eine Profession und arbeiten auch nicht für umme)
  • exklusives Handlungskompetenzmonopol, kommt erst nächstes Jahr
  • Tätigkeitsbereich besteht aus gemeinnützigen Funktionen, Aufgaben von grundlegender Bedeutung, check
  • Autonomie bei der Berufsausübung (Fach- und Sachautorität), nope
  • Selbstkontrolle durch Berufsverbände, Interessenvertretung." Berufsverbände haben wir, Kontrollfunktion haben sie nicht.
(Zitat aus de Wikipedia, Thomas Kurtz)

Ich sehe uns von da nicht mehr sehr weit entfernt. Was wir machen, kann kein Anderer tun, und wir sind auf dem Weg der Akademisierung.
Auf dem Weg zur Profession sind wir. Dein Zitat spricht ja auch von "Entwicklung". Aber angekommen sind wir noch nicht.