News "Die Zusammenarbeit mit der Pflege läuft nicht optimal"

Zitat:
"Welche Themen wollen Sie in der AG ganz genau bearbeiten?
Wir haben den Eindruck, dass Ärzte in Pflegeheimen in vielen Fällen nicht das nötige geriatrische Wissen haben, um die Herausforderung vor Ort zu meistern. Auch die Zusammenarbeit mit anderen Berufsgruppen, zum Beispiel der Pflege, läuft unserer Meinung nach an vielen Stellen nicht optimal. Dies gilt auch bei der Versorgung von akuten Problemen. Das Pflegepersonal ist nicht berechtigt, gewisse Maßnahmen durchzuführen – und eine schnelle ärztliche Entscheidung fehlt in vielen Fällen."

Hm... ich weiß ja nicht, was für "gewisse Maßnahmen" denn gemeint sind?
Aber vielleicht wäre es endlich an der Zeit, die Kompetenzen des Pflegepersonals an die Erfordernisse der heutigen Zeit anzupassen. Dafür müßte man sich freilich auch ärztlicherseits von vielen bisherigen Gegebenheiten lösen, ebenso vom bisherigen starren Delegationsmodell. Das bisherige System ist einfach nicht mehr zeitgemäß.

"Geschätzt 8000 bis 9000 Pflegekräfte sind in Pflegeheimen tätig, davon sind nur etwa 38 Prozent geriatrisch vollständig ausgebildet. Es gibt also noch viel zu tun."

Ich befürworte natürlich jegliche Form von Fort- bzw. Weiterbildung der in diesem Bereich tätigen Pflegekräfte; gebe aber zu bedenken, daß alle Weiterbildung nicht hilft, wenn einfach zu wenige Pflegekräfte da sind und dann noch von den vorhandenen auch noch grade mal 50% Fachkräfte. Und an der Fachkraftquote will man jetzt ja auch noch kratzen... :schraube: Da müßte eigentlich von Dr. Neubart heftigste Kritik in Richtung von Pflegeheimbetreibern, Kassen und Politikern gehen, die derlei vorhaben. Das sind eigentlich die absoluten Basics, sprich Mindestpersonalquoten (ähnlich wie im Klinikbereich jetzt teilweise eingeführt), dann kann man mal von besserer Weiterbildung sprechen.

Hier wäre der direkte Link zu den Aussagen von Dr. Neubart:
Neue DGG-Arbeitsgruppe: „Ärzte in Pflegeheimen haben häufig nicht das nötige geriatrische Wissen“