News Das Lager der Reformgegner wird größer

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Der Widerstand gegen die geplante generalistische Pflegeausbildung wird stärker. Nach dem "Bündnis für Altenpflege" sprechen sich nun auch der Berufsverband Kinderkrankenpflege Deutschland (BeKD) und die Deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin (DGKJ) gegen die Zusammenführung dreier bisher getrennter Pflegeausbildungen aus.

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Noch ein Verband, der nach der Devise arbeitet: es war so, es ist so, es wird immer so sein. Schade, dass man sich vor den Karren der Altenpflegeverbände spannen lässt. Ich hätte von den Kinderkrankenschwestern mehr Selbstbewusstsein erwartet.

Elisabeth
 
So ein Quatsch Elisabeth, was hat das mit mangelndem Selbstbewusstsein zu tun, wenn sich die Kinderkrankenpflege wie die Altenpflege wehrt? Die haben am meisten zu verlieren. Ich habe es schon mehrfach auch hier im Forum geäußert, ich bin kein Freund der generalistischen Ausbildung, auch nicht wenn es die anderen alle vormachen. Es gibt genug Gründe die Differenziertheit so zu belassen. Bei allen Erfordernissen Dinge zu ändern, bewährte Dinge kann man auch einfach mal belassen. Und für mein Verständnis ist der Unterschied zwischen Kranken- und Kinderkrankenpflege bei weitem grösser als zwischen Alten- und Krankenpflege...

Gruß
Ludmilla
 
Was mich so sehr verwundert- es gibt noch kein konkretes Curriculum. Man kann doch noch gar nicht feststellen, dass es nur um die Erwachsenenpflege gehen wird. Wie kann man sich also gegen etwas wehren, was man nicht kennt? Das hat für mich was von: es war so, es ist so, es wird immer so sein.

Elisabeth
 
Gilt aber umgekehrt genauso, wie kann man etwas befürworten, wenn man nicht weiß was? Ich halte die Spezialisierung von Beginn an für gut!

Ausserdem: Die meisten meiner Kinderkrankenschwesterkollegen wären niemals in die Krankenpflege gegangen, will man diese Leute alle für die Pflege aufgeben, wenn man den Umweg über die generalistische Ausbildung gehen muss? Das aber nur am Rande...
 
Es gibt genug Gründe die Differenziertheit so zu belassen.

Welche? Der Rest der Welt differenziert auch nicht nach Altersgruppen. Und die Pflege dort ist vielerorts besser als hierzulande. Also welchen Grund siehst Du, die Spaltung in zig verschiedene Berufe weiter zu führen?
 
Mein Oberarzt aus der Kinderklinik verabschiedete mich in die Erwachsenenpflege mit dem Satz: gefüttert wird oben, trocken gelegt unten- das ist beim Menschen immer gleich, egal wie alt er ist. Ich kann bestätigen, er hatte Recht.

Ich sehe keine Unterschiede zwischen Erwachsenen- und Kinderkrankenpflege. Das mag auch daran liegen, dass ich eh eine andere Sichtweise auf die professionelle Pflege habe. Spezialisierung definiere ich anders.

Ich denke, dass die zukünftigen Curricula sich ändern werden müssen. Weg von der medizinorientierten Pflege hin zu NANDA, NIC und NOC. Wäre ein riesiger Paradigmenwechsel. Aber nur so macht Generalistik Sinn.

Elisabeth
 
Welche? Der Rest der Welt differenziert auch nicht nach Altersgruppen. Und die Pflege dort ist vielerorts besser als hierzulande. Also welchen Grund siehst Du, die Spaltung in zig verschiedene Berufe weiter zu führen?

Ich habe nicht gesagt, dass ich die Spaltung in zig verschiedene Berufe weiter führen will. Ich bin nur dafür die Differenzierung wie bisher zu belassen. Was anderes habe ich nicht geschrieben.

Einen meiner Hauptgründe habe ich genannt, die meisten der mir bekannten Kinderkrankenpflegekräfte wären nicht in der Pflege, wenn sie den Weg über eine generalistische Ausbildung hätten gehen müssen. Sie haben sich einfach nicht vorstellen können Erwachsene zu pflegen.

Du schreibst, wie bereits auch in einem anderen Thread, dass die Pflege in anderen Ländern mit generalistischen Ausbildung vielerorts besser ist? Woran machst du das fest? Ich habe jeweils in Großbritannien wie auch in den USA eine zeitlang hospitiert, kenne Berichte von Kollegen aus der Schweiz, es gibt Unterschiede..., das ist richtig. Ob es aber besser ist, darüber lässt sich streiten.

@Elisabeth Dinse: ob du die Aussage deines Oberarztes für richtig findest, ist ja auch kein objektives Argument. Ich habe diverse Pflegekräfte aus der Erwachsenenpflege im pädiatrischen Intensivbereich eingearbeitet und so einfach, wie oben rein und unten raus war es nicht. Es waren grundlegende Erklärungen erforderlich, angefangen beim Umgang mit Patienten und ihren Eltern, die ständig vor Ort waren, Gabe von Medikamenten, ich könnte die Liste beliebig weiterführen.

Auch meine Eindrücke aus 25 Jahren sind sicher nicht objektiv, aber ist meine Vorstellung von Pflege dann weniger professionell? Und ich kenne zig Oberärzte die durchaus die Vorteile und Unterschiede der spezialisiert ausgebildeten Kinderkrankenpflegekräfte zu den Krankenpflegekräften erkennen. Das hat aber nichts damit zu tun wessen Aussage jetzt richtiger ist.

Ich bin mir bewusst, dass die generalistische Ausbildung wahrscheinlich kommt. Ich muss es nur nicht gut finden und werde das auch weiter äussern.

Gruß
Ludmilla
 
Gut finden muss man es nicht... nur man muss aber auch nicht bemüht sein, die selbsterfüllende Prophezeiung mit Leben zu erwecken.

Versuchen wir es doch mal anders und gehen mal weg vom defizitorientierten Blickwinkel und fragen mal: was ist denn identisch?



Elisabeth
 
Gut finden muss man es nicht... nur man muss aber auch nicht bemüht sein, die selbsterfüllende Prophezeiung mit Leben zu erwecken.

Och Elisabeth, wenn du nicht mehr weiter weisst, kommst du mit abwertenden Beiträgen, ich bin lernfähig, da gehe ich nicht weiter drauf ein...

Versuchen wir es doch mal anders und gehen mal weg vom defizitorientierten Blickwinkel und fragen mal: was ist denn identisch?
Elisabeth

Dann fang mal an, ach nee geht ja nicht, für dich geht ja alles oben rein und unten raus....

Gruß
Ludmilla
 
@ludmilla- Ich fang gerne an mit den Gemeinsamkeiten jenseits der flapsigen Aussage unseres Oberarztes.

Gemeinsamkeiten...
Anatomie/Physiologie...
Psychologie- Entwicklung, Wahrnehmung, Kommunikation...
Salutogenese
Pathologie/ Pathophysiologie...
Pflegemodelle- ATL, Orem...
Pflegekonzepte- BasStim, Kinästhetik, Bobath...
Pflegeprozess- NANDA...

Welche Gemeinsamkeiten fallen dir ein?

Elisabeth
 
@ludmilla- Ich fang gerne an mit den Gemeinsamkeiten jenseits der flapsigen Aussage unseres Oberarztes.

Gemeinsamkeiten...
Anatomie/Physiologie...
Psychologie- Entwicklung, Wahrnehmung, Kommunikation...
Salutogenese
Pathologie/ Pathophysiologie...
Pflegemodelle- ATL, Orem...
Pflegekonzepte- BasStim, Kinästhetik, Bobath...
Pflegeprozess- NANDA...

Welche Gemeinsamkeiten fallen dir ein?

Elisabeth

Ich sehe bei den von dir genannten Punkten bei einigen durchaus Gemeinsamkeiten und da fand vor 30 Jahren auch schon gemeinsamer Unterricht statt. War gut und richtig so.
Psychologie, Wahrnehmung, Kommunikation entscheiden sich bei Kindern durchaus von der Erwachsener.

Salutogenese keine Differenzen zwischen Kindern und Erwachsenen?
Kinästheitik Infant Handling?

Unsere Wahrnehmung auf dieses Thema ist so unterschiedlich. Wir bilden uns beide daraus unsere Meinung zur Sache, bei allen Gemeinsamkeiten kommen wir nicht auf einen Nenner.

Ich halte es da mit einem alten Sprichwort, "Kinder sind keine kleinen Erwachsenen"!
 
Zuletzt bearbeitet:
Einen meiner Hauptgründe habe ich genannt, die meisten der mir bekannten Kinderkrankenpflegekräfte wären nicht in der Pflege, wenn sie den Weg über eine generalistische Ausbildung hätten gehen müssen. Sie haben sich einfach nicht vorstellen können Erwachsene zu pflegen.
Eine pflegerische Ausbildung soll also nicht auf das Klientel, sondern auf die Wunschvorstellungen potentieller Bewerber hin ausgerichtet sein.

Auch in einer generalisierten Ausbildung gibt es kranke Kinder und Pflegekräfte, die sie versorgen. Niemand wird dazu verdammt, mit einem Klientel zu arbeiten, das ihm nicht behagt. Es gibt zig Kinderkrankenpfleger bei den Erwachsenen, Du selbst leitest Kollegen aus der Erwachsenenpflege an, die mit Kindern arbeiten, es gibt Gesundheits- und Krankenpfleger in den Altenheimen und Altenpflegekräfte im Krankenhaus. Die generalisierte Arbeitsweise ist also längst Realität, die entsprechende Ausbildung lange überfällig.
 
Eine pflegerische Ausbildung soll also nicht auf das Klientel, sondern auf die Wunschvorstellungen potentieller Bewerber hin ausgerichtet sein.

Auch in einer generalisierten Ausbildung gibt es kranke Kinder und Pflegekräfte, die sie versorgen. Niemand wird dazu verdammt, mit einem Klientel zu arbeiten, das ihm nicht behagt. Es gibt zig Kinderkrankenpfleger bei den Erwachsenen, Du selbst leitest Kollegen aus der Erwachsenenpflege an, die mit Kindern arbeiten, es gibt Gesundheits- und Krankenpfleger in den Altenheimen und Altenpflegekräfte im Krankenhaus. Die generalisierte Arbeitsweise ist also längst Realität, die entsprechende Ausbildung lange überfällig.

Ja eben weil die Ausbildung aufs Klientel ausgerichtet sein sollte, sollte die bisherige Differenzierung bleiben. Natürlich wird man in der Ausbildung dann 3 Jahre verdammt, mit einem Klientel zu arbeiten was man nicht möchte, um sich im Anschluss dann zu spezialisieren. Durch die Einarbeitung von Krankenpflegern im Pädiatriebereich sind mir die Unterschiede und die Probleme durchaus bewusst. Jetzt ist das bereichsübergreifende Arbeiten von Pflegekräften Argument für eine generalistische Ausbildung? :gruebel:
 
Ja eben weil die Ausbildung aufs Klientel ausgerichtet sein sollte, sollte die bisherige Differenzierung bleiben.
Aha, jetzt geht's auf einmal ums Klientel? Warum wurde dann zuvor mit der Abschreckung potentieller Bewerber durch drohenden Kontakt mit unerwünschten Altersgruppen argumentiert?

In der Ausbildung durchlief man schon immer verschiedene Bereiche, darunter auch etliche, in denen man sich keine berufliche Zukunft vorstellen kann. Mir wurde z.B. beim Einsatz in der Psychiatrie schnell klar, dass ich dort nie Fuß fassen werde. Dennoch finde ich es richtig, dass man diesen speziellen Bereich in der Ausbildung erlebt.

GuKP-Schüler haben schon jetzt mindestens einen Einsatz in der Pädiatrie (und werden dort nicht selten ganz schön angefeindet, persönliche Erfahrung!), GuKKP-Schüler einen in bei den Erwachsenen, Altenpflegeschüler einen im Krankenhaus, alle drei Einsätze in der ambulanten Pflege. Dies ist Bestandteil des aktuellen Krankenpflegegesetzes. Bei einer generalisierten Ausbildung wird sich dies nicht ändern, im Gegenteil: Der Gedanke der Generalisierung beinhaltet ja die Arbeit mit allen Altersgruppen. Ergo beschränkt sich der verdammungswürdige Part nur auf einen Teil der Stunden - und ehrlich gesagt, ich glaube nicht, dass der Blick über den Tellerrand den Schülern zum Nachteil gereicht.

Ja, das berufsgruppenübergreifende Arbeiten ist ein Argument dafür, die Ausbildung zu reformieren. Es ist unsinnig, an einer Teilung festzuhalten, die so nicht mehr den Gegebenheiten entspricht. Das Klientel ändert sich, die Abgrenzungen verschwimmen. Es gibt mehr alte, demente Menschen in den Krankenhäusern. Es gibt mehr medizinische Maßnahmen in den Altenheimen. Es gibt mehr kranke Kinder und Erwachsene im ambulanten Setting. Unsere Ausbildung sollte uns auf diese Anforderungen vorbereiten. Deine Probleme bei der Einarbeitung von Kollegen aus dem "verkehrten" Ausbildungsgang wären damit vom Tisch.
 
Zuletzt bearbeitet:
Aha, jetzt geht's auf einmal ums Klientel? Warum wurde dann zuvor mit der Abschreckung potentieller Bewerber durch drohenden Kontakt mit unerwünschten Altersgruppen argumentiert?

Liebe Claudia,
vielleicht erinnerst du dich...., siehe deinen Beitrag heute Morgen (14), das mit dem Klientel war darauf erwidert.

Ihr Befürworter werdet mich nicht überzeugen von der Richtigkeit der generalistischen Ausbildung. Dass es so kommen wird ist mir bewusst, aber ich werde es nicht gut finden. Habe ich aber schon mal geschrieben, lassen wirs gut sein!

Schönes Wochenende
Ludmilla
 
Moin, moin!

Bin auf jeden Fall ein Befürworter der generalistischen Ausbildung, sehe höchsten einige methodische Probleme in der theoretischen Ausbildung...

Es ist natürlich keine Frage, es gibt grosse Unterschiede zwischen den Berufsbildern in der Alten-, Kinder-, und Erwachsenen-Pflege. Diese Unterschiede gibt es aber auch, wenn ich beispielsweise zwischen Psychiatrie und Thoraxchirurgie wähle. In dem Fall gibt es auch nicht unterschiedliche Grundausbildungen. Sehr viele dieser Unterschiede beruhen auf Techniken. Es ist unmöglich und auch nicht Aufgabe der Ausbildung alle diese Techniken zu vermitteln. Dies kann beispielsweise in Rahmen einer Einarbeitung geschehen. Was aber die eigentlichen pflegerischen Kompetenzen betrifft (siehe auch den Kommentar von Elisabeth) sehe ich nur geringe Unterschiede, die meiner Ansicht nach keine unterschiedlichen Grundausbildungen rechtfertigen.

Gruss hartwig
 
Entwicklungspsychologie... bezieht sich nicht ausschließlich auf die Kinderzeit so wie scheinbar die Kinderkrankenpfleger annehmen.

Wahrnehmungspsychologie... Sinneswahrnehmung, Wahrnehmung überhaupt, ist in jedem Alter identisch.

Salutogenese... das Kohärenzgefühl entsteht nicht aus dem Nichts.

Kinästhetik Infant Handling... werden in der Kinderkrankenpflege nicht Patienten bis zu 18 Jahren behandelt?

Kommunikation... wer glaubt, dass Kommunikation an verbale Aussagen gebunden ist, hat das Thema Kommunikation nicht verstanden.

Wir haben eine unterschiedliche Sichtweise auf das Thema. Das ist wohl wahr. Vielleicht liegt es auch daran, dass meine letzte Station in der Kinderkrankenpflege vom Neugeborenen bis zum Jugendlichen alle behandelte. Es scheint, dass sich damit mein Weltbild von vornherein weniger eingeschränkt hat.

Und ja- sie sind mir bekannt, die Kollegen, die nur mit den niedlichen Babys arbeiten wollen. Aber auch denen steht der Weg frei, nach der Generalistischen Ausbildung in den entsprechenden Bereich zu gehen. Man kann ihnen nur wünschen, dass sie dann nicht auf so "elitäres" Denken stoßen, wie es hier publiziert wird.

Wenn ich ehrlich bin- ich schäme mich für manche Vertreter aus meinem ehemaligen Arbeitsbereich. Vielleicht wäre es langsam an der Zeit, gerade diesen Kollegen ein mehrmonatiges Praktikum in einem analogen Bereich in der Erwachsenenpflege zu ermöglichen. Es dürfte für beide ein Gewinn sein- siehe Entwicklungspsychologie.

Elisabeth
 
Och Elisabeth, jetzt wirds aber ein wenig verletzend. Mit elitär und eingeschränktem Weltbild hat das gar nichts zutun und meine Praktika in der Erwachsenenpflege hatte ich auch. Das ist schlicht unverschämt!

Meine Denkweise hat sich auch durchs arbeiten im chirurgischen und pädiatrischen Intensivbereich mit Patienten von 0-18 Jahren (10 von 25 Jahren) nicht verändert, eher verstärkt!

Du gehst davon aus, dass Wahrnehmung und Psychologie bei Kindern und Erwachsenen nicht unterschiedlich sind...., nun denn! Ich sehe gravierende Unterschiede bezüglich Wahrnehmung und Psychologie.

Ich beziehe Kommunikation nicht ausschließlich auf verbale Aussagen, wie kommst du darauf? Gerade da liegt doch einer der Unterschiede! Du glaubst, aufgrund deines Werdegangs und deinen Erfahrungen die einzig richtigen Schlussfolgerungen zu ziehen? Prima! Ich komme aufgrund meines Werdegangs und meinen Erfahrungen zu einer anderen Meinung.

Was ich aufgrund dessen nicht tue ist, anderen aufgrund dessen ein eingeschränktes und elitäres Denken und Weltbild zu unterstellen.

Schönes Wochenende
 
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