News Betreuung: Freiheitsentzug immer seltener eine Option

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Die Zahl der gerichtlich genehmigten freiheitsentziehenden Maßnahmen (FEM) in Betreuungsverfahren ist in den vergangenen Jahren stark zurückgegangen. Wie aus der Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen hervorgeht, wurden 2010 bundesweit noch 98.

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Der Einsatz von FEM in der Pflege müsse weiter verringert werden, so die Regierung. Es gehe um den Ausbau FEM-vermeidender Strategien.

Ja, das sehe ich schon auch so...
Nur müßten dann so zügig wie möglich endlich ausreichend Pflegekräfte eingestellt werden - und das hätte die Regierung durchaus schon lange mit in der Hand gehabt (Personalmindestbesetzung).
Denn was soll ich bitteschön sonst tun, wenn ich z. B. mit einem Kollegen eine 30-Betten-Station schmeiße und mir irgendwelche Dementen mit starker Weglauftendenz ausbüchsen?? Ich hab nur die Wahl: Entweder fixieren (egal wie - die chemische Keule kann man da ja auch dazurechnen) oder den Pat. laufen lassen. Danebenstellen o. ä. geht nicht.
Aber dann ist das Geheule auch wieder groß... :roll:
 
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Hhhmmm.... Tja...
Soll man die "chemische Keule" als FEM oder "normale" AVO/Med.Plan laufen lassen ???
Wo sind die Grenzen? Da fehlen doch klare Richtlinien!
Klar, dass man sich den Gerichtszirkus spart, wenn die Apotheke liefert.
 
Soll man die "chemische Keule" als FEM oder "normale" AVO/Med.Plan laufen lassen ???
Wo sind die Grenzen? Da fehlen doch klare Richtlinien!
Gute Frage, Elfriede! Auf jeden Fall werden diese Mittelchen gerne mal als eine andere Art von FEM bei weglaufgefährdeten/unruhigen Pat./Bewohnern benützt...
"Andererseits besteht die Möglichkeit, dass der Einsatz von Psychopharmaka aus der Sicht der stationären Pflegeeinrichtung als Mittel dienen kann, um schwierige Heimbewohner ruhig zu stellen bzw. sie an den Heimbetrieb anzupassen, wobei die Grenze zu der ärztlichen Therapie, die den Psychopharmakaeinsatz rechtfertigt, unsicher ist. Daher ist der Psychopharmakaeinsatz in zwei Fallgestaltungen besonders zu beleuchten, in denen es vermehrt zu einem nicht medizinisch indizierten Psychopharmakaeinsatz kommen könnte. Einerseits in dem Moment, in dem Patienten, die nicht freiwillig in dem Altenheim leben, aus ihrer gewohnten Umgebung herausgerissen werden und neu in das Altenheim integriert werden müssen. Andererseits dann, wenn der Psychopharmakaeinsatz mit fürsorglichen Gründen begründet wird wie z.B. mit dem Schutz vor dem Weglaufen verwirrter Bewohner, mit der Herstellung der Ordnung im Heim und des Schutzes der anderen Bewohner bzw. des Betroffenen selbst."
http://www.wernerschell.de/Rechtsalmanach/Heimrecht/PsychopharmakaimAltenheimBericht05.pdf (S. 12)
Oder siehe auch:

"Statt ruhigstellender Mittel brauchen wir Ergotherapie, körperliche Aktivität und individuelle Beschäftigung", forderte Brysch. Aber dafür fehlten Pflegekräfte.


Fixierungen lehnten die meisten Pflegekräfte heute zwar ab, so Brysch. Nun übernähmen zunehmend Psychopharmaka die Rolle, den Patienten ruhig zu halten."


Krankenkassenreport: Pflegeheimbewohner erhalten zu oft Psychopharmaka - SPIEGEL ONLINE - Gesundheit
 
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Ich hab hier noch was gefunden, da es ja um FEM-vermeidende Strategien geht:
Werdenfelser Weg
Kenne ich bislang nur aus der Literatur, hat schon jemand Erfahrungen damit gemacht?