Arbeitszeitbetrug

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wolke77

Gast
Hallo,

ich bin als QMB in einem großen ambulanten Pflegedienst beschäftigt (ca.150 Mitarbeiter). Durch einen Zufall habe ich bemerkt, dass 3 Mitarbeiter (darunter ein Teamleiter) es mit der Erfassung der Arbeitszeit nicht so genau nehmen. Die 3 standen zusammen und haben geraucht, laut der mobilen Datenerfassung waren aber alle bei unterschiedlichen Klienten. Ich bin sehr enttäuscht, vor allem vom Teamleiter, der ja die Touren überprüft und es als Arbeitszeit bestätigt hat. Aus meiner Sicht ein Vertrauensbruch. Wie würdet ihr damit umgehen? Als QMB bin ich ja nicht weisungsberechtigt, sondern beratende Unterstützung für die GF.
 

Bumblebee2

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Da ich nicht in der ambulanten Pflege bin, weiß ich nicht, wie das funktioniert mit der mobilen Zeiterfassung.

Vielleicht sprichst Du persönlich mit den Mitarbeitern? Vielleicht gab es irgendeine Absprache, dass sie zu einem anderen Zeitpunkt länger arbeiten und sich deshalb die Rauchpause als Arbeitszeit anerkennen?
Wie gesagt, ich bin da nicht drin in der Materie und kann nur spekulieren.

Mir ist aber nicht klar, weshalb Du die Leute nicht persönlich darauf ansprichst...
 
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Bachstelze

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Man könnte natürlich auch ein dienstliches Gespräch mit einer Zigarette erledigen.

Als Du Dir dann die Mühe gemacht hast, im Tourenplan nachzusehen, wer wo hätte sein sollen, war das sicher in Deiner aufgestempelten Pause oder?
 
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wolke77

Gast
Natürlich kann man auch dienstliche Gespräche mit einer Zigarette erledigen :-) Hier war es aber so, dass alle 3 Mitarbeiter laut ihrer mobilen Datenerfassung bei jeweils unterschiedlichen Klienten waren, was ja so nicht stimmen kann. Im Tourenplan nachgesehen habe ich während meiner Arbeitszeit. Warum auch nicht? Ich wurde mit Controllingaufgaben von meiner GF beauftragt.
 

Bachstelze

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Und Controlling bedeutet, die Kollegen zu kontrollieren?

Wenn das Deine Aufgabe ist, dann sollte das auch kommuniziert werden oder? Ich meine Kameras oder so müssen ja auch offiziell angemeldet und durch den Betriebsrat genehmigt werden.
 

malu68

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mal sehen....
Und Controlling bedeutet, die Kollegen zu kontrollieren?

Wenn das Deine Aufgabe ist, dann sollte das auch kommuniziert werden oder? Ich meine Kameras oder so müssen ja auch offiziell angemeldet und durch den Betriebsrat genehmigt werden.
Oh oh, ein heißes Eisen,... wenn Kollegen Kollegen bespitzeln müssen (?), sollen (?), wollen (?)....
Fördert sicher ungemein das Arbeitsklima...
 
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wolke77

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Natürlich kann man es immer von mehreren Seiten betrachten. Aber ja, ich behaupte Controlling ist Leitungsaufgabe und notwendig. Das ist so kommuniziert und den Mitarbeitern bekannt.Bespitzelt habe ich aus meiner Sicht niemanden, da ich etwas vorbei gebracht habe, im Auftrag der PDL und nicht mit der Absicht jemanden zu beobachten dort hingefahren bin. Ich danke euch auf jeden Fall für eure Antworten, ihr habt mir bei meiner Meinungsfindung geholfen.
 

malu68

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naja, du siehst drei Kollegen rauchend zusammenstehen und gehst dann hin und kontrollierst daraufhin den Tourenplan.... Was ist das denn ?
Ja, das kann man Controlling nennen.....
 
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wolke77

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Und warum kann man nicht einfach eine Pause erkenntlich machen? Ist doch gar nicht schlimm?
 

malu68

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Das einfachste ist doch, deine Kollegen anzusprechen... vorausgesetzt, das Anliegen fällt überhaupt in deinen "Controlling"-Bereich.
Wenn nicht, solltest du dich fragen, ob du nicht im Übereifer über das Ziel hinausschiesst.

Meiner Meinung nach gehören diese Bereich zum Controlling in der ambulanten Pflege
- Finanzierungsgrundlagen
- Strategische Ausrichtung eines Pflegedienstes
- Operative Planung, Kontrolle und Steuerung
- Kennzahlen zur Steuerung der Pflegeprozesse
- Informationen aus dem Rechnungswesen
- Vergleich und Schlussfolgerungen ....

und keine Personalüberwachung....
 
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wolke77

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Wie gesagt ich betrachte es nicht als Personalüberwachung. Fakt ist, hier sind 3 Klientenbesuche abgerechnet worden, die so nicht erbracht wurden. Abrechnungsbetrug? Wieso sollte man als Leitungskraft hier nicht hinterfragen dürfen? Wenn ich ein Problem erkenne und nichts gegen dieses Problem unternehme, bin ich Teil des Problems.
 
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Ich habe Nachbarn, die passen auch immer schön auf. Ich nenne sie liebevoll blockwart.
Und wir haben auf der Arbeit eine Kühlschrank- Polizei und eine Wer hat den Dreck unter den Schuhen gehabt- Polizei.
Ich habe solche Leute sehr gerne.
 
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Kalimera

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Für mein Verständnis, was sind Deine Aufgaben als QMB? Dass eine QMB die Arbeitszeiten und-inhalte der Mitarbeiter kontrollieren soll ist für mich neu, aber vielleicht ist das bei Euch so geregelt.
Was ist/war Deine Intention zu überprüfen was die Kollegen in der mobilen Datenerfassung eingegeben haben?
Du schreibst von Enttäuschung, Abrechnungsbetrug und Vertrauensbruch. Für mich sehr starke Worte für eine Zigarettenpause auf den ersten Blick. Wie ist es prinzipiell bei Euch geregelt wenn jemand außerhalb seiner Pausen raucht, immer als Pause eingeben, oder bisher geduldet worden. Soll das jetzt geändert werden, wissen das die Kollegen?
Bevor ich mich da reinhängen würde würde ich erst mal ganz genau überlegen ob das zu meinen Aufgaben gehört.
Momentan hast nur Du ein Problem. Möchtest Du, dass diese Kollegen auch ein Problem bekommen oder möchtest Du sie davor bewahren, dass sie eines bekommen?
 

lusche

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3 Mitarbeiter, die es
mit der Erfassung der Arbeitszeit nicht so genau nehmen
(das weisst du woher? Werden die schon länger beobachtet? Wissen sie das?) wurden „zufällig“ beim Rauchen beobachtet.
  • haben die MA vielleicht die Zeit vorher rausgeschafft (eher angefangen)?
  • mussten die 3 vielleicht genau dort, wo du auch hingeschickt wurdest, etwas erledigen und haben sich zufällig getroffen?
  • haben die „Drückeberger“ vielleicht Informationen für das bevorstehende Wochenende ausgetauscht, weil sie gemeinsame Kunden haben?
  • gibt es für Sonderaufgaben (Dinge holen/bringen eine Eingabemöglichkeit in eurem Zeiterfassungsplan, oder muss das von den Kollegen nebenher gezaubert werden?
  • werden die Pläne aller MA komplett mit den tatsächlich geleisteten Zeiten verglichen? Hier mal 5 Minuten eher losgefahren, da mal 10 Minuten länger unterwegs?
  • „stempelst“ du auch Pause, wenn du dort, wo du im Auftrag etwas abgibst, 5 – 10 Minuten für ein Gespräch verharrst?
Hier wird wissentlicher Betrug unterstellt. Das ist echt ein starkes Stück.
Ist im Rahmen des peniblen„Controlling“ wenigstens geprüft worden, ob denn die Kunden vollumfänglich versorgt wurden?

Verführerisch.... der GF wird „geflüstert“, dass da MA (heimlich) Pausen machen.
Da zeigt sich doch Einspar-Optimierungspotential, wenn während der AZ Psychohygiene betrieben werden kann, statt non stop zu arbeiten.
 

DieFranzösin

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Ich habe vor Jahren auch mal in einem häuslichen Pflegedienst mit "controlling" gearbeitet ...mir wurde hinterhergefahren und meine Verweildauer bei Patienten wurde berechnet und mir dann vorgehalten...ich wurde runtergemacht und mir wurde eine Supervision empfohlen. - Heute habe ich dafür einanderes Wort: Mobbing.

Ich verliess den Laden nach relativ kurzer Zeit. Krönung des Ganzen war dann ein schlechtes Zeugnis mit vielen "Bemühts" etc, das ich allerdings erfolgreich angefochen habe und das mir im Weiteren aufgrund sonst nur guter Zeugnisse nicht schadete.

Sei vorsichtig mit solchen Nachkontrollierereien inclusive Anschwärzen weiter oben. Das kann böse ausgehen. Mobbing gilt heute nicht mehr als Kavaliersdelikt.
 

ludmilla

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Irgendwie habe ich Verständnis für beide Seiten.
Es sei per Zufall aufgefallen ..., das verstehe ich nicht als bewusstes Bespitzeln,
Mir ist selbst bei einer Kollegin, die man auch permanent am Handy schreiben sieht, total per Zufall aufgefallen, dass sie bei der Arbeitszeit zumindest fragwürdige Angaben macht.
Ich habe mir lange überlegt, wie ich damit umgehe. Aber da ihr Verhalten auch Konsequenzen für andere Kollegen haben kann (hat was mit Vertrauensarbeitszeit, homeoffice usw. zutun) habe ich sie erst mal unter 4 Augen angesprochen.
Und fehlerhaftes Verhalten anzusprechen ist kein Mobbing. Falsches Anschwärzen und unverhältnismäßiges Kontrollieren schon! Aber meiner Erfahrung nach kommen solche Dinge meist eher zufällig heraus.

Sollte es so sein, dass die Mitarbeiter falsche Angaben gemacht haben und dies nicht erklären können, dann stellt sich mir die Frage :“Darf dann der Arbeitgeber nicht dagegen vorgehen, wenn er davon Kenntnis bekommt?“ Und darf man das nicht zumindest mal hinterfragen?
Ich beantworte das aus meiner Sicht mit einem klaren „doch das darf er“
 

Martin H.

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Leute, die ganze Spekuliererei bringt doch nix.
Mein Tip an @wolke77 (wurde hier auch schon von anderen geschrieben):
Sprich die drei darauf an, evtl. gibt es ja eine ganz einfache Erklärung dafür. Man muß ja nicht gleich das Schlimmste vermuten.
Andererseits ist natürlich Arbeitszeitbetrug schon ernst zu nehmen. Aber wie gesagt, erst mal mit den Betroffenen persönlich klären, bevor man weitere Schritte erwägt.
P.S.:
ludmilla war schneller! :wink:
 

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