News Arbeitgeber: "Neue Pflegeausbildung überfordert Berufsanfänger!"

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Ingo Kramer, Präsident der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA), hat in der Boulevardzeitung "Bild" vor einer Verschärfung des Pflegenotstandes durch überzogene Ausbildungsanforderungen für Pflegekräfte gewarnt.

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Bullshit.
Die wollen bloß ein paar billige Idioten, die die Drecksarbeit erledigen.

Im übrigen bezweifle ich mal ganz stark die Behauptung des Herrn, dass „mehr als die Hälfte der Auszubildenden in der Pflege nur Hauptschulabschluss“ hätte :schraube: - das war hier doch kürzlich Thema und dabei stellte jemand fest, der Anteil der Abiturienten wäre in der Pflege höher als beim Bevölkerungsdurchschnitt.
 
So, ich hab mal ältere Beiträge durchstöbert, und das dazu gefunden...
"Es ist ja kein Zufall, dass schon heute zum Beispiel in Nordrhein-Westfalen mehr als 70 Prozent der jungen Leute, die Kinderkrankenpflege lernen, Abitur haben. In der Krankenpflege sind es 56 Prozent." (lt. Isfort).
#18
Ich geh jetzt mal davon aus, daß in der Altenpflege zwar weniger Leute Abitur haben, aber der Regelzugang dürfte (immer noch) die mittlere Reife sein: "Für die Ausbildung wird i.d.R. ein mittlerer Bildungsabschluss vorausgesetzt."
Quelle: https://portal.berufe-universum.de/pdfs/9065.pdf
Wenn man sich jetzt mal alle DREI Pflegeausbildungen anguckt und feststellt, daß allein schon in Kranken- und Kinderkrankenpflege mehr als die Hälfte der Schüler Abitur haben, dann dürften es auch nicht durch die Hinzunahme der Altenpflegeschüler plötzlich mehr als die Hälfte mit Hauptschule sein. :roll:
 
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Schön, dass wir in einem Thread über "Herzwerker" sprechen und nun auch die berühmt berüchtigte "Herzwärme" ihren verdienten Einsatz im Orchester der unwörter findet.

Empathie, Soft Skills alles wichtige Dinge. Aber man stelle sich dies mal beim KFZ Mechaniker vor. Da schickste dein Auto zur Reparatur in die Werkstatt, da die Bremsen nicht mehr funktioniere.

Beim abholen baust du einen Unfall, da die Bremsen immer noch nicht funktionieren und die Antwort des Meisters lautet:" Ach Gott. Ja die Bremsen hat unsere Aushilfe montiert. Aber sie können sich sicher sein, er hat in seine Arbeit volles Herzblut gesteckt!" :knockin:
 
"Pflegekräfte sollen der Ausbildungsverordnung zufolge künftig unter anderem über "ein breites Verständnis von spezifischen Theorien und Modellen zur Pflegeprozessplanung" sowie über "ein integratives Verständnis von psychosomatischen Zusammenhängen" verfügen. Außerdem sollen sie "pflegebezogene Daten anhand von pflegewissenschaftlichen Erkenntnissen erheben und interpretieren". Derartige Anforderungen würden viele Bewerber überfordern, so Kramer, nicht wenige würden seiner Einschätzung nach die Ausbildung abbrechen. Schließlich hätte zurzeit mehr als die Hälfte der Auszubildenden in Pflegeberufen nur den Hauptschulabschluss."

Die sind wohl nicht in der Lage, sich vorher zu informieren, und dann während der Ausbildung völlig überrascht.:knockin:

Da wundert man sich wirklich, dass im Ausland nicht alle die Ausbildung abbrechen und es da überhaupt noch Pflegefachleute gibt...Wo doch fast überall ausser in Deutschland Abitur gefordert wird...

Die wollen wirklich nur unterstes Niveau, weil es billiger ist...Macht den Beruf bloss nicht allzu anspruchsvoll und attraktiv...Was kommt als Nächstes? Häubchen?

Ich erinnere mich noch gut an den Satz (ich weiss gar nicht mehr, wer den mal verbrochen hat - ich hab nachgeguckt: es war Norbert Blüm!): "In der Pflege genügt eine geschickte Hand und ein gutes Herz.":nurse:

Willkommen im 19. Jahrhundert.
 
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Ich erinnere mich noch gut an den Satz (ich weiss gar nicht mehr, wer den mal verbrochen hat - ich hab nachgeguckt: es war Norbert Blüm!): "In der Pflege genügt eine geschickte Hand und ein gutes Herz.":nurse:
Oh, von dem netten Herrn kam so einiges:
"Um eine 80jährige zu füttern, braucht man keine sechs Semester Psychologie, da braucht man ein ruhiges und ein gutes Herz. Ich glaube, dass das Thema Pflege auch ein Thema für unseren Arbeitsmarkt ist. Es werden viele Arbeitsplätze wegfallen, die früher für ungelernte Leute waren. Es werden nicht alle am Computer arbeiten. Vielleicht ist ihre Begabung auf zwischenmenschlicher Ebene. Wer den Hauptschulabschluss nicht geschafft, aber eine hohe soziale Kompetenz und Intelligenz hat, könnte mit den alten Leuten schwätzen und sie füttern."
Quelle: Interview Norbert Blüm
Daß das kein einmaliger "Ausrutscher" war, sondern seine tiefe Verachtung unserer Profession zeigt, das beweist dieses Zitat:
"Das ist ja trotzdem entstanden. Das große Problem ist keine Lohnfrage, sondern sind die Ungelernten. Selbst wenn die noch Geld mitbringen, kriegen sie keinen Job. Deren Arbeitsplätze schmelzen wie Schnee unter der Sonne. Was machen wir dagegen: Wir antworten mit Qualifizierung. Das ist richtig. Aber es wird immer Leute geben, die nie lernen, mit einem Computer umzugehen. Kann ich die dann nicht in der Pflege einsetzen? Ich will den Pflegestand nicht zu einem Beruf ohne Qualifikation machen, aber um jemandem bei einfachen Dingen zu helfen, brauche ich nicht fünf Semester Psychologie, sondern ein gutes Herz und eine ruhige Hand."
Quelle: Interview mit Norbert Blüm: "Viel Spaß beim Häuserkampf" - SPIEGEL ONLINE - Politik
Außerdem wird ihm noch der Ausspruch "Pflegen kann jeder!" zugeschrieben, dazu findet sich aber leider keine Quelle, nur indirekte Zitate:
Pflegen kann jeder?
oder auch
https://www.dbfk.de/media/docs/download/Allgemein/Auf-den-Zuschnitt-kommt-es-an_2011.pdf S. 8
 
Zumal es doch schon immer Zugänge zur Pflege für Menschen mit Hauptschul- oder sogar gar keinen Abschluss gab.
Es muss ja nicht jeder, der in der Pflege arbeiten möchte, die Ausbildung zur Pflegefachkraft machen.
Und sollte dies doch noch gewünscht werden, so ist die Durchlässigkeit hier jederzeit gegeben.
Ich verstehe das Problem nicht.
 
Zumal es doch schon immer Zugänge zur Pflege für Menschen mit Hauptschul- oder sogar gar keinen Abschluss gab.
Es muss ja nicht jeder, der in der Pflege arbeiten möchte, die Ausbildung zur Pflegefachkraft machen.
Und sollte dies doch noch gewünscht werden, so ist die Durchlässigkeit hier jederzeit gegeben.
Ich verstehe das Problem nicht.

Das Problem ist, dass sich in den Köpfen noch nicht durchgesetzt hat, dass Pflege ein wissenschaftlicher Beruf ist, der nicht aufhört bei Körperpflege und Essen reichen, sondern da anfängt.

Die, die hier das Niveau absenken wollen, wollen nur sparen. Es geht ihnen nicht um Qualität. Zur Fachpflege gehören Patientenschulungen, Prävention, fundierte Planungen in jeder Hinsicht, Nachsorge und Begleitung chronisch Erkrankter etc. etc.

Meine französischen Kollegen verstehen absolut nicht, dass deutsche Krankenschwestern mit dreijähriger Ausbildung das tun, was in Frankreich Pflegehelfer erledigen.

Für mich war das am Anfang auch schwierig, auf diesem Niveau zu arbeiten, denn ich war es ja nicht gewöhnt. Aber ehrlich: ich möchte nicht mehr zurückgehen.
 
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