AOK will Pflegeleistungen drastisch drosseln

Elisabeth Dinse

Poweruser
Registriert
29.05.2002
Beiträge
19.809
Beruf
Krankenschwester, Fachkrankenschwester A/I, Praxisbegleiter Basale Stimulation
Akt. Einsatzbereich
Intensivüberwachung
Rostock (OZ) - In Mecklenburg-Vorpommern ist ein heftiger Streit um die Zukunft der häuslichen Krankenpflege entbrannt. Die Pflegedienstleister werfen der AOK Nordost vor, die Ausgaben drastisch zu kürzen und die Versorgung im Nordosten zu gefährden.
Es geht um Leistungen, die nicht von der Pflegeversicherung abgedeckt sind, zum Beispiel Insulinspritzen oder Wundversorgung. Mit der Kürzung würde sich die Qualität der Pflege massiv verschlechtern, befürchten die Pflegebetriebe. „Dann gibt es Pflege nur noch im Akkord“, verdeutlicht Sven Wolfgramm, Landesbeauftragter beim Bundesverband privater Anbieter sozialer Dienste (BPA), der rund die Hälfte der 430 Pflegedienste in MV vertritt.

Kern der Neuerung ist die Umstellung von der Abrechnung einzelner Tätigkeiten auf Pauschalen, die bei den privaten Diensten schon länger üblich sind. Allerdings soll die Bezahlung der Privaten auch um 20 Prozent sinken, errechnete der Verband BPA.
AOK will Pflegeleistungen drastisch drosseln - MANTEL - OSTSEE ZEITUNG


Elisabeth
 
Erstaunlich.
Der BPA hat z.B. in Schleswig-Holstein schon vor Jahren für die Pauschale gestimmt - ein Preis all inclusive. Egal, ob Medigabe, -überwachung, Verband, RR-Messen, BZ -und /oder Insulingabe... und das mit dem Argument, dass die Mischkalkulation "unterm Strich" für die PD günstiger ist (die dann für die einfache Medigabe - die tatsächlich manchmal auch in 1 Minute bei der Pflege mit "passiert" - den gleichen Preis wie einen aufwendiger Verbandswechsel vergütet bekommt.
Da habe ich mir schon mehrfach den Kopf heiß geredet und wurde gerade von BPA-Mitgliedern auf die Mischkalkulation hingewiesen...
Das wäre beim Bäcker so, dass ein Mandelhörnchen das gleiche kostet wie die Buttercremetorte. Je nachdem, auf welcher Seite des Tresens ich dann stehe, hoffe ich, dass viele die Mandelhörnchen kaufen oder ich viel Buttercremetorte bekomme...

Reine Milchmädchenrechnung
 
Das ist leider schon seit langem so, dass in MeckPomm von der AOK zB Teststreifen für die Bz-Messgeräte nicht mehr übernommen werden. Von einer Kollegin weiß ich, dass ihr Vater (auch Mitglied der AOK in MeckPomm) nur einen AP-Beutel pro Tag bezahlt bekommt, er aber 2-3/Tag braucht. Ich weiß ja nicht, aber kann man denn nicht auch als Rentner zu einer "besseren" gesetzlichen Kasse wechseln!? Natürlich muss man diese Kündigungszeiten einhalten. Oder stell ich mir das zu einfach vor?
Und dann wird auch noch großartig diskutiert, was man mit dem ganzen Überschuss an Geld machen soll, den die Kassen eingefahren haben. Das ist echt unglaublich
 
.. ich will keine KK in Schutz nehmen, aber andere sind auch nicht besser: z.B. Urinbeutel bei DK 3 Stk. im Monat (AOK 4... da kommen wir evtl. mit wöchentlichem Wechsel hin, aber 3??)
O²-Schläuche einmal pro Monat...
Komischerweise ist da Hygiene auch nie das Problem.

Aber hier ging es ja um die Vergütung einer Leistung und die sieht leider in jedem Bundesland anders aus. Als wenn wir in S-H anders arbeiten als die Bayern oder die Sachsen...., selbst vor der Haustür in HH gibt es schon traumhafte Verhältnisse.
Ändern können das nur die Verragspartner.