News 17.000 neue Pfleger gegen Notstand

Hallo Kikraintensiv,

bist du bereit deinen Wohnort zu wechseln?

Liebe Grüsse
Narde
 
nein, aber bereit ca 150 km zu fahren....

LG
 
Dir ist schon klar, dass du wenn du eine durchschnittliche Geschwindigkeit von 100 km/h ansetzt mind. 1,5 Stunden hin und 1,5 Stunden zurück anstrebst. Hinzu kommen ca. 8 Stunden Dienst. Kurze Dienstwechsel mal nicht mitgerechnet, denn davon musst du ausgehen...Nimms mir nicht übel, aber das halte ich für eine überzogene Vorstellung über die eigenen Ressourcen. das Leben sollte ja nicht nur aus Arbeit bestehen.

Warum musst du am Heimatort verbleiben und kannst nicht wegziehen?

Elisabeth
 
Hallo Elisabeth,
ich schließe mich "KikraIntensiv" an. Pendeln ist gut, solange nicht sicher ist, ob man die Probezeit beim neuen AG übersteht. Ich bin fast 6 Monate jeden Tag 320-340 km gefahren, trotz kurzem Schichtwechsel. Dann bin ich umgezogen, wie bereits schon so oft zuvor.

Hier in Ostdeutschland wird unsere Berufsgruppe schlecht bezahlt (5-8 EUR/Std. im amb. Bereich bzw. 7,50-10,50 EUR/Std. im amb. Intensivpflegebereich) und meist nur auf 30 Std.-Basis eingestellt, obwohl die Lebenshaltungskosten nicht geringer sind als anderswo. Ich habe bereits einige Kolleginnen sagen hören, dass man mit Hartz IV nur unwesentlich weniger zum "Leben" hat. Wo soll also die Motivation herkommen, um den Beruf mit Freude auszuüben?

Ich versuche bereits seit Jahren eine Festanstellung im KH zu finden, es muss ja nicht unbedingt eine Kinder-ITS sein, aber es sind angeblich keine offenen Stellen vorhanden, nicht einmal im Erwachsenenbereich. Sucht man im Internet nach Stellenangeboten, findet man nur Angebote von Zeitarbeitsfirmen oder ambulanten Pflegediensten, bei denen fast täglich im geteilten Dienst gearbeitet werden muss.

Ich frage mich wer die Ammenmärchen der Politiker noch glaubt. 17000 neue Stellen im KH... das mag ja sein, aber zu welchen Konditionen?
 
Hallo,

also die Stellenmärkte sind zurzeit voll.
Freiburg, Mainz, Frankfurt suchen überall Pflegekräfte für alle Bereiche.


LG Martin
 
Hallo,

hier, als Beispiel gäbe es Stellen: Klinikum München

Allerdings wenn jemand nicht bereit ist seine Heimat zu verlassen wird es natürlich auch schwierig die Stelle zu ihm hinzubringen.

Pendeln, anfangs ist sicher kein Problem, irgendwann wird es einem vermutlich zu viel, dann bleibt es sich fast egal ob ich eine schlechtbezahlte Stelle annehme oder mein Gehalt in den Tank meines Auto's kippe.

Es ist immer schwierig es jedem recht zu machen, aber Stellen gibt es und auch unbefristete Verträge und auch Stellen in der "Provinz".
Eine Kollegin, 45 Jahre jung, hatte sich jetzt bei 10 Kliniken in Bayern, nicht Ballungsraum, beworben und 8 Zusagen erhalten.
Sie wurde sogar nach ihrer alten TVÖD-Eingruppierung wieder eingestellt.

Schönen Tag
Narde
 
Hallo Narde,
lies Dir doch die Beiträge bitte gründlich durch, bevor Du anfängst Leute niederzumachen. Ich bin in den letzten 15 Jahren berufsbedingt 7x umgezogen!!! (z.B. D, FFB, M, S, B... alles mehr als 500 km von meiner Familie entfernt) Das waren aber leider immer befristete Verträge, die nur verlängert worden wären, wenn ich auf Lohn/Gehalt verzichtet hätte... Ich habe ständig unter Tarif gearbeitet, weil ich froh war überhaupt einen Job zu haben.

Ich bin immer sofort umgezogen, ohne die Probezeit abzuwarten, hatte aber dadurch enorme Umzugskosten, die mir nicht einmal das Finanzamt rückerstattet hat.

Vor 2,5 Jahren musste ich wieder in meine Heimat zurück, weil meine Eltern beide hilfsbedürftig wurden... und Familie geht bei mir vor, da verzichte ich lieber auf Geld... Ein neuer Job (knapp 170 km von meinen Eltern entfernt) und 6 Monate pendeln, bevor ich wieder umgezogen bin. Seit 6 Monaten sind meine Eltern voll pflegebedürftig, also erneuter Umzug, diesmal in meine Heimatstadt, damit ich mich neben meiner Arbeit um meine Eltern kümmern kann.

Überlege Dir mal gut was Du tun würdest, Narde, wenn es Deine Eltern wären. Es sagt sich immer leicht: "Man muss halt umziehen, wenn man einen anständigen Job will etc.", aber die Realität sieht anders aus. Man zieht um, bricht damit fast alle Brücken hinter sich ab und lässt seine Familie im Stich.

Und solche "weisen" Sprüche geben nur Leute von sich, die noch nie in solch einer Situation waren.

Cheers

Ich habe durch die vielen berufsbedingten Umzüge Geld im fünfstelligen Bereich zum Fenster hinausgeworfen.
 
Hallo Krabbelkäfer,

ich will hier keinen niedermachen, nur pauschal zu sagen es gibt keine Stellen ist nicht richtig. Die Zeiten ändern sich.

Ich habe meine Mutter zu mir geholt, sie wohnt 5 Haustüren neben mir. Das war unsere Lösung. Jeder muss seine für sich praktikabele Lösung finden und meine ist, dass meine Mutter umgezogen ist. Mag vtl. etwas ungewöhnlich sein, dass eine 75 jährige ihr Haus verkauft und zu ihrer egoistischen Tochter zieht, aber es ist auch eine Lösung, oder?
Somit kann ich nur sagen, ich weiss wovon ich spreche.

Schönen Tag
Narde
 
Hi Narde, :streit:
schön das dies bei euch funktioniert, aber meine Eltern sind tief mit ihrer ostdeutschen Heimatstadt verwurzelt. Sie sind beide bettlägrig und lassen sich nicht einfach so umquartieren (Zitat:"Nur noch ein Umzug, mit den Füßen voran, in einer schwarzen Kiste.") Da bleibt mir als liebevolle Tochter nur eine Möglichkeit, oder?

Ich habe auch nicht behauptet dass es nirgends freie Stellen im KH gibt, aber im Osten sieht es jedenfalls alles andere als rosig aus. Ich bin KiKra, arbeite jetzt aber vorübergehend im Altenpflegebereich, um nicht zum Arbeitsamt zu müssen. (40 Std./Wo; 1280,- EUR brutto)

Jetzt stell´ Dir doch einmal vor wie es wäre, wenn alle Berufstätigen Ostdeutschlands in die alten Bundesländer ziehen, des Geldes wegen... Wer soll denn dann die Arbeit hier machen? Wer kümmert sich um die Kranken, Hilfsbedürftigen, Senioren etc.?

Ich finde jeder Niedriglohn-Jobber, egal ob in den neuen oder alten Bundesländern, verdient Dank/Anerkennung dafür dass er/sie sich für das bisschen Geld den Rücken krumm schuftet. (jetzt: niedriger Lohn = später: niedrige Rente)

Und die Pflegesituation wird sich auch in den kommenden Jahren nicht entspannen. Die Leute werden immer älter, aber nur die wenigsten wollen freiwillig in der Altenpflege arbeiten. Dort wird aber ein Großteil dieser 17000 Arbeitskräfte gebraucht. Dort liegt (leider) die Zukunft.

Ich wünsche Dir auch noch einen schönen Tag, Narde.
 
Jetzt stell´ Dir doch einmal vor wie es wäre, wenn alle Berufstätigen Ostdeutschlands in die alten Bundesländer ziehen, des Geldes wegen... Wer soll denn dann die Arbeit hier machen? Wer kümmert sich um die Kranken, Hilfsbedürftigen, Senioren etc.?

Seien wir mal ehrlich: In dem Moment, wo man keine Leute mehr zu schlechten Arbeitsbedingungen bekommt, verbessert man diese. Deutlich zu sehen an den Stellenanzeigen hier im Süden, wo regional Mangel herrscht. Auf einmal werben die Arbeitgeber mit unbefristeten Verträgen, Jobtickets, Betreuung von Schulkindern in Ferienzeiten...

Wir Arbeitnehmer haben ein ungeheures Machtpotential, dass wir leider viel zu schlecht einsetzen.
Ich finde jeder Niedriglohn-Jobber, egal ob in den neuen oder alten Bundesländern, verdient Dank/Anerkennung dafür dass er/sie sich für das bisschen Geld den Rücken krumm schuftet. (jetzt: niedriger Lohn = später: niedrige Rente)

Ich wüsste nicht, warum sich der Dank und die Anerkennung auf die Niedriglohnjobber beschränken soll. :)
 
Ich Kann doch nicht immer nur wegen des Jobs jedesmal quer durch Deutschland ziehen. Klar dann sagen sie nach der Probezeit ne danke ist nicht und ich kann wieder umziehen oder was? Ich bin schon wegen der Ausbildung extra weg gezogen und weil die Klinik da keinen übernommen hat, danach auch wieder zurück. Erstens ist so ein Umzug immer sau teuer, (ich kann mir das nicht leisten) und zum 2. möchte ich auch mal Freunde finden und behalten! auf die ich mich verlassen kann!
Wenn man ständig umzieht, klappt das nicht, habe ich schon versucht. Klar das sie einem in Bayern die Jobs hinterherschmeißen glaub ich wohl.
Aber es muß auch heut zu tage möglich sein, zumindest in dem eigenen oder angrenzenden Bundesland was zu bekommen.

Wo wir doch sooooooo Pflegenotstand haben *lach*
 
Klar das sie einem in Bayern die Jobs hinterherschmeißen glaub ich wohl.
Aha, was ist an Bayern so schrecklich, dass da keiner hinwill? Bayern ist nicht gefährlicher als andere Bundesländer auch. Ich wurde bisher weder überfallen noch angegriffen. :knockin:
 
Ich kann aus eigener Erfahrung berichten, dass man einen Umzug in den Freistaat Bayern überleben kann :mrgreen: (wobei Narde in München mich hier am äußersten Zipfel von Unterfranken sicherlich nicht mal als Bayern zugehörig einstufen würde).

Und da auch die benachbarten hessischen Regionen sowie große Teile von Ba-Wü Stellen anbieten, funktioniert Deine Theorie mit den unattraktiven Wohngegenden, wo einem die Jobs hinterher geschmissen werden, erst recht nicht.
 
*Ironie on* das ist überm Weisswurstäquator = nix Bayern, wo wir zum Glück wieder einen bay. Ministerpräsidenten haben:mrgreen: *Ironie off*
 
Ach du Schreck, da wurde ich doch schon wieder falsch verstanden. Hab nie behauptet das es nicht schön ist in Bayern zu wohnen und erst recht nicht das es da gefährlich ist. Also da hab ich in Düsseldorf bestimmt gefährlicher gelebt, als ich es in Bayern tun würde.
Möchte nur nicht nach Bayern, das hat aber nichts mit unatraktiver Wohngegend zu tun...
 
Ja ich weiß, wenn die Löhne steigen, gehen zu viele leute in die Pflege die das nur des Geldes wegen tun. Dann sollte man halt mehr zugeständniss bei der Arbeit machen.[/quote]

Im Umkehrschluss heisst das aber auch, bei den bescheidenen Löhnen gehen viele erst gar nicht hin:cry:
 
Das ist Ausbeutung was da gemacht wird, 1280Euro brutto das bekommt eine Krankenschwester bei uns in Karlsruhe für einen Halbtags Job. 1280 Euro, das bekommt eine ungelernte Kraft im hauswirtschaftlichen Bereich wenn sie Vollzeit arbeitet. Ich möchte das sicher nicht gutheißen, aber wenn du aufs Amt gehst und Hartz 4 beantragst hast unter Strich genausoviel wenn nicht noch mehr, armes Deutschland.


Hi Narde, :streit:
schön das dies bei euch funktioniert, aber meine Eltern sind tief mit ihrer ostdeutschen Heimatstadt verwurzelt. Sie sind beide bettlägrig und lassen sich nicht einfach so umquartieren (Zitat:"Nur noch ein Umzug, mit den Füßen voran, in einer schwarzen Kiste.") Da bleibt mir als liebevolle Tochter nur eine Möglichkeit, oder?

Ich habe auch nicht behauptet dass es nirgends freie Stellen im KH gibt, aber im Osten sieht es jedenfalls alles andere als rosig aus. Ich bin KiKra, arbeite jetzt aber vorübergehend im Altenpflegebereich, um nicht zum Arbeitsamt zu müssen. (40 Std./Wo; 1280,- EUR brutto)

Jetzt stell´ Dir doch einmal vor wie es wäre, wenn alle Berufstätigen Ostdeutschlands in die alten Bundesländer ziehen, des Geldes wegen... Wer soll denn dann die Arbeit hier machen? Wer kümmert sich um die Kranken, Hilfsbedürftigen, Senioren etc.?

Ich finde jeder Niedriglohn-Jobber, egal ob in den neuen oder alten Bundesländern, verdient Dank/Anerkennung dafür dass er/sie sich für das bisschen Geld den Rücken krumm schuftet. (jetzt: niedriger Lohn = später: niedrige Rente)

Und die Pflegesituation wird sich auch in den kommenden Jahren nicht entspannen. Die Leute werden immer älter, aber nur die wenigsten wollen freiwillig in der Altenpflege arbeiten. Dort wird aber ein Großteil dieser 17000 Arbeitskräfte gebraucht. Dort liegt (leider) die Zukunft.

Ich wünsche Dir auch noch einen schönen Tag, Narde.
 
Müssen wir uns an der Hetzjagd auf Hartz IV-Empfänger beteiligen?

Im Januar standen 3,5 Mill. Dauerarbeitslosen 450.000 Stellenangebote gegenüber. Ich glaube, diese Zahlen sprechen für sich.

Und wer jetzt auf die Idee kommt, statt Hartz IV könnten die ja arbeiten, sollte schön im Hinterkopf behalten, was das bedeutet: Eröffnung des Billiglohnbereiches. Und Westerwelle und Co. kämen endlich dazu, ihr Wahl"versprechen" einzulösen: von Dumpinglöhnen kann man erst sprechen, wenn das Gehalt mehr als 30% unter dem branchenüblichen Lohn liegt.

Und wer sich mit BWL beschäftigt, dem wird sicher klar sein, dass es für Unternehmer unökonomisch ist Arbeitsplätze zu splitten. Da geht es darum: wie kann ich meine Lohnausgaben weiter reduzieren um mein Produkt so billig wie möglich herstellen zu können. Man will als Unternehmer ja schließlich auch leben. Und das bedeutet eindeutig: Personalabbau und Verlagerung der Produktion in Billiglohnländer.

....

Elisabeth