News 17.000 neue Pfleger gegen Notstand

flexi

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Krankenpfleger
17.000 neue Pfleger gegen Notstand
Pflegerat nicht vollends zufrieden

Gegen einen drohenden Pflegenotstand in deutschen Krankenhäusern sollen möglichst rasch bis zu 17.000 Krankenschwestern und Pfleger eingestellt werden. "Das wird laufen", sagte Gesundheitsministerin Schmidt (SPD) nach einem "Pflegegipfel" in Berlin.

Ulla Schmidt zeigte sich nach einem "Pflegegipfel" mit Vertretern von Pflegern, Kassen, Ärzten und Kliniken am Donnerstag in Berlin. optimistisch, dass auch dieser Teil der seit Ende März geltenden Klinik-Finanzreform bald umgesetzt wird. "Es passiert etwas in den Krankenhäusern", versicherte Schmidt.

Pflegerat mit Bedenken

Der Deutsche Pflegerat schlug im Namen von insgesamt 1,2 Millionen Pflegenden in Deutschland zurückhaltendere Töne an. Der Abbau von 50.000 bis 70.000 Pflegestelllen in der vergangenen Jahren werde nicht ausgeglichen, sagte Präsidentin Marie-Luise Müller. Dabei gibt es auch nach Ansicht Schmidts immer mehr ältere Patienten und schwere Pflegefälle, während mehr Patienten mit leichteren Krankheiten gar nicht mehr ins Krankenhaus kommen. Doch Müller zeigte sich zugleich erleichtert über die Weichenstellungen hin zu wieder mehr Pflege, auf deren Qualität zudem besser Acht gegeben werden soll.

So soll das Einstellungsprogramm ausschließlich über drei Jahre hinweg ausgebildete Pflegekräfte anlocken. In Hilfskräfte werde nicht investiert, betonte der Spitzenverband der Krankenversicherung. Verbandschefin Doris Pfeiffer sagte: "Pflege ist nicht nur ein Kostenfaktor." In den nächsten drei Jahren können die Stellen laut der Klinikfinanzreform zu 90 Prozent durch die Krankenkassen finanziert werden.

Qualität im Blick

Zudem soll besonders aufwendige Pflege bald besser bezahlt werden. Außerdem soll die Qualität der Pflege der Krankenhäuser regelmäßig bewertet werden, beschlossen die Teilnehmer des Spitzentreffens. Der Kassen-Spitzenverband und die Deutsche Krankenhausgesellschaft einigten sich zudem auf Mittel von mehr als einer Milliarde Euro, mit denen ein Teil der Lohnsteigerungen in den Krankenhäusern bezahlt werden.

Auch dies ist eine Vorgabe der Klinikfinanzreform. Schmidt mahnte: "Nur wenn wir es schaffen, die Attraktivität des Pflegeberufs zu sichern, wird es auch künftig den dringend nötigen Pflegekräftenachwuchs geben."

Junge Kollegen mit Stress


Zwar gebe es noch genug Bewerber, aber viele junge Pflegekräfte stiegen schon nach wenigen Jahren wieder aus, weil ihnen der Stress auf den Stationen oft zu groß werde. "Hier haben wir ein Problem." Außerdem suchten Schwestern zwischen 45 und 50 häufig andere Berufe, da die Tätigkeit mit steigendem Alter schwieriger werde.

Die finanziell teilweise stark gebeutelten Kliniken bekommen in diesem Jahr mit der Reform eine Geldspritze von mehr als drei Milliarden Euro. Von den gesetzlichen Kassen erhalten die rund 2100 Kliniken 2009 etwa 56 Milliarden Euro. Mit Massenprotesten hatten Klinikbeschäftigte trotz der Reform vor Einschnitten für die Patienten gewarnt.
Quelle: heute.de Nachrichten - 17.000 neue Pfleger gegen Notstand
 
das klingt doch zu schön um wahr zu sein (auch wenn "nur" 17 000)
- aber - Achtung Wahlkampf lasst grüssen!!!

Matras
 
Sicher ist Wahlkampf und das ist ein Thema mit dem sich die SPD profilieren wird, denn die Schwarzen und Gelben sind da mit Sicherheit nicht so "großzügig". Die haben ein andere Berufgruppe im Augenwinkel.
 
Wo sollen die neuen Pfleger und Pflegerinnen denn herkommen? In unserem Haus gibt es für die offenen Stellen nicht genug Bewerber, da in den letzten Jahren der Stellenabbau unserem Haus, nicht den besten Ruf eingebracht hat...
 
Es gibt ja noch nicht mal genug Interessenten, geschweige denn finanzielle Mittel, für die 11.000 Kollegen, die man uns im letzten Jahr versprochen hatte. (Sind die in die jetzigen 17.000 inbegriffen oder nicht?) Ich glaube den brüdern nur noch, wenn ich konkrete Maßnahmen zu Gesicht bekomme anstatt einer weiteren Mogelpackung.
 
Hallo,

bei uns gibt auch genug Stellen, aber es scheint sich keine Mensch zu bewerben...
Ich frage mich woher plötzlich 17.000 neue Pflegekräfte auftauchen sollen?

LG Martin
 
Hallo,
woher wollt Ihr denn so genau wissen, dass es kaum Bewerber gibt?
Meiner Meinung nach wird es nur nicht weiter gegeben, da Neueinstellungen eben Geld kosten.

Nach dieser "großartigen" Nachricht würde ich gerne mal wissen woher unsere SL seine Information bezieht, dass in absehbarer Zeit und bereits im Gespräch, bald Hausfrauen mit kurzer Schulung unsere Arbeiten, wie waschen, Essen austeilen, Essen anreichen usw übernehmen werden?
Wir sollen nur noch deligieren, natürlich mit entsprechend weniger examiniertem Personal, da eben biliger.
Viele Grüße
Sanne
 
Hallo,

kann ich dir sagen, ich habe 7 Stellenangebote gehabt, die Intensiv kann nicht alle Betten fahren, weil die Leute fehlen.


LG Martin
 
Auch bei uns dauerhaft unbesetzte Stellen, zuwenig Bewerber. Überstunden und Unzufriedenheit häufen sich.
Der einzig positive Aspekt: der Verhandlungsspielraum für Lohnsteigerungen ist besser denn je.
Die AG zahlen Geld, Lohngruppen on top, man muss nur fragen oder mit Weggang drohen.

der dude
 
hier geht es nur um Krankenhäuser. Aber es fehlen noch 3x soviel Pflegekräfte wenn man Altenheime und ambulante Dienste mitzählt. Die müssen ja auch qualitativ hochwertige, menschliche Arbeit leisten.

Aber es gibt keine mehr. Über Jahre wurden zuwenig ausgebildet und jetzt haben wir wieder mal einen Pflegenotstand.

Nur wer soll das alles finanzieren?

silverlady
 
Hallo,

das war auch meine erste Frage wo kommen die 17.000 Pflegekräfte her? Bestimmt nicht von den geschlossenen Schulen.

Kann mir auch gut vorstellen das der Rest aus dem Ausland kommen wird, hatte wir die Geschichte nicht schon vor ein paar Jahren mal?

Zudem ist Krankenpflege mittlerweile alles andere als Attraktiv, die Schulen und Krankenhäuser müssen nehmen was kommt, und bis zur Probezeit fallen mindestens 3 raus.

Krasse Bewerbungszahl war bei uns 40 GUP für 6 Ausbildungsplätze, und 105 Bewerbungen für 1 Ausbildungsplatz als ok ich habs vergessen aber irgendwas mit Büro.
Ich denke das muss mal zu denken geben und dann kann man mal gucken von wo diese Leute (17000) herkommen sollen.

Lg betty
 
Ich denke das muss mal zu denken geben und dann kann man mal gucken von wo diese Leute (17000) herkommen sollen.

Ach das geht schon. Da gehen ein paar Firmen in Konkurs oder es wird ein großer Teil der Angestellten gekündigt - ist ja zur Zeit nicht ganz abwegig. Dann verspricht man ihnen das Blaue vom Himmel herunter, gründet Stiftungen, ... Einige mit höherem Alter haben sowieso fast keine andere Wahl. Man steckt sie ohne Beachtung der Fähigkeiten in die Ausbildung, schleust sie irgendwie durch und fertig.

Klappt ja in Österreich (anscheinend) auch sehr gut.

Gruß,
Lin
 
Die Diskussionen über den personellen Notstand nehmen kein Ende.Man will vermutlich auch kein Ende bekommen,denn sonst müßte man schleunigst was tun.Das Tun kostet.
Wir warten immer noch geduldig,zumindest hat es nach außen hin den Anschein.

Der "Schwarze Peter "wurde schon die ganzen Jahre erfolgreich im Kreis von den Krankenhäusern zu den Kassen und wieder zur früheren Ministerin Fischer geschoben.Nichts Neues also,außer die Minister haben gewechselt.

Ich glaube inzwischen an N I C H T S mehr.

Wir haben enorm viel Arbeit,daß wir nicht mehr wissen,wie das auf Dauer weitergehen soll.
 
Ja, is klar.
"Wir schaffen 17.000 Arbeitsplätze" klingt so toll, dass der kleine Nebensatz "haben aber keine Ahnung wie das finanziert werden soll und wo die Kollegen herkommen sollen" gleich ganz wegfällt.

Ich weiß schon, worauf das hinausläuft:

Jetzt:
- Gehälter der Pflege einfrieren
- 17.000 Hilfskräfte zum Billiglohn einstellen

Dann vier Jahre Ruhe.

Nächter Wahlkampf:
- merken, dass das alles nicht funktioniert hat. :wut:
 
Hallöle!

Es ist doch immer wieder das Gleiche: erst massiv Stellen abbauen und dann über Jahre ein Drittel wieder einstellen.
Bei uns werden freie Stellen monatelang nicht besetzt, um Geld zu sparen. Klappt doch auch alles mit weniger Personal. Dass wir dabei vor die Hunde gehen, interessiert keine Socke. Kein Wunder, dass viele schnell wieder rauswollen aus dem Job. Neueste Methode: neues Personal wird über Tochtergesellschaft eingestellt: weniger Gehalt, keine Extrazahlungen... Vor allem unsere fertigen Azubis nehmen lieber das als nix. Und in den Hoch- Zeiten wird dann mal kurzfristig ein Leiharbeiter eingestellt, den man dann schnell wieder los wird.
Und was sagt unsere PDL über Personalmangel? "Wir haben noch genügend freie Ressourcen, da kann von Personalmangel keine Rede sein. Schließlich müssen Patienten nicht jeden Tag von Kopf bis Fuß gewaschen werden!"
Mal abwarten, wie viele von den 17000 Neueinstellungen wirklich kommen.:gruebel:
Bis dahin heißt es, tapfer weiter schuften!:knockin:
 
Na ja, mal was positives......es ist ein Ansatz zur Besserung. :)

Ich weiß nur nicht wirklich was da für einzelne Kliniken übrig bleiben soll. :)

Das wären 8,09 Angestellte mehr pro Krankenhaus.....leider verfügt mein Arbeitgeber nicht über 500 Betten oder mehr.....was bleibt für uns also übrig?
Vielleicht eine 50% Kraft für das komplette Krankenhaus.....

Vor allem stört mich die "Finanzspritze", deutsche Krankenhäuser brauchen keine Spritze, die kann ich selbst bestellen :knockin:, sondern ein dauerhaft gesichertes Einkommen.

Was soll denn vollzogen werden, wenn die Spritze leer ist?

Dann können die 17.000 nämlich wieder gehen....


Allerdings sollte man auch nicht wieder alles zu sehr schlecht reden....immerhin....es gibt überhaupt etwas.... und für mehr muss man eben weiter kämpfen.

Gruß
Dennis
 
Wer finanziert die 17.000 Pflegekräfte eigentlich?

Elisabeth
 
Hallo
wie finanzieren sich 20% mehr Lohn für unsere Akademiker?
und in den 80ern hat man halb Korea hergeholt, in den 90er war dann der Balkan dran und jetzt haben wir ja Gott sei dank Rumänien in die EU aufgenommen..... Wo sonst sollen die alle herkommen?
Wo kommen denn die Pflegerinnen in den Haushalten her die den ganzen Monat für 600€ arbeiten?
Es gibt immer irgendwo welche die für noch weniger arbeiten, ich glaube aktuell Moldavien/1Monat/300€, unschlagbar!
LG Inti38
 
ich schreibe eigentlich immer das gleich zu sowas:

Angeblich regelt ja die Nachfrage den Preis. Ein Informatiker der gesucht wird, kann sein Gehalt extrem ausbauen (alleine dieser Unterschied macht oft mehr Gehalt aus als ein Durchschnittslohn in der Pflege).
Nur in der Pflege (und anderen sozialen Berufen) setzt dieses Prinzip aus und es heißt nö mehr Lohn gibt es nicht.


Ja ich weiß, wenn die Löhne steigen, gehen zu viele leute in die Pflege die das nur des Geldes wegen tun. Dann sollte man halt mehr zugeständniss bei der Arbeit machen.
 
Hallo!

Also ich kann ganz und gar nicht bestätigen das es genug freie Stellen in den Kliniken gibt. Suche seit Jahren eine Stelle im Krankenhaus, genau wie die meisten meiner Kollegen. Aber die Kliniken hier stellen einfach nicht mehr ein, wenn jemand in Rente geht oder kündigt.

Wenn ich dann von nem Pflegenotstand höre, werde ich echt stinkig.
Sollen die die doch erstmal einstellen, die seit jahren vor der Tür stehen und warten, dann wäre allen erstmal geholfen.

Wer jetzt wiede rmeint stimmt ja lles gar nicht, kann gern mal auf der Hompage des Arbeitsamtes gucken. Alles nur ambulante pflege, nicht eine Klinikstelle dabei. Raum Düsseldorf und Münster...

Auch auf den Homepages der Kliniken sieht es nicht anders aus....

Von wegen es will ja keiner machen....

LG