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flexi

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Krankenpfleger
Wir stehen vor einem Pflegekollaps

Von Bronski am 29. Dezember 2010 | Abgelegt unter: Gastbeiträge
Gastbeitrag von 17 Studierenden des berufsbegleitenden Bachelorstudiengangs Pflege an der FH Hannover im 6. Semester - AutorInnenliste siehe unter dem Text
Wir stehen vor einem Pflegekollaps
“Rösler ‘kennt’ zwei Probleme. Die Pflege weiß mehr!
Es ist allem voran positiv, dass jetzt auch die Politik das Problem ‘Fachkräftemangel in der Pflege’ erkannt hat und handeln will. Die Verlautbarungen von Bundesgesundheitsminister Philipp Rösler im Rahmen des von ihm initiierten Treffens mit Vertretern von Pflegeverbänden am 07.12.2010 müssen allerdings aus pflegeprofessioneller Sicht äußerst kritisch betrachtet werden. Nach Berechnungen des Statistischen Bundesamtes, werden im Jahr 2025 rund 152000 Beschäftigte in der Pflegebranche fehlen. In Deutschland stehen wir also vor einem ‘Pflegekollaps’. Diesem gesamtgesellschaftlichen Problem nimmt sich Rösler nun an - verkennt aber die Grundproblematik. Und dies ist fatal, soll doch die Attraktivität der Pflegeberufe steigen und mehr junge Menschen für eine Pflegeausbildung begeistern.
Quelle und mehr....>>>

 
Hi!
Ist uns das neu???
Nein,wir erkennen die Problematik schon lange.
Viele Fachkräfte in meiner Region liegen brach.
Oft ist Pflegepersonal weiblich,bekommt irgendwann einmal Kinder und fällt so aus.
Denn mal ehrlich,es dauert lange bis man nach dem Kinder kriegen zurückkommen kann.
Starre Dienstzeiten und hohe Abzüge für Frauen als Zweitverdiener tun das übrige dazu.
Aus meinem Jahrgang (1994 ende) als Krankenschwester arbeiten von 23 vielleicht noch 5 in der Pflege.Andere landen bei Al... an der Kasse,weil sie Pflegemüde geworden sind!
Solange sich in der Pflege keine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf einstellt, wird sich das Thema meiner Meinung nach auch nicht bessern.
 
Juhu dann steigen endlich die Gehälter. So wie es sich für eine Marktwirtschaft gehört.

Obwohl, was hat unsere neue kaufmännische Vorständin gesagt: (gekürzt) sparen, sparen, sparen und zwar nur am Personal. 1,7% mehr Lohn in 2 Jahren sind ja schließlich schon weit über normalmaß.
 
Könnt ihr hier irgendwie die Arbeit der einzelnen Gesundheitsminister fundiert bewerten? Oder auch nicht fundiert Rösler schlecht und Bahr gut (:D) würde mir auch schon reichen.
 
Rösler hatte wenigstens entfernt mal eine medizinische Ausbildung auch wenn seine Erfahrungen in der Praxis eher mau sind.

Bahr hat mit dem Gesundheitswesen ansich nie was zu tun gehabt.

Auf den FDP Parteitagen stehen Lobbystände aller Pharmaunternehmen. So wird dort Demokratie betrieben.

Soviel zur der Bewertung von Gesundheitsministern :-)
 
Hallo Wieland, Danke für die Antwort. Die zwei waren jetzt von mir auch nur als Beispiel genannt. Wann wurde denn mal gute Gesundheitspolitik in Deutschland gemacht? bzw. wurde jemals gute Gesundheitspolitik gemacht? Wenn ja, war der Minister dafür hauptverantwortlich?
 
Hallo wander,

mal eine Frage an dich....warum willst du das alles wissen?:fidee:
LG
joe
 
Eigentlich wurde seit Jahrzenten keine wirkliche Gesundheitspolitik mehr betrieben. Aktuelle Gesundheitspolitik beschränkt sich auf die massive Subvention von bestimmten Unternehmen und der möglichst schnellen Wiederherstellung von "Humankapital" (sprich Arbeitskraft von Menschen).

Eine wirkliche Gesundheitspolitik würde in eine ganz andere Richtung gehen. Die Gesundheit der Bevölkerung fördern und erhalten. Wir bräuchten ein bedürfnisorientiertes System indem jeder Mensch das Recht auf die nötige Gesundheitsversorgung hat die er individuell braucht. D.h. das auch nur die Behandlungen durchgeführt werden die zur Genesung des Patienten beitragen oder zur Linderung seines Leides. Wir müssen endlich weg von einen marktwirtschaftlichen Gesundheitssystem in dem Profite den Kurs bestimmen.
Schon in den 70er Jahren hat ein SPD Politiker einmal gesagt das das derzeizige Gesundheitssystem völlig hinfällig ist da von den Pharmaunternehmen und anderen medizinischen Dienstleistern vollkommen aufgekauft.

Prävention ist immer noch ein viel zu kleines Thema und ist auch deutlich weitreichender als oft beschrieben. Dazu gehört nämlich auch massive Investitionen in Bildung, Kultur und Soziales. Ebenso Umwelt, Energie und Wirtschaft.
Die Gesundheit der Menschen ist von alle diesen Faktoren massiv abhängig und könnte mit einer umfassenden Politik dafür sorgen das die eigentliche Inanspruchnahme des Gesundheitssystem sich minimieren würde.
 
:klatschspring:Wenn Wiedereinsteiger mit über 40 Jahren wie 20 Jährige bezahlt werden ist es kein Wunder das niemand zurück in die Pflege gehen will.
Nur noch Zeitverträge und damit ist man schon bei anderen Kollegen 2. Klasse.