Wären alle Pflegekräfte befragt worden, wie das in Hessen im letzten Jahr statt fand
Nun, dem ist keineswegs so; die Befragung in Hessen muß außerdem sehr chaotisch abgelaufen sein:
"Mitten in der Befragung wurde das Vorgehen durch
das statistische Landesamt geändert. Zunächst bekamen alle Pflegefachpersonen einen
versiegelten Briefumschlag, später gab es nur noch Flyer mit einem aufgedruckten
Code für Einrichtungen mit weniger als 150 Pflegefachpersonen.
Dies allerdings ohne über diese Änderung flächendeckend und eindeutig zu
informieren. Dem Landespflegerat liegen mehrere Berichte vor, in dem die
Befragungsbögen ziellos in Gemeinschaftsräumen oder Postfächern verteilt wurden.
So muss von einer großen Dunkelziffer ausgegangen werden, ob Pflegefachpersonen
die Bögen überhaupt erhalten haben, Befürworter wie Gegner mehrfach oder sogar
Berufsfremde abgestimmt haben.
Als weiteren Kritikpunkt ist zu nennen, dass mehrere tausend Fragebögen
nachgedruckt und erst sehr spät versendet wurden, da man Pflegefachpersonen zuvor
einfach vergessen hatte oder die versendeten Bögen nicht ausreichend waren. In
Bezug auf den sehr kurzen Zeitraum zur Teilnahme ist dies kein adäquates Vorgehen.
Sehr verwundert ist der Landespflegerat über den Wortlaut des Staatsministers, der
nun auf einmal von einer „Abstimmung“ spricht, was zuvor als Meinungsbild deklariert
wurde und im Koalitionsvertrag als Prüfschritt beschrieben ist."
Quelle:
Aktuelles
Pressemitteilung zu den Ergebnissen der Abstimmung zur Pflegekammer
PM Ergebnisse 21.11.2018.pdf
Es hätte mich auch sehr gewundert, wenn ALLE hessischen Pflegekräfte befragt worden wären, da dies bisher noch in keinem Bundesland so gehandhabt wurde.
Und - nein: Das hat auch nix mit dem Ergebnis "Pro oder Kontra Kammer" zu tun; in Hamburg, wo ebenfalls die Mehrheit der Pflegekräfte dagegen gestimmt hatten, war ebenfalls nur eine Minderheit (Stichprobe!) befragt worden:
"Die Befragung der Pflegefachkräfte in Hamburg findet
ab Mitte Oktober 2013 statt. Sie wird im Auftrag der
Behörde für Gesundheit und Verbraucherschutz in
Zusammenarbeit mit der Firma INFO GmbH durchgeführt.
Befragt werden rund 1.000 repräsentativ
ausgewählte dreijährig ausgebildete Pflegefachkräfte
sowie Auszubildende in Einrichtungen der Kranken-,
Kinderkranken- und Altenpflege in Hamburg (Krankenhäuser,
Pflegeheime, ambulante Pflegedienste,
Reha-Kliniken). Die Ergebnisse werden voraussichtlich
im Januar 2014 vorliegen."
Quelle:
https://www.hamburg.de/contentblob/...65ca027/data/flyer-befragung-pflegekammer.pdf
Dies ist, wie ich weiter oben bereits erläutert habe, ein normales Vorgehen bei repräsentativen Befragungen.
Es handelt sich bei diesen Befragungen um etwas gänzlich anderes als bei z. B. Landtags- oder Bundestagswahlen, da hier die Wähler in den Wählerverzeichnissen eingetragen sind (Meldepflicht).
Ein solches Verzeichnis sämtlicher Pflegekräfte eines Bundeslandes gibt es bislang nicht, diese werden erst durch die jeweiligen Landespflegekammern erfaßt.