News Widerstand gegen Pflegekammer nimmt zu

Redaktion

Redaktionsteam
Teammitglied
Registriert
26.03.2015
Beiträge
4.417
Ort
Frankfurt/Hannover
In Niedersachsen formiert sich mittels einer Online-Petition massiver Widerstand gegen die neu gegründete Pflegekammer. Um der Zwangsmitgliedschaft in der neuen Einrichtung zu entgehen, wollten viele Pflegekräfte sogar ihre Examensurkunden zurückgeben, sagte Kritiker Stefan Cornelius der "Hannoverschen Allgemeinen Zeitung" (HAZ).

Weiterlesen...
 
Zitat aus obigem Link:
"Wir sind grundsätzlich der Meinung, dass Arbeitnehmer nicht in eine solche beitragspflichtige Kammer gezwungen werden sollten", sagte Cornelius. Um dies deutlich zu machen, plane die Initiative im Januar auch eine Demonstration in Hannover: "Und das Oberverwaltungsgericht Lüneburg wird noch in zweiter Instanz darüber entscheiden, ob wir wirklich verpflichtet werden können, in solch einer Kammer Mitglied zu werden, die nur von einer Minderheit der rund 80.000 niedersächsischen Pflegekräfte gewünscht ist."

Schwachsinn. Selbstverständlich wurde die Pflegekammer in Niedersachsen von der MEHRHEIT der dortigen Pflegekräfte gewünscht, sonst wäre sie nicht eingeführt worden: :roll:

"Zwei Drittel (67 Prozent) der niedersächsischen Pflegekräfte sprechen sich für die Gründung einer Pflegekammer aus. Das ist das Hauptergebnis einer repräsentativen Befragung von 1.039 in Pflegeberufen Beschäftigten in Niedersachsen; Befragungszeitraum war Dezember 2012 und Januar 2013.(...)
Für die Gründung einer Pflegekammer sprechen sich in allen befragten Beschäftigtengruppen jeweils Mehrheiten aus."

Quelle:
file:///C:/Users/sony/Downloads/Evaluationsstudie_Pflegekammer.pdf S. 5

Tja, das ist genau das, was ich kürzlich meinte, als ich davon sprach, daß einige Kammergegner mit Fakenews, Lügen etc. arbeiten.

Und falls sich jetzt wieder ein Kammergegner an den Zahlen (Stichprobe vs. Grundgesamtheit) hochzieht:
Lernt erst mal die Grundsätze von repräsentativen Befragungen, ansonsten offenbart ihr nur peinliches Nichtwissen.
Gell, Herr Cornelius? :mrgreen:

Hoffe, die Politik läßt sich von diesem Blödsinn nicht beeindrucken. :ccol1:
 
Moin,
jetzt muss ich doch 'mal was zu der "Mehrheit" sagen, die in Niedersachsen die Pflegekammer wollte. Diese "Mehrheit" wurde aus einer Studie mit 1039 Befragten (etwas über 1 % der Pflegekräfte in Niedersachsen!!!) beschlossen. Wären alle Pflegekräfte befragt worden, wie das in Hessen im letzten Jahr statt fand, dann hätte man sagen können die Mehrheit wollte die Kammer oder sie hätte sie nicht gewollt.
Liest man sich die Aufwands- und Entschädigungsordnung durch, bekommt einen kleinen Einblick für was die Beiträge benötigt werden.
https://www.pflegekammer-nds.de/fil...digungsordnung-pflegekammer-niedersachsen.pdf
Gruß
 
Wären alle Pflegekräfte befragt worden, wie das in Hessen im letzten Jahr statt fand
Nun, dem ist keineswegs so; die Befragung in Hessen muß außerdem sehr chaotisch abgelaufen sein:

"Mitten in der Befragung wurde das Vorgehen durch
das statistische Landesamt geändert. Zunächst bekamen alle Pflegefachpersonen einen
versiegelten Briefumschlag, später gab es nur noch Flyer mit einem aufgedruckten
Code für Einrichtungen mit weniger als 150 Pflegefachpersonen
.
Dies allerdings ohne über diese Änderung flächendeckend und eindeutig zu
informieren. Dem Landespflegerat liegen mehrere Berichte vor, in dem die
Befragungsbögen ziellos in Gemeinschaftsräumen oder Postfächern verteilt wurden.
So muss von einer großen Dunkelziffer ausgegangen werden, ob Pflegefachpersonen
die Bögen überhaupt erhalten haben, Befürworter wie Gegner mehrfach oder sogar
Berufsfremde abgestimmt haben.

Als weiteren Kritikpunkt ist zu nennen, dass mehrere tausend Fragebögen
nachgedruckt und erst sehr spät versendet wurden, da man Pflegefachpersonen zuvor
einfach vergessen hatte oder die versendeten Bögen nicht ausreichend waren
. In
Bezug auf den sehr kurzen Zeitraum zur Teilnahme ist dies kein adäquates Vorgehen.
Sehr verwundert ist der Landespflegerat über den Wortlaut des Staatsministers, der
nun auf einmal von einer „Abstimmung“ spricht, was zuvor als Meinungsbild deklariert
wurde und im Koalitionsvertrag als Prüfschritt beschrieben ist."

Quelle:
Aktuelles
Pressemitteilung zu den Ergebnissen der Abstimmung zur Pflegekammer
PM Ergebnisse 21.11.2018.pdf

Es hätte mich auch sehr gewundert, wenn ALLE hessischen Pflegekräfte befragt worden wären, da dies bisher noch in keinem Bundesland so gehandhabt wurde.
Und - nein: Das hat auch nix mit dem Ergebnis "Pro oder Kontra Kammer" zu tun; in Hamburg, wo ebenfalls die Mehrheit der Pflegekräfte dagegen gestimmt hatten, war ebenfalls nur eine Minderheit (Stichprobe!) befragt worden:

"Die Befragung der Pflegefachkräfte in Hamburg findet
ab Mitte Oktober 2013 statt. Sie wird im Auftrag der
Behörde für Gesundheit und Verbraucherschutz in
Zusammenarbeit mit der Firma INFO GmbH durchgeführt.
Befragt werden rund 1.000 repräsentativ
ausgewählte dreijährig ausgebildete Pflegefachkräfte

sowie Auszubildende in Einrichtungen der Kranken-,
Kinderkranken- und Altenpflege in Hamburg (Krankenhäuser,
Pflegeheime, ambulante Pflegedienste,
Reha-Kliniken). Die Ergebnisse werden voraussichtlich
im Januar 2014 vorliegen."


Quelle:
https://www.hamburg.de/contentblob/...65ca027/data/flyer-befragung-pflegekammer.pdf

Dies ist, wie ich weiter oben bereits erläutert habe, ein normales Vorgehen bei repräsentativen Befragungen.
Es handelt sich bei diesen Befragungen um etwas gänzlich anderes als bei z. B. Landtags- oder Bundestagswahlen, da hier die Wähler in den Wählerverzeichnissen eingetragen sind (Meldepflicht).
Ein solches Verzeichnis sämtlicher Pflegekräfte eines Bundeslandes gibt es bislang nicht, diese werden erst durch die jeweiligen Landespflegekammern erfaßt.
 
Moin,

Dies ist, wie ich weiter oben bereits erläutert habe, ein normales Vorgehen bei repräsentativen Befragungen.
Es handelt sich bei diesen Befragungen um etwas gänzlich anderes als bei z. B. Landtags- oder Bundestagswahlen, da hier die Wähler in den Wählerverzeichnissen eingetragen sind (Meldepflicht).
Ein solches Verzeichnis sämtlicher Pflegekräfte eines Bundeslandes gibt es bislang nicht, diese werden erst durch die jeweiligen Landespflegekammern erfaßt.

Dann brauchen wir ja nicht mehr wählen gehen, können gleich die Meinungsumfragen als Fakt nehmen und sagen die Mehrheit wollte es so!

Noch etwas anderes:
Es wurden alle Abgeordneten des Niedersächsischen Landtages vom Initiator der Petition gegen die Pflegekammer in Niedersachsen um eine Stellungsnahme gebeten. Bisher gibt es 24 Stellungsnahmen und es ist keine einzige von Politikern der SPD oder der Grünen dabei; gerade die sollten sich doch zu Wort melden, da diese so eifrig pro Pflegekammer sind!

Gruß
 
Zuletzt bearbeitet von einem Moderator:
Entschädigungsordnung durch, bekommt einen kleinen Einblick für was die Beiträge benötigt werden.
Wow 1450 für die Präsidentin und 800 für den Vorstand
derweilen bei der Ärzteschaft Die ehrenamtliche Managerin

Interessant das sich die Geld ist nicht die Hauptsache und die Bezahlung ist ja nicht sooooo schlecht bei 10 Euro im Monat zu Krämerseelen entwickeln
 
Grüß Gott! :-)
Dann brauchen wir ja nicht mehr wählen gehen, können gleich die Meinungsumfragen als Fakt nehmen und sagen die Mehrheit wollte es so!
Immer, wenn den Kammergegnern nix Vernünftiges mehr einfällt, kommt so ein "Argument"! :biggrin:
Also ernsthaft:
Wenn Dir der Unterschied zwischen (politischen) Wahlen wie Kommunal-, Landtags-, Bundestags- oder Europawahlen einerseits und Umfragen nicht klar ist, dann kann ich auch nicht mehr helfen! ;)
Noch etwas anderes:
Es wurden alle Abgeordneten des Niedersächsischen Landtages vom Initiator der Petition gegen die Pflegekammer in Niedersachsen um eine Stellungsnahme gebeten. Bisher gibt es 24 Stellungsnahmen und es ist keine einzige von Politikern der SPD oder der Grünen dabei; gerade die sollten sich doch zu Wort melden, da diese so eifrig pro Pflegekammer sind!
Hm, mir war nicht bekannt, daß Politiker gegenüber Initiatoren irgendwelcher völlig unverbindlicher Petitionen zu irgendeiner Stellungnahme verpflichtet wären...! 8-)

Hoffe wie gesagt, die Politiker lassen sich von der Petition nicht beeindrucken - die hat nämlich wirklich keine Aussagekraft, alleine schon weil jeder (auch Berufsfremde!) unterschreiben durfte.