News Verein schlägt "Verpflichtendes soziales Pflegejahr" vor

Gott was das an volkswirtschaftlichen Schaden anrichten würden durch entgangene 700.000 Arbeitsjahre in wertschöpfendene Tätigkeiten
 
Zwang hat schon immer zu gesteigertem Interesse geführt, das ist ja bekannt. Horden von Zivis sind in die Pflege geströmt, nachdem sie ihren Dienst abgeleistet haben....
 
Aus dem Artikel bei "Altenpflege-Online":
Ein verpflichtendes sozialen Pflegejahr könnte an dieser Stelle ansetzen, so Frieß. Zentraler Bestandteil dessen solle seiner Meinung nach "eine einmonatige grundlegende Pflegeausbildung sein, die die Befähigung zur ordnungsgemäßen Umsetzung von einfachen Pflegetätigkeiten
enthalten muss". Diese grundlegende Ausbildung solle später dazu beitragen, fachlich professioneller in der Familie helfen zu können. Zudem sähe er, so Frieß, "die Möglichkeit, ähnlich dem Zivildienst, junge Menschen für diesen Beruf zu begeistern".

Also vom Grundsatz her fände ich es ja durchaus interessant, z. B. in der (Regel)Schule bereits den Schülern einen Einblick in die Pflege zu geben, wie es ja m. W. in Sachsen-Anhalt (?) geplant ist (bin nicht sicher, war m. W. eine Meldung hier auf der Seite).
Das ist aber was ganz anderes, als hier wieder mit einem Zwangsdienst irgendwelche Löcher glauben stopfen zu können - mehr als Hilfstätigkeiten können die aber eh nicht ausführen. Es sei denn, man hat (wieder) vor, die jungen Leute so wie viele Zivis damals zu mißbrauchen, indem man sie Tätigkeiten ausführen läßt, die weit jenseits ihrer Qualifikation liegen, um Personalmangel auszugleichen.
Am geilsten ist aber der Satz "eine einmonatige grundlegende Pflegeausbildung, die die Befähigung zur ordnungsgemäßen Umsetzung von einfachen Pflegetätigkeiten enthalten muss". :lol: Also nach einem Monat "Pflegeausbildung" ist man genau zu gar nichts befähigt... :mrgreen:


Was mich außerdem noch interessieren würde:
Kennt jemand von euch den Verein? Habe mal auf deren Seite etwas rumgelesen und stieß dabei u. a. auf Folgendes:
Expertengruppe – Entwicklung einer deutschen Leitlinie „Medikamentenmanagement in der Pflege“ – Deutscher Verein zur Förderung pflegerischer Qualität e.V.
"Leitlinie", das liest sich für mich fast so, als würde da jemand versuchen, einen Expertenstandard zu erstellen... so wie ich es rauslese, sind das aber erst mal alles KEINE Angehörigen von Pflegeberufen, sondern halt irgendwelche Leute, die sich da ehrenamtlich engagieren... andererseits lese ich da weiter unten (an 8. Stelle) Siegfried Huhn, der ja ein bekannter Autor und Pflegewissenschaftler ist. :gruebel: Weiß da irgendwer was Näheres??
Normalerweise gehören Expertenstandards in die Hände des DNQP!
 
Zwang hat schon immer zu gesteigertem Interesse geführt, das ist ja bekannt. Horden von Zivis sind in die Pflege geströmt, nachdem sie ihren Dienst abgeleistet haben....
Ich selbst (und ich kenne noch ein paar), wäre ohne Zivildienst niemals in der Pflege gelandet...

Ob das jetzt ein pro oder contra - Argument ist, muss jeder für sich entscheiden :mrgreen:
 
Ich selbst (und ich kenne noch ein paar), wäre ohne Zivildienst niemals in der Pflege gelandet...
Auch mich hat der Zivildienst damals zumindest ein Stück weit beeinflußt. Wobei ich nicht im Bereich Krankenpflege Zivi war, sondern bei Behinderten.
Es darf nur nicht dazu führen, daß die Leute als "Lückenbüßer" für fehlende Fachkräfte mißbraucht werden. Das ging ja z. T. so weit, daß manche Stellen ganz bewußt mit den Zivis kalkulierten und dafür an den Fachkräften sparten. Ein absolutes No-Go und nicht akzeptabel. Dementsprechend war dann das Geheule groß, als die Wehrpflicht wegfiel und damit auch die Heerscharen an Zivis... :mrgreen:
Dessen ungeachtet gibt es doch auch m. W. immer noch das FSJ und seit ein paar Jahren die Bufdis; da sind doch auch immer mal wieder ein paar Leute dabei, die sich für Pflege interessieren?