News Tarifeinigung im Öffentlichen Dienst

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"200 Euro sollten es mindestens mehr sein." Kristina Prast, OP-Schwester vom Uni-Klinikum Jena und seit neun Jahren freigestelltes Personalratsmitglied, war realistisch, bevor die Tarifverhandlungen für die Beschäftigten im öffentlichen Dienst der Länder begonnen haben, und die Pflegekräfte zusätzlich 300 Euro auf den generellen Lohnabschluss gefordert hatten.

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Vergleich der gewerkschaftlichen
Tarifforderungen
mit dem späteren Ergebnis
Jahr
Tarif Forderung Ergebnis R S St Runden/Schlichtung/Streik
2018 TVöD +6% +2,9% 3 / /
2017 TV-L +6% +2,0% 3 / /
2016 TVöD +6% +2,4% 3 / /
2015 TV-L +5,5% +2,1% 4 / /
2014 TVöD +3,5% +3,0% 3 / /
2013 TV-L +6,5% +2,65% 3 / /
2012 TVöD +6,5 +3,5% 3 / /
2011 TV-L +3% +1,5% 3 / /
2010 TVöD +5% +1,2% 3 S /

Eigentlich kann man sich das Schauspiel auch schenken
Ob Frank Bsirske leise weint wenn er sich F.I.S.T. anschaut.

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Sicher gibt es bessere Abschlüsse, aber dafür dass kaum eine Pflegekraft gewerkschaftlich organisiert ist, ist der Abschluss gerade für die Pflegekräfte ziemlich gut. Beschweren dürfen sich die Mitglieder! Die Nichtorganisierten partizipieren an einer Tariferhöhung für die sie rein gar nichts getan haben....
 
....und die organisierten Kollegen ärgern sich über die meist unorganisierten anmaßenden Kollegen, denen nichts recht gemacht werden kann....
 
Naja, als organisiertes Mitglied ärgere ich mich jedesmal aufs Neue, dass Verdi es nicht schafft Abschlüsse unterschriftsreif zu verhandeln, die die besonderen Verhältnisse im Pflegebereich berücksichtigen (Stichwort: Verantwortung, Wechselschicht, fehlende Pausen,...).
Das war schon im Abschluß des TVÖD-VKA so:
Zudem werden Verhandlungen aufgenommen über die Erhöhung des Zeitzuschlages bei Samstagsarbeit, bei Schicht- und Wechselschichtarbeit sowie die Einrechnung der Pausenzeiten in die Arbeitszeit bei Wechselschichtarbeit.
(Quelle)
... bis heute nicht ausverhandelt.

Und das ist nun im TV-L so:
Der Zuschlag für Samstagarbeit wird auf 20 Prozent erhöht. Hier werden wir noch über die Ausweitung auf die Wechselschicht- und Schichtarbeit verhandeln.(Quelle)
Auch auf dieses Verhandlunsgergebnis werden wir wohl noch bis zum Sankt-Nimmerleinstag warten müssen.

Solange sich nicht endlich die Mehrheit der Pflegekräfte gewerkschaftlich organisiert, werden wir wohl nie die Berücksichtigung in den Tarifeinigungen finden, die uns zustehen sollte.
Ist schon irgendwie frustrierend...

Gruß spflegerle
 
die organisierten Kollegen ärgern sich über die meist unorganisierten anmaßenden Kollegen
Beschweren dürfen sich die Mitglieder!
Da hab ich ja Glück das ich Mitglied bin obwohl ich als AVR-Beschäftigter nur mittelbar profitiere.

Der Organisationsgrad im ÖD ist übrigens durchschnittlich 20-25% und würde steigen wenn man den Eindruck hätte Verdi wäre eine kämpferische Interessenvertretung für den Arbeiter.
Aber man hat anscheinend schon Angst vor der Schlichtung.
Angesichts der extremen Laufzeit und der anziehenden Inflation würde es mich nicht wundern wenn der Reallohnzuwachs unter 1% in den 3 Jahren bleibt.
Das der ÖD gerade für die höheren akademischen Entgeltgruppen außerhalb der Pflege immer unattraktiver wird ist dann noch ein Thema für sich ->Sockelbeträge
Die strukturellen Verbesserungen für die Pflege und Erzieher waren übrigens ein Argument das die AG-Seite gegen höhere Steigerungen der anderen Berufsgruppen gebracht hatte obwohl die zu TV-L Bedingungen angestellten Pflegekräfte nur einen sehr geringen Anteil an den Gesamtbeschäftigten haben dürften.

Fun Fact am Rande nur 8% der Mitgliedsbeiträge gehen in die Streikkasse.
 
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@hyperion87: aber den Zusammenhang "Organisationsgrad - Tarifabschluß-Höhe" zweifelst du nicht an, oder?
Und für deinen FunFact hast du eine Quelle?

interessiert
spflegerle
 
aber den Zusammenhang "Organisationsgrad - Tarifabschluß-Höhe" zweifelst du nicht an, oder?
Eine Korrelation gibt es da bestimmt aber eine Gewerkschaft mit 100% Orgagrad aber Unwillen zum Streiken wird immer weniger erreichen als eine mit 10% die Kampfeswillen zeigt (Vorraussetzung die Personaldecke ist so dünn das ein Streik der 10% den Betriebsablauf verhindert was im ÖD gegeben sein sollte)

Und für deinen FunFact hast du eine Quelle?

"Von den Mitgliedsbeiträgen fließen acht Prozent in die Streikkasse, bis 2012 waren es nur drei Prozent."
GDL versus Verdi: An Streiktagen verdienen Lokführer mehr als Erzieher
 
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Sicher gibt es bessere Abschlüsse, aber dafür dass kaum eine Pflegekraft gewerkschaftlich organisiert ist, ist der Abschluss gerade für die Pflegekräfte ziemlich gut. Beschweren dürfen sich die Mitglieder! Die Nichtorganisierten partizipieren an einer Tariferhöhung für die sie rein gar nichts getan haben....
Aha.
Also mit Verlaub, ich war die meiste Zeit meiner pflegerischen Laufbahn bei kirchlichen Trägern, d. h. es ist so wie hyperion sagt - man partizipiert bestenfalls mittelbar. Anders ausgedrückt: Für uns damals komplett sinnlos!
In meinem jetzigen Job: Privater Träger, bei dem ich mein Gehalt selbst aushandle, also ebenfalls ohne eine Gewerkschaft zu benötigen.
Des weiteren fühle ich mich von Verdi nicht unbedingt vertreten - wenn ich fundierte Rechtsberatung wünsche, fühle ich mich beim DBfK besser aufgehoben.
 
Es liegt generell nicht in der Natur eines Gewerkschaftlers "zufrieden" zu sein.
 
Martin, ich spreche von denen um die es bei dieser Tarifverhandlung geht. Du ziehst aus diesen Tarifverhandlungen gar keine Nutzen, deshalb erwarte ich auch nicht dass du dort Mitglied bist. Wen aber die, die aus dem Tarifvertrag ihren Nutzen ziehen ohne Mitglied zu sein, sollten sie sich mit ihrer Kritik zurückhalten. Das ist meine Meinung!

Im übrigen habe ich, was die Rechtsberatung angeht grundsätzlich andere Erfahrungen. Ich fand Verdi da immer super, im Gegensatz zum Verband der Kinderkrankenpflege. Aber da gibt es wohl gegensätzliche Erfahrungswerte, die nur schlecht objektivierbar sind.
 
Und noch etwas die Verhandlungen für die P-Tabelle im TVÖD-K waren weit vor dem ersten Entwurf des PPSG
das wie ja bekannt die volle Refinanzierung von Tarifsteigerungen im Krankenhaus durch die GKVen festschreibt
und jetzt wo das PPSG in Kraft ist schafft Verdi nichtmal ganz an das TVÖD-K-Ergebnis ranzukommen?
 
Im übrigen habe ich, was die Rechtsberatung angeht grundsätzlich andere Erfahrungen. Ich fand Verdi da immer super, im Gegensatz zum Verband der Kinderkrankenpflege.
Ich kenne den Verband der Kinderkrankenpflege nicht.
Umgekehrt hab ich aber von einer Ex-Kollegin mal gehört, daß sie versucht hat, sich bei Verdi beraten zu lassen - die müssen sie ziemlich abtropfen haben lassen.
Aber da gibt es wohl gegensätzliche Erfahrungswerte, die nur schlecht objektivierbar sind.
So ist es. :wink1: