Dennoch ist Hartz 4 die Antwort der solidargemeinschaft auf Armut. Es gibt ja auch verschiedene Arten der Armut. Absolute Armut, Relative armut, Status Armut etc.
Ich habe nie gesagt, dass jemand mit Hartz 4 in unseren Breitengraden ein gutes Leben leben kann. Er kann aber ein Leben leben. Ich sehe eher die Problematik darin, dass Menschen die wirklich arbeiten teilweise kaum mehr zum leben haben als H4 Empfänger. Weswegen es auch für viele Menschen, welche schon einige Zeit in diesem System verharren, kaum Sinn macht wirklich arbeiten zu gehen.
Betrachten wir doch mal die Sichtweise eines Arbeitnehmers, der in dieser Gehaltsspanne arbeitet, welche entweder absolut monoton und/oder zusätzlich noch körperlich extrem anstrengend ist. Alleine, dass diese Arbeit kaum einen monetären Mehrwert bringt, im Vergleich zum H4 beziehen, macht einen großen Teil des Problems aus. Aber dies wurde ja mit den neuesten Beiträgen von
@aquarius2 ja auch nochmal hervorgehoben.
Als zweiten großen Kritikpunkt sehe ich die Prostitution eines H4 empfängers gegenüber des Amtes. Er muss alles leisten, darf aber wenig dafür bekommen und muss jede Auflage zu 100% erfüllen. Zusätzlich muss er alles offenlegen, was er besitzt oder jemals besessen hat. Wir wissen mehr über unsere Ärmsten als über unseren reichsten Mitbürger.
Aber um nochmal auf Armut zu sprechen zu kommen. Armut ist ein sehr weiter Begriff, welcher sich nicht eins zu eins auf jeden übertragen lässt. So ist der Armutsbegriff in Deutschland ein anderer, als der in z.b. Spanien, Frankreich oder auch Russland. Es gibt sehr viele, welche es wirklich schwer haben und jeden Euro zwei mal umdrehen müssen. Und viele sind unverschuldet (durch Krankheit) in diese Situation gekommen. Mir geht es hierbei eher um den allgemeinen Begriff der Armut und wie er in Deutschland verwendet wird.
Wenn wir in Deutschland über Armut sprechen, zumindest außerhalb der Volkswirtschaftslehre, reden wir doch meist eher über die sogenannte "Statusarmut", welche sich aus "... ich kann es mir nicht leisten 1x im Jahr in den Urlaub zu fahren... mein Auto ist 20 Jahre alt und ein neues kann ich mir nicht leisten ... etc."
Und man darf nicht außer Acht lassen, dass ich der erste bin, welcher bei Sozialer Ungerechtigkeit aufschreit
