News Phantome der Pflege - Freiberufler im Altenheim

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Phantome der Pflege - Freiberufler im Altenheim

Sie springen ein, wenn das System versagt - und tauchen in kaum einer Statistik auf: Immer mehr hochqualifizierte Pfleger arbeiten freiberuflich. Der Job ist hart, häufige Wechsel sind normal, doch die Patienten profitieren. Die Geschichte einer Frau, die durch einen Selbständigen ins Leben zurückfand.

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Quelle: www.spiegel.de
 
Der Freiberufler ist im Prinzip auch nichts anderes,als ein Leasingpfleger einer Zeitarbeitsfirma,nur daß der Freiberufler für das 3fache des Leasinggehaltes arbeitet.
Was ist nun am Freiberufler so besonders ?
Warum werden Leasingkräfte,oftmals genauso qualifiziert,in der Regel abgelehnt ?
Diese Reportage ist nicht nur reichlich ausgeschmückt,sondern stellt die Arbeitsbedingungen des Freiberuflers als "heroisch" dar,währenddessen die gleichen Arbeitsbedingungen im Leasing als der "letzte Dreck" hingestellt werden.
Was soll dieser Unfug eigentlich ?
 
Der Freiberufler ist im Prinzip auch nichts anderes,als ein Leasingpfleger einer Zeitarbeitsfirma,nur daß der Freiberufler für das 3fache des Leasinggehaltes arbeitet.
Was ist nun am Freiberufler so besonders ?
Warum werden Leasingkräfte,oftmals genauso qualifiziert,in der Regel abgelehnt ?

Das ist falsch.

Ein Freiberufler arbeitet selbständig, d.h. er bekommt kein Gehalt von einer Firma, sondern erwirtschaftet quasi seinen eigenen Gewinn. Und das höhere Gehalt ist auch gerechtfertig, denn ein Freiberufler muss sich u.a. auch selbst krankenversichern oder eine Berufshaftpflicht abschließen. Außerdem hat er keinerlei finazielle Ansicherung, fällt er aus, dann gibts auch kein Geld...
 
Nee,mir geht's nicht um die Voraussetzungen der beiden Tätigkeiten,da sind die Unterschiede beträchtlich,ist klar.
Mir geht's um die Darstellung des Freiberuflers,dem seine Arbeitsbedingungen (wechselnde Einsatzorte usw.) als Hingabe zum Beruf deklariert und hoch angerechnet werden,währenddessen der Leasingkollege genau die gleichen Arbeitsbedingungen hat,aber gerade deswegen abgelehnt wird.
Hier gab's schon unzählige Threads zum Thema "Leasingkräfte in der Pflege" und jedesmal herrschte die Meinung vor,daß diese Leasingkräfte nix taugen,sie kommen auf Station,kennen nix und müssen erst unterwiesen werden. Das störte die meisten,eben der ständige Wechsel,jedesmal woanders und jedesmal neu,also wollte man mit Leasingkräften nix zu tun haben.
Beim Freiberufler indes,der ja genauso dauernd woanders und dauernd neu ist,stört dies komischerweise nicht,die Flexibilität,die er sowie auch der Leasingkollege an den Tag legt,wird ihm hoch angerechnet und es beschwert sich auch keiner,wenn der Freiberufler den Stationsablauf erklärt kriegen muß. Schließlich ist der Freiberufler ja der Retter in der Not personell unterbesetzter Häuser :schraube:.
Was anderes ist ein Leasingkollege auch nicht :wut: !
Und das Vorurteil,daß Leasingfirmen so ziemlich jeden einstellen und dann völlig unqualifizierte Kräfte vermieten ? Freiberufler kann schließlich auch jeder werden,völlig egal,wie und ob er überhaupt qualifiziert ist !!
Sicher,der Freiberufler muß sich selbst kranken-und rentenversichern,muß ne Berufshaftpflichtversicherung bezahlen,muß eine Einnahme-Überschuss-Rechnung für's Finanzamt machen und muß der BG beitreten,aber letztendlich ist er rein rechtlich nur selbstständig und damit nicht automatisch höher qualifiziert ! Auch kann er seine Stundensätze frei verhandeln,klar,aber je mehr er fordert,desto weniger Aufträge bekommt er,da nutzen auch keine vorweisbaren Weiterbildungen nix.
Es geht lediglich um die Tatsache,daß der Freiberufler nichts anderes macht,als der Leasingkollege,die Dinge die Selbstständigkeit betreffend mal aussen vor gelassen und deswegen ärgert es mich,fachlich betrachtet, gewaltig,daß der Freiberufler "in den Himmel gehoben" ,während der Leasingpfleger abgelehnt wird !
Ich bin so angesäuert,weil ich bei mir in der ZNA 2 Leasingpfleger habe,2 super Fachkräfte und Kollegen,die schon mehrmals angefordert wurden und die ne top Leistung erbringen. Auch hatte ich schon Freiberufler,der eine war FKP A/I,der konnte echt was,der andere wollte rein der Anästhesie verhaftet sein und stellte sich bei den Patienten sowas von blöd an,daß ich ihn prompt nicht mehr brauchte.
Auch die "Rückkehr ins Leben" durch die Freiberuflichkeit ist der größte Humbug,denn nicht wenige scheitern an den Anforderungen als Selbstständiger. Vondaher ist diese Reportage eher ne etwas mißglückte Werbekampagne als ne realistische Darstellung der Freiberuflichkeit.
 
Sollte der Medizinische Dienst der Krankenversicherung (MDK) Kenntnis von ihrer Genesung bekommen, droht der Verlust ihrer Pflegestufe - und der Rauswurf aus dem Heim.
Freiberufler im Altenheim: Phantome der Pflege - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Wirtschaft

Bis jetzt ist bei uns noch nie ein Bewohner aus dem Heim geflogen nur weil er herunter gestuft wurde.Wir hatten schon mehre Bewohner die von Stufe 3 bis auf Stufe 1 oder sogar 0 herunter gestuft wurden .Und die Krankenkasse wurden vom Haus informiert daß die bestehenden Pflegestufen nicht mehr relevant waren .

Gruß
 
Zuletzt bearbeitet von einem Moderator:
Ich finde es viel schlimmer das Doppelschichten und Überstunden als heroisches Arbeiten bezeichnet werden und der eklantante Pflegefachmangel in den Heimen runtergespielt wird.

Dabei beweißt doch gerade der Pfleger das mit viel Zeit man noch viel aus den Patienten herausholen kann. Abgesehen davon würde es der Gesellschaft viel Geld sparen wenn mehr Patienten von Pflegestufen heruntergestuft werden. Aber über das eigentliche Problem, den Mangel an Pflegekräften, wird fast gar nicht geschrieben. So lange wir noch Menschen zum ausbrennen haben.
 
Die Sichtweise und die damit einhergehende Kritik von ZNA-Öse kann ich durchaus teilen - Ein ziemlich typisches Klischee unserer Gesellschaft:

Auf der einen Seite erkennt " man " den freischaffenden Unternehmer mit Kreativität und Geschäftssinn, während der, im moderen Sklaventum verhaftete Leiharbeiter nur mitleidig bedauert wird !

Und so projziert man fleissig alle positiven wie negativen Voreingenommenheiten auf die beiden Gruppen !
 
Vor- und Nachteile gibt es auf beiden Seiten..
Bei den Leasingkräften, wie auch bei den Freiberuflern..
Ich denke dass A und O ist es einfach nur mit wem man arbeitet.
Ich bin auch Freiberuflerin, weil ich gern selbst entscheide wann/wo und wie lang ich arbeite.. :nurse: