Nee,mir geht's nicht um die Voraussetzungen der beiden Tätigkeiten,da sind die Unterschiede beträchtlich,ist klar.
Mir geht's um die Darstellung des Freiberuflers,dem seine Arbeitsbedingungen (wechselnde Einsatzorte usw.) als Hingabe zum Beruf deklariert und hoch angerechnet werden,währenddessen der Leasingkollege genau die
gleichen Arbeitsbedingungen hat,aber gerade
deswegen abgelehnt wird.
Hier gab's schon unzählige Threads zum Thema "Leasingkräfte in der Pflege" und jedesmal herrschte die Meinung vor,daß diese Leasingkräfte nix taugen,sie kommen auf Station,kennen nix und müssen erst unterwiesen werden.
Das störte die meisten,eben der ständige Wechsel,jedesmal woanders und jedesmal
neu,also wollte man mit Leasingkräften nix zu tun haben.
Beim Freiberufler indes,der ja genauso dauernd woanders und dauernd neu ist,stört dies komischerweise
nicht,die Flexibilität,die er sowie auch der Leasingkollege an den Tag legt,wird ihm hoch angerechnet und es beschwert sich auch keiner,wenn der Freiberufler den Stationsablauf erklärt kriegen muß. Schließlich ist der Freiberufler ja der Retter in der Not personell unterbesetzter Häuser

.
Was anderes ist ein Leasingkollege auch nicht

!
Und das Vorurteil,daß Leasingfirmen so ziemlich
jeden einstellen und dann völlig unqualifizierte Kräfte vermieten ? Freiberufler kann schließlich auch
jeder werden,völlig egal,wie und ob er überhaupt qualifiziert ist !!
Sicher,der Freiberufler muß sich selbst kranken-und rentenversichern,muß ne Berufshaftpflichtversicherung bezahlen,muß eine Einnahme-Überschuss-Rechnung für's Finanzamt machen und muß der BG beitreten,aber letztendlich ist er rein rechtlich nur selbstständig und damit
nicht automatisch höher qualifiziert ! Auch kann er seine Stundensätze frei verhandeln,klar,aber je mehr er fordert,desto weniger Aufträge bekommt er,da nutzen auch keine vorweisbaren Weiterbildungen nix.
Es geht lediglich um die Tatsache,daß der Freiberufler nichts anderes macht,als der Leasingkollege,die Dinge die Selbstständigkeit betreffend mal aussen vor gelassen und deswegen ärgert es mich,fachlich betrachtet, gewaltig,daß der Freiberufler "in den Himmel gehoben" ,während der Leasingpfleger abgelehnt wird !
Ich bin so angesäuert,weil ich bei mir in der ZNA 2 Leasingpfleger habe,2 super Fachkräfte und Kollegen,die schon mehrmals angefordert wurden und die ne top Leistung erbringen. Auch hatte ich schon Freiberufler,der eine war FKP A/I,der konnte echt was,der andere wollte rein der Anästhesie verhaftet sein und stellte sich bei den Patienten sowas von blöd an,daß ich ihn prompt nicht mehr brauchte.
Auch die "Rückkehr ins Leben" durch die Freiberuflichkeit ist der größte Humbug,denn nicht wenige scheitern an den Anforderungen als Selbstständiger. Vondaher ist diese Reportage eher ne etwas mißglückte Werbekampagne als ne realistische Darstellung der Freiberuflichkeit.