News Pflegekräfte dürfen ärztlich tätig werden - unter Aufsicht des Arztes

narde2003

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Und wann darf ich meine pflegerischen Tätigkeiten ausüben?:angry:
 
Sr. Rabiata - in Deiner Pause :):P oder nach Feierabend, die Überstunden kannst Du ja am St. Nimmerleinstag abfeiern.
 
So wirds wahrscheinlich ausgehen. :angry:ICH BIN KRANKENSCHWESTER UND KEIN ÄRZTLICHER HILFSARBEITER!
 
Warum bleiben wir Hilfsarbeiter? Warum werden keine ärztlichen Tätigkeiten substituriert? Ganz einfach- weil Pflege keine Garantie für die Qualität geben kann. Es gibt keine Kammer, die diese kontrollieren könnte.

Ergo: Es bleibt alles wie es ist- inclusive der Jammerei.

Elisabeth
 
@ Maniac: Ich finde es schon ein Unterschied, ob ich auf ärztliche Anordnung 40mg Lasix spritzen soll oder ob ich dies selbst entscheiden soll. Auf Intensiv mag das anders sein. Ich bin aber auf Normalstation. Wenn wir über Verlegungen entscheiden sollen, hänge ich ja nur am Telefon um mich für ein Bett in der meiner Meinung nach passenden Abteilung zu kümmern und darf womöglich noch einen Verlegungsbrief schreiben. Ich geb dir jetzt mal ein Beispiel von unserer Aufnahme. Nach der Übergabe gehe ich recht bald los, weil alle Pat eine BE bekommen und in der Regel mehrere Pat Hilfe bei der Grundpflege benötigen. Meist gibt es mindestens 3 Monitorüberwachte Pat. Die Ärzte machen gegen 8 Uhr Visite. Da können wir schon meist nicht mitgehen. Nach der Visite telefonieren die Docs mit den passenden FA um die Pat zu verlegen und schreiben die Verlegungsbriefe, damit wir gegen 10 Uhr verlegen können. Ich wüsste nicht mal annäherungsweise, wann ich meine Pat anständig versorgen soll und gleichzeitig mit den FA telefonieren sollte um ab 10 Uhr zu verlegen. Außerdem muss ich jederzeit mit einem Zugang rechnen.
 
Hallo,
da wären wir wieder bei der Kammerdiskussion...

Warum machen die sich nicht mal wieder Gedanken, für was sie eigentlich Ärzte geworden sind?!

Ständig wird überlegt, wie Ärzte entlastet werde können aber sie könnten doch mal überlegen, ob sie nicht ihren Papierkram reduzieren wollen und dann wieder das machen wozu sie da sind.

PATIENTEN BEHANDELN!!!!!!!!!

Manchmal sehe ich den ganzen Tag keinen Arzt am Bett, nur zu den Visiten.

Im Übrigen, dieses Vorhaben positiv zu formulieren, ändert nichts daran, daß noch mehr auf die Pflege abgewältzt wird!

Wer jetzt weiter jammert, es ändert sich für die Pflege nichts, der ist selbst Schuld.
Tatsache ist doch auch( und das wurde schon mehrmals hier in anderen Beiträgen erwähnt), daß viel Pflegekräfte sich, nur beschweren aber dabei bleibt es dann leider auch.

Zudem machen wir ohne hin schon sehr viel von den genannten Tätigkeiten ohne Instruktion.
Es ist schon selbstverständlich, daß ein Arzt oft erst weis, wie es um den Pat. steht, wenn die PK ihn darauf hinweist.
 
Es werden keine originären Aufgaben des Arztes delegiert- lediglich die Behandlungsmaßnahmen auf AO werden erweitert. Aber über so eine "Aufwertung" freuen sich nun mal viele. Kannst nix machen.

Elisabeth
 
Der Katalog würde aber doch die eine oder andere ambulante Wundmanagerin glücklich machen wenn sie die korrekten Verbandsmaterialien endlich selbst verschreiben könnte, statt wochenlang einem Hausarzt nachzulaufen und zu beten, daß er ihre fachliche Meinung teilt. In dem Bereich würde es doch Sinn machen, oder?
 
Wer autorisiert die Wundmanagerin? Der entsprechende Doc. Und der wird bemüht sein, ihre Aktivitäten auf ein Minimum zu reduzieren. Wer schafft sich schon selber ab.

Es gibt Wundmanager und Wundmanager. Es gibt in D keine Instanz, die dei Quali vorschreibt und entsprechend kontrolliert. *grübel* Stimmt ja- Pflege war ja gegen eine solche Institution.

Wer übernimmt die Haftung bei einem Behandlunsgfehler durch die Wundmanagerin? Gibt es bereits Versicherer, die dies abdecken analog zu den Ärzten? Oder bleibt die Schadenregulierung beim Pat.? Letzterer muss übrigens einer "Therapie" durch Pflegekräfte zustimmen.


Elisabeth
 
Es werden keine originären Aufgaben des Arztes delegiert- lediglich die Behandlungsmaßnahmen auf AO werden erweitert. Aber über so eine "Aufwertung" freuen sich nun mal viele. Kannst nix machen.

Elisabeth


Das ist doch um den heisen Brei reden.
Meine Freude darüber hält sich nämlich ebenfalls in Grenzen.
Diese Erweiterung, von der da die Rede ist, wird nahtlos, ohne große Worte, in unseren Aufgabenbereich einfließen.

Das meinte ich,....es wird eh schon einiges davon von uns gemacht und das wird von den Ärzten als selbstverständlich erachtet.

Da ist die Frage schon, wann ich das mache, wofür ich eigntlich da bin.

Im Augenblick ist die Last, die wir zu tragen haben doch schon emens hoch.
Wir sollen nach neusten pflegewissenschaftlichen Erkenntnissen arbeiten und uns da durchboxen, damit das endlich mal anerkannt wird und dann sollen wir den Handlanger für die spielen, die in mehreren Jahren Studium gelernt haben, was Sache sein sollte.

Meiner Meinung nach, wissen doch viele Ärzte garnicht ( besonders die, die frisch von der Uni sind), was Zusammenarbeit heist.

Die kommen von ihrem hohen Roß nicht runter.
Diesen auch noch die Macht in dieser Form zukommen zu lassen, wo sie mit der Stellung, die sie inne haben ohnehon nicht gleich klar kommen, verleitet nur, andere ihre Aufgaben übernehmen zu lassen.

Du glaubst doch nicht, daß von den Ärzten dann einer dabei steht und schaut, daß es so läuft wie der das haben will.

Es geht bei allem nur noch darum Ärzte irgendwie zu entlasten aber uns bietet man keine Lösung unserer Probleme an.

Viele Ärzte wissen doch schon garnicht mehr, wie man Magensonden legt oder nen DK....das machen wir doch eh schon ohne zu fragen.

Die Medis werden auch von uns gegeben...klar die sind angeordnet aber wer fragt ob ich weis was ich da spritze und wie?

Katecholamine werden auf vielen ITS nach unserem Ermessen reduziert oder erhöht und wenn ich nicht dahinter bin, daß der zuständige weis, wie sich der Bedarf an Katecholaminen entwickelt hat und ich ihm nicht mit den Laborparametern, die er eigentlich kennen sollte hinterher laufe, dann mache ich alles alleine.
:motzen:
Das alles jetzt schon!
Jetzt muß man das gesetzlich festmachen, damit wir geknäbelt sind und schön spuren.

Übrigens, ich hoffe doch, daß alle wählen gehen, die noch nicht dran waren......

Stelle fest, daß bei meinen Kollegen einige dabei sind, die nicht mal wußten, daß das ansteht.
Natürlich können wir nur hoffen, daß etwas von dem Wahlprogram, wo das Thema Gesundheit angesprochen wurde, auch eintritt.
Vielleicht tut sich auch mal für uns was.:)
 
Guckt doch mal in die krankenhäuser: Gibt es bei euch noch genügend ausreichend qualifizierte Ärzte?

Dann schätzt euch glücklich, das geht nämlich weiter runter.
Ich bin schon froh wenn ein neuer DEUTSCH spricht oder zumindest deutsch lesen kann...

Und wisst ihr was uns ohne Ärzte passiert? Dann behandeln - und somit pflegen - wir überhaupt keine Pat mehr, weil das Haus schließen kann.

Die von euch/uns in den Unikliniken usw spielen das jetzt herunter, aber für viele ist das Realität. Ohne Ärzte, keine Patienten.
Der nächste Schritt ist auch erstmal den ärzten mehr zu zahlen. Auf Kosten der Kosten für das Pflegepersonal, klar. Da wird dann auch gejammert.

Wer hat die Lösung für das problem? ich nicht.
Also heißt es die Symptome zu bekämpfen.
ZB auch eben so --> Ärzte entlasten
 
Anständige Abschlüsse die denen gleichzustellen sind, die im Heilberufegesetz anerkannt werden. Heilberufsgesetz (HeilBG)

Ergo: es braucht eine Instanz die garantiert, dass eine vorgegebene Qualität auch vorhanden ist. Die Berufserfahrung dürfte hier eher nicht ausreichen. In diesem zusammenhang verwundert mich immer, mit welcher (Psuedo-)Selbstsicherheit auf den Intensivstationen Medikamente durch Pflegekräfte dosiert werden bzw. ohne AO gegeben werden.

Es gebe hier einen Ansatzpunkt die Pflegekammer nach vorne zu bringen: Sicherheit für den Pat. durch ausgewiesene Qualität bei den Abschlüssen, Fort- und Weiterbildungen.

Btw. - interessant finde ich, dass die MFA zwar in einer Randnotiz- aber trotzdem erwähnt wird. Ich wage mal zu behaupten, dass diese hier das Rennen machen werden. Sie sind billig. Und da es sich eh net um die Verordnung von Medikamenten sondern Heilhilfsmitteln handelt... .

Elisabeth
 
Mag sein, daß wir bald keine Ärzte mehr haben...aber jeder von uns der regelmäßig arbeiten geht, weis auch, daß es von uns Pflegekräften nicht wie Sand am Meer gibt.

Was ist damit?

Den Ärzten wird man immer ein Angebot vorlegen, daß ihnen das Arbeiten atraktiv genug erscheinen läßt.
Ich kann mich nicht erinnern, wann mein Ag irgendwas getan hat um der Pflege das Arbeiten angenehmer zu gestalten.


Ich möchte auch eine Kammer...nur ob die das erreichen kann, was wir uns alle wünschen...steht in den Sternen.

Kranke Menschen wird es immer geben und bevor es keine Klinik mehr gibt, weil keine oder nicht genug Ärzte rumspringen....fürchte ich, daß wir das ja auch noch erledigen können.....
 
Ergo: es braucht eine Instanz die garantiert, dass eine vorgegebene Qualität auch vorhanden ist. Die Berufserfahrung dürfte hier eher nicht ausreichen. In diesem zusammenhang verwundert mich immer, mit welcher (Psuedo-)Selbstsicherheit auf den Intensivstationen Medikamente durch Pflegekräfte dosiert werden bzw. ohne AO gegeben werden.
Elisabeth

Da muss ich dir zustimmen.
Es ist eben nicht so man so willkürlich Medikamente erhöhen oder absetzen kann. Viele "erfahrene" Pflegekräfte habe da oft Ideen und Vorschläge die sehr häufig zutreffen. Aber eben nicht immer. Ich habe in letzter Zeit ein gutes Verhältnis zu unseren Ärzten und fragen in vielen Dinge nach. Oft ist naheliegendes richtig aber dann kommen doch Fälle wo die Assistenzärztin mir sagt da genau in diesen Fall meine Idee gefährlich wäre weil irgendeine Nebenerkrankung und Diagnose vorliegt von der wir als Pflegekräfte teilweise noch nie gehört haben. Diese Dinge muss ein Arzt alles im Kopf haben und auch dafür gerade stehen.
Es ist eben nicht damit getan mal Lasix zu erhöhen oder dergleichen.

Lieber sollten wir uns auf eine vernünftige Darstellung unseres Berufes machen. Dazu können auch Tätigkeiten gehören die heute noch im ärtzlichen Bereich liegen. Aber es muss halt festgelegt sein und auch Personal! dafür da sein.
 
Wieland, ich gebe Dir Recht und ich gehe auch mit Elisabeth konform.
Wer aber will Qualität durch Kontrolle gewährleisten?
Der Arzt?
Der Arzt, bei dem ich schon angesprochen habe, daß er oft garnicht weis was los ist.
Garnicht immert wissen kann, weil er mit soviel anderem noch zusätzlich belastet wird.

Auch können meinetwegen ärztliche Tätigkeiten unsere werden aber wie Du schon gesagt hast, es muß ausreichend Personal und Zeit da sein. Und die Ausbildung dazu muß stimmen.

Leider wird es jetzt en Haufen Pflegekräfte geben, die sich geschmeichelt fühlen, weil sie sich dadurch total aufgewertet fühlen und nicht wirklich verstanden haben, worum es eigentlich geht.

Nämlich nicht um unsere Aufwertung.....:cry:
 
Die Kontrolle fängt schon mit einfachen Sachen an: einheitliche Aus-, Fort- und weiterbildungsrichtlinien. Zentrale (bundesweite) Vorgaben für Prüfungen- net nur in der Ausbildung sondern auch bei Fort- und Weiterbildung. Qualitätsprüfungen bei den Anbietern von Aus-, Fort- und Weiterbildung.

Wie kann es sein, dass die Fachkompetenz von z.B. Wundmanagern eine so breite Streuung hat?

Elisabeth