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An sich eine gute Sache; aber wenn ich dann schon wieder solche Sachen (Therapeutic Touch) lese: :roll:
"Therapeutic Touch basiert auf der Überzeugung, dass Menschen
Energiefelder haben. Eine ausgewogene, symmetrische
Verteilung dieser Energiefelder soll die Gesundheit
fördern, „gestörte“ Energiefelder dagegen sollen Krankheiten
begünstigen."
Sorry, aber damit macht sich die Pflege zum Affen!
Andererseits finden sich dort wiederum durchaus vernünftige Konzepte wie z. B. Bobath oder auch basale Stimulation.
 
STOP. Der Therapeutic Touch ist tatsächlich (im gegensatz zu anderen Dingen) Evidenzbasiert.

https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC4860206/pdf/MA-70-142.pdf

SAGE Journals: Your gateway to world-class journal research

ich war selber auf einem Kongress, in dem ein doppelverblindetes RCT vorgestellt wurde, welche wirklich gut war. Habe, als ich vom TT gehört habe, auch nur mit den Augen gerollt. Aber nunja, wenn ich an die Wissenschaft glauben will, dann muss ich wohl auch an der wirksamkeit von TT glauben. Auch wenn das Alter wohl einen Einfluss hat (glaube bei Kleinkindern bringt das TT gar nichts, kann es aber nicht belegen).

Das Problem: Keiner weiß, wieso genau es wirkt. :D
 
Energiefelder evidenzbasiert?!

da bin ich dann doch eher bei martin und dem affen....
 
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Das Problem: Keiner weiß, wieso genau es wirkt. :D
Könnte es sein, dass TT ähnlich wirkt wie z. B. Homöopathie - durch den Placeboeffekt?

„Because there are no identified risks to Therapeutic Touch as a pain relief measure, it is safe to recommend despite the limitations of current research.“
Hört sich für mich ein bisschen wie „hilft‘s nichts, so schadet‘s auch nichts“.
 
Könnte es sein, dass TT ähnlich wirkt wie z. B. Homöopathie - durch den Placeboeffekt?
Ich halte ja von Energiefeld-Gedöns auch nichts aber mit Placebo ist zumindest die Studie nicht zu erklären ^^
Therapeutic Touch Has Significant Effects on Mouse Breast Cancer Metastasis and Immune Responses but Not Primary Tumor Size
Therapeutic Touch Has Significant Effects on Mouse Breast Cancer Metastasis and Immune Responses but Not Primary Tumor Size

Warten wir halt auf eine Metaanalyse zu den Metastudien
Metastudien(Literature-Review) sind ein Thema für sich es gibt welche die die Qualität der Ausgangsstudie bewerten manche nicht und ab einer gewissen Anzahl von Studien gibt es immer 5-10% die immer zum Gegenteil als Ergebnis kommt.
 
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@Romsen2014
Kannst Du evtl. erläutern, wie genau diese doppelverblindete RCT aussah?
Also normalerweise hat man ja z. B. bei Medikamententests eine Gruppe, die das Med. bekommt und eine, die ein Placebo oder ein anderes Med. erhält. Und die Studienleiter wissen selber nicht, wer in welcher Gruppe ist.
Bei TT fährt man aber doch mit den Händen über den Pat., so ähnlich wie Handauflegen, aber ohne echte Berührung, soweit ich weiß.
Wie will man das da machen?
 
Anscheinend gibt es Placebo Touch^^

EBSCOhost | 15738921 | THE EFFECT OF THERAPEUTIC TOUCH ON BEHAVIORAL SYMPTOMS OF PERSONS WITH DEMENTIA.
To examine the effect of therapeutic touch on the frequency and intensity of behavioral symptoms of dementia. Method A randomized, double-blind, three-group experimental study: experimental (therapeutic touch), placebo (placebo therapeutic touch), and control (usual care)
EBSCOhost | 15738921 | THE EFFECT OF THERAPEUTIC TOUCH ON BEHAVIORAL SYMPTOMS OF PERSONS WITH DEMENTIA.
Each infant received either TT or no therapeutic touch (NTT)
 
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@hyperion87
Hm, mit Mäusen... aber soweit ich weiß, gibt es Placeboeffekte doch auch bei Tieren, oder?
 
Gibt es aber wohl nicht unter Laborbedingungen Homöopathie: So wirken Placebos bei Tieren - SPIEGEL ONLINE - Gesundheit

Außerdem gab es hier wohl auch ein Placebo ^^

TT treatments commenced 24 h after cell injection and were repeated twice a week for the entire period. Two mice at a time were placed into large tissue culture flasks (Sarstedt, Newtown, NC, 18 cm × 11.5 cm × 4 cm) with bedding by a technician through a premade hinged door. Previous studies from our laboratory had shown that tissue culture plastic did not impede human biofield treatments [36]. Flasks were clamped two feet in the air in a ring stand at the end of an L-shaped room. Practitioners alternated treatments so that each practitioner treated mice once a week. Treatment lasted 10 min with hands kept 2–10 inches from all sides of the flask without touching (TT1). Briefly the treatment sequelae were centering, assessment, treatment, and evaluation and followed previously published protocols [29, 36]. The control/mock group consisted of placing two mice in a similar flask and setup for ten minutes twice a week (CA1) at the other end of the same L-shaped room with a non-TT person standing next to the flask. The third group of mice was PBS-injected and received no treatment (PBS1). On the 26th day, mice had developed large tumors in their foot pad and were euthanized.

Aber wie gesagt bei einem gewissen Prozentsatz von Studien kommt Schwachsinn raus auch wenn sie ordentlich gemacht sind vor allem wenn die Kontrollgruppen nur aus zwei Subjekten besteht^^
Leider ein Phänomen in der heutigen Zeit das der finanzielle Druck auf Forscher und Fachzeitschriften die Qualität der wissenschaftlichen Veröffentlichungen stark herabsetzt
Vorwürfe gegen "Science" und "Nature": "Aufgebauscht, bis es falsch wird" - SPIEGEL ONLINE - Wissenschaft
Der konzeptionelle Penis - Richard Dawkins Foundation
Wischvorlieben auf WC: Forscher narrt Fachmagazin mit absurder Klo-Studie - SPIEGEL ONLINE - Wissenschaft
Fachmagazin: Für 750 Dollar werden Artikel schneller geprüft - SPIEGEL ONLINE - Wissenschaft
"Schekman: Sie haben in einem "Nature"-Kommentar bessere Standards gefordert. Und sie haben den Autor einer nicht reproduzierbaren Studie auf einem Krebsforscher-Kongress mit dem Problem konfrontiert. Sie sagten: "Wir haben Ihr Experiment 50-mal versucht zu wiederholen, es hat nie funktioniert." Der angesprochene Forscher antwortete: "Wir haben es sechsmal probiert - und es hat einmal geklappt." Dann habe man die Studie publiziert. Das ist Betrug."
 
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Naja... kann man denn noch von einer ordentlich gemachten Studie sprechen, wenn die Kontrollgruppe nur aus zwei Subjekten (in dem Fall Mäusen) besteht?
Ich habe jetzt mal ein bisschen rumgegoogelt um rauszufinden, wie groß die Gruppe mindestens sein muss - und komplizierte Formeln gefunden. Aber ich denke, dass zwei zu wenig sind.
 
Doppelverblindet in der Form, dass zwar beide die "Intervention" bekommen haben, aber nur eine Gruppe von einer Ausgebildeten Kraft für TT diese Intervention bekam. Die andere Gruppe wurde von einem Laien durchgeführt (Die Probanden wussten natürlich nichts davon). Beiden Gruppen wurde gesagt sie bekommen "TT". Darüber hinaus, um sicherzustellen, dass es auch nichts mit Konzentration (Energiefelder? Keine Ahnung!) zu tun hat, mussten in der Kontrollgruppe die Laien TT Therapeuten :-)) ) Matheaufgaben im Kopf lösen. Somit wissen die Probanden nicht in welcher Gruppe sie genau sind, da in beiden Gruppen irgendwas gemacht wurde. Fand die Idee gar nicht mal so blöd dahinter.

Natürlich, rolle ich immer noch mit den Augen. Aber sieht man es jetzt mal aus der anderen Perspektive: Es scheint einen Effekt zu haben, welcher sogar innerhalb von Gruppen signifikant ist. Also, wer bin ich, dass ich sagen kann das diese Intervention nichts bringt, wenn diese bei Schmerz geplackten Menschen wohl wirklich zu Linderung führt?

Und wenn wir alles machen wollen, was Evidenz Based ist, dann gehört der TT wohl anscheinend auch dazu.

„Because there are no identified risks to Therapeutic Touch as a pain relief measure, it is safe to recommend despite the limitations of current research.“
Hört sich für mich ein bisschen wie „hilft‘s nichts, so schadet‘s auch nichts“.

Is richtig.
 
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Danke für Deine Erläuterungen!
Und wenn wir alles machen wollen, was Evidenz Based ist, dann gehört der TT wohl anscheinend auch dazu.
Ich würde sagen, wenn wir NUR das machen, was evidenzbasiert ist, dann dürften wir so gut wie gar nichts mehr machen! Zitat:
"Pflegende fragen immer wieder danach, wie die Ergebnisse der Anwendung der Basalen Stimulation nachgewiesen werden können. Bis heute ist es nicht möglich, das Konzept als Ganzes in seiner Anwendung nachzuweisen. Diese Problematik betrifft aber nicht nur die Basale Stimulation, sondern alle komplexen Konzepte, die verschiedenste Interventionen anregen und zuzüglich das Problem der "Anwendung durch einen Menschen" haben. Der Faktor "menschliche Zuwendung" ist forschungstechnisch ein höchst problematischer. (...) Studien zeigen, daß selbst mechanische Zuwendung, wie das Streicheln eines Frühgeborenen oder Stimulieren eines Intensivpatienten, zu einer Verbesserung seiner Situation beitragen kann."
Quelle: "Basale Stimulation in der Pflege", C. Bienstein/ A. Fröhlich, 7., korrigierte Auflage 2012, S. 240.
Und vor allem:
"Insgesamt haben wir weltweit große Probleme, die Wirksamkeit pflegerischer Maßnahmen nachzuweisen. (...) So verfügt die Medizin zur Zeit über maximal 15 - 20% evidenzgesichertes Wissen, die Pflege weltweit nur über maximal 0,05%."
Quelle: ebda., S. 233.
 
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