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Es gab schon einmal eine Pflegegewerkschaft. Damals war ich aktiv dabei, aber es gibt einfach zuwenig Pflegekräfte die sich für gewerkschaftliche Belange interessieren. Alle nehmen die erstrittenen höheren Löhne usw. mit, aber die Gewerkschaft zahlen und mitarbeiten sollen andere! Das Problem des Bochumer Bundes wird sein, dass sie zuwenig Mitglieder haben werden um sich an Tarifverhandlungen beteiligen zu können.

Ich bleibe bei Verdi, auch wenn ich nicht alles gut finde was die machen. Aber zur Zeit gibt es meines Erachtens keine bessere Gewerkschaft für Pflegekräfte.
Der Bochumer Bund möchte mich auch gar nicht...., für Gegner der Pflegekammer seien sie nicht die richtige Gewerkschaft, teilte man mir mit!
;)
 
Das sehe ich anders:
Es herrschte jahrzehntelang Streikverbot (und herrscht im Prinzip heute noch) für alle MA kirchlicher Träger. Das betrifft ca. ein Drittel aller Pflegekräfte, die schlicht und ergreifend nicht streiken durften (und dürfen).
Damit ist für solche Pflegekräfte eine Gewerkschaft ziemlich sinnlos. Das mag bei anderen anders sein, aber es betrifft eben eine nicht unerhebliche Zahl aller Pflegekräfte, und solange nicht endlich die Sondergesetze der Kirchen einkassiert werden wird sich hier auch nie grundlegend was ändern.
Und Verdi ist für mich die denkbar schlechteste Gewerkschaft für Pflegekräfte und bietet lediglich aufgrund ihrer schieren Größe gewisse Vorzüge.
Eigentlich empfiehlt sich der BochumerBund allen Pflegekräften, die wollen, daß unsere Profession weiter kommt:

„In seinem Beschluss hat das höchste deutsche Gericht überdies freiwillige Vereinigungen als vermeintliche Alternative zu Kammern mehrfach sehr kritisch betrachtet. Gleichwohl setzen sich viele Kammergegner nicht nur in Niedersachsen für eine freiwillige Vereinigung von Pflegenden nach bayerischem Vorbild ein. “Dabei ignorieren sie nicht nur den Beschluss des Verfassungsgerichts. Sie nehmen damit auch eine Schwächung unseres Berufsstands in Kauf. Denn mit einer freiwilligen Vereinigung unterwerfen sich die Pflegenden dem Einfluss bzw. dem Willen der Politik”, warnt der Vorstandsvorsitzende des BochumerBunds. “Leider haben viele Pflegende die Position von ver.di unreflektiert übernommen. Letztlich verrät ver.di mit der Forderung nach einer freiwilligen Vereinigung die Interessen der Pflegenden.”


- Startseite 8-)
 
Ich war auch zu Zeiten in Verdi aktiv, als ich noch in kirchlichen Häusern gearbeitet habe. Gewerkschaftsmitglied ist man doch nicht um streiken zu können. Sondern um u.a. eine Vertretung zu haben, die Tarifverhandlungen führt. Und das tut Verdi auch im Rahmen der Verhandlungen mit kirchlichen Tarifpartnern!
Auch der Bochumer Bund wird Mitarbeitern kirchlicher AG nicht das Streiken ermöglichen. Ehrlich gesagt finde ich es ziemlich befremdlich, wenn man für sich wirbt indem man andere Positionen mit Schwächung des Berufsstandes und Verrat betitelt. Das ist ganz schwach!
Und da wären wir wieder bei unserem geliebten Thema „Pflegekammer“! Aber dazu sage ich in diesem Thread jetzt nichts....