News Klare Forderung an die Koalitionäre: Mehr Pflege ans Krankenbett!

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In den derzeit laufenden Sondierungsgesprächen im Bundestag war "Gesundheit und Pflege" noch nicht dran. Der DBfK fordert von den künftigen Koalitionären, endlich konsequent bessere Arbeitsbedingungen für beruflich Pflegende in Krankenhäusern zu schaffen. Das Ziel von mehr Qualität muss mit Leben gefüllt und beharrlich verfolgt werden. Pflegefachpersonen und ihre Kompetenz sind der Schlüssel dazu.

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Zitat:
"Das Pflegeförderprogramm kommt bei den professionell Pflegenden nicht an, für Pflege vorgesehene Anteile der DRG-Erlöse werden weiterhin für bauliche Investitionen oder andere Zwecke abgezweigt."
:daumen:
 
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Die drg-pflegeerlöse werden wohl eher weniger in Investitionen geschoben, da sie oft nicht mal reichen um die Pflegekosten abzudecken.
 
Die drg-pflegeerlöse werden wohl eher weniger in Investitionen geschoben, da sie oft nicht mal reichen um die Pflegekosten abzudecken.

Was durchaus an einer Fehl-bzw. Nicht Kalkulation von Pflegerischen Leistungen liegen kann. Auch wird ja nicht selten kritisiert, dass PKMS erlöse nicht oder nur zum Teil wirklich in die Pflege fließen. Ob diese nun in die Investition eines neuen schicken MRT oder was weiß ich genutzt werden kann und werde ich den Einrichtungen nicht unterstellen. Dennoch würde ich mir schon mehr Transparenz wünschen.

https://www.bk-trier.de/media-bkt/docs/Pflege/PKMS-Benchmark-Rheinland-Pfalz-Saarland.pdf
 
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Wirklich interessant @Romsen2014!
Die Frage, ob die erwirtschafteten Erlöse aus den PKMS Zusatzentgelten in die Refinanzierung von Pflegepersonal fließen, beantworteten 43 der befragten Teilnehmenden mit folgenden Ergeb-nissen: Bei 40% der befragten Einrichtungen fließen die Erlöse in unterschiedlichem Ausmaß in die Refinanzierung von Pflegepersonal: In 19% wird angegeben, dass die Erlöse in vollem Umfang in das Pflegebudget zur Refinanzierung von Pflegepersonal fließen; 9% der Einrichtungen be-schreiben, dass die Erlöse in überwiegendem Umfang zur Refinanzierung von Pflegestellen ge-nutzt werden. Bei 12 % der Eirichtungen werden die erwirtschafteten Erlöse teilweise zur Refinan-zierung von pflegerischem Personal verwendet. Die Ergebnisse der Befragung zeigen, dass hin-gegen knapp ein Drittel der Befragten angeben, die Erlöse nicht zur Refinanzierung von pflegeri-schem Personal zu nutzen. 28% der befragten Einrichtungen in Rheinland-Pfalz und im Saarland können nicht beurteilen, ob die Erlöse in die Refinanzierung fließen.

(S. 21).
Interessant finde ich, daß 28% der befragten Pflegedirektoren gar nicht beurteilen können, ob die Erlöse in die Refinanzierung der Pflege fließen! :eek1:
Wobei man ja des weiteren noch sagen muß, daß viele Fälle im PKMS-System gar nicht oder nur unzureichend abgebildet werden.
 
Oft ist ein Budget ja nun ein Budget. Wie gesagt reichen die inek kalkulierten Euros gar nicht aus, also fließt das Pkms Geld einfach in den Topf und verkleinert die Lücke.
Außerdem sind Pkms Erlöse nicht zwingend in der Höhe vorhanden, dass sie überhaupt relevant wären, in Bezug auf die Gesamtpersonalkosten.
 
Wie gesagt reichen die inek kalkulierten Euros gar nicht aus, also fließt das Pkms Geld einfach in den Topf und verkleinert die Lücke.
Dann sollte aber der Erlös aber zumindest - auch wenn er die Kosten nicht ganz deckt - zu 100% auch denen zugute kommen, die ihn erwirtschaftet haben.
Außerdem sind Pkms Erlöse nicht zwingend in der Höhe vorhanden, dass sie überhaupt relevant wären, in Bezug auf die Gesamtpersonalkosten.
Da weißt Du sicherlich mehr darüber als ich. :wink1:
Aber, wie ich schon schrieb: Das PKMS-System deckt viele Fälle gar nicht oder nur unzureichend ab. Und das ist ungerecht, denn die Arbeit haben die Beschäftigten der Klinik ja trotzdem, und die Ausgaben hat die Klinik ja auch. Das sollte ausreichend abgedeckt (refinanziert) sein.
 
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Auch nicht aus den Augen verlieren sollte man das generelle Problem, dass Pflegekräfte kaum ihre Arbeit dokumentieren, falsch oder unzureichend dokumentieren. Wenn es nicht gerade ums Umpositionieren, waschen, Essen, Mobilisierung, Ausscheidungen, Wundversorgung u.ä. geht, wird nicht dokumentiert.

Gespräche mit Angehörigen, Beratungen/Anleitungen, Krisenmanagement und anderer dieser elementaren Pflegerischen Tätigkeiten werden nicht dokumentiert da "man ja nichts am Patienten gemacht hat".

Ist jetzt nicht Erlös relevant aber dennoch nicht unwichtig. Denn es gilt ja:" Was nicht dokumentiert wurde, wurde nicht gemacht." Und ich denke, dass jeder der mal einen Patienten zum BZ Messen angeleitet oder Krisenmanagement auf z.B. auf der Intensivstation geleistet hat, welche Arbeit dahinter steckt, welche ja nun auch zum Großteil die Pflege leistet.

Auch etwas, was meiner Meinung nach den Personalmangel zu verantworten hat.
 
Ist jetzt nicht Erlös relevant aber dennoch nicht unwichtig. Denn es gilt ja:" Was nicht dokumentiert wurde, wurde nicht gemacht“.
Naja, das stimmt nicht so ganz; vermutlich spielst du jetzt auf Prozesse an, wo nicht dokumentiert wurde... dies ist aber nicht automatisch „nicht gemacht“, es ist dann nur schwerer nachzuweisen (z. B. durch Zeugenaussagen)
 
Zuletzt bearbeitet:
Naja, das stimmt nicht so ganz; vermutlich spielst du jetzt auf Prozesse an, wo nicht dokumentiert wurde... dies ist aber nicht automatisch „nicht gemacht“, es ist dann nur schwerer nachzuweisen (z. B. durch Zeugenaussagen)
Wie willst du nach einigen Jahren nachweisen, dass etwas gemacht wurde, wenn es nicht dokumentiert wurde?
 
Wie willst du nach einigen Jahren nachweisen, dass etwas gemacht wurde, wenn es nicht dokumentiert wurde?
Wie ich schon schrieb, z. B. durch Zeugen.
Und ja, natürlich schwieriger, je mehr Zeit verstreicht bzw. wenn es gar keine Zeugen gab.
Des weiteren gibt es noch den "Immer-so-Beweis", mehr dazu (aus juristischer (!) Sicht, die ich nicht vollständig teile - meine Abneigung gegen die Trennung "Grund-/Behandlungspflege" dürfte ja bekannt sein) hier:
https://www.ein-step.de/fileadmin/c...er_Erklaerung_Pflegedoku_HaftR_21_01_2014.pdf
Pflegekräfte befürchten weiterhin, gegen einen (vermeintlichen) Grundsatz
„Was nicht dokumentiert ist, ist nicht durchgeführt worden“ zu verstoßen. (...)
Liegt dennoch ein Dokumentationsmangel vor, so kann dieser widerlegt werden, z. B. durch
Zeugenbeweis in unmittelbarer Form oder durch den sog. ‚Immer-so-Beweis’, indem ein
Zeuge dazu vernommen wird, wie üblicherweise in derartigen Situationen vorgegangen wird
(dazu unten). (...)
Ausnahme: Abweichungen von dieser Pflegeplanung müssen
selbstverständlich dokumentiert werden.(...)
Im Zusammenhang mit einem Zeugenbeweis kann dann belegt werden, dass täglich entsprechende
grundpflegerische Elemente stets so ausgeführt wurden (sog. „Immer-so“-Beweis).
Der sog. „Immer-so“-Beweis dient dem Nachweis, dass die grundpflegerischen Elemente
in ihrem Ob und Wie beschrieben werden können. Damit kann dann einem etwaigen
Dokumentationsmangel fachlich und organisatorisch begegnet werden.
Zahlreiche Urteile belegen, dass unter diesen Voraussetzungen die beweisrechtliche Situation
nicht verschlechtert ist.
 
Der "Immer-So"- Ausführung stehen zahlreiche Klagen entgegen, wo einfach JEDER Prozessabschnitt infrage gestellt wird und mangels Nachweis, dass sonst "Immer so" gearbeitet wird, verloren/gewonnen wird.

Fenster wird natürlich geschlossen. Steht das im Standard? Ists dokumentiert? Nein - dann war es bestimmt auf.
Die Bremse am Bett/Stuhl wird natürlich immer angezogen. Steht das im Standard? Ists dokumentiert? Nein - dann war sie bestimmt gelöst.
[...]
 
Nö.

Man wird bestimmt etwas finden, wenn man sich durch die bestehenden Urteile liest.

Das war jetzt Erfahrungswissen aus der Praxis.