Hakenhalter gesucht

Sonnie

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Zenral-OP
Moin zusammen!!

Ich versuche ja gerade so einige Informationen zum Thema CTA zusammenzutragen. Nun bin ich auf Folgendes gestossen..

Auf der Internetseite der Arbeitsagentur ist ein Minijob/Hilfskraft im OP ausgeschrieben:

Wir suchen ab sofort 1 Hilfskraft für den OP. Sie sollten die Haken während der Operationen halten.
- Arbeitszeit : zeitlich flexibel
- Stundenlohn 9,05 € - 400 € Basis -
- Hepatitis C Impfung erwünscht

Haben Sie Interesse? Dann senden Sie Ihre aussagekräftigen Bewerbungsunterlagen bitte an:

...die Adresse hab ich jetzt rausgeslöscht (sollte ich doch, oder?). Jedenfalls handelt es sich um die Orthopädische Klinik einer Uniklinik.

Ich weiß noch nicht so genau was ich dazu nun sagen soll. Fands aber so unglaublich dass ich es gern hier rein setzen wollte.

Viele Grüße
Sonnie
 
Zuletzt bearbeitet von einem Moderator:
*grübel* Wo liegt der Haken? Ist jetzt nicht als Wortspiel gedacht. Ich verstehe die Aufregung nicht. Das war doch so gewünscht, wenn man die CTA-Ausbildung macht.

Man wollte ärztliche Tätigkeiten übernehmen. Ist im OP offensichtlich "am Haken hängen" - ähnlich den Blutentnahmen auf der Station.

Elisabeth
 
hi
die frage ist ja, ob es mit hakenhalten getan ist.

die übernahme einer ärztlichen tätigkeit als minijob (ohne anforderungsprofil?) klingt schon sehr nach der suche nach einer billigen arbeitskraft, mehr aber nicht.

mit cta und dem was nach aktuellem ausbildungsstand dahintersteht, hat das nichts zu tun.

quality down, profit high - aber das scheint ja der aktuelle trend zu sein. verpackt wird das dann meist unter bachelor oder master, aber es muss einen gut klingenden namen haben...
 
Darf ich fragen, bei welchen Tätigkeiten du CTAs ansiedelst... unter den deutschen Gesetzesvorgaben.

Elisabeth
 
hallo elisabeth, auch wenn du mich nicht direkt ansprichst, will ich mal was schreiben...

z.b. hier :

http://www.dgu-online.de/pdf/unfallchirurgie/aktuelle_themen/andere_themen/cta_stellungnahme.pdf

kann man doch deutlich erkennen, dass es etwas mehr bedarf als "haken halten"

es gibt eine entwicklung, cta als berufsbild ist noch instabil.

mit low level aber anzufangen halte ich für einen fatalen ansatz.
aber mit cta hat die gesuchte stelle auch vielleicht nichts zu tun, nicht zuletzt angesichts der gehaltsaussichten...
 
Korrigier mich, aber außer dem Wundverschluss sehe ich da keine besonders gehobeneren Komeptenzen, die sich von denen der aktuellen Tätogkeiten einer O-Fachkraft unterscheiden.

Das die CTA anders endet als die ATA habe ich ehrlich gesagt nicht erwartet. Es war abzusehen, dass diese Ausbildung in einer Sackgasse landet. Die CTA-Ausbildung hat als Ziel, den Doc in bestimmten Bereichen zu ersetzen. Das ist gegen die aktuell betriebene Berufspolitik der Ärzte: manifestieren der Traditionen. OTA- Einführung ging leichter- hier gehts um den Ersatz von Pflegekräften.

Konditionen sind aber eigentlich identisch: beide werden binnen kurzer Zeit hochspezialisert und sind damit billiger als herkömmliche Arbeitskräfte. Und wenn man dann noch mit Dumpinglöhnen (gibts ja bei OTA auch) arbeitet... .

In Deutschland ist alles möglich, solange man nicht den Ärzten auf die Finger kloppt. Und wer sollte dies auch tun. Die Standesvertretungen der Pflege sicher nicht- existieren die eigentlich noch? Man hört so wenig von denen.

Elisabeth
 
Gibt ja viele, die denken, "oh, wow, ich bin Hakenhalter!" Bei uns ist das ja gang und gebe. Man vergisst, dass sowas ganz schnell ausgenutzt wird. Ruckzuck stehst du da und musst alles machen, was gerade noch vertretbar ist. Und steh mal drei Vag.UEs hintereinander und halte Haken, danach bricht dir der Rücken fast durch.
Mal angenommen, es würde üblich werden, CTAs und ATAs auszubilden. Deren Kompetenzen sind, im Ganzen genommen, wieder viel zu beschränkt, als dass sie eingestellt würden. Sie können weder die OP/AN-Fachkraft, noch einen Arzt ersetzen, kosten also nur mehr Geld.
Dann bitteschön, sollen sie unseren Kompetenzen im Op erweitern und mehr Lohn bezahlen. Dann mache ich dieselbe Arbeit wie bisher, mach von mir aus auch noch 'ne Hautnaht und habe was davon.
 
Kommt drauf an, wie du es machst- siehe obiges Beispiel. Angebot und Nachfrage bestimmen den Markt.

Elisabeth
 
Das Prinzip von diesen "neuen" Berufen wie CTA oder Gefäßassi,.. beruht aber ja eher auf einem Assistenzarztersatz. Die haben mit der "Pflegearbeit" ja wirklich wenig zu tun. Ich hab leider keinen Link, aber im letzten Jahr gab es einen sehr guten Bericht in "Die Schwester, Der Pfleger" über die Aufgaben von Gefäßassistenten. Daraus ergab sich fast exakt die Arbeit, die sonst die Assistenzärzte übernommen haben (unter dem Vorbehalt der Delegierbarkeit). Die Gefäßassistenten haben viele Stationsarbeiten übernommen und bei den OPs assistiert. Durch den Fachkraftstandart haben sich dadurch die OP-Zeiten enorm verkürzt (auch die Assistenz bei OPs will erlernt sein:anmachen:). Für Krankenhäuser, in denen es Nachwuchsmangel gibt, die einzige Möglichkeit zu überleben. Das Geld wird eben im OP verdient.
 
Kommt drauf an, wie du es machst- siehe obiges Beispiel. Angebot und Nachfrage bestimmen den Markt.

Elisabeth

Da hast du natürlich recht. Ich habe diese "Stellenanzeige" gar nicht richtig ernst genommen. Ich meine, selbst die frischen Assistenzärzte, die ja am Anfang nichts Anderes tun als Hakenhalten, brauchen eine gewisse Zeit, bis sie sich und anderes nicht mehr unsteril machen. Und dann Leute ohne jegliche Vorbildung einstellen, vielleicht 1-€-Jobber? Ich meine, ganz wertfrei, das ist doch die reinste Verarsche. - Beider Seiten, meine ich.
 
Das Prinzip von diesen "neuen" Berufen wie CTA oder Gefäßassi,.. beruht aber ja eher auf einem Assistenzarztersatz. Die haben mit der "Pflegearbeit" ja wirklich wenig zu tun. Ich hab leider keinen Link, aber im letzten Jahr gab es einen sehr guten Bericht in "Die Schwester, Der Pfleger" über die Aufgaben von Gefäßassistenten. Daraus ergab sich fast exakt die Arbeit, die sonst die Assistenzärzte übernommen haben (unter dem Vorbehalt der Delegierbarkeit). Die Gefäßassistenten haben viele Stationsarbeiten übernommen und bei den OPs assistiert. Durch den Fachkraftstandart haben sich dadurch die OP-Zeiten enorm verkürzt (auch die Assistenz bei OPs will erlernt sein:anmachen:). Für Krankenhäuser, in denen es Nachwuchsmangel gibt, die einzige Möglichkeit zu überleben. Das Geld wird eben im OP verdient.

Die Gefäßchirurgie backt da ihr eigenes Süppchen, das ist richtig. Ich meine aber, die Gefäßassistenten werden hauptsächlich in großen Zentren zur Venenentnahme bei ACVB eingesetzt.
 
Hast recht.

Muss mich korrigieren. Es gibt noch ein anderes Berufsmodell namens Arzt-Assistent. Dieser übernimmt die Stationsarbeit und Orgakram. Also werden hier wohl doch nur wieder Fachidioten ausgebildet.
 
Das Prinzip von diesen "neuen" Berufen wie CTA oder Gefäßassi,.. beruht aber ja eher auf einem Assistenzarztersatz. Die haben mit der "Pflegearbeit" ja wirklich wenig zu tun. Ich hab leider keinen Link, aber im letzten Jahr gab es einen sehr guten Bericht in "Die Schwester, Der Pfleger" über die Aufgaben von Gefäßassistenten. Daraus ergab sich fast exakt die Arbeit, die sonst die Assistenzärzte übernommen haben (unter dem Vorbehalt der Delegierbarkeit). Die Gefäßassistenten haben viele Stationsarbeiten übernommen und bei den OPs assistiert. Durch den Fachkraftstandart haben sich dadurch die OP-Zeiten enorm verkürzt (auch die Assistenz bei OPs will erlernt sein:anmachen:). Für Krankenhäuser, in denen es Nachwuchsmangel gibt, die einzige Möglichkeit zu überleben. Das Geld wird eben im OP verdient.

Diese Hakenhalter haben wir auch. In verschiedenen Fachrichtungen, nicht nur GCh.
Sind aber keine Ausgebildeten sondern einfach "normale" Pflegekräfte. Die machen nicht nur das Hakenhalten sondern auch noch ärztliche Stationsarbeit, was ich eine Frechheit finde.
Aber wie mein Vorredner schon sagte, in Zeiten knapper Arztstellenbesetzung muss man wohl froh sein, wenn es so läuft. :x
 

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