Evidenzbasierten Assesmentinstrumente

Jolinchen

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25.09.2017
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Gesundheits- und Krankenpflegerin
Guten Morgen,

ich habe bemerkt, dass ziemlich viele Assesmentinstrumente, die wir für die Risikoerhebung verwenden sollen, nicht evidenzbasiert sind. Beispielsweise die Frowein-Skala zur Erhebung des Thromboserisikos oder die Biensteinskala. Außerdem finde ich auch in den Pflegelehrbüchern keine Informationen zu diesen Assesmentinstumenten.
Am Tag 1 des schriftlichen Examens in BaWü braucht man ziemlich viele Assesments. Deshalb habe ich mir die Frage gestellt, ob ich die Erhebung des Thromboserisikos beispielsweise mit den Virchowschen Trias begründen kann oder ob es evidenzbasierte Assesments zu diesen Themen gibt.

Vielen Dank im Vorraus:)
Jolinchen
 
Dein Gedanke mit dem Virchowschen Trias ist gut, verfolg mal lieber den weiter. ;) Es gibt meines Wissens nach aktuell keine reliable Skala für den Zweck der Erhebung eines Thromboserisikos. Viel wichtiger ist es die wiederum gut belegten Risikofaktoren für die Entstehung eine Thrombose zu kennen (hier empfehle ich die "S3-Leitlinie Prophylaxe der venösen Thromboembolie" nachzuschlagen) und in den fachlichen Bemühungen diese Faktoren klein zu halten. Die Ideen hinter den Skalen und Assessments sind zwar löblich (Objektivierung, Kennzahlenerhebung, Risikodifferenzierung...), dennoch fand bisher keines von ihnen einen durchschlagenden Erfolg bzw. Nutzen für den praktischen Pflegealltag (zumindest ist mir dazu nichts bekannt - Gegenbelege sind mir gerne willkommen, ForenkollegInnen!). Wenn es in einigen Einrichtungen gefordert ist, eine dieser Skalen oder Assessments zu führen, dann schwingen IMHO dort andere Gründe mit, als eine reine evidenzbasierte Fachlichkeit ;) Weiter sind mir keine Belege bekannt, aus denen sich eine fachliche oder juristische Verpflichtung Pflegender zur Verwendung einer Thromboserisikoskala ableiten ließ. Das ist auch daran abzulesen, dass es hierzu keinen nationalen Expertenstandard gibt. --> zum Weiterlesen

Konsequenz: Bevor ich zeitraubend eine wissenschaftlich nicht belegbare Skala führe und daran mein Handeln orientieren soll finde ich lohnendere Notwendigkeiten für meine knappe Zeit im Pflegealltag... z.B. evtl. für Prophylaxen... ;)

Wie das jedoch eure PrüferInnen an deiner Schule sehen, weiß ich nicht... wie in so vielen Themen gibt es da auch in der Fachwelt viele Diskussionen und "Pole" in den Meinungen. Was hattet ihr dazu im Unterricht? Sofern noch Zeit dafür ist, lässt du deine Frage vielleicht nochmal elegant in den (evtl. noch stattfindenden) Unterricht oder den dafür gegeben Ersatz(?) einfließen. Irgendeinen Weg für solche Fragen an deine LehrerInnen wird es sicherlich noch geben - oder? :gruebel:
 
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Ich sehe es ähnlich wie Niesreiz. Ergänzend kann ich nur sagen:
Bei uns wurde auch der TVT Score immer wieder diskutiert.
Im Gespräch sind jetzt auch die "Thrombosegefährdungsskala nach Peter Kümpel" Und deutsch und englischsprachig:
deutsch: "Autar-D"