News DGF-Pressemitteilung „3+1-Modell“ zur verkürzten Weiterbildung in der Intensivpflege untergräbt Qualitätsstandards und bundesweite Vereinheitlichung

Man kann nur noch den Kopf schütteln, wie der Profession Pflege hier wieder in den Rücken gefallen wird. :wut:
 
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3+1 ist auch eine Schmalspurausbildung. Vor allem für anspruchsvolle Einsatzgebiete wir ITS&Anästhesie ist so ein Crash-Kurs völlig ungeeignet.
Die FWB baut zum Beispiel auf einer Erfahrung von zumindest 2 Jahren in dem Funktionsbereich auf.
Was soll man mit Kollegen anfangen, die noch nicht mal Basics gesehen und gelernt haben?
 
3+1 ist auch eine Schmalspurausbildung. Vor allem für anspruchsvolle Einsatzgebiete wir ITS&Anästhesie ist so ein Crash-Kurs völlig ungeeignet.
Die FWB baut zum Beispiel auf einer Erfahrung von zumindest 2 Jahren in dem Funktionsbereich auf.
Was soll man mit Kollegen anfangen, die noch nicht mal Basics gesehen und gelernt haben?
Es ist einfach unglaublich... hat man aus der Vergangenheit nicht gelernt, daß man durch Abwerten der Pflege und Runterschrauben der Qualität (egal ob bei der Zulassung zur Ausbildung, während der Ausbildung oder auch an anderen Stellen) nicht die Probleme löst, sondern nur verschlimmert?

Im übrigen wäre genau DAS ein Fall für eine Pflegekammer... aber genau da hat man ja trotz eindeutigen Votums bisher nix auf die Ketten gekriegt und nur weiter geschoben:

"Der Auftrag für die Errichtung einer Landespflegekammer ergibt sich aus den Handlungsempfehlungen der Landtags-Enquetekommission „Pflege in Baden-Württemberg zukunftsorientiert und generationengerecht gestalten“ aus dem Jahr 2016 an die Landesregierung. (...)
Im Rahmen der Anhörung wurde Zustimmung, aber auch die Kritik geäußert, dass die Pflegefachkräfte im Land auch die Möglichkeit haben müssen, sich über die geplante Pflegekammer informieren zu können. Zu Pandemie-Zeiten habe keine Pflegefachkraft die Zeit, sich mit diesem Thema zu beschäftigen.


Die Konzentration der fachlichen und gesellschaftlichen Kräfte liegt seit März 2020 bei der Bewältigung der Corona-Pandemie. Eine dem Vorhaben angemessene Phase der Vorstellung des Themas bei den Pflegefachkräften ist aus diesem Grund nur eingeschränkt möglich. Deshalb fiel die Entscheidung, das Vorhaben in der nächsten Legislaturperiode erneut aufzugreifen."


Quelle:
Einführung einer Landespflegekammer Baden-Württemberg verschoben

Im Jahr 2016 (!!!) hat es noch keine Pandemie gegeben... was für eine saublöde Ausrede, um die Einführung zu verschleppen!
:angryfire:

Denn genau HIER, also im Bereich Weiterbildung, hat die Pflegekammer mitzureden (wenn es sie denn endlich gäbe):

"Mit ihren Aktivitäten stärkt die Pflegekammer die berufliche Identifikation mit dem Pflegeberuf. So vertritt sie zum Beispiel die Profession der Pflege bei den zuständigen öffentlichen Stellen der Normsetzung und Verwaltung und bei anderen wichtigen Playern im Gesundheitswesen. Dadurch stellt sie sicher, dass Sachverständige der Pflegekammer gehört und in Entscheidungsprozesse eingebunden werden, beraten und unterstützt werden.
Für alle Pflegenden verbindlich legt die Pflegekammer die Berufsordnung fest, entwickelt ethische Standards, definiert und aktualisiert die Qualitätsstandards. Des Weiteren erstellt sie die Weiterbildungsordnungen und gestaltet die Fort- und Weiterbildung. Damit erreicht sie eine eigenständige Regelung des pflegerischen Handelns und ermöglicht Selbstverwaltung statt Fremdbestimmung. Auch so wird verhindert, dass Entscheidungen im Bereich Pflege nicht durch Fachfremde, ohne Beteiligung der Profession, getroffen werden können."


Quelle:
 
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Im Jahr 2016 (!!!) hat es noch keine Pandemie gegeben... was für eine saublöde Ausrede, um die Einführung zu verschleppen!
:angryfire:
2016/17 hatten wir ne ziemlich heftige Influenza-Welle. Wahrscheinlich war die gemeint. Gibt ja auch noch ein paar andere Infektionskrankheiten.

Ich arbeite in einer der fünf Unikliniken in Ba-Wü und habe mich gewundert, weil ich gar nichts von diesen Bestrebungen mitbekommen hatte - aber wenn jetzt erst das Go kam, kann die ganze Geschichte ja allerfrühestens im nächsten Jahr starten.

Ich bin auch nicht begeistert. An sich finde ich Modellprojekte ja nicht grundsätzlich verkehrt. Ich verstehe zu wenig von Intensivpflege, um beurteilen zu können, ob das Projekt Erfolg haben könnte, aber der erste Jahrgang der Pflegefachfrauen und -männer ist noch nicht mal fertig, und die Umstellung ist so einfach nicht - warum müssen wir uns denn noch eine neue Herausforderung ans Bein binden?

Die Idee an sich ist ja auch nicht neu. Wer hat schon Erfahrung mit Auszubildenden zur IPK? Was ist aus den Modellprojekten anderer Einrichtungen geworden? Und wird das Projekt pflegewissenschaftlich begleitet?

Auf die Pflegekammer warte ich unabhängig davon mit großer Sehnsucht.
 
Zuletzt bearbeitet:
Als die OTAs eingeführt wurde, gab es auch einen Aufschrei. Und mittlerweile doch relativ gut integriert.
 
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OTAs und ATAs sind eigenständige Ausbildungen von 3 Jahren und auch eigenständige Berufe mit klar definiertem und abgegrenzten Aufgaben- und Verantwortungsbereich.

Bei dem oben genannten Fall versucht man eine Eiermilchlegendeschafsau zu züchten. Jack of All Trades, Master of None.
Alles irgendwann mal kurz besprochen, nichts jedoch wirklich gelernt.
 
Ganz so schlimm ist es nicht, die Ausbildung zur Pflegefachfrau oder -mann ist mit drin. Anschließend ein Jahr zur Intensivpflegekraft. Deswegen ja 3 + 1.
 
2016/17 hatten wir ne ziemlich heftige Influenza-Welle. Wahrscheinlich war die gemeint.
Nein, es geht eindeutig um Corona… einfach den Text im Link lesen. Habe nicht alles rüber kopiert.

Ganz so schlimm ist es nicht, die Ausbildung zur Pflegefachfrau oder -mann ist mit drin. Anschließend ein Jahr zur Intensivpflegekraft.
Ist schon klar, aber armselig ist es trotzdem. Die FWB geht ja normalerweise über 2 Jahre (die berufliche Vorerfahrung lassen wir mal außen vor).
Es gab ja schon öfter solche Versuche für Schmalspurausbildungen, z. B. nur ein Jahr lang die Weiterbildung und nur Intensiv drin (ohne Anästhesie). Wer das gemacht hat, war der Gearschte, weil die Fortbildung nirgends sonst anerkannt wurde.
 
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Ganz so schlimm ist es nicht, die Ausbildung zur Pflegefachfrau oder -mann ist mit drin. Anschließend ein Jahr zur Intensivpflegekraft. Deswegen ja 3 + 1.
Abgesehen von dem Curriculum, dass ich sehr skeptisch betrachte, umfasst die 2 Jährige FWB A&I 3 Einsätze: 1. konservative ITS, 2. chirurgische ITS, 3. Anästhesie.
Wie soll bitteschön eine Pflegefachfrau /-mann, der im Rahmen seiner Ausbildung gerade mal in die Welt der ITS-Pflege/-Medizin reingeschnuppert hat, sofort die Erfahrungen und das Fachspezifische Wissen einer ITS-Welt aufweisen und zusätzlich weitere Kenntnisse darauf aufbauen?

Die 2 Jährige Vorarbeitsphase auf einer ITS oder in der Anäshtesie sind nicht umsonst vor der FWB vorgegeben.
Ansonsten ist es einfach sinnfrei, Zeit in der FWB damit zu verschwenden, den Leuten erstmal die Basics von ITS&Anästhesie beizubringen.
Abgesehen von den ganzen Laber-Fächern, die unbedingt mit in der FWB durchgekaut werden müssen.
 
Die 2 Jährige Vorarbeitsphase auf einer ITS oder in der Anäshtesie sind nicht umsonst vor der FWB vorgegeben
Das ist sie schon seit Jahren nicht mehr. Länderspezifisch vielleicht, die DKG jedoch fordert keine zwei Jahre mehr, sondern lediglich sechs Monate. Siehe hier, §4:

Ich bin wie gesagt auch skeptisch. Aber immerhin haben die Teilnehmer*innen nach drei Jahren einen staatlich anerkannten Abschluss. Anderswo gab (oder gibt?) es Schmalspur-Ausbildung ohne jegliche Anerkennung. Drei oder vier Jahre Ausbildung ohne eine Berufsbezeichnung, die auch nur innerhalb Deutschlands gilt, vom Ausland ganz zu schweigen.
 
Wurde da mal was geändert?
Mein Wissensstand war, dass vor einer FWB man/frau 2 Jahre examiniert sein und 6 Monate auf Intensiv oder Anästhesie gearbeitet haben soll.