News Bremen: "Starre Fachkraftquote ist unrealistisch"

Drei Ideen hierzu:

Top 1:

Man stelle sich die gleich Diskussion in anderen Bereichen vor - z.B. bei der Cockpit-Besatzung in Linienmaschinen oder Triebwägen, Schaltzentralen von Atomkraftwerken, der Besatzung von Berufsfeuerwehren, SEKs oder ähnlichem.
Würde die öffentliche Diskussion dann vielleicht lauten "Wie? Lediglich 50% des eingesetzten Personals sind Fachkräfte? Weil's von der Qualität nicht nötig ist oder weil man schlicht keine findet? Dann bieten Sie gefälligst Anreize und sorgen Sie für mehr Qualifizierungsmöglichkeiten!"
Bekanntlicherweise ist der Fachkräftemangel in Pflegeheimen ja auch völlig unvermittelt, wie eine Naturkatastrophe ohne Warnung enstanden...

Top 2:

Die Vorstellung, dass bei vorab abgesenkter Quote und zunehmender Verfügbarkeit von - teureren - Fachkräften diese wieder vermehrt eingestellt werden bzw. Nicht-Fachkräfte dann entlassen (und durch o.g. ersetzt) bzw. auf AG-Kosten höher qualifiziert werden, halte ich für irreal.
Meine Erfahrung zeigt, dass einmal abgesenkte Standards alles werden - nur nicht freiwillig übererfüllt!

Top 3:

"Eine 50-prozentige Fachkraftquote ist wissenschaftlich nicht unterfüttert; trotzdem legen sich hier in Bremen Träger einen freiwilligen Belegungsstopp auf, wenn sie die Quote unterschreiten", sagt Sven Beyer, Bremer Landesvorsitzende des bpa."

Stimmt.
Ist sie wahrscheinlich nicht.
Daher sollte die Quote auf 75% angehoben werden - nach gesundem Menschenverstand kann besser ausgebildetes Personal ja auf keinen Fall schlechtere Ergebnisse liefern, oder?
Und Qualität im Umgang mit Menschen sei ja so wichtig, hört man.
Und falls man das sehr stark glaubt bzw. beweisen könnte...naja, dann stehen ja eigentlich alle Chef- und Oberarztstellen in Kliniken zu Disposition.
Gott, was man mit dem eingesparten Geld alles machen könnte.

"Warum gilt eine Medizinische Fachangestellte in der Pflege nicht als Fachkraft, obwohl sie in einer Praxis qualifiziert arbeitet und Spritzen geben und Verbände anlegen darf?", fragt Bitter-Wirtz."

Da hat jemand scheinbar keine Ahnung was Alten- und (Kinder) Krankenpflege eigentlich bedeutet...
 
Zuletzt bearbeitet von einem Moderator:
Meiner Meinung nach sehe ich auch keinen Grund, warum MFA's nicht, gerade in der ambulanten Pflege, als Fachkraft anerkannt und auch dementsprechend entlohnt werden sollten.
Ihre Ausbildung beinhaltet eigentlich alles, was eine PFK im ambulanten Dienst benötigt.
Pflegeplanungen mussten wir "Altgedienten" ja auch neu dazu lernen, gab es zu meiner Schulzeit noch nicht, also warum sollte eine fitte MFA das nicht auch in der Einarbeitung sich aneignen.
Da gibt es ja wohl einen Riesenunterschied zwischen der Pflege Hilfskraft, die einen 6Wochen Crashkurs absolviert hat und einer MFA mit einer dreijährigen Ausbildung mit Inhalten, wie Pharmakologie, Wundversorgung en und so weiter.
Grundpflege erfordert auch kein Abschluss, wird in der ambulanten sowieso sehr individuell je nach Kundenwunsch durchgeführt.
 
Meiner Meinung nach sehe ich auch keinen Grund, warum MFA's nicht, gerade in der ambulanten Pflege, als Fachkraft anerkannt und auch dementsprechend entlohnt werden sollten.

Die MFA-Ausbildung ist mit Hauptschulabschluss möglich, kann auf 2 Jahre verkürzt werden, kann nicht aberkannt werden bei relevanten Straftaten ergo nicht gleichwertig mit einem Staatsexamen.

Die Fachkräftequote ist ein Damm und wenn man da ein kleines Loch reingräbt bricht er irgendwann und das Wasser steht uns bis zum Hals um mal eine blumige Metapher zu bemühen.
 
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Meiner Meinung nach sehe ich auch keinen Grund, warum MFA's nicht, gerade in der ambulanten Pflege, als Fachkraft anerkannt und auch dementsprechend entlohnt werden sollten.
Ihre Ausbildung beinhaltet eigentlich alles, was eine PFK im ambulanten Dienst benötigt.
Pflegeplanungen mussten wir "Altgedienten" ja auch neu dazu lernen, gab es zu meiner Schulzeit noch nicht, also warum sollte eine fitte MFA das nicht auch in der Einarbeitung sich aneignen.
Da gibt es ja wohl einen Riesenunterschied zwischen der Pflege Hilfskraft, die einen 6Wochen Crashkurs absolviert hat und einer MFA mit einer dreijährigen Ausbildung mit Inhalten, wie Pharmakologie, Wundversorgung en und so weiter.
Genauuuuuuu. :roll:
Und warum erkennen wir nicht z. B. Pharmazeuten automatisch auch die Approbation als Arzt an, ist doch eh fast dasselbe. Das bissl kann der sich ja auch noch so aneignen.
Grundpflege erfordert auch kein Abschluss, wird in der ambulanten sowieso sehr individuell je nach Kundenwunsch durchgeführt.
Abgesehen davon, daß die künstliche Unterteilung in "Grundpflege" und "Behandlungspflege" wissenschaftlich nicht haltbar ist (siehe
http://dg-pflegewissenschaft.de/wp-content/uploads/2017/06/PG-2-1998-Mueller.pdf ), erfordert die Durchführung von Pflege IN JEDEM FALL einen Abschluß.
Ansonsten hat man wieder das übliche Gemurkse und Gepfusche mit den üblichen Folgen (Dekubiti, Kontrakturen, Windeldermatitis, Infektionen...), und hinterher ist das Geheule über "die Pflege" und angebliche "Pflegeskandale" wieder riesengroß, aber mich wundert es nicht, wenn Un- und Angelernte "gepflegt" haben.
 
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Altenpflege: Fachkräftequote verschärft Pflegenotstand

Ein erschreckend unkreflektierter Bericht in der FAZ der die BPA Position 1:1 widergibt.
Und als Kapitalistenblatt beschwerd man sich das die Marktwirtschaft mal funktioniert :

"Aus Potsdam gehen die Fachkräfte lieber nach Berlin, in den Feriengebieten Schleswig-Holsteins wandern sie in die besser zahlende Tourismuswirtschaft ab, und von Waldshut ist es nur einen Katzensprung über die Grenze in die wohlhabende Schweiz."
 
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Danke für den Hinweis Hyperion.
Also auf, KollegInnnen - 'raus aus dem Forum und noch heute einen Leserbrief an die FAZ geschrieben, sowie den zuständigen Abgeordneten und die entsprechenden (Berufs)Verbände über den Artikel informiert.
Wer nur schweigend liest, toleriert.
 
Hast Du den DBfK schon informiert?

Habe es erstmal in die WA Gruppe der AG, in der ich tätig bin, den Artikel weitergeleitet. Warte mal auf die Reaktionen, die sich da sammeln. Evtl. lässt sich da was mobilisieren und generieren mit zusammengetragenen Gedanken.
 
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Hast Du den DBfK schon informiert?
Info lief bereits über die Landespflegekammer; mein Kontakt dort ist praktischerweise beim DBfK.
Feile gerade an einem Leserbrief, was noch etwas dauern wird ...bei der FAZ sollte so etwas bestimmten verbalen Standards genügen. Und natürlich inhaltlich logisch und nachvollziehbar sein.
 
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