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flexi

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Soeben in der HAZ gelesen: www.haz.de

Aus drei Pflegeberufen wird nur noch einer

Sogar ein Hauptschulabschluss soll künftig genügen: Koalition verständigt sich auf wichtiges Reformvorhaben

VON JÖRG KÖPKE

Berlin. Aus drei Pflegeberufen wird einer: Gesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) und Familienministerin Manuela Schwesig (SPD) haben sich auf Eckpfeiler einer Ausbildungsreform verständigt. Auf einer zweitägigen Bund-Länder-Klausur in Berlin stellten beide Häuser in dieser Woche einen gemeinsamen Gesetzentwurf vor. Das 38-seitige Papier liegt dieser Zeitung vor. Danach sollen Alten-, Kranken- und Kinderkrankenpflege ab 2016 zu einem einheitlichen Pflegeberuf verschmelzen.

Die neue, bislang nur in der Schweiz und in Liechtenstein übliche Berufsbezeichnung heißt Pflegefachfrau beziehungsweise Pflegefachmann. Voraussetzung für die Aufnahme der neuen Ausbildung ist ein mittlerer Schulabschluss oder eine erfolgreich abgeschlossene Berufsausbildung von mindestens zweijähriger Dauer. Auch ein Hauptschulabschluss soll künftig genügen. Damit kommt Deutschland nicht der Forderung der EU-Kommission nach, zwölf Jahre Schulausbildung zur Mindestvoraussetzung für Pflegeberufe zu machen. Die hochschulische Pflegeausbildung zur Pflegefachfrau oder zum Pflegefachmann ermöglicht ein Studium, das mit einem Bachelor- oder Master-Abschluss endet.

Eine Ausbildungsreform der Pflegeberufe hängt in Deutschland seit Jahren in der Warteschleife. Erste Pläne sind bereits älter als zehn Jahre und gehen noch auf die ehemalige Gesundheitsministerin Ulla Schmidt (SPD) zurück. Ein Eckpunktepapier der Bundesregierung ist inzwischen mehr als drei Jahre alt. Entsprechend erfreut zeigte sich gestern Andreas Westerfellhaus, Präsident des Deutschen Pflegerats. Westerfellhaus nannte den Gesetzentwurf „längst überfällig“. Die gesamte Branche brauche Rechtssicherheit. Er forderte den Gesetzgeber auf, „jetzt zügig weiterzumachen“. Die Berufsgruppe warte auf das Gesetzgebungsverfahren. Positiv bewertete Westerfellhaus vor allem das Vorhaben der Bundesregierung, die Berufsausbildung verbindlich zu machen. In Zukunft dürfe sich nur noch derjenige als Pflegefachmann bezeichnen, der die vom Gesetzgeber vorgegebene Qualifikation erworben habe. „Das war unsere Kardinalforderung, die nun überraschend erfüllt wird.“

Finanziert werden soll die Ausbildung aus einem Ausgleichsfonds, den jedes Bundesland bilden soll. 57 Prozent davon tragen jeweils die Krankenhäuser, 32 Prozent die Pflegeeinrichtungen und neun das Land. Weitere zwei Prozent fließen direkt aus der sozialen Pflegeversicherung. Laut Gröhe und Schwesig soll die Reform den Wechsel in unterschiedliche Pflegebereiche erleichtern und den Nachwuchsmangel beseitigen. Die bisherige Festlegung nach dem Motto „Einmal Altenpfleger, immer Altenpfleger“ müsse der Vergangenheit angehören, fordern die beiden Minister.
 
Verstehe ich nicht.

Man wird dann Pflegefachfrau/mann, indem man an einer Hochschule eine Ausbildung macht, kann dann ggf. seinen Bachelor machen und das auch wenn man "nur" einen Hauptschulabschluss hat und schon mal vorher ne Ausbildung geschafft hat?

Und dann kann man entweder ein Frühgeborenes mit 500g oder einen 90 Jährigen, multimorbiden Menschen gleichermaßen gut versorgen?

Keke, verstanden. Kappa.
 
Ja klar, Toolkit und das alles für Mindestlohn. So bleiben wir schön billig.
 
Da kann man nur hoffen, dass noch mehr Pflegende ihrem Beruf den Rücken zukehren.
 
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Endlich kommt wieder Bewegung in die Vereinheitlichung der Pflegeberufe, hoffentlich diesmal mit Abschluss. Seit mehr als 10 Jahren wird hier rumgegurkt und kaum was geht vorwärts.

Die Ausbildung zur Altenpflegerin oder Gesundheits- und Kinderkrankenpflegerin sind rein deutsche Alleingänge.

Das ist nur zu begrüßen.
 
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Schade, dass aber vermutlich der kleinste gemeinsame Nenner als Maßgabe genommen und keine Aufwertung vorgenommen wird.

Grüße,
Tool
 
Was ist denn in deinen Augen der kleinste gemeinsame Nenner?

Wenn ich ganz dolle positiv denke, dann kann da eine große Aufwertung draus werden.

Man stelle sich vor- die Azubis trainieren nicht mehr drei Jahre lang das Waschen, Füttern, Trocken legen. In der praktischen Abschlussprüfung muss der Azubi nicht mehr die Fähigkeiten bei der Durchführung der Grundpflege und das korrekte Aufstellen von Medikamenten nachweisen.

Es wird mehr Wert darauf gelegt, dass nicht die Maßnahmen für eine Krankheit geplant werden sondern eine echte Pflegeplanung erstellt wird. Fachwissen löst sowas wie Checklisten und laienorientierte Standards ab. Der Azubi versteht Expertenstandards und ist in der Lage Studien zu lesen...

Ach *seufz* ich fange gerade an zu träumen. Aber Träumen darf man ja. Und hoffen. Die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt. Und wer weiß- vielleicht erfüllt sie sich diesmal.

Es wird uns keiner was schenken. Das bedeutet in meinen Augen, dass wir Fahrt aufnehmen müssen bezüglich der Pflegekammern. Es braucht echte Pflegefachmänner mit einem entsprechenden Fachwissen. Ich geh ja auch nicht hin und erkläre dem Kaufmann, wie er zu rechnen hat.

Elisabeth
 
Bereits jetzt ist es in den "spezialisierten" Ausbildungskursen Gang und Gebe, dass für das jeweilige Patientenklientel neben den von dir, Elisabeth, genannten absoluten Basics, die dann oftmals auch nicht ausreichend verinnerlicht werden, sehr viel medizinische Daten gelehrt werden. Diese sind, leider, nach wie vor auch notwendig.

Bereits jetzt, in der Spezialisierung, findet man keinen Platz für professionelle Pflege, Pflegewissenschaften oder reflektiertes/wissenschaftliches Arbeiten. Wo bitte soll das in einer generalisierten Fassung aufgenommen werden?

Ich bin da leider wirklich etwas sehr skeptisch.

Grüße,
Tool