Zwangsentmündigung

Dieses Thema im Forum "Fachliches zu Pflegetätigkeiten" wurde erstellt von emmalotta19981, 20.07.2009.

  1. emmalotta19981

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    Hallo,

    ich habe mal eine Frage:

    Meine Uroma wurde vor 7Tagen in die Klinik eingeliefert, weil sie zu Hause gefallen war. (Sie ist schon 90 Jahre alt, aber geistig topfit). Nun hat sie einen Oberschenkelhalsbruch und wurde auch gleich notoperiert.

    Sie möchte nun unbedingt nach Hause, doch wie soll das weiter gehen?

    Im Kranknehaus will sie zum Klo nicht aufstehen, sie verweigert jegliche Physiotherapie. Ebenso das Essen und das Trinken, das hat sie auch schon zu Hause gemacht, trotz des gutem Zuredens meinerseits und meiner Familie. Bin doch selbt in der Altenpflege tätig, doch weiß im Moment nicht weiter. Sie ist schon total dürr und im krankenhaus schauen sich die Schwestern und Ärzte soch nicht ewig an, dass sie nichts isst. Was passiert dann?

    Bitte dringend um Hilfe.
     
  2. flexi

    flexi Administrator
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    ich versteh noch nicht den Zusammenhang mit "Zwangsentmündigung" (die es im übrigen seit mehr als 10 Jahren nicht mehr gibt und durch das "Betreuungsgesetz " ersetzt wurde) und deinem Beitrag.
    Sprich doch mal von Kollege zu Kollege mit deiner Heimleitung....die kennen sich damit in der Regel ganz gut aus!
     
  3. emmalotta19981

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    Das es keine Entmündigung mehr gibt, ist mir schon klar.

    Das heißt doch aber quasi meine Uroma darf sich zu Tode hungern, auch im Krankenhaus. Aber bekommt man bei Eigengefährdung nicht einen Betreuuer für Gesundheit zur Seite gestellt? Klar, wenn sie nichts essen will, kann sie niemand dazu zwingen, wir aus der Familie sowieso nicht, doch gibt es nicht eine andere Möglichkeit. Haben Ärzte nicht einen Eid, dass sie Leben retten müssen?
     
  4. amezaliwa

    amezaliwa Poweruser

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    keine Perspektiven

    Hört sich an als ob hier ein absoluter Mangel an Perspektive vorliegt??
    Solange sie voll orientiert ist hat sie natürlich auch das Recht zu verweigern, nur ist ihr bewusst wie wenig das bringt, ist sie wirklich zu 100% orientiert?
    Möchte sie sterben oder geht es ihr nur um's nach Hause wollen......
    Sollte sie wirklich gar nichts zu sich nehmen, dann wäre sie inzwischen ... wonanders.... also - muss sie doch was, wenn auch zu wenig, zu sich nehmen.

    Soll deine Uroma nach dem KH in eine Reha?
    Gibt es im KH eine Pflegeüberleitung/Sozialbetreuung welche über ALLE weiteren Möglichkeiten aufklären könnte?
    Ggfs. eine Kurzzeitpflege? Danach doch wieder nach Hause?
    Könntest DU/mehrere in der Familie Urlaub nehmen oder/und ist jemand/sind mehrere nicht berufstätig und haben die Zeit
    oder/und kannst Du/könnt ihr Arbeitstunden vorübergehend reduzieren + ambulanter Pflegedienst für die Zeit nach dem KH (wenn keine Reha laufen soll) - um GEMEINSAM die häusliche Betreuung mit zu übernehmen bis Uroma wieder fit ist?
    Da du nicht die einzige Angehörige bist, könnte das machbar sein, wenn Uroma damit einverstanden ist. Habt ihr diese Möglichkeit in Betracht gezogen?

    Generell bleibt die Frage einer Patientenverfügung/Vorsorgevollmacht im Raum. Solange Deine Uroma entscheidungsfähig ist sollte sie sich damit auseinandersetzen oder existiert bereits eine?

    Im KH müsste erstmal ein psychiatrisches Gutachten laufen - bevor ein Betreuungsverfahren eingeleitet wird.
    Sollte es dazu kommen wird ein Richter ins KH kommen UND dann auch ein persönliches Gespräch führen, dann entscheiden für welche Bereiche eine Betreuung benötigt wird oder gar keine.
    Angehörige werden zuerst als mögliche Betreuer in Betracht gezogen, außer der Betroffene verweigert dies.
     
  5. Elisabeth Dinse

    Elisabeth Dinse Poweruser

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    Die Reduzierung der Nahrungsaufnahme bestand doch schon vor dem Kliniksaufenthalt, oder? Habt ihr mal in Erfahrung gebracht, warum?

    Für mich klingt es wie eine nonverbale Entscheidung auf ein gravierendes Problem aufmerksam zu machen: Abhängigkeit in jeglicher Form ist undenkbar. Ziel: niemandem zur Last fallen.

    Wie begegnet ihr dieser Situation?

    Ich kann Abhängigkeit auch nicht ertragen. Nach meiner letzten großen OP sind meine Kinder gekommen und haben mich versorgt- inklusive Körperpflege und Mob.. Das erfolgte nach primärer Anleitung durch Fachpersonal (die kinder sind nicht vom Fach) und war für mich mehr als angenehm.

    Und zuletzt sollte man den Gedanken, dass das Leben endlich und wir nicht unsterblich sind in alle Entscheidungen miteinbeziehen. Eine Zwangsentmündigung (ich bleibe mal bei dem Ausdruck) um eine Zwangsernährung und eine Zwangsunterbringung zu ermöglichen, halte ich für unmenschlich.

    Elisabeth
     
  6. blubbblubb

    blubbblubb Gast

    Jooo, das haben sie wohl schon.
    Bin aber dennoch froh, wenn ich auf diejenigen treffe, die nicht alles ausprobieren müssen!
    Ist wohl auch immer was anderes, wenn Angehörige/ Freunde betroffen sind.
    Wie hälst Du es denn im Beruf?
    Kämpfst Du auch "ums Verrecken", das die HB vernünftig sind und weiter essen und trinken? Das sie diverse Dinge noch ausführen könnten, wenn sie wollten? Aber sie wollen nicht.

    Wenn die Uroma wirklich noch kognitiv adäquat ist, wird dies im Zweifelsfall ein Gutachten bestätigen. Erst wenn das nicht so ist, wird über eine "Fürsorge" nachgedacht.

    Und wenn sie nachhause will, ist es für sie nicht wichtig, möglichst selbständig zu sein?
    Kann man in dieser Richtung nicht mit ihr reden, das sie dann auch etwas dafür tun muss?!
     
  7. emmalotta19981

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    Sie besteht darauf wieder nach Hause zu gehen. Wenn ich sie dann frage, wie sie dann allein zum Klo kommen will, sagt sie: Das schaffe ich schon noch! Und wenn ich sie weiter frage, wie sie sich was zu essen machen will,ganz allein, dann verstummt sie.
    Vor dem Krankenhausaufenthalt war es so, dass zweimal am Tag ein Pflegedienst für das Nötigste kam und der Rest immer von einem anderen Angehörigen übernommen wurde. Sie wohnte bis dato auch allein. Sie ist fast blind, fands sich aber in ihrer Wohnung zurecht, kochen konnte sie aber auch nicht mehr und ein brot zu machen viel ihr schon schwer oder auch allein zu essen.

    Ich glaube ehrlich gesagt nicht, dass das wieder was wird. SIe sagt, dass sie nach Hause will, allerdings tut sie kein Stück dafür, lehnt jegliche Hilfe oder auch Physiotherapie ab.

    Wie ich mich im Beruf verhalte. Dort ist es ganz etwas anderes. Es ist kein Verwandter, den ich da pflege. WÜnsche der Bewohner sind leichter zu akzeptieren als bei seinem eigen Fleisch und Blut.

    Ich könnte auch nie jemanden von meiner Familie selbst zu Hause pflegen, so gerne wie ich seit 1999 in diesem Beruf arbeite( hab damals mit AUsbildung angefangen). Wenn ich das tun müsste, würde ich wahnsinnig werden.
     
  8. Elisabeth Dinse

    Elisabeth Dinse Poweruser

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    Und doch bewegt dich das Problem sehr und du willst das Beste für sie.

    Wie kann es weitergehen zu Hause, dass scheint die Kardinalfrage zu sein.
    1. Wie kann die Versorgung garantiert werden? Pflegedienst? Nachbarn? Angehörige?
    Ich denke, von dem Gedanken, dass alles durch die Pflegekasse abgedeckt wird, muss man sich verabschieden. Das muss durchdacht werden: wieweit reichen die finanziellen Mittel. Übrigens: das letzte Hemd hat keine Taschen.
    2. Essen auf Rädern wird nicht reichen. Das Essen muss bis zu ihr an den Tisch/ ans Bett kommen. Nachbarn? Angehörige? Pflegdienst?
    3. Muss man unbedingt Aufstehen? Leute, die gestürzt sind, haben stets Angst vor dem Mob.. Mit Zwang erreicht man da gar nichts. Häufig wirken auch die Drohungen: wenn du nicht, dann.. eher kontraproduktiv.
    Es bleibt also nur: der Sache Zeit geben und ggf. die Situation akzeptieren. Sie kennt ihre Wohnung und weiß, inwieweit ihr Radius noch reichen wird. Sie hat sich gegen die Mob entschieden.
    3. Muss man unbedingt aufs Klo zum Verrichten der Notdurft. Ein Klostuhl ist sicher keine schöne Bereicherung des Mobiliars- aber ein mögliche Alternative inklusive sehr kleinem Transfer.

    Was mir noch einfällt zur Ablehnung jeglicher Maßnahmen: früher wurden Krankheiten ausgelegen. Da mag es unverständlich erscheinen, dass man aufstehen muss.
    Zuwendung ist gesichert. Allein lebende Personen vereinsamen schnell. Sie kann gelernt haben, dass Hilflosigkeit lohnt um Zuwendung und Beachtung zu bekommen.
    Schamgefühl. Ich finde es immer wieder erschreckend, wie unsensibel da oft gehandelt wird: Mob. im Flügelhemd mit übergelegtem Bademantel. Für die ältere Generation nicht unbedingt die "Ausgehkleidung". Wir haben versucht unseren Pat. ein Tag-Nacht-Rhythmus auch über die Kleidung nahe zu bringen. Da wurde dann Tags auch Pullover und Hose angezogen. Die Mobs waren für alle Beteiligten deutloch leichter.
    Schmerzen. Wie stehts mit der Schmerztehrapie? Ist sie ausreichend.
    ...

    Ich merke, aus der Ferne kann man eigentlich wenig sagen. Ich erlebe solche Pat. manchmal im Pflegekonsil. Und nicht selten überraschen diese Pat. wenn man sich Zeit für sie nimmt.

    Elisabeth
     
  9. Josefine13

    Josefine13 Stammgast

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    Hallo,
    "einen alten Baum verpflanzt man nicht"
    die Ängste einer solchen Dame, in einer solchen Situation sollten Dir bekannt sein. Instinktiv weiss Deine Uromi vielleicht auch ganz genau das es jetzt nicht mehr allein zu Hause geht und hat einfach Angst davor jemanden noch mehr zur Last zu werden, als es bisher war. Sie hat sicherlich auch sehr große Angst in ein Heim ziehen zu müssen und dann dort nach anderen Regeln in einem kleinen Zimmer zu leben. Die ganzen Vorurteile sind nach wie vor in solchen Köpfen, was das Pflegeheim betrifft.
    Vielleicht hat sie es auch einfach satt und möchte nicht mehr, möchte nur noch nach Hause und in Ruhe gelassen werden.
    Bei Deinen HB siehst Du soetwas täglich, bedenke das Deine Uromi auch nur ein alter Mensch ist.
    Ich weiss auch das man bei den eigenen Angehörigen "betroffen" ist das das alles nicht so einfach ist und sehr schwer zu akzeptieren ist...
    Liebe Grüße
     
  10. ITS-Micha

    ITS-Micha Gast

    Hallo !! Ich bitte um Verzeihung,wenn ich jetzt etwas ruppig klinge,aber mir will irgendwie nicht einleuchten,wie jemand,der seit '99 in der Branche arbeitet,so komplett...äh...unbedarft ist,wenn's um die Pflege zuhause geht:gruebel:!! Ich meine,wenn man so jeden Tag mit alten Leutchen arbeitet,wovon bestimmt welche bloß zur Kurzzeitpflege da sind,dann wird man doch von Angehörigen angesprochen und sollte Auskunft geben können oder ?? Sorry,wenn das jetzt keine Antwort auf die Frage ist,aber das kommt mir nunmal komisch vor... LG Micha
     
  11. Elisabeth Dinse

    Elisabeth Dinse Poweruser

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    Ich kann dir aus eigener Erfahrung versichern: man wird zum Laien in dem Moment, wo man selber betroffen ist.

    Elisabeth
     
  12. ITS-Micha

    ITS-Micha Gast

    Guten Morgen !! Da kann ich Dir,jedenfalls was meine Erfahrungen betrifft,leider nicht zustimmen,Elisabeth !! Ich hab nu mit Altenpflege überhaupt nix zu tun und hab von 2002-2004 meinen Opa mit Z.n. Apoplex mit Paraparese zuhause,neben meiner Arbeit,gepflegt und ich konnte auch auf mein Grundlagenwissen,was Pflegestufe,Pflegegeld,Hilfe und Unterstützung angeht,zurückgreifen. Und bis dieses Jahr April hatte ich die Oma meiner Frau zuhause,das war ne Heimbeatmungspatientin. Sorry,wenn mein vorheriger Beitrag gefühllos klang,aber eben wegen meiner Erfahrungen will mir hier in dem Fall nicht so wirklich einleuchten,wie man als Fachkraft (??) in diesem Job so unbedarft sein kann. Die Fragestellerin ist doch ne Fachkraft oder ?? LG Micha
     
  13. Josefine13

    Josefine13 Stammgast

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    Guten Morgen,
    also Elisabeth ich gebe Dir Recht, das man bei eigenen Verwandten oder Angehörigen anders reagiert als bei Patienten die man nicht so kennt.
    Aber, aus eigener Erfahrung weiss ich auch das man sein Wissen nutzen kann. Und eine alte Dame die nicht im KH geschweige denn in einem Pflegeheim leben möchte ist doch eigentlich nur menschlich. Genauso mit der geringen Nahrungsaufnahme. Sie möchte vielleicht wirklich nur nach Hause und hat enorme Ängste weil sie nicht weiss was jetzt kommt. Ich bin ausserdem der Meinung das heutzutage dank der häuslichen Pflege so vieles möglich ist. Zumindest wenn die Angehörigen mit machen, kann man der alten Dame noch ein paar schöne Tage zu Hause ermöglichen. Eine passende Pflegestufe zu erzielen sollte für Fachkräfte auch nicht unbedingt das Problem sein.
    Ein Gespräch mit dem Hausarzt könnte den Angehörigen evtl. auch noch helfen, nur ein Tipp.
    Manche Menschen machen sich das Leben einfach nur schwer in dem sie sich Gedanken machen, die noch gar nicht in dem Topf sind wo gekocht wird.
    Andernfalls wenn der AZ wirklich sehr schlecht sein sollte kann man ja auch eine Kurzzeitpflege auf Probe machen, um zu sehen wie sie damit klar kommt und wenn sie sich regeneriert haben sollte könnte sie ja vielleicht doch wieder nach Hause.
    Am wichtigsten sollte es doch sein das sich die Dame wohl und gut versorgt fühlt, dann gibt sich evtl. nicht so auf.
    LG
     
  14. Lin

    Lin Poweruser

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    Da muss ich mich Micha anschließen. Natürlich ist es schwieriger eigene Angehörige zu pflegen, da man emotional verbunden ist. Aber trotzdem hat man ja das Fachwissen.
    Bei meiner Großmutter konnte ich davon nur profitieren, da ich alles organisatorische übernommen habe (Pflegegeld, Pflegedienst, Rufhilfe, Essen auf Rädern, Wundversorgung, Hilfsmittel, usw.) und ich kann meiner Mutter und meinem Onkel mit Rat (Umgang mit Demenz) zur Seite stehen.

    Gerade wenn man mit "Nicht Essen wollen/können" zu tun hat, hat man ja in der Ausbildung gelernt, warum und was man tun kann.

    @emmalotta:
    Ist es abgeklärt, ob deine Uroma nicht essen kann oder nicht essen will?
    Leidet sie an Übelkeit, Schmerzen, Verstopfung, Durchfall, Blähungen, etc? Ungewohnte Körperhaltung zum Essen (im Bett, beim Nachtkästchen)? Angst (Zukunftsängste)? Schuldgefühle? Einsamkeit (hilft es wenn jemand dabei sitzt oder mitisst)?
    Schmeckt es ihr nicht? Ist sie auch ihre Lieblingsspeisen nicht mehr? Leidet sie an Demenz (vergisst sie zu essen, Sparsamkeit)? Hat(te) sie Rituale? Wie wirken appetitsteigernde Maßnahmen (die Suppe eine halbe Stunde vorher essen, Apperitiv, homöopathische Mittel)? Sind ihr die Portionen zu groß? Welchen Stellenwert hatte Essen in ihrem Leben?
    Wie steht sie zum Thema Sterben und Tod?

    Oft ist es sehr belastend, wenn das ganze Umfeld nur noch vom Essen redet: "Du musst doch essen!", "Was sollen wir mit dir machen, wenn du nicht isst?", usw. Man fühlt sich einem Zwang ausgesetzt, man fühlt sich schuldig und es schmeckt noch weniger.

    Gruß,
    Lin
     
  15. Elisabeth Dinse

    Elisabeth Dinse Poweruser

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    Es sind deine Erfahrungen, dein Kenntnisstand- und diese Kenntnisse sind nicht zwingend nötig, wenn die Fragestellerin z.B. in einem Pflegeheim arbeitet. Selbst in einem ambulanten Pflegedienst ist es keine Bedingung, um als Pflegekraft arbeiten zu können.

    Es ehrt dich, dass du dich dafür interessiert, wo das Geld herkommt, was dir im Endeffekt als Lohn ausgezahlt wird. Aber diesen Anspruch kannst du nicht verallgemeinern. Vielleicht hat die Kollegin Kenntnisse und Erfahrungen in Bereichen, die du noch nicht mal erahnst.

    Wie wäre es, statt die Kollegin anzumachen ob ihrer Wissensdefizite, mit einigen Tipps: wo bekommt man Infos, wer ist zuständig, welche Institutionen sind zu kontaktieren, welche Fallstricke gibt es in den Verfahren, was muss beachtet werden.

    Ich habe meine Mutter auch gepflegt auf der Station nach einer großen Bauch-OP. Ich habe sie als KS der Station gepflegt-nicht als Angehörige. Das ist mir erst Jahre später bewusst geworden. Es gibt einen riesigen Unterschied zwischen (Laien-)Pflege- meint Pflege von Angehörigen u.ä.- und professioneller (distanzierter) Pflege. Hauptunterschied dürfte die emotionale Beteiligung am Geschehen sein.
    Und ich denke, die Fragestellerin, ist derzeit in das Geschehen mehr emotional denn fachlich integriert.

    Also Micha- was rätst du einem Kunden (denn nichts anderes ist die Fragestellerin im Moment) in dieser Situation?

    Elisabeth
     
  16. ITS-Micha

    ITS-Micha Gast

    Hallo !! Jut,war mir doch klar,dass ich wieder Haue kriege :knockin:!! Ich stelle mir aber diese Frage,genau wie die Frage,ob die fragende Kollegin ne Fachkraft ist und das nicht ohne Grund !! Denn wenn ich als Fachkraft im Heim arbeite,dann hab ich ne Ausbildung gehabt und ich weiß zufällig,dass der ganze Pflegeversicherungskram da mit zu gehört. Also was regst Du Dich da auf Elisabeth :gruebel:?? Grade in sonem Job ist doch mein größter Vorteil,dass ich alles,was ich auf Arbeit mache und lerne,umso besser bei Angehörigen um-/einsetzen kann oder bin ich da jetzt komplett verkehrt ?? Himmel,ich mach die Kollegin doch nicht an oder kritisiere sie,ich stelle mir bloß die berechtigte Frage,wieso ne Fachkraft aus dem Bereich hier solche Fragen stellt !! Was ist daran denn falsch,bitteschön ??? Wär das gleiche,wenn ich als FKP Anästhesie / Intensiv hier fragen würde,wie ich meinen Opa,der zuhause CPAP-beatmet wird,versorgen soll...
    Und raten tu ich der Kollegin garnix,weil ich ausser meiner eigenen Erfahrung in Sachen Pflege zuhause nix weiter an fundierten Info's bieten kann,denn mein einziger,berufsmäßiger Einsatz inner AP war '89 inner Ausbildung und nach den 6 Wochen hab ich um dieses Gebiet nen großen Bogen gemacht,bis ich denn meinen Opa und die Oma meiner Frau zuhause hatte. Also bitte respektiert ne berechtigte Frage und nich gleich hauen,ja:cry: !? LG Micha
     

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