ZVK ziehen lassen

Dieses Thema im Forum "Dialyse" wurde erstellt von Koni, 05.09.2006.

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  1. Koni

    Koni Newbie

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    Hallo, ich habe eine Frage zum ZVK. Oft haben wir bei uns in der Dialyse (Gemeinschaftspraxis) Patienten die nach Shuntverschluss einen ZVK bekommen. Jahre lang war es so, dass wenn der Shunt wieder punktierbar war, hat der ARZT nach der Dialyse den gezogen. Seit kurzen haben wir einen neuen Arzt, der das nicht mehr macht; es wäre die Aufgabe der Schwester. Wie ist das bei Euch so und wie ist das rechtlich? Ist das Aufgabe der Schwester oder des Arztes? Würde mich freuen mich über Eure Antworten. Liebe Grüsse
    Koni
     
  2. Morningstar

    Morningstar Senior-Mitglied

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    Hi,

    also ich würde mich hüten, nen ZVK zu ziehen!!! das ist ne ärztliche Tätigkeit, die ich auch NICHT auf mich delegieren lassen würde!

    Gruß, Morningstar
     
  3. MaOaM87

    MaOaM87 Junior-Mitglied

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    was ist denn ein ZVK?
     
  4. YouAndMind

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    ZVK = Zentraler Venenkatheter

    Ne Art dünner Schlauch der durch das Venensystem eingeführt wird und das Ende dann in der
    unteren oder oberen Hohlvene vor dem rechten Vorhof liegt einfach gesagt.

    Richtig oder?

    Achso auf meiner alten Station ziehen die Schwestern den ZVK oder die Kinder selber ;).
     
  5. MaOaM87

    MaOaM87 Junior-Mitglied

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    ah ok dann wei0 ich was gemeint ist
     
  6. Piratte

    Piratte Gast

    Hab ich das richtig verstanden, dass ihr davon abratet, einen ZVK selbst zu
    ziehen?
    Komisch, darüber gab es bei uns nie eine Diskussion und wann der ZVK
    gezogen wird, entscheiden bei uns auf Station ausschließlich
    die Pflegekräfte und führen es auch durch.
    Wir sind sogar ziemlich sauer, wenn unsere Ärzte meinen, sie müssten mal
    eben den ZVK ziehen, ohne es uns mitzuteilen (kam aber bisher erst
    ein/zweimal vor...)

    Ich bin grad sehr verwundert, warum soll das eine ärztliche Tätigkeit sein?
     
  7. Michl

    Michl Gast

    Wir ziehen ZVKs auch selbst - aber nach Arztanordnung (okay, bei manchem sollte man nachfragen, damit der Patient damit nicht heimgeht).

    Mir fallen grad auch keine möglichen Komplikationen (außer einem lokalen Hämatom) ein, die beim Ziehen auftreten könnten.

    Michl
     
  8. morphine

    morphine Junior-Mitglied

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    Bei mir im Khs. ist das auch ganz klar pflegerische Tätigkeit.
    Aber es gibt durchaus Komplikationen!!
    - Luftembolie (daher nur in flacher Rückenlage und bei Atempause des Pat. ziehen)
    - schwer stillbare Blutungen (z.B. bei Thrombozytopenie)
     
  9. Hajo

    Hajo Senior-Mitglied

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    Hallo Leute

    ZVK ziehen, ist bei uns (sprech nur von der HD-Abteilung) Schwester oder Bruder:rofl: tätigkeit. Klar verordnen die Ärtzte wann gezogen werden soll aber das Pflegepersonal hat das letzte Wort.
    Ist ja quatsch einen DIALYSEKATETER (ist meiner Meinung nach der richtige Ausdruck dafür da meiner erachtens ein ZVK ein viel zu kleines Volumen hat) frühzeitig zu ziehen wenn der Shunt z.Bsp noch nicht gut genug funktioniert (Stechprobleme) etc.

    Oder seit ihr da andere Meinung.
    Ach und die Riesigen beim ziehen sind ja schon beschrieben, aber ich würde während des Zievorganges den Pat. in leichte Schocklage bringen nur so der Vorsorge wegen.

    Gruss Hajo
     
  10. lops15

    lops15 Senior-Mitglied

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    Hallo Hajo,

    ein ZVK kann auch ein Doppel-oder Tripelläufer sein. Also nicht unbedingt reiner "Dialysekatheter" Obwohl man mit einem doppelläufigen Shaldon höhere Flüsse als bei einem einlumigen Demers oder einen "blutarmen" Shunt erreichen kann. (ZVK ist nur die Sammelbezeichnung für Alle die nicht bis in das Atrium reichen) Und noch eine Frage: Können Ärzte überhaupt einen ZVK ziehen?:rofl:
    Über die Lagerung bei der Katheterentfernung kann man geteilter Meinung sein. Wenn der intakte Katheter geschlossen ist und zügig !!! extrahiert wird, ist die Gefahr einer Luftembolie gleich NULL. Die "leichte Schocklagerung" würde eine Luftembolie wenn es denn passiert nicht verhindern. Das könnte nur eine absolute rechtsseitige Oberkörpertieflage schaffen. (Erste und wichtigste Maßnahme bei Lufteintritt in eine Vene!)
    Wenn man den Patienten flach lagert verringert man das Risiko des Einblutens (Hämatom) eher als in Schocklage. Nach dem Katherzug Oberkörper gleich wieder hoch lagern. Wenn der Patient den Exit nicht selbst abdrücken kann, dann machen wir das 10 Minuten und anschließend kommt ein "Sandsack" für 20 Minuten drauf. Gezogen wird prinzipiell im Bett und nicht auf der Arztliege! (Wegen der angesprochenen Lungenembolielagerung)

    LG
    Peter
     
    #10 lops15, 07.09.2006
    Zuletzt von einem Moderator bearbeitet: 08.09.2006
  11. spflegerle

    spflegerle Stammgast

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    Liegt der Katheter in den Jugularvenen, kann man durch das nach dem Ziehen notwendige Abdrücken durchaus mal einen Vagusreiz auslösen, der schwerste Herzrhythmusstörungen zur Folge haben könnte. Deshalb muß man das Ziehen unbedingt unter Monitorüberwachung durchführen. Habe in solch einer Situation schon mal eine Asystolie erlebt, nach Lagekorrektur des Abdrückens reversibel gewesen, aber ohne Monitor wäre mir der Patient weggeblieben.

    Gruß spflegerle
     
  12. lops15

    lops15 Senior-Mitglied

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    Hallo spflegerle,

    ich denke, da bringst Du etwas durcheinander. Der von Dir genannte Vagusreiz ist in Wirklichkeit die Stimulanz der "Pressorezeptoren" die als Geflecht in der Karotis sitzen (Carotissinus) und physiologisch u.a. den Blutdruck regulieren. Denn bei hohem Druck veranlassen sie über einen Regelkreis die Verminderung der Herzfrequenz und die Erweiterung der Gefäße. (Könnte eine Ohnmacht verursachen) So wird dann der Blutdruck gesenkt. In der Kardiologie wird auch mit dem s.g. Karotisdruckversuch diagnostisch gearbeitet. (Abklärung von Syncopen) Bestimmte Formen der Tachykardien kann man damit zeitlich begrenzt unterbrechen.
    Dieser Effekt der Frequenzsenkung kann natürlich beim Abdrücken der Einstichstelle zu Tage treten. Deshalb macht den Katheterzug auch nicht der Hausmeister oder eine Schülerin:rofl: sondern das erfahrene b.z.w. eingewiesene Pflegepersonal:mryellow: . Und wer drückt schon die Karotiden ab? Als Vorsichtsmaßnahme spricht nichts gegen ein Monitoring. Wird aber bei uns nicht praktiziert.

    MfG
    Lops15
     
    #12 lops15, 08.09.2006
    Zuletzt von einem Moderator bearbeitet: 08.09.2006
  13. YouAndMind

    YouAndMind Junior-Mitglied

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    Find ich irgendwie ein bisschen hoch den Satz Hausmeister vs. Schüler?
    Finde sowetwas sollte man als ex. Ks schon besser wissen.
     
  14. Cystofix

    Cystofix Poweruser

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    Moin Leute,

    es ging doch nur um die Ausgangsfrage, ob PP ZVK's zieht oder nicht. Ja, bei uns machen das meine Kollegen und ich, kenne es auch nicht anders. Und all die 'wunderweiswas'-Theorien der Herzrythmusstörungen und v.a. der Luftembolie - ich bitte Euch... .Ich betrachte dies wieder einmal als typisch pflegerische Diskussion, bei der aus einer simplen Frage eine Glaubensdiskussion und v.a eine Suche nach Gründen geworden ist, es nicht zu tun...irgendwie zermürbend, dass dies bei so vielen Themen der Fall ist

    @morphine...ich würde mal behaupten, dass die Luftembolie, selbst nach dem Ziehen einer 8.5 French-Schleuse, ziemlich weit hergeholt ist.

    Cys
     
  15. morphine

    morphine Junior-Mitglied

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    @cystofix

    Hielt das auch immer für ein Ammenmärchen, bis mir vor kurzem eine ältere Kollegin erzählte, dass sie eine Luftembolie tätsächlich mal beim Ziehen eines 3-lumigen ZVK erlebt/verursacht hätte...ein Sechser im Lotto ist wahrscheinlich wahrscheinlicher:-)
    Wollte auch eher meinem Vorredner widersprechen, der sagte es gäbe keine Risiken, denn das stimmt so ja nun auch nicht!

    lg
     
  16. lops15

    lops15 Senior-Mitglied

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    Hallo YouAndMind,

    danke für Deinen Beitrag zu dem Thema ZVK:rofl:
    Aber den ZVK zieht wirklich nicht der Hausmeister und auch keine Schülerin.:mrgreen:
    Sollte ich einem Hausmeister oder einer Schülerin zu nahe getreten sein, dann bitte ich um Entschuldigung. Ich erkläre an Eides statt, dass weder Hausmeister noch Schüler minderwertiger als examiniertes Pflegepersonal, Chefärzte oder Bäckereifachverkäuferinnen sind. Nur jeder verrichtet eben andere, seinen Fähig- und Fertigkeiten entsprechenden Tätigkeiten.

    MfG
    Lops15
     
  17. Mr. Hunter

    Mr. Hunter Junior-Mitglied

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    Moin,
    Bei uns im Krankenhaus ist es so das der ZVK vom Pflegepersonal gezogen wird nachdem vom Arzt die Anordnung getroffen wurde.
    Der Arzt sollte eigentlich wissen wann er den ZVK zun Infusion o.ä. nicht mehr braucht. Natürlich ist eine gewisse Auffassungsgabe von nöten um nicht einen Pat mit ligenden ZVK nach Hause gehen zu lassen.

    Bis denne:schlafen:
     
  18. Katin85

    Katin85 Gast

    Juhu hallo zusammen.
    Also bei uns im Dialysecentrum gibt der Arzt durch unsere Info (Shunt gut punktierbar oder nicht) an ob der Shaldon gezogen werden soll oder nicht. Und dann machen das die Schwestern oder Pfleger und sogar Arzthelferinnen. Der Patient wird dann an der ESS eine halbe stunde von uns abgedrückt (also schon mehr Kompressen übereinander dass auch Druck da ist) und dann liegt er nochmal ne Stunde mit nem Sandsack bei uns. danach darf er dann mit nem Pflaster drauf heim. Kontrolle der ESS die nächste Woche alle 2 Tage.
    Also dass ist bei uns alles ganz klar unsere Aufgabe. Der Doc wüsster wahrscheinlich gar nicht was er machen soll:wut:
     
  19. Cystofix

    Cystofix Poweruser

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    Nur um es ketzerisch zu formulieren - zwei Fäden durchtrennen, nen Schlauch rausziehen und dann mit ein bisschen Kompresse draufdrücken, das kann auch ein Hausmeister/Metzger, dem man es zeigt.
    Dazu bedarf es keinen tiefgehenden pathophysiologischen Kenntnissen.

    Cys
     
  20. flexi

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    Aber ihr merkt schon noch, dass ihr hier diverse verschiedene Katheter-Arten durcheinander schmeisst?

    @Cystofix
    auch ketzerisch:
    Wieviel Hausmeister/Metzger habt ihr denn bei Euch so beschäftigt?
     
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